Rezession Finanzminister zerstreuen Hoffnung auf Wirtschaftsaufschwung
Die europäischen Finanzminister rechnen nicht mit einer Erholung der Konjunktur ab 2010. Damit konterkarieren sie die bisherigen offiziellen Prognosen aus Brüssel

© Dominique Faget/AFP/Getty Images
EU-Währungskommissar Almunia (l.) im Gespräch mit Bundesfinanzminister Steinbrück: Düstere Prognosen für die Wirtschaft in der Euro-Zone
Vor ihrem Treffen an diesem Dienstag haben die Finanzminister der EU ein düsteres Szenario für die Lage der Wirtschaft in der Euro-Zone gezeichnet. Wie die Financial Times Deutschland mit Berufung auf ein internes Papier berichtet, gehen die Minister nicht länger von einer Konjunkturerholung im kommenden Jahr aus.
Es sei "höchst unsicher", ob das Wachstum 2010 wieder anspringe, heißt es in dem Schreiben, das die Minister bei ihrem Treffen beschließen und dann dem EU-Gipfel kommende Woche in Brüssel vorlegen wollen. Europas Volkswirtschaften seien von Negativwachstum, historisch niedrigem Verbraucher- und Geschäftsvertrauen sowie ausgetrockneten Kreditflüssen geprägt, zitiert die Zeitung die Ressortchefs. "Negativspiralen zwischen der Realwirtschaft und den Finanzmärkten verschlimmern die Situation."
Mit dieser Einschätzung gehen die Minister konform mit vielen Ökonomen, die ebenfalls davon ausgehen, dass die Wirtschaftskrise sehr viel heftiger sein und länger dauern wird als bislang befürchtet. Die offiziellen Konjunkturprognosen der EU allerdings erscheinen damit aber als viel zu optimistisch. So hatte beispielsweise Währungskommissar Joaquín Almunia noch Mitte Januar eine Verbesserung der Wirtschaftslage im zweiten Halbjahr 2009 vorhergesagt.
Trotz der Zweifel an einer Verbesserung der Wirtschaftsdaten, wollen die Finanzminister am Abbau ihrer nationalen Haushaltsdefizite festhalten und dafür einen Zeitplan definieren. "Die meisten Mitgliedsstaaten werden ihre Konsolidierungsanstrengungen 2010 beginnen, diejenigen mit Haushaltsspielraum werden 2011 anfangen", legen sie sich in ihrem Papier fest. Nur so könne vermieden werden, dass die Märkte hoch verschuldete Regierungen durch noch höhere Risikoaufschläge auf ihre Staatsanleihen abstrafen.
Allerdings soll dabei die Flexibilität des Stabilitätspakts voll ausgenutzt werden. Länder mit besonders hohen Defiziten sollten "längere Fristen bei der Korrektur eingeräumt bekommen". Der Fehlbetrag müsse dann jährlich in größeren Schritten abgebaut werden. Diese Bestimmung zielt auf Länder wie Irland, die 2009 ein Defizit von fast zehn Prozent aufweisen dürften. Auch Berlin erwartet unter anderem wegen der milliardenschweren Konjunkturprogramme ein überhöhtes Defizit von vier Prozent für das kommende Jahr. Von 2012 an soll die Neuverschuldung wieder unter die Maastrichter Marke von drei Prozent sinken.
- Datum 10.03.2009 - 13:59 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, kg
- Kommentare 14
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Endlich jemand, der diesen Bush/Obama/Greenspan/Bernanke/Paulson/Geithner-Irrsinn nicht mitmacht.
Abgesehen davon wird dennoch viel fiat-money nach Osten und Süden fließen, das reicht.
ahja. danke fuer diese erkenntnis.
ist es eigentlich zu vermessen von so einem treffen zu verlangen das da außer haushaltspolitischen aussagen noch eckpunkte zukuenftiger finanzpolitik durchsickern?
oder muessen die kassenwarte der staatseinnahmen erstmal ruecksprache mit den helden der finanzwirtschaft halten um sich eine meinung zu bilden?
das herumexperimentieren mit der hoehe der mwst. kann ja nun kaum als alleiniges mittel dienen. zum glueck kommt so ein vorschlag von den tschechen, das laesst sich dann ziemlich einfach als europafeindlich abstempeln.
erkenntnis also: dann eben bis 2011 durchhalten und dann geht es weiter wie bisher?
Ich hatte von unseren bayerischen Wirtschaftsministern verstanden, der Aufschwung kaeme in der zweiten Jahreshaelfte!
