Spitzentreffen Koalition schafft das Allernötigste

Union und SPD haben die Regeln für Managergehälter verschärft, weitere Beschlüsse aber vertagt. Es waren offenbar die härtesten Verhandlungen seit Jahren

In einem etwa siebenstündigen Spitzengespräch im Kanzleramt hat sich die Große Koalition nach den Worten des Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe der Unionsfraktion, Peter Ramsauer, "nur auf das Allernötigste" geeinigt. Union und SPD unterstrichen, sie wollten ihre Vorstellungen in anderen Regierungskonstellationen nach der Bundