Parkinsonforschung Ein Zwilling gegen das ZitternSeite 2/2
Dies scheint tatsächlich der Fall zu sein: "Es ist überraschend, aber mit unserer neuen Methode konnten wir zeigen, dass virenfreie iPS embryonalen Stammzellen viel ähnlicher sind als ihren ursprünglichen Zellen". Bislang rätseln Forscher, warum iPS sich noch vielfach von ihren embryonalen Geschwistern unterscheiden. "Aus embryonalen Stammzellen kann sich ein Fötus entwickeln, aus iPS nicht", sagt Jaenisch. "Die Frage ist: Woran liegt das?" Jetzt sei klar, dass die Viren offenbar einen großen Anteil an diesem Unterschied haben.
"Die Effizienz, der Wert und die Gründlichkeit der Studie von Jaenisch sind beeindruckend", sagt James Adjaye. Der Forscher am Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik war der Erste in Deutschland, der iPS züchtete. "Dies ist ein großer Sprung nach vorne." Nun gebe es eine Methode, mit der nicht nur das Voranschreiten von Parkinson anhand von Nervenzellen beobachtet werden kann. "Auch Tests an patienteneigenem Gewebe und die Entdeckung neuer Medikamente haben nun eine Grundlage."
"Auch Therapien werden kommen", davon ist Jaenisch überzeugt. "Doch das ist noch weit entfernt." Zu jung ist die Forschung an den iPS. Die Alleskönner könnten auch einmal benutzt werden, um Gewebe zu züchten, damit Querschnittgelähmte wieder laufen können und Alzheimer-Kranke ihre Geisteskraft behalten. Doch es gibt noch viele offene Fragen, sagt Adjaye: "Eine der wichtigsten ist, ob die zelleigene Reparatur nach dem Ausschnitt der Gene die DNA wieder korrekt zusammenflickt."
"Dieses Forschungsfeld ist derzeit heiß", sagt Jaenisch. Erst kürzlich gelang es britischen und amerikanischen Forschern ebenfalls, virenfreie iPS herzustellen. Die Wissenschaftler nutzten für ihr Verjüngungsprogramm ein Stück Erbgut, das sie in die erwachsenen Zellen einschleusten. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis weitere Fortschritte folgen werden.
- Datum 01.10.2009 - 12:00 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die Entwicklung auf dem Gebiet der iPS-Zellen ist einfach gewaltig. Vor 3 Jahren gab es sie praktisch nicht und jetzt füllen sie jede Woche die Top-Wissenschaftszeitschriften.
Eine Sache will mir aber bei aller Begeisterung nicht in den Kopf: Die gewonnenen Zellen sollen einerseits dem Studium der Pathologie der Parkinson-Krankheit dienen. Das bedeutet man geht von einer genetisch festgelegten Form der Krankheit aus. Sonst könnten die Zellen in Kultur ja keine pathologischen Symptome zeigen, die man dann erforschen kann.
Wenn aber die Krankheit genetisch ist - das gilt im Übrigen für alle genetischen Krankheiten die mit patienteneigenen Zellen therapiert werden sollen - dann haben die neu gezüchteten und transplantierten Zellen doch genau dieselbe genetische Disposition zum Ausbilden der Krankheit wie die Zellen, die sie eigentlich ersetzen sollten. Letztlich müssten diese dann doch genau so untergehen.
Oder sehe ich da was falsch?
Ja es hat alles seinen Sinn. Noch letztes Jahr habe ich Hautzellen gespendet dafür und jetzt ist das, was damals schon vernutte wurde, auch eingetreten.
Ist nur zu hoffen, das e suns erkrankten auch helfen kann.
g.st.
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