Mei ham die a Kompetenz!
Wenn ich die Kommentare unserer "Benutzer" zu diesem Themenkreis tendenziell noch richtig "im Kopf" habe, waren um die 90% der Ansicht, dass es diese Jahr auf keinen Fall und im nächsten Jahr vielleicht einen Aufschwung geben wird.
Kann es sein, dass die Mininister diese Kommentare jetzt endlich gelesen haben?
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Geben sie die Hoffnung bloß nicht auf. Die Politiker lügen grundsätzlich nicht, daher kann es sich nur um einen Irrtum handeln. Vielleicht geht es ja in Bayern aufwärts, aber die gesamteuropäische Entwicklung macht den Aufschwung unbemerkbar;)
Wenn ich die Kommentare unserer "Benutzer" zu diesem Themenkreis tendenziell noch richtig "im Kopf" habe, waren um die 90% der Ansicht, dass es diese Jahr auf keinen Fall und im nächsten Jahr vielleicht einen Aufschwung geben wird.
Kann es sein, dass die Mininister diese Kommentare jetzt endlich gelesen haben?
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Geben sie die Hoffnung bloß nicht auf. Die Politiker lügen grundsätzlich nicht, daher kann es sich nur um einen Irrtum handeln. Vielleicht geht es ja in Bayern aufwärts, aber die gesamteuropäische Entwicklung macht den Aufschwung unbemerkbar;)
Wenn ich die Kommentare unserer "Benutzer" zu diesem Themenkreis tendenziell noch richtig "im Kopf" habe, waren um die 90% der Ansicht, dass es diese Jahr auf keinen Fall und im nächsten Jahr vielleicht einen Aufschwung geben wird.
Kann es sein, dass die Mininister diese Kommentare jetzt endlich gelesen haben?
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Geben sie die Hoffnung bloß nicht auf. Die Politiker lügen grundsätzlich nicht, daher kann es sich nur um einen Irrtum handeln. Vielleicht geht es ja in Bayern aufwärts, aber die gesamteuropäische Entwicklung macht den Aufschwung unbemerkbar;)
Die schlechte Nachricht: leider bis zu einem gewissen Grad. Aber mal im Ernst: soll uns gerade am (noch) lebenden Objekt vorgeführt werden, was man mit - Entschuldigung, aber mir fällt kein anderes Wort ein - saudummer Kommunikation alles anrichten kann. Ok, wir haben schon lange keine Politiker mehr, von Staatmännern ganz zu schweigen und Populisten schielen immer und zunächst auf "Volkes Meinung". Aber sonst glänzen doch die Politiker unserer Tage durch inhaltsleere Erklärungen, die jedem Rabulisten alle Ehre gemacht hätten. Wenn die rhetorischen Mittel nicht ausreichen kann man immer noch schweigen und das kann man trainieren. Wie wäre es mit dem Motto der Bulldogs: ‘Shut Up and Play'.
Unser Leben ist das, was unsere Gedanken aus ihm machen. (M. Aurel)
Ein Schimpanse namens Santino ist nach Ansicht eines schwedischen Wissenschaftlers der Beweis dafür, dass Primaten ähnlich vorausschauend denken wie Menschen. Der Menschenaffe habe sich für Attacken auf Zoobesucher nicht nur ein regelrechtes Arsenal von Steinen angelegt, schrieb der Forscher Mathias Osvath von der Universität Lund in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift "Current Biology". Er habe in seinem Gehege auch scheibenförmige Wurfgeschosse aus dem Zement geschlagen.
Zwei Schimpansenmädchen (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Geniale Masche: Schimpansen gucken gerne belämmert, sind aber äußerst berechnend. ]
Die Vorbereitungen habe er seelenruhig vor Öffnung des Zoos getroffen. Später habe er die Munition aus den Verstecken geholt und auf die Besucher geschleudert. "Diese Beobachtungen zeigen, dass Menschenaffen sehr differenziert über die Zukunft nachdenken", schrieb Osvath über den Schimpansen, den er seit zehn Jahren beobachtet. "Ich schätze, dass sie ihren Alltag weitgehend durchplanen."
"historisch niedrigem Verbraucher- und Geschäftsvertrauen sowie ausgetrockneten Kredit(=glaube/Vertrauen)flüssen"
--> woher wirds denn kommen?!
Schluss damit: Prognosen fkt. seit 10 Jahren nicht mehr, wann wird das endlich kapiert?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren