Bundesliga, 23. Spieltag Ein Sieg fürs Nervenkostüm

Den Schalkern reichte ein Tor von Jermaine Jones zum knappen 1:0-Erfolg. Ihre Fans konnten die Königsblauen mit der durchwachsenen Leistung nicht versöhnen

Jermaine Jones (li.) erzielte den Siegtreffer für die glücklichen Schalker

In seinem 50. Bundesliga-Spiel für Königsblau erzielte der Nationalspieler (28. Minute) das Siegtor, mit dem sich die Gelsenkirchener auf den sechsten Tabellenplatz vorschoben. Vor 61 673 Zuschauern in der Veltins-Arena war der mühsame Erfolg zwar gut für die Moral, doch für einen Stimmungsumschwung bei den Schalkern reichte er nicht: Am Ende gab es von den Rängen wieder "Müller raus"-Rufe. Die "Geißbock-Elf" kassierte nach einer schwachen Offensiv-Darbietung verdient ihre erste Niederlage nach der Winterpause.

"Es war wichtig für die Mannschaft, heute drei Punkte zu holen. Denn man hat gemerkt, dass das Nervenkostüm noch nicht so fest ist", sagte der in der Kritik stehende S04-Manager Andreas Müller. Nach der Partie verweigerten sich die Schalker Spieler ihren Anhängern. "Die Mannschaft hat gefightet, führt 1:0 und wird trotzdem ausgepfiffen", sagte Torschütze Jones zur Begründung, warum das Team nicht in die Fankurve gelaufen war. Die Kölner waren enttäuscht über die vergebene Chance, ihr Punktkonto aufzustocken. "Wir sind schlecht aus der Kabine gekommen und waren am Anfang in den Zweikämpfen immer einen Schritt zu spät", meinte Abwehrspieler Kevin Pezzoni.

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Drei Tage nach der Pokal-Schlappe in Mainz zeigten die Schalker die erwartete Reaktion und überzeugten durch Leidenschaft und Einsatzwillen. Allerdings litt ihr Spiel auch gegen den West-Rivalen unter einem erschreckenden Mangel an Esprit und Kreativität. Obwohl sich Jones und der für Orlando Engelaar ins Team gekommene Ivan Rakitic im Mittelfeld um einen schnellen Spielaufbau bemühten, verliefen die meisten Angriffsversuche im Sand. Trainer Rutten hatte überraschend Kapitän und Abwehrchef Marcelo Bordon auf die Bank beordert, Kevin Kuranyi stand trotz seiner schwachen Vorstellung in Mainz wieder in der Anfangself, verlor aber erneut viele Bälle.

Eine Viertelstunde lang mussten die Fans warten, ehe sich die Gastgeber erstmals dem Kölner Tor gefährlich näherten. Doch Marvin Matip blockte den Schuss von Rakitic aus 18 Metern zur Ecke ab. Als im weiten Rund schon die ersten Pfiffe zu hören waren, erzielte Jones mit dem zweiten Torschuss der Partie die Führung für die bis dahin harmlosen Schalker. Nach einer Ballstafette über Kuranyi und Vicente Sanchez kam der Ball zu Rakitic, der mustergültig auf Jones weiterleitete. Der Schuss des Nationalspieler schlug flach neben dem Pfosten ein. Drei Minuten vor der Pause wurde ein Treffer von Kuranyi wegen Handspiels zurecht nicht anerkannt.

Beim Team von Christoph Daum war von der gefürchteten Auswärtsstärke nicht viel zu sehen. Die Gäste zogen sich von Beginn an weit zurück und lauerten auf Konter. Die wurden jedoch meist unpräzise vorgetragen, so dass die Kölner in der ersten Halbzeit keine klare Torchance erspielen konnten.

Erst nach Wiederbeginn wurden die Rheinländer etwas munterer. Milivoje Novakovic und Youssef Mohamad standen sogar dicht vor dem Ausgleich. Insgesamt blieb das Niveau der Begegnung aber schwach. Schalke drängte nicht energisch genug auf das zweite Tor, das mehr Sicherheit in die eigenen Reihen gebracht hätte. Doch blieben auch die Gäste im Abschluss harmlos, so dass der Arbeitssieg der Hausherren am Ende verdient war.

 
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