Arbeitsmarktpolitik "Kurzarbeit kann Entlassungen verhindern"
Das Konjunkturpaket erhält Jobs, sagt Arbeitsmarktforscher Joachim Möller. Dennoch könnten Ende des Jahres mehr als vier Millionen Deutsche arbeitslos sein. Ein Interview
Herr Möller, die Regierung wirbt derzeit massiv für Kurzarbeit. Seit Oktober sind schon Anträge für 1,5 Millionen Beschäftigte bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gestellt worden. Wird das so weitergehen?
Der richtige Boom der Kurzarbeit wird wohl erst noch kommen. Je bekannter das Instrument wird, desto mehr werden es in Anspruch nehmen. Wie viele es am Ende genau sein werden, können wir heute noch nicht abschätzen.
BA-Chef Frank-Jürgen Weise hat bereits gesagt, dass die Agenturen bei der Flut von Anträgen kaum noch mit der Prüfung hinterherkommen. Das öffnet dem Missbrauch doch Tür und Tor.
Es mag durchaus Fälle geben, wo das Kurzarbeitergeld missbräuchlich in Anspruch genommen wird. Es gibt aber keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass so etwas massenhaft passiert. Es ist ja auch so, dass Kurzarbeit teilweise noch ein Negativimage hat. Manch ein Unternehmer nimmt das Instrument daher nicht in Anspruch, weil er glaubt, dass es ein Indiz für wirtschaftliche Schwäche ist. Es gibt also auch Faktoren, die der Inanspruchnahme entgegenwirken. Aber sicher: Bei so einer großen Zahl von Anträgen kann man einen Missbrauch nicht vollkommen ausschließen.
Und die Arbeitsagentur nimmt das so hin?
Arbeitslosigkeit zu finanzieren wäre noch sehr viel teurer und zudem für die Betroffenen extrem belastend. In dieser Krisenzeit sollte man mit aller Macht versuchen, Arbeitslosigkeit zu verhindern. Denn die führt sonst zu noch mehr Verunsicherung und letztendlich zu einer Verschärfung der Krise. In der heutigen Situation wird man daher auch mit gewissen Mitnahmeeffekten leben müssen. Verglichen mit höherer Arbeitslosigkeit sind sie das kleinere Übel.
Wie lange wird Kurzarbeit noch wirken?
Kurzarbeit wird von kaum einem Unternehmen ganze 18 Monate lang genutzt. Nach sechs bis acht Monaten ist in der Regel Schluss. Das heißt, sollten die Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte Licht am Ende des Tunnels sehen, dann haben wir gute Chancen, dass wir mit der Kurzarbeit viele Entlassungen verhindern können. Sollte die Rezession aber bis ins nächste Jahr andauern – was derzeit niemand mit Sicherheit beantworten kann – ist das Instrument der Kurzarbeit ein stumpfes Schwert.
Während der Ölkrise Mitte der 70er Jahre stieg die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland innerhalb von zwei Jahren auf das Vierfache, und damit so stark wie nie seit 1945. Die Regierung sagt, dass wir uns derzeit in der schlimmsten Krise der Nachkriegszeit befinden. Was bedeutet das für den Arbeitsmarkt?
Bei dem Vergleich mit den 70er Jahren muss man beachten: Das Niveau der Arbeitslosigkeit war damals sehr viel niedriger. Die Arbeitslosigkeit hat sich zwar tatsächlich innerhalb von zwei Jahren von rund 250 000 auf gut eine Million vervierfacht. Das Bild sieht aber etwas anders aus, wenn man sich die absoluten Zahlen ansieht. Der damalige Anstieg von rund 800 000 liegt beispielsweise unter dem Rückgang der Arbeitslosigkeit in den vergangenen zwei Jahren. Wie unsere Einschätzung für das Jahr 2009 aussieht, werden wir gegen Ende der Woche sagen können.
- Datum 09.03.2009 - 12:48 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel 09.03.2009
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Nur gute Manager können dies verhindern. Sie müßten sich aber für die Mitarbeiter (gute Bezahlung und Weiterbildung) einsetzen. Dies wollen sie bzw. können Sie nicht. Auch muß der Staat die Arbeitslosen wirklich fördern und nicht den 100.000 Kursus für Staplerfahrer durchführen, wo die Wirtschaft nicht einen Staplerfahrer benötigt. Die Wirtschaft hat die Pflicht zu sagen, was Sie wirklich benötigt ( z.B. Einzelhandelskaufmann. 3 Jahre Ausbildung, Abitur Voraussetzung und dann nur Bananenkisten auspacken. Wofür??) und ist verpflichtet dann die Leute einzustellen ohne Altersbeschränkung.
...die richtigen Zahlen verwendet würden.
Wenn man alle ALG I, Harz IV-Empfänger und die, die in irgendwelchen Maßnahmen geparkt sind, rechnet sind wir längst bei 7,5 Mio Erwerbungslosen.
Also was soll der Schmu mit "Es könnten 4 Mio Arbeitslose werden"?
Dieses verlogene Spiel um die Arbeitslosenzahlen ärgert mich auch immer sehr massiv. Wobei auch die US-Zahlen erstunken und erlogen sind, weil da nur Menschen auftauchen, welche die max. 6 Monate Stütze bekommen und danach nie wieder in Erscheinung treten - höchstens in der Crimerate.
Insgesamt schon interessant, das es Anmeldungen für 1,5 Mio Kurzarbeiter gibt, die die nächsten ALG1 und ALG2 Empfänger sind (neben den schon jetzt stattfindenden realen Entlassungen und Insolvenzlern.
Dann wären wir nämlich nach meiner unmaßgeblichen Rechnung:
- ca. 1,5 Mio auf ALG1
- ca. 7 Mio auf ALG2
- ca. 1,5 Mio in Kurzarbeit
- ca. 1,9 Mio auf Sozialhilfe
----------------------------------
ca. 11,9 Mio ohne Arbeit = 29% bei ca. 40 Mio Erwerbsfähigen.
Da fehlen noch hunderttausende, die überhaupt keine Leistungen bekommen, aber trotzdem arbeitslos sind und die in Insolvenzen.
Das sind Zahlen - noch dazu im Wahljahr - da kann man nur über diese Globalisierungs- und neoliberalen Geister den Stab brechen, das es kracht.
Über andere ziemlich dummdreiste (und von der Autorin unwidersprochen hingenommene!) Aussagen des Herrn Experten vom Arbeitsamt, der dem weiteren Lohndumping und "Working poor" mit seinem angeblichen Hartz IV Erfolgsgeschwafel das Wort redet, braucht man wohl keine weiteren Worte verlieren. Schönsprech mit Sprachhülsen vom Feinsten.
Die ZEIT sollte es eigentlich besser wissen, als im Artikel vorgegeben wird.
Dieses verlogene Spiel um die Arbeitslosenzahlen ärgert mich auch immer sehr massiv. Wobei auch die US-Zahlen erstunken und erlogen sind, weil da nur Menschen auftauchen, welche die max. 6 Monate Stütze bekommen und danach nie wieder in Erscheinung treten - höchstens in der Crimerate.
Insgesamt schon interessant, das es Anmeldungen für 1,5 Mio Kurzarbeiter gibt, die die nächsten ALG1 und ALG2 Empfänger sind (neben den schon jetzt stattfindenden realen Entlassungen und Insolvenzlern.
Dann wären wir nämlich nach meiner unmaßgeblichen Rechnung:
- ca. 1,5 Mio auf ALG1
- ca. 7 Mio auf ALG2
- ca. 1,5 Mio in Kurzarbeit
- ca. 1,9 Mio auf Sozialhilfe
----------------------------------
ca. 11,9 Mio ohne Arbeit = 29% bei ca. 40 Mio Erwerbsfähigen.
Da fehlen noch hunderttausende, die überhaupt keine Leistungen bekommen, aber trotzdem arbeitslos sind und die in Insolvenzen.
Das sind Zahlen - noch dazu im Wahljahr - da kann man nur über diese Globalisierungs- und neoliberalen Geister den Stab brechen, das es kracht.
Über andere ziemlich dummdreiste (und von der Autorin unwidersprochen hingenommene!) Aussagen des Herrn Experten vom Arbeitsamt, der dem weiteren Lohndumping und "Working poor" mit seinem angeblichen Hartz IV Erfolgsgeschwafel das Wort redet, braucht man wohl keine weiteren Worte verlieren. Schönsprech mit Sprachhülsen vom Feinsten.
Die ZEIT sollte es eigentlich besser wissen, als im Artikel vorgegeben wird.
Nachdem nun über vier Jahre das Sozialgesetzbuch II sich in Kraft befindet, könnte auch das IAB der Bundesagentur für Arbeit sich befleißigen und dessen Charakter benennen: Jeder, unabhängig davon, ob ein Arbeitsvertrag vereinbart ist oder nicht, muss seine Lebenslage kohärent integrieren. Davon ausgenommen sind nur diejenigen, die dies nicht aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln erreichen. Gegenwärtig indessen gibt es nach wie vor massivste Interessen unter Arbeitnehmern mit Arbeitsvertrag, die Strenge dieser Ausnahme zu hintergehen und zu versuchen, sie zu verallgemeinern. Eine solche Rosinenpickerei hat ein Arbeitgeber augenblicklich zu sanktionieren, indem er den Arbeitnehmer aus dem Betrieb entfernt (§ 104 BetrVG). Bleibt diese Rosinenpickerei hingegen unsanktioniert, betreibt der Arbeitgeber in seinem Unternehmen ein expandierendes Regime schützender Hände über das Unternehmen vorsätzlich schädigenden Handlungen. Mithin ist es somit gleichsam höchste Eisenbahn, dass Unternehmen ihre alltägliche Praxis endlich ändern und sich nicht mehr mutwillig auf Abwege begeben.
Dieses verlogene Spiel um die Arbeitslosenzahlen ärgert mich auch immer sehr massiv. Wobei auch die US-Zahlen erstunken und erlogen sind, weil da nur Menschen auftauchen, welche die max. 6 Monate Stütze bekommen und danach nie wieder in Erscheinung treten - höchstens in der Crimerate.
Insgesamt schon interessant, das es Anmeldungen für 1,5 Mio Kurzarbeiter gibt, die die nächsten ALG1 und ALG2 Empfänger sind (neben den schon jetzt stattfindenden realen Entlassungen und Insolvenzlern.
Dann wären wir nämlich nach meiner unmaßgeblichen Rechnung:
- ca. 1,5 Mio auf ALG1
- ca. 7 Mio auf ALG2
- ca. 1,5 Mio in Kurzarbeit
- ca. 1,9 Mio auf Sozialhilfe
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ca. 11,9 Mio ohne Arbeit = 29% bei ca. 40 Mio Erwerbsfähigen.
Da fehlen noch hunderttausende, die überhaupt keine Leistungen bekommen, aber trotzdem arbeitslos sind und die in Insolvenzen.
Das sind Zahlen - noch dazu im Wahljahr - da kann man nur über diese Globalisierungs- und neoliberalen Geister den Stab brechen, das es kracht.
Über andere ziemlich dummdreiste (und von der Autorin unwidersprochen hingenommene!) Aussagen des Herrn Experten vom Arbeitsamt, der dem weiteren Lohndumping und "Working poor" mit seinem angeblichen Hartz IV Erfolgsgeschwafel das Wort redet, braucht man wohl keine weiteren Worte verlieren. Schönsprech mit Sprachhülsen vom Feinsten.
Die ZEIT sollte es eigentlich besser wissen, als im Artikel vorgegeben wird.
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