Impfungen Im Schutz der anderen
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will die Deutschen aus der Impfmüdigkeit aufwecken. Ein Kommentar
"Kinderkrankheit" klingt harmlos. In der deutschen Sprache wird das Wort gern im übertragenen Sinne gebraucht. Eine Kinderkrankheit, das ist ein harmloses, vorübergehendes Wehwehchen. Sie ist etwas, das man durchmachen muss, um erwachsen zu werden. Ein verhängnisvoller Irrtum, wie das Beispiel der Masern zeigt. Diese vermeintliche Kinderkrankheit führt nicht selten zu schweren Lungen- oder Hirnentzündungen, mitunter sogar zum Tod. Und das, obwohl es eine wirksame Impfung gibt.
Die Masern könnten längst ausgerottet sein – wie die Pocken. Stattdessen gibt es immer wieder Epidemien. Nicht etwa auf fernen Kontinenten, sondern bei uns. 2006 starben bei einer Masernepidemie in Nordrhein-Westfalen zwei Kinder, Hunderte mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zurzeit grassieren die Masern in Hamburg.
Kaum eine andere Maßnahme der Medizin hat eine so große Erfolgsbilanz aufzuweisen wie die Impfung. Millionen Menschen verdanken Impfungen ihr Leben. Ihr genialer Trick besteht darin, das Immunsystem gegen Krankheitserreger zu wappnen, noch bevor diese den Körper attackieren. 1952 erkrankten in Deutschland noch 10.000 Menschen an der Kinderlähmung, inzwischen ist das furchtbare Leiden fast verschwunden – dank Impfung. Dem gefährlichen Hepatitis-B-Virus kann heute mit Impfschutz ebenso begegnet werden wie potenziell krebserregenden Papillomviren. Auf der anderen Seite erweisen sich mit Aids und Malaria jene Krankheiten als besonders furchtbar, gegen die es bisher keine Impfung gibt.
Der größte Misserfolg der Impfprogramme ist ihr Erfolg. Die Tatsache, dass Masern, Mumps, Röteln oder Kinderlähmung mit Impfungen zurückgedrängt wurden, wiegt uns in trügerischer Sicherheit und macht Eltern mitunter leichtfertig. Und leichtgläubig gegenüber professionellen Impfgegnern. Ein Sechstel der Kinder, die vor drei Jahren in Duisburg an Masern erkrankten, waren auf ärztlichen Rat hin nicht geimpft worden. Oft sind es anthroposophische Ärzte oder Homöopathen, die Impfungen als künstlichen Eingriff in das Naturgeschehen ablehnen oder zumindest von ihnen abraten. Sie veranlassen die Eltern, ihren Kindern den Impfschutz zu versagen. Auch wenn die Behauptungen der Impfgegner von den "harmlosen" Kinderkrankheiten und den angeblich gefährlichen Impfungen nicht den Tatsachen entsprechen – woher sollen das die Eltern wissen? Sie vertrauen der Autorität des Arztes.
Auf der 1. Nationalen Impfkonferenz in Mainz hat nun Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt dazu aufgerufen, die Impfmüdigkeit in der Bevölkerung zu stoppen. Aber wie soll dieses "Stoppen" aussehen? Soll es einen Impfzwang geben, sollen ungeimpfte Kinder als potenzielle Infektionsherde aus Schulen ausgesperrt werden?
So verständlich solche Gedanken angesichts von Epidemien sind – Zwang ist nicht der richtige Weg, um dem Problem beizukommen. Im Gegenteil: Wer die Impfpflicht erklärt, kann damit rechnen, dass die Gegner noch fanatischer werden und dass das Misstrauen in der Bevölkerung wächst. Trotzige Impfablehnung statt Akzeptanz wäre die Folge, zumal der "harte Kern" der Verweigerer bei lediglich ein bis drei Prozent der Bevölkerung liegt. Der weitaus größte Teil der Menschen ist Argumenten gegenüber aufgeschlossen. Erst recht, wenn es um ihre Kinder geht. Und umso mehr, wenn die Argumente so überzeugend sind wie im Fall der Impfung.
- Datum 06.03.2009 - 11:12 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 7
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Impfgegner sind böse und Impung ist gut?
Das hat ja nicht mal BILD Niveau. Es gibt gute Gründe für und gegen eine Impfung zu sein, aber davon ist hier nichts zu finden?
Und das Ulla Schmidt sich jetzt zur Heilsbringerin verklären lassen will ... naja, nur noch peinlich?
Und natürlich kommt auch das "Totschlagargument" das irgendwelche Kinder in D-Land an Masern gestorben sind? Beweise?
Naja, es wird Wochenende und es regnet.
Wir stehen mit zwie Kindern im Alter von 1 und 6 genau im Fokus der aktuellen Diskussion.
Unsere Kinder sind teilweise(!) geimpft, warum nicht vollständig?
- Möglichkeit von Impfschäden
- Zweifel an der Wirksamkeit der Impfung
Auf beide Argumente wird viel zuwenig eingegangen, ohne dass ich sagen möchte, das diese Einwände immer stimmen.
Die Nichterwähnung oder schlichte Negierung von möglichen Impfschäden hat der Impfkommision viel von der Glaubwürdigkeit genommen. Gleiches gilt für Fälle, wo der Impfschutz evtl. versagt, auch das wird schlicht verneint.
Eine Impfung ist eine Risikoabwägung, das sollte aber auch so gesagt werden, damit man eine sinnvolle Entscheidung treffen kann.
Wenn der eine Teil der Risikos nicht bekannt ist, dann neigt man dazu die Entscheidung gleich zu verschieben oder den Nutzen überhaupt anzuzweifeln.
Bei vielen Diskussionen sitzen die Mediziner auf einem derart hohen Ross, dass sie gar nicht wirklich auf die Argumente der Gegner eingehen und es ihnen damit leicht machen Verschwörungstheorien zu verbreiten. Das Argument, dass "die Ärzte" schon recht haben werden zieht halt bei vielen nicht mehr.
Es sind seltsamerweise die Gebildeten, die die "Durchimpfung" verweigern. Wenn die Wissenschaft die nicht mehr erreicht läuft etwas schief. Da man als Laie sowieso schwer die Argumente evaluieren kann schließt man sich der Meinung der glaubwürdigeren Seite an.
Mal sehen wer da glaubwürdiger rüberkommt in der nächsten Zeit.
Grüße,
Blackbelt
Auch wenn Deutschland als eine Wiege der Aufklärung gelten mag, ist bei Gesundheitsfragen die deutsche Neigung irrationalen dogmatischen Thesen anzuhängen ausgeprägter als irgendwo sonst auf dieser Welt. Dies zu beenden, kann nicht allein durch Aufklärungsoffensiven für teueres Geld geschehen, wie im Artikel vorgeschlagen, wohl aber auch nicht durch Impfzwang, der von wesentlichen Teilen der Ärzteschaft gefordert wird. Leider teile ich die Meinung, dass der ungleiche Kampf mit Argumenten zu gewinnen ist gar nicht. Panikmacher finden immer mehr Gehör als der sachlich Argumentierende. Am Ende bleibt die grenzenlose Verwirrung der betroffenen Eltern - dies gilt leider für alle Bereiche der Medizin.
Viele Patienten/Eltern sind durch die Kakophonie von Stimmen, die zu nahezu jeder noch so irrwitzigen Idee immer einen Vertreter aufzubieten mag, einfach nur verwirrt. Ich oute mich hier als Arzt, der sich der Praxis nicht weniger Kollegen schämt, die unter dem Hohelied der Therapiefreiheit ihren Patienten scharlataneristische mittelalterliche Heilmethoden angedeihen lassen und Ihnen Zugang zur wissenschaftlichen Konsensmedizin verwehren und dies standespolitisch im Rahmen von zB einigen (nicht allen!) IGEL-Leistungen auch noch salonfähig gemacht haben. Mit gutem Grund ist der ärztliche Beruf ein verkammerter Beruf und die Berufsausübung mit der Approbation an eine nach sensiblen Kriterien zu erteilende und auch zu widerrufende Erlaubnis gebunden. Viel häufiger sollte aus eigenem inneren Betreiben die Ärzteschaft dafür Sorge tragen, dass zumindest die abwegigsten Meinungen (wie zB. die Ablehnung der Masernimpfung aber auch die Anwendung bestimmter Therapien) von Vertretern der Ärzteschaft nicht mehr straflos vertreten werden können. Der Entzug der Approbation wegen standeswidrigem Verhalten wäre hier ein probates Mittel, das viel zu selten Anwendung findet. Trotz Meinungsfreiheit kann nicht zugelassen werden, dass jemand unter der autoritätsstiftenden Position als behandelnder Arzt jeden Schwachsinn vertreten darf. Es reicht, wenn dieser Job von den vielen verbleibenden Stimmen wahrgenommen wird. Statt der (zugegeben juristisch nicht ganz einfachen) Säuberung von Innen ruft man (Beschluss Bundesärztetag) nach Impfpflicht, mit ihren viel weitreichenderen grundrechtlichen Abwägungen und der somit geringen Chance auf Umsetzung.
Und auch Frau Schmid verbreitet anlässlich des sich hier bietenden Podium nichts Neues. Als hätten wir nicht genug bedrucktes Papier, das zu diesem oder jenem rät. Was gebraucht wird ist ein stringent organisiertes Erinnerungssystem der hausärztlichen (bzw. falls von Pädiatern übernommen durch diese) Versorgung, was zwar vom Patient abgelehnt werden kann, niemals jedoch vom Arzt!
Es gibt dem wenig hinzuzufügen. Man könnte noch erwähnen, dass es nicht nur um den Schutz des eigenen Kindes geht, sondern auch aller potenzieller Kontaktpersonen. Und wer es natürlicher findet sein Kind zur Masernparty zu schleifen, als zu Impfen, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. In meinen Augen ist das Körperverletzung, mit Vorsatz und das aus einer Garantenstellung heraus.
etiam schreibt:
"Panikmacher finden immer mehr Gehör als der sachlich Argumentierende."
Das kann es nicht wirklich sein. Natürlich ist das stetige mühsame Überzeugen ein schwieriges Geschäft, aber alternativlos. In der Wissenschaft hat niemand die Wahrheit gepachtet und das Monopol auf die Vermittlung auch nicht. Dazu gab es zu viele furchtbare Irrtümer in der Medzin (Semmelweiß ...).
Eine Impfung ist ein Eingriff und der hat Risiken. Die mögen vertretbar und begründet sein. Wenn das Thema wichtig ist, dann muss eben das Geld und das Hirmschmalz aufgewendet werden um die Leute zu überzeugen.
Nur sich hinstellen und zu sagen, dass andere Meinungen Blödsinn sind reicht nicht. Die (Schul-)Medizin muss eben auch genügend Vetrauen besitzen um damit zu überzeugen.
Es gibt dem wenig hinzuzufügen. Man könnte noch erwähnen, dass es nicht nur um den Schutz des eigenen Kindes geht, sondern auch aller potenzieller Kontaktpersonen. Und wer es natürlicher findet sein Kind zur Masernparty zu schleifen, als zu Impfen, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. In meinen Augen ist das Körperverletzung, mit Vorsatz und das aus einer Garantenstellung heraus.
etiam schreibt:
"Panikmacher finden immer mehr Gehör als der sachlich Argumentierende."
Das kann es nicht wirklich sein. Natürlich ist das stetige mühsame Überzeugen ein schwieriges Geschäft, aber alternativlos. In der Wissenschaft hat niemand die Wahrheit gepachtet und das Monopol auf die Vermittlung auch nicht. Dazu gab es zu viele furchtbare Irrtümer in der Medzin (Semmelweiß ...).
Eine Impfung ist ein Eingriff und der hat Risiken. Die mögen vertretbar und begründet sein. Wenn das Thema wichtig ist, dann muss eben das Geld und das Hirmschmalz aufgewendet werden um die Leute zu überzeugen.
Nur sich hinstellen und zu sagen, dass andere Meinungen Blödsinn sind reicht nicht. Die (Schul-)Medizin muss eben auch genügend Vetrauen besitzen um damit zu überzeugen.
Es gibt dem wenig hinzuzufügen. Man könnte noch erwähnen, dass es nicht nur um den Schutz des eigenen Kindes geht, sondern auch aller potenzieller Kontaktpersonen. Und wer es natürlicher findet sein Kind zur Masernparty zu schleifen, als zu Impfen, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. In meinen Augen ist das Körperverletzung, mit Vorsatz und das aus einer Garantenstellung heraus.
etiam schreibt:
"Panikmacher finden immer mehr Gehör als der sachlich Argumentierende."
Das kann es nicht wirklich sein. Natürlich ist das stetige mühsame Überzeugen ein schwieriges Geschäft, aber alternativlos. In der Wissenschaft hat niemand die Wahrheit gepachtet und das Monopol auf die Vermittlung auch nicht. Dazu gab es zu viele furchtbare Irrtümer in der Medzin (Semmelweiß ...).
Eine Impfung ist ein Eingriff und der hat Risiken. Die mögen vertretbar und begründet sein. Wenn das Thema wichtig ist, dann muss eben das Geld und das Hirmschmalz aufgewendet werden um die Leute zu überzeugen.
Nur sich hinstellen und zu sagen, dass andere Meinungen Blödsinn sind reicht nicht. Die (Schul-)Medizin muss eben auch genügend Vetrauen besitzen um damit zu überzeugen.
Ich will und werde hier niemanden zu bel(k)ehren versuchen, schon allein wegen der Aussichtslosigkeit eines solchen Unterfangens - wer sich lange genug mit diesem Thema beschäftigt, den zermürbt die argumentative Unlogik auf Seiten der Impfkritiker. Die Information darüber, vom bunt Bedruckten Patienteninformationsflyer über die detaillierte Information zu jeder einzelnen Impfempfehlung der Stiko bis hin zur zugrundeliegenden Originalliteratur - alles frei und öffentlich zugänglich.
Selbstverständlich hat bei jedem medizinischen Eingriff, von der übungsstabilen Osteosynthese bis zum Impfen eine Abwägung von Vor- und Nachteilen zu erfolgen. Dies ist ein statistischer und in seiner abwägenden Tiefe nicht ganz trivialer wissenschaftlicher Prozess. Wer bei einem abwägenden Prozess nur die Argumente einer Seite gelten lässt und die Argumente der Gegenseite verunglimpft, der wird zwar populistisch sehr wirksam erscheinen, dies entspricht aber kaum der unvoreingenommnen Wahrheitsfindung, die spätestens seit Aristoteles als Grundlage einer wissenschaftlichen Aussagenlogik bzw. jeder Logik gilt. Für kaum eine medizinische Intervention gibt es eine so solide positive Datenlage, wie für Impfungen.
Wenn sie, wie ich, als Forscher im biowissenschaftlichen Bereich (deutlich abseits des Impfens) schon allein nur deswegen, weil sie in diesem Bereich zwangsläufig und auch wünschenswerterweise mit der Industrie kooperieren (wegen der gemeinsamen Ziele und der kleinen Menge an Forschern, die pro Einzelthema weltweit tätig sind) verdächtig sind, gekauft zu sein, dann ist ein gleichberechtigter Schlagabtausch auf argumentativer Basis unmöglich, da ihre Argumente schlicht nicht gehört werden.
Gerade die immer wieder zitierten Seiten (impfkritik etc.) sind für einen Philosophen eine wunderbare Spielwiese, um die übelsten Verstöße gegen argumentative Logik zu entlarven. Aus diesem Grund werde ich hier NICHT auf den aussichtslosen Versuch eines wissenschaftlichen Schlagabtausches mit den so oft verdrehten Sachargumenten eingehen, sondern werfe allen Kritikern des Impfens nur eine Entgegnung, aus der sooft bemühten eher metaphysischen Sicht der Dinge, hin, die in ihrem eigentlich fehlenden Charakter als echtes Argument vielleicht aber gerade eine einleuchtendere Begründung ist: Wenn auf der ganzen Welt nahezu 100% aller life science Wissenschaftler (ich meine hier nur solche und nicht -Verzeihung für den despektierlichen Unterton - den nicht wirklich primär "wissenschaftlich" tätigen Feld-Wald und Wiesenarzt) im biomedizinischen Bereich (wie auch ich) sich selbst und ihre Kinder impfen, Lieschen Müller dies aber für schädlich hält, muss sich der unbeteiligte Außenstehende schon fragen, ob wirklich alle Wissenschaftler gekauft sein können (oder geblendete Idioten sind), und dafür sogar ihre Gesundheit und die ihrer Kinder aufs Spiel setzen, oder ob vielleicht Lieschen Müller irgendwelchen ideologischen Agitatoren aufgesessen ist.
In diesem Sinne werde ich mich und meine Familie weiterhin aus tiefer und wissenschaftlich gefestigter Überzeugung impfen, und jedem der dies für sich nicht gutheißt seine gegenteilige Überzeugung "gönnen" - nicht ohne auf das ethische Dilemma hinzuweisen, diese Entscheidung auch für Andere, also die eigenen Kinder, gegen die "Überzeugung" der Wissenschaft zu fällen. Dies erfordert zumindest ein "gesundes" Selbstvertrauen in die Überlegenheit der eigene Einschätzungsfähigkeit.
Ich will und werde hier niemanden zu bel(k)ehren versuchen, schon allein wegen der Aussichtslosigkeit eines solchen Unterfangens - wer sich lange genug mit diesem Thema beschäftigt, den zermürbt die argumentative Unlogik auf Seiten der Impfkritiker. Die Information darüber, vom bunt Bedruckten Patienteninformationsflyer über die detaillierte Information zu jeder einzelnen Impfempfehlung der Stiko bis hin zur zugrundeliegenden Originalliteratur - alles frei und öffentlich zugänglich.
Selbstverständlich hat bei jedem medizinischen Eingriff, von der übungsstabilen Osteosynthese bis zum Impfen eine Abwägung von Vor- und Nachteilen zu erfolgen. Dies ist ein statistischer und in seiner abwägenden Tiefe nicht ganz trivialer wissenschaftlicher Prozess. Wer bei einem abwägenden Prozess nur die Argumente einer Seite gelten lässt und die Argumente der Gegenseite verunglimpft, der wird zwar populistisch sehr wirksam erscheinen, dies entspricht aber kaum der unvoreingenommnen Wahrheitsfindung, die spätestens seit Aristoteles als Grundlage einer wissenschaftlichen Aussagenlogik bzw. jeder Logik gilt. Für kaum eine medizinische Intervention gibt es eine so solide positive Datenlage, wie für Impfungen.
Wenn sie, wie ich, als Forscher im biowissenschaftlichen Bereich (deutlich abseits des Impfens) schon allein nur deswegen, weil sie in diesem Bereich zwangsläufig und auch wünschenswerterweise mit der Industrie kooperieren (wegen der gemeinsamen Ziele und der kleinen Menge an Forschern, die pro Einzelthema weltweit tätig sind) verdächtig sind, gekauft zu sein, dann ist ein gleichberechtigter Schlagabtausch auf argumentativer Basis unmöglich, da ihre Argumente schlicht nicht gehört werden.
Gerade die immer wieder zitierten Seiten (impfkritik etc.) sind für einen Philosophen eine wunderbare Spielwiese, um die übelsten Verstöße gegen argumentative Logik zu entlarven. Aus diesem Grund werde ich hier NICHT auf den aussichtslosen Versuch eines wissenschaftlichen Schlagabtausches mit den so oft verdrehten Sachargumenten eingehen, sondern werfe allen Kritikern des Impfens nur eine Entgegnung, aus der sooft bemühten eher metaphysischen Sicht der Dinge, hin, die in ihrem eigentlich fehlenden Charakter als echtes Argument vielleicht aber gerade eine einleuchtendere Begründung ist: Wenn auf der ganzen Welt nahezu 100% aller life science Wissenschaftler (ich meine hier nur solche und nicht -Verzeihung für den despektierlichen Unterton - den nicht wirklich primär "wissenschaftlich" tätigen Feld-Wald und Wiesenarzt) im biomedizinischen Bereich (wie auch ich) sich selbst und ihre Kinder impfen, Lieschen Müller dies aber für schädlich hält, muss sich der unbeteiligte Außenstehende schon fragen, ob wirklich alle Wissenschaftler gekauft sein können (oder geblendete Idioten sind), und dafür sogar ihre Gesundheit und die ihrer Kinder aufs Spiel setzen, oder ob vielleicht Lieschen Müller irgendwelchen ideologischen Agitatoren aufgesessen ist.
In diesem Sinne werde ich mich und meine Familie weiterhin aus tiefer und wissenschaftlich gefestigter Überzeugung impfen, und jedem der dies für sich nicht gutheißt seine gegenteilige Überzeugung "gönnen" - nicht ohne auf das ethische Dilemma hinzuweisen, diese Entscheidung auch für Andere, also die eigenen Kinder, gegen die "Überzeugung" der Wissenschaft zu fällen. Dies erfordert zumindest ein "gesundes" Selbstvertrauen in die Überlegenheit der eigene Einschätzungsfähigkeit.
Ich will und werde hier niemanden zu bel(k)ehren versuchen, schon allein wegen der Aussichtslosigkeit eines solchen Unterfangens - wer sich lange genug mit diesem Thema beschäftigt, den zermürbt die argumentative Unlogik auf Seiten der Impfkritiker. Die Information darüber, vom bunt Bedruckten Patienteninformationsflyer über die detaillierte Information zu jeder einzelnen Impfempfehlung der Stiko bis hin zur zugrundeliegenden Originalliteratur - alles frei und öffentlich zugänglich.
Selbstverständlich hat bei jedem medizinischen Eingriff, von der übungsstabilen Osteosynthese bis zum Impfen eine Abwägung von Vor- und Nachteilen zu erfolgen. Dies ist ein statistischer und in seiner abwägenden Tiefe nicht ganz trivialer wissenschaftlicher Prozess. Wer bei einem abwägenden Prozess nur die Argumente einer Seite gelten lässt und die Argumente der Gegenseite verunglimpft, der wird zwar populistisch sehr wirksam erscheinen, dies entspricht aber kaum der unvoreingenommnen Wahrheitsfindung, die spätestens seit Aristoteles als Grundlage einer wissenschaftlichen Aussagenlogik bzw. jeder Logik gilt. Für kaum eine medizinische Intervention gibt es eine so solide positive Datenlage, wie für Impfungen.
Wenn sie, wie ich, als Forscher im biowissenschaftlichen Bereich (deutlich abseits des Impfens) schon allein nur deswegen, weil sie in diesem Bereich zwangsläufig und auch wünschenswerterweise mit der Industrie kooperieren (wegen der gemeinsamen Ziele und der kleinen Menge an Forschern, die pro Einzelthema weltweit tätig sind) verdächtig sind, gekauft zu sein, dann ist ein gleichberechtigter Schlagabtausch auf argumentativer Basis unmöglich, da ihre Argumente schlicht nicht gehört werden.
Gerade die immer wieder zitierten Seiten (impfkritik etc.) sind für einen Philosophen eine wunderbare Spielwiese, um die übelsten Verstöße gegen argumentative Logik zu entlarven. Aus diesem Grund werde ich hier NICHT auf den aussichtslosen Versuch eines wissenschaftlichen Schlagabtausches mit den so oft verdrehten Sachargumenten eingehen, sondern werfe allen Kritikern des Impfens nur eine Entgegnung, aus der sooft bemühten eher metaphysischen Sicht der Dinge, hin, die in ihrem eigentlich fehlenden Charakter als echtes Argument vielleicht aber gerade eine einleuchtendere Begründung ist: Wenn auf der ganzen Welt nahezu 100% aller life science Wissenschaftler (ich meine hier nur solche und nicht -Verzeihung für den despektierlichen Unterton - den nicht wirklich primär "wissenschaftlich" tätigen Feld-Wald und Wiesenarzt) im biomedizinischen Bereich (wie auch ich) sich selbst und ihre Kinder impfen, Lieschen Müller dies aber für schädlich hält, muss sich der unbeteiligte Außenstehende schon fragen, ob wirklich alle Wissenschaftler gekauft sein können (oder geblendete Idioten sind), und dafür sogar ihre Gesundheit und die ihrer Kinder aufs Spiel setzen, oder ob vielleicht Lieschen Müller irgendwelchen ideologischen Agitatoren aufgesessen ist.
In diesem Sinne werde ich mich und meine Familie weiterhin aus tiefer und wissenschaftlich gefestigter Überzeugung impfen, und jedem der dies für sich nicht gutheißt seine gegenteilige Überzeugung "gönnen" - nicht ohne auf das ethische Dilemma hinzuweisen, diese Entscheidung auch für Andere, also die eigenen Kinder, gegen die "Überzeugung" der Wissenschaft zu fällen. Dies erfordert zumindest ein "gesundes" Selbstvertrauen in die Überlegenheit der eigene Einschätzungsfähigkeit.
Zur Zeit sind in der öffentlich zugänglichen Datenbank der zuständigen Bundesbehörde, Paul-Ehrlich-Institut, 11.656 Impfschäden, darunter 214 Todesfälle gemeldet.
Wichtig ist noch zu erwähnen, daß nur etwa 5-10% aller Impfschäden dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden. Es sind also eigentlich zwischen 116.560 und 233.120 Impfschäden.
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