Satellitenbilder Terrorgefahr Google
Satellitendienste helfen vor allem Terroristen, glaubt ein kalifornischer Abgeordneter und will die Anbieter per Gesetz zur Unschärfe zwingen
Bisher hatten Google und Microsoft, wenn es um den Datenschutz ging, vor allem mit Bürgerrechtlern zu tun. Nun aber werden die Konzerne aus einer völlig neuen Richtung attackiert und das noch dazu in ihrem Heimatland. Der republikanische Abgeordnete Joel Anderson hat in Kalifornien ein Gesetz eingebracht, das von kommerziellen Anbietern verlangt, ihre Satellitenbilder unschärfer zu machen. Begründung: Außer Terroristen brauche niemand so genaue Aufnahmen.
Entwurf "AB 255" fordert , Satellitenbilderdienste wie Google Earth oder Microsoft Virtual Earth dürften Schulen, Krankenhäuser, Kirchen und Regierungsgebäude nicht mehr in der höchsten Auflösung zeigen.
"Diese Genauigkeit regt nur zu üblen Handlungen an", sagte Anderson im Interview mit dem lokalen Fernsehsender "Kusi News". Man müsse doch nicht wirklich wissen, "aus wie vielen Steinen ein Gebäude bestehe". Wirtschaftlichen Wert habe das auch keinen. "Ich versuche nur, die Terroristen zu stoppen. Ich will nicht, dass Kalifornien ihnen hilft, zukünftige Ziele ausfindig zu machen."
Ganz verbieten will Anderson die Dienste nicht, auch denke er nicht daran, die Stellen zu schwärzen. Schließlich seien Karten ein wichtiges Instrument für das tägliche Leben, wie er in einer Ankündigung schreibt. Doch solle sein Gesetz den Nutzerkomfort und die öffentliche Sicherheit besser "balancieren".
Beleg für seine Theorie sind ihm die Anschläge in Mumbai in Indien. Die Täter dort hätten bei der Planung auch Google genutzt, sagte Anderson. Eine entsprechende Klage ging denn auch nach dem Attentat bei einem indischen Gericht ein. Darin wurde ebenfalls gefordert, kritische Bereiche weniger scharf darzustellen.
Google äußerte sich vorsichtig zu dem indirekten Vorwurf. In amerikanischen Medien wird eine Sprecherin mit den Worten zitiert : "Wir reden gern mit Andersons Büro über diesen Gesetzentwurf und über seine Befürchtungen." Im Übrigen aber böten Dienste wie "Maps" und "Earth" sinnvolle Informationen und würden Nutzern möglich machen, bestimmte Regionen und Orte besser zu verstehen und kennenzulernen.
- Datum 11.03.2009 - 17:40 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich finde, dem kaliforischen Abgeordneten Joel Anderson ist entschieden zu widersprechen, wenn er fordert, dass hochauflösenden Satellitenbildaufnahmen von bestimmten Infrastruktureinrichtungen 'einzig den Terroristen' nützlich sein könnten, und dass aus diesem Grunde Bildinhalte gewissermassen per Gesetz entschärft werden müssen. Als ob nicht schon seit Jahrzehnten die öffentlichen Vermessungsämter in vielen Ländern ihren Bürgern noch viel detailiertere Luftbilder zum Kauf anbieten! Auf denen ist noch viel mehr zu erkunden, oder zu spionieren, wenn man es denn will. Das Detail ändert wohl nichts an terroristischen Absichten. Sollten wir vielleicht auch keine Schnellstrassen mehr bauen, die etwaigen Missetätern eine schnelle Flucht ermoeglichen wuerden? Für viele Menschen und für viele öffentliche Zwecke haben die detailreichen Satellitenbilder heute weit mehr Nutzen, als dass ihr Gebrauch vorbeuglich per Gesetz eingeschränkt werden sollte, in den USA wie auch anderswo. Wo ist die Grenze zur öffentlichen Sicherheit zu ziehen, wenn es um den Einsatz, die Verbreitung und den Nutzen von (häufig mit Steuermitteln finanzierter) moderner Fernerkundungsverfahren geht? Das ist sicher eine Diskussion wert. Die in Kalifornien von Herrn Anderson geforderte Antwort ist jedenfalls nicht befriedigend.
Google Maps und ihre Konkurenz lassen sich für alle möglichen Zwecke verwenden. Das gilt auch für Mobiles, das Internet, Autos(besonders LKW), Flugzeuge(9/11), und vieles was mir nicht sofort einfällt. Sollen die jetzt auch verboten oder ihrer Nutzung beschränkt werden?
Es ist halt so das eine Gesellschaft die in Freiheit leben will ein gewisses Restrisiko ertragen muss. Wenn sie das nicht kann muss sie ihre Freiheit aufgeben.
Wieder mal eine Forderung eines Paranoiden. Als würden sich dadurch irgendwelche Anschläge verhindern lassen. Das ist ja alles schön und gut mit dem anonymen "Auskundschaften" über das Internet. Aber mal ehrlich, jeder halbwegs denkende Terrorist findet andere und bessere Wege um sein Ziel auszuspionieren. Hieß es nicht bei den Anschlägen in Mumbai, dass viele der späteren Terroristen ehemalige Angestellte des Taj Mahal waren? Ich würde Google Earth bzw. Maps eher als bessere Landkarte ansehen, die nicht viel mehr Mehrwert mit sich bringt.
Aber ich kann diesen "Provinzpolitiker" verstehen, der sich mit einfachen Themen auch mal ins Gespräch bringen will. Zumal es im Moment bei den ganzen komplexen Krisen schwer ist, mitreden zu können und dabei auch noch kompetent zu wirken.
... da braucht man sich um echte Gefahren keinen Kopf mehr machen.
Ich habe gerade nachgeschaut (gut, der Artikel hier ist schon etwas älter), aber die Straße an der das Haus steht, ist in Street View vorhanden. Zumindest auf der einen Seite. Auf der anderen Seite nicht. Wie man aber in Street View erkennen kann ist diese andere Straße nicht befahrbar, Privatstraße oder wasauchimmer, selbst für Fußgänger ist der Durchgang verboten.
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