Klatten-Prozess Ein Gigolo bedauert zutiefst

In einem Blitz-Verfahren wird der Klatten-Erpresser zu sechs Jahren Haft verurteilt. Wo der Großteil seines Beutegeldes ist, bleibt unklar.

Da steht er, der Meister-Gigolo: Helg Sgarbi, der die Milliardärin und BWM-Großaktionärin Susanne Klatten und drei weitere Frauen mit Märchen und Sexvideos um viele Millionen erleichterte. Er steht vor seinen Richtern im Schwurgerichtssaal des Münchner Landgerichts. Eine verhärmte Gestalt mit gesenkten Mundwinkeln. In seinem dunkelblauen Anzug wirkt er eher wie ein mittlerer Bankangestellter, nicht wie ein skrupelloser Frauenflüsterer.

Sgarbi presst eine Entschuldigung ins Mikrofon. "Ich bedaure das Vorgefallene zutiefst", sagt der 44-jährige gebürtige Züricher. Vor dem Gericht und der Öffentlichkeit wolle er sich bei den "geschädigten Damen" entschuldigen – für alles, was vorgefallen sei. Zuvor hatte sein Verteidiger Egon Geis dem Gericht gesagt, sein Mandant gebe die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft "im Kern" zu. In den Monaten seit seiner Festnahme am 14. Januar 2008 hatte Sgarbi sowohl zu seiner Person wie zu den ihm vorgeworfenen Verbrechen eisern geschwiegen.

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Das Geständnis gab dem Münchner Sensationsprozess eine überraschende Wendung. Quasi im Eilverfahren zog die 8. Strafkammer unter dem Vorsitzenden Richter Gilbert Wolf eine kurze Beweisaufnahme durch. Nach der Mittagspause kam das Urteil: sechs Jahre Haft wegen gewerbsmäßigen Betrugs und versuchter gewerbsmäßiger Erpressung. Der Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch hatte neun Jahre Freiheitsentzug gefordert, der Verteidiger Geis auf eine deutlich mildere Strafe "um fünf Jahre herum" plädiert.

Das Medieninteresse an dem Fall Sgarbi/Klatten war riesig. Er hat alles, was ein Sensationsprozess haben muss: einen skrupellosen Herzensbrecher, der steinreiche Frauen verführt, heimlich gefilmte Schäferstündchen in Luxushotels, Geldübergaben auf düsteren Parkdecks und einen italienischen Sektenführer. Dieser soll, wenn man es glauben will, Sgarbi die Untaten befohlen haben, um vermögende Frauen vom Fluch des Geldes zu befreien.

Mehr als 100 Journalisten aus ganz Europa drängten in den Gerichtssaal. Fast fünf Minuten lang musste Sgarbi das Blitzlichtgewitter ertragen. Dass der Prozess dann so schnell über die Bühne ging, brachte die Journalisten allerdings um ein besonders Schlagzeilen trächtiges Ereignis: den persönlichen Auftritt von Susanne Klatten.

Der Staatsanwalt Steinkraus-Koch hatte keinen Zweifel daran, dass Helg Sgarbi ein gewerbsmäßige Betrüger und Erpresser sei, ein vorbestrafter Wiederholungstäter. Sgarbi hatte sich im Juli 2007 in einem Innsbrucker Wellness-Hotel gezielt an Klatten herangemacht und sich dabei als Sonderberater der Schweizer Regierung ausgegeben. Nachdem sich die Milliardärin zunächst geziert hatte, trafen sie sich am 20. August 2007 in einem Münchner Hotel. Dort entstanden die intimen Videoaufzeichnungen.

Leser-Kommentare
  1. waehrend der Herr nun sitzt, sind zumindest ein Teil der Millionen noch frei, undenkbar, dass ER nicht irgendwo irgendwas im DEPOT oder sonstwo gebunkert hat, wollen wir hoffen, dass nach der Haftentlassung entsprechend ueberwacht wird, das Geld hierzu hat Mme.Klatten.

    Unglaublich wie man 7 Millionen in bar zahlen kann, unglaublich , dass dies ueberhaupt moeglich ist, ein Umzugskarton voller 500 EURO Scheine,
    die muessen bestellt, verladen, abgeholt, entladen und umgeladen werden ohne dass irgendwer "Wind" davon bekommt. Eine Frau deren I.Q. und deren Handslungsfaehigkeit ich sehr hoch einschaetze bringt sowas, na ja.
    was haben sich aber unsere "sauberen" Banker eigentlich bei diese Summe in BAR gedacht ? Die Herrschaften haetten doch unter Umstaenden mit diese Riesenbarauszahlung " Beihilfe zur Steuerhinterziehung " leisten koennen, oder ?

    Ob Regierung, Banken oder auch Wirtschaft , wir werden taeglich mit Fakten konfrontiert die man nur mit ABSOLUTER HIRNLOSIGKEIT kommentieren kann, was ist aus unserem Land geworden ?!

  2. waehrend der Herr nun sitzt, sind zumindest ein Teil der Millionen noch frei, undenkbar, dass ER nicht irgendwo irgendwas im DEPOT oder sonstwo gebunkert hat, wollen wir hoffen, dass nach der Haftentlassung entsprechend ueberwacht wird, das Geld hierzu hat Mme.Klatten.

    Unglaublich wie man 7 Millionen in bar zahlen kann, unglaublich , dass dies ueberhaupt moeglich ist, ein Umzugskarton voller 500 EURO Scheine,
    die muessen bestellt, verladen, abgeholt, entladen und umgeladen werden ohne dass irgendwer "Wind" davon bekommt. Eine Frau deren I.Q. und deren Handslungsfaehigkeit ich sehr hoch einschaetze bringt sowas, na ja.
    was haben sich aber unsere "sauberen" Banker eigentlich bei diese Summe in BAR gedacht ? Die Herrschaften haetten doch unter Umstaenden mit diese Riesenbarauszahlung " Beihilfe zur Steuerhinterziehung " leisten koennen, oder ?

    Ob Regierung, Banken oder auch Wirtschaft , wir werden taeglich mit Fakten konfrontiert die man nur mit ABSOLUTER HIRNLOSIGKEIT kommentieren kann, was ist aus unserem Land geworden ?!

  3. Ich empfinde 6 Jahre Knast als eine viel zu harte Strafe.

    Im Grunde hat er Frauen reingelegt und damit gedroht, die Sexvideos zu veröffentlichen.

    Wenn man das mit Delikten im Bereich der Körperverletzungen vergleicht, bei denen die Strafen meistens weit geringer ausfallen, dann ist das Strafmaß hier übertrieben.

    Es zeigt sich, dass dem Vermögen mehr Gewicht gegeben wird als der menschlichen Gesundheit.

    Ich würde den Typen nicht länger als 2-3 Jahre für seine Taten einsperren. Was er getan hat ist zwar unmoralisch, läuft aber in kleiner Dimension in Deutschland wohl täglich 1000 mal ab.

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    Eine totgefahrene Schiläuferin kostet 5.000 Schmerzensgeld; ein paar Mio. Euro kosten 6 Jahre Knast; 1,30 Euro kosten den Job; ein Richter kostet....

    Eine totgefahrene Schiläuferin kostet 5.000 Schmerzensgeld; ein paar Mio. Euro kosten 6 Jahre Knast; 1,30 Euro kosten den Job; ein Richter kostet....

    • Herr-M
    • 09.03.2009 um 18:27 Uhr

    Gewerbsmäßiger Betrug (undurchsichtige Zertifikate), Erpressung (des Staates/Steuerzahlers), Wiederholungstäter. Tja, Bankmanager müsste man sein, Herr Scarbi.
    Obwohl – die sind halt nicht vorbestraft, weil unser Staat diesen Betrug ja großzügig erlaubte. Waren halt schöne bunte Folder statt Schmuddelvideos ;-)

  4. 5. Betrug

    Kann man eigentlich von einem Betrugsschaden sprechen, wenn das - allerdings über den Grund des Geldbedürfnisses des Empfängers getäuschte - Opfer eine Millionensumme zahlt, die, folgt man der Presseberichterstattung, nicht als Darlehen, sondern als Schenkung floß?
    Daß die Zahlung ihren eigentlichen Zweck verfehlte, der darin lag, dem Geliebten zu helfen und ihn zu halten, ist doch kein Vermögens-, sondern ein emotionaler Schaden.
    Überhaupt: als Aktionärin wird sie ein Vielfaches dieser Summe verloren haben. Aber, da stimme ich dem Kommentar Nr. 4 zu, das spielt in einer anderen Liga.

  5. 6. #1

    "Die Herrschaften hätten doch unter Umständen mit diese Riesenbarauszahlung " Beihilfe zur Steuerhinterziehung " leisten können, oder?"

    Sie glauben doch nicht ernsthaft (und das hat keinesfalls was mit Neid zu tun, das man man ja in diesem Land gleich immer mit hinzufügen), das für solche Leute, für die ne Million weniger ist, als wenn Sie nen Tausender auf Ihrer Kreissparkasse abheben, die gleichen Gesetze oder Vorschriften gelten wie für Erika Mustermann?

    Dafür hats eine Privatbank (deren Namen haben Sie noch nicht einmal in Ihrem Leben gehört), die einem Tag und Nacht, wenn es sein muss 00.38 Uhr, mit offener Tresortür und solchen „Bagatellbeträgen“ zur Verfügung steht.

    Das ist, auch wenns Manchen heftig schmerzen mag, für Menschen wie vom Schlage Klatten & Co einfach nur PlayMoney.
    Geschätztes Privatvermögen von Frau Klatten 10 Mrd. EUR.
    Wohlgemerkt geschätzt.

    Da bleiben also nach Abzug von 7 Mio. immer noch 9.993.000.000 Eus.
    Also ungefähr die gleiche Veränderung beim Kontostand, wie wenn bei mir Stromrechnung abgeht.
    Falls ich mich vertan habe bei der Berechnung, ich bin solche Summen auch nicht gewohnt, also bitte Nachsehen.

  6. Gleich nach Abschluß der Arbeiten an "Klartext" im Auftrage von Hr.Clement
    (übrigens eine Routinearbeit ohne Reiz) ist es mir gelungen, den Zuschlag zum Schreiben der Aufzeichnungen Helg Sgarbis aus dem Wellness-Hotel zu ergattern. 10 Mio € waren mir da die Sache wert (Übrigens: mit Bildern!!!) Da müssen jetzt die anderen Projekte für Torsten Schäfer-Gümbel (Aktenzeichen Y gelöst!) und Hrn. zu Guttenberg (Der Mann, der nach Opa kam...) noch etwas warten. Gleich heute abend geht's los! Nur soviel sei noch verraten: es wird ein Bestseller! ...und vielleicht noch den Arbeitstitel "Der Quandtensprung"!
    So, alles andere dann ab Montag in BILD.

    • kw-muc
    • 09.03.2009 um 23:22 Uhr

    9.000.000.- Euro kassiert und dafür 6 Jahre x 365 Tage ergibt einen Verdienst von EUR 4.109,59 pro Tag für Herrn Scarbi.

    Wer verdient pro Monat netto mehr als Herr Scarbi pro Tag im Knast ?

    Und wenn er herauskommt aus dem Knast, kann Scarbi seine Memoiren als Felix-Krull II. veröffentlichen und noch mehr Geld damit machen.

    6 Jahre genug ?

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    ...es ist nur Geld, kw-muc, nur Geld. Und es "traf" keine Arme. Und es wurde ihr nicht entrissen, nicht physisch jedenfalls, soweit wir erfahren durften.

    Aber nicht doch. Unsere Weicheier-Justiz erlaubt H. Scarbi groesszuegig, schon nach 3 Jahren rauszukommen. Die sitzt jeder auf einer Backe ab. Danach dann die Millionen geniessen. Ein besseres Geschaeft gibt's nicht.

    ...es ist nur Geld, kw-muc, nur Geld. Und es "traf" keine Arme. Und es wurde ihr nicht entrissen, nicht physisch jedenfalls, soweit wir erfahren durften.

    Aber nicht doch. Unsere Weicheier-Justiz erlaubt H. Scarbi groesszuegig, schon nach 3 Jahren rauszukommen. Die sitzt jeder auf einer Backe ab. Danach dann die Millionen geniessen. Ein besseres Geschaeft gibt's nicht.

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