Die Welt am Draht Einfach abschalten
Die digitale Spaltung kehrt sich um: Wer es sich leisten kann, vergeudet seine Zeit nicht mehr im Internet. Ein Trend, vor allem unter Wohlhabenden und Bildungsbürgern
Jeden Tag morgen knapp hundert E-Mails im Büro-Postfach, dazu zehn SMS am Tag, ein paar Messages in Facebook, Xing und Co. und abends zu Hause noch drei Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Vielen Menschen wird die Kommunikation zu viel. Sie wünschen sich ein Leben ohne das ständige Gefühl, auf eingehende Botschaften reagieren zu müssen.
Ähnlich wie die Entwicklung des Privatfernsehens Mitte der achtziger Jahre, die durch quotenorientierte Inhalte und zu viel Werbung vor allem gebildete Zuschauer vergraulte, bringt auch das Internet inzwischen Gegenbewegungen hervor.
Manche Nutzer, die von ihrem eigenen Medienkonsum nicht mehr loskommen, entscheiden sich für den radikalen Weg: Einfach ausstöpseln. Sie ziehen das Kabel und kündigen ihre Flatrate. Einfach so. Und die Zahl derer, die sich bewusst ausklinken, steigt. Die Initiative "Shutdown Day" ruft sogar zum Komplettverzicht auf, zumindest für 24 Stunden: Am 2. Mai 2009 sollen weltweit die Computer ruhen. Als Zeichen gegen den Kontrollverlust.
E-Mail-Flut, Kaufrausch, kostenloser Lesestoff und Kontaktpflege – lange schien das Internet ungebremst neue Nutzer anzuziehen. "Vieles spricht dafür, dass wir uns jetzt in einer Übergangsphase befinden", sagt Bert te Wildt, Psychologe und Internetexperte der Universität Hannover. "Es sind erste Gegenbewegungen zu beobachten, bei denen die Menschen ein Stück weit wieder aus der virtuellen Welt aussteigen, um andere Prioritäten zu setzen," sagt er.
Das Perfide: "Viele merken gar nicht, wie die ständige Vernetzung ihre Wahrnehmung schleichend verändert, die Konzentration untergräbt und aus zunächst beruflicher Notwendigkeit ein neuer Zwang erwächst." Die Öffentlichkeit konzentriere sich nur auf die Extremfälle, Sucht und Spielewahn.
Mitarbeiter mit Internetanschluss vertrödeln im Schnitt eine Stunde allein für die eigenen E-Mails, haben die britischen Berater von Expert Messaging herausgefunden. Jeder vierte berufliche Nutzer schaut laut einer Bitkom-Befragung permanent auf seinen Posteingang. 24 Stunden auf E-Mail-Empfang sind fünf Prozent aller Nutzer.
- Datum 18.03.2009 - 16:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Dieses wird natürlich vor allem durch die kostenlosen Online-Angebote großer Magazine gebildet, bei denen Inhalt und Niveau immer mehr Amok laufen müssen, um den Informations (Deformations-?) Junky zufrieden zu stellen.
Wer sich sinnlos und ohne einer konkreter Vorstellung eines Ziels in das Internet begibt wird wahrlich Zeit vergeuden.
Für mich liegt es am nächsten, dass die digitale Spaltung sich innerhalb des Internets weiterentwickeln wird. Informations- und Wissensportale welche nur gegen ein entsprechendes Entgeld zur Verfügung stehen, werden sich bezüglich Ihrer Qualität weiterentwickeln. Die kostenlosen Dienste werden aufgrund fehlender finanzieller Mittel auf lange Sicht keine Chance haben.
Anderweitig finanzierte Dienste bedürfen der Bedachtsamkeit derer, die sie finanzieren.
Eine Wahrscheinlichkeit besteht für mich darin, das sich eine digitale Spaltung in einer Form des privaten und des nichtprivaten Internet von ganz allein bildet.
Die Funktionsweise des Internet wird sich wahrscheinlich nach und nach der Funktionsweise der Realität angleichen.
Moment, wie war das? "Damals ließ sich die Mehrheit in den Bann der seichten Unterhaltung ziehen, während nur eine kleine informierte Minderheit von dem erweiterten Angebot an Nachrichtensendungen und Dokumentationen profitiert hätte." Na super, klar, anspruchsvoll sind also nur Nachrichten und Dokumentationen, Filme als Kunstwerke, wo käme man denn da hin, wie? Mit dem restlichen Artikel bin ich ja größtenteils einverstanden (Man bedenke nur: Es soll Menschen geben, die ihre Zeitung im Internet lesen!) und die Nachmittagsprogramme der meisten privaten Sender sind wirklich zum Davonlaufen, aber es ist schlecht um unsere Kultur bestellt, wenn ein sich gern intellektuell gebendes Blatt nicht davor scheut, solche Peinlichkeiten zu veröffentlichen. "Nachrichtensendungen und Dokumentationen", wirklich, es laufen ständig Filme, die anspruchsvoller sind als Nachrichten und Dokus, speziell anspruchsvoller als die Nachrichten und Dokus in den privaten Sendern.
von Internet und Mobil Telefon macht hat selber schuld. Alle diese Geraete haben einen Schalter mit dem die Geraete an oder aus gestellt werden koennen. So halte ich es jedenfalls.
sollte es dem Internet anders ergehen als vielen anderen technischen Errungenschaften des industriellen Zeitalters? Von der christlichen Seefahrt über die Eisenbahn bis zur Luft- und Raumfahrt .... man kann diese Dinge nur erfolgreich betreiben, wenn man den sozialen Realitäten entspricht. Also: einteilen in Premium-, Erster-, Zweiter- und Holzklasse. Wobei die Masse die Kosten einspielt, die die exklusiven Nutzniesser nie aufbringen könnten/wollten. Trotzdem wird eine strikte Trennung eingefordert und bedient. So, wie man Golf und Fußball nicht gleichzeitig auf einem Rasen spielen kann.
Die Zukunft wird also Parallelnetze bieten, in denen man sich durch entsprechende Einstiegszahlungen separiert. Dem Premium-Professor werden dann die dreisten Kommentare von Langzeitarbeitslosen auf seinen niveauvollen Beitrag erspart bleiben. Und so wird es bald sein, ...wetten?
Keinen Fisch mehr zur Fastenzeit, sagen dieses Jahr viele Italiener. Stattdessen "fasten" sie, indem sie ihre Handys abstellen.
Super, dass es wieder IBM-Manager gibt, die das "Slow-E-Mail-Movement" propagieren. Der IBM Manager sagt dies allerdings nicht aus Verantwortung gegenüber seinen Untergebenen, sondern er meint damit, die Mitarbeiter sollten die E-Mails vor dem Frühstück und nach dem Abendessen bearbeiten.
Auf keinen Fall jedoch während der Arbeitszeit und schon gar nicht während der wichtigen "wann kommt wieviel Umsatz" - Calls.
Das eine Sache für gewisse Kreise "unschick" wird, wenn sie für jedermann zugänglich wird, ist doch nichts Neues. Allerdings hinkt der Vergleich mit Medien wie dem Fernsehen gewaltig. Denn im Gegensatz zum Internet haben die Nutzer bei den "klassischen" Medien keine Mitgestaltungsmöglichkeit. Damit löst das Internet jegliches Meinungs- und Wissensmonopol auf. Ich sehe eher dort den Grund gewisser Abspaltungen, inclusive dem üblichen elitären Gefasel.
Ich kann mich noch deutlich an das Gejubel zum Thema Internet erinnern. Da wurde permanent die Zukunft des "Informationszeitalters" beschworen. Wer da nicht mitmachte, der war nicht elitär.
Das Carl Icahn keine Emails mehr selber lesen muss ist durchaus möglich. Aber ist er deswegen wirklich vom Netz abgekoppelt? Ist es nicht eher so, dass er diese Lästigkeit nur eher von Anderen für sich erledigen lässt?
Im Übrigen kann man den Computer, das Mobiltelefon usw. auch einfach so abschalten, wenn man es gerade nicht nutzen möchte.. Ganz ohne darum gleich eine, bildungsbürgerliche Wichtigkeit zu inzenieren. Ein Buch klappe ich auch einfach zu wenn ich keine Lust zum Lesen mehr habe. Ich nehme es dann trotzdem später wieder in die Hand.
eine hippe Ware bei A*** angeboten wird, ist sie für mich persönlich uninteressant" (Äußerung eines meiner Freunde).
So isses (in manchen Kreisen).
eine hippe Ware bei A*** angeboten wird, ist sie für mich persönlich uninteressant" (Äußerung eines meiner Freunde).
So isses (in manchen Kreisen).
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