Deutschlands Dopingvergangenheit Alibi-Forschung statt AufklärungSeite 2/2
Für das nun ausgeschriebene Doping-Projekt sind zwei begleitende Beiräte geplant. Einer besetzt durch das fördernde BISp, einer durch den DOSB. Sie sollen die dreijährige Arbeit der Forschungsgruppe kontrollieren. Für Bette ein weiterer Grund, das Projekt abzulehnen. "Das ist so, als könnte die Chemie-Industrie darüber bestimmen, wer Umweltverschmutzung aufklärt – und den Aufklärenden dabei auch noch auf die Finger schauen." Für Bette ist das neue Projekt deshalb nicht mehr als Alibi-Forschung. BISp und DOSB täuschten eine Aufklärung nur vor, "aber unter der Hand machen sie das Gegenteil".
BISp-Präsident Jürgen Fischer wollte keinerlei Stellung beziehen. Weder zu den Zielen des Projektes noch zum geplanten Ablauf der Forschung oder zur Vergangenheit seines Instituts. Auch wer sich auf das Projekt beworben hat, will der zuständige BISp-Mitarbeiter Carl Müller-Platz nicht preisgeben. Nicht einmal, wie viele Bewerber es gibt. Nach Informationen von ZEIT ONLINE sind es zwei: An einer ist Michael Krüger (Münster) beteiligt, an der zweiten Giselher Spitzer (Berlin), ein anerkannter Fachmann.
Doch selbst wenn das Institut und der DOSB an Aufklärung interessiert sein sollten, stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit des Projekts. Schließlich untersuchten unter anderem bereits zwei Kommissionen des Bundestages 1977 und 1991 das westdeutsche Doping. Bereits Ende der Siebziger Jahre stellten die Experten fest, dass es umfangreiches Doping in Deutschland gab. Ohne Konsequenzen.
Hinzu kommen viele, teils private Forschungen und Veröffentlichungen von Brigitte Berendonk, Werner Franke, Giselher Spitzer, Ralf Meutgens, Karl-Heinrich Bette, Uwe Schimank, Andreas Singler und Gerhard Treutlein. Deren Ergebnisse zogen kaum Diskussionen, geschweige denn Taten nach sich. Wo sollten noch unbekannte Dokumente auftauchen? Viele Zeugen sind längst verstorben. Wer sollte jetzt reden, der damals geschwiegen hat?
- Datum 11.03.2009 - 16:32 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 3
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Diese ganze Anti-Doping-Hysterie soll hier doch nur ausgenutzt werden. Wenn ich heute sehe, wie Athleten drangsaliert und kontrolliert werden, dann ist das zumindest grenzwertig.
Ich war selbst als Funktionär im Kraftsport tätig. Mir war es im Grunde egal, ob die Leute dopen oder nicht. Sie waren Erwachsene und was die mit ihren Körpern anstellen ist deren Sache. Natürlich ist es gegenüber den nicht dopenden Athleten unfair. Nur standen wir damals vor dem Dilemma, sollen wir strikte Kontrollen ankündigen. Dann hatten wir Landesmeisterschaften mit 10 Teilnehmern und 5 Zuschauern. Oder sollte keine Kontrollen durchführen? Dann hatten wir 50 bis 100 Teilnehmer und 200 Zuschauer. Ich hatte mich für letzteres entschieden!
Übrigens bedeutet das nicht, daß bis auf die 10 Teilnehmer alle gedopt haben. Aber schon 3 Tassen starker Kaffee vor dem Wettkampf kann Doping sein! Oder, ein Athlet oder eine Athletin benutzt Nahrungsergänzungen, die steroidähnliche Bestandteile haben (verunreinigt sind) und schon war er positiv.
Desweiteren ist die Tests sehr teuer, diese Gelder müssen erzielt werden. Und dafür ist eine Bezirks- oder Landesmeisterschaft einfach zu klein. Bei höheren Veranstaltungen finden dann regelmäßige Dopingkontrollen statt.
Viel wichtiger als die Geschichte des Dopings zu untersuchen, wäre meiner Meinung nach die Dopingmittel selbst zu testen. Oft ist es so, daß Athleten und deren Ärzte mehr Ahnung von Wirkungen und Nebenwirkungen haben als der Forschung bekannt ist. Dopingmittel sind per se nämlich nicht schlecht, sie haben ihre Berechtigung in der Medizin, z.B. bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen. Und wenn man hier die Wirkungsweisen und auch die Nebenwirkungen einschließlich deren Bekämpfung genau kennt, kann man vielen Menschen helfen. Epo beispielsweise ist bei Blutkrankheiten sehr wichtig. Steroide oder Wachstumshormone können bei Krebsbehandlungen helfen.
Der Anti-Doping-Wahn schmeißt diese Erkenntnisse einfach auf den Müll oder läßt sie unerforscht im Untergrund zirkulieren. Es ist genau wie bei anderen Drogen auch, Forschung ist dort unerwünscht ( z.B. Opiate zur Krebsbehandlung oder Schmerztherapie). Außerdem halte ich die Forschung aus einem anderen Grund für wichtig. Viele junge Leute, die in Sportstudios gehen, nehmen Steroide in dem Glauben, sie können ihren Traumkörper ohne hartes Training aufbauen. Wenn eine Pille nicht reicht, dann werden 2, 3, .. genommen. Wie soll die Medizin mit den Schäden umgehen, die durch den Mißbrauch entstehen? Angefangen bei Leberschäden über Arteriosklerose bis hin zur Unfruchtbarkeit? Die Behandlungsmöglichkeiten zur erforschen, das wäre eine gute Aufgabe. Privates Doping wird man genauso wenig verhindern können, wie Drogenmißbrauch allgemein. Aber man sollte wissen, um was es geht.
Schaurige Vorstellung, Sportler als Testpersonen für Nebenwirkungen zu nutzen. Aber auch eine, die Sie als Wertelosen entlarvt.
Was wollen wir Deutschen denn eigentlich noch alles ergründen und dafür das Geld zum Fenster rausschmeißen?
Baut für das viele Geld lieber ordentliche Sporthallen und Jugendklubs, holt qualifizierte Jugendbetreuer in die Jugendarbeit und holt damit die Jugend endlich von der Straße.
ALKOHOL- UND DROGENMISSBRAUCH IST VIEL SCHLIMMER, WEIL ER BEREITS DIE BREITE MASSE ERREICHT HAT!!!
Warum in Deutschland gedopt und gesoffen wird, das pfeifen doch schon die Spatzen von den Dächern!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren