Start des Kepler-Teleskops Das Leben kann kommen

Heute Nacht soll das Nasa-Teleskop "Kepler" ins All starten. Damit beginnt die groß angelegte Suche nach erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems

Das Kepler-Teleskop an Bord der Weltraumsonde soll in der Milchstraße mehr als 100.000 Sterne nach Planeten absuchen

Eigentlich sollte das Mega-Teleskop "Kepler", das heute Nacht um 4.49 Uhr unserer Zeit von der US-Weltraumbehörde Nasa ins All geschossen wird, die ersten Planeten außerhalb des Sonnensystems entdecken, die unserer heimischen Erde ähnlich sind. Doch dieser Fund blieb den Amerikanern nicht vorbehalten.

Diesmal waren die Europäer schneller: Nach der Auswertung von Bildern, die der europäische Beobachtungssatellit Corot aufgenommen hatte, konnten Thüringer Forscher bereits im Februar 2009 die Entdeckung des ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems verkünden, der nicht nur aus heißem Gas besteht. Zwar wurden bereits mehr als 330 Exoplaneten entdeckt – doch noch nie war einer dabei, der aus festem Gestein besteht und deshalb theoretisch Raum für Bewohner bieten könnte.

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Überflüssig wird das 550 Millionen Dollar (435 Millionen Euro) teure Großprojekt der Nasa mit der Entdeckung des Planeten Corot-Exo-7b aber nicht. Im Gegenteil: Der erste ferne Planet aus fester Materie nährt die Hoffnung der Astronomen, bald tatsächlich auf weitere Exoplaneten zu stoßen, auf denen es wie auf der Erde Leben geben oder zumindest einmal gegeben haben könnte.

Das Kepler-Teleskop soll mit einer Delta-II-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abheben, um in den nächsten Jahren mehr als 100.000 Sterne innerhalb unserer Milchstraße nach sie umkreisenden Planeten abzusuchen. Benannt wurde das Teleskop nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler , der im 17. Jahrhundert die Gesetze der Planetenbewegungen entdeckte.

Wichtigster Teil der Sonde ist eine 95-Megapixel-Digitalkamera, die in eine Region der Sternbilder Leier und Schwan blicken wird. Allerdings ist es nicht ganz einfach, Exoplaneten aufzuspüren – denn das Licht ihren Zentralgestirns überstrahlt die im Verhältnis dazu eher kleinen Planeten so stark, dass sie auch mit dem hochauflösendsten Teleskop nicht direkt zu erkennen sind.

Die meisten Exoplaneten wurden nur deshalb entdeckt, weil ihre Schwerkraft ihr Zentralgestirn beeinflusst. Diese Veränderung lässt sich von der Erde aus messen. Andere verrieten sich, während sie an ihrer Sonne vorbeizogen: Verläuft die Umlaufbahn eines Exoplaneten genau zwischen seiner Sonne und der Erde, wirft er einen winzigen Schatten. Dadurch fällt geringfügig weniger Licht auf die Erde – und das können hochpräzise Teleskope wie Kepler erfassen.

"Das Teleskop ist ein Meilenstein bei der Frage, welche Planetentypen um andere Sterne kreisen", sagte die "Exoplanet-Jägerin" Debra Fischer von der San Francisco State University. Auch die Nasa hofft auf den Erfolg der Mission: Wenn sich herausstellen sollte, dass die meisten Sterne von "Erden" umkreist werden, sei dies ein ermutigender Hinweis, dass es Leben auch außerhalb unseres Sonnensystems in "anderen Welten" geben könnte.

 
Leser-Kommentare
  1. Was ist genau der Unterschied zwischen Kepler und dem alten Hubble Teleskop?

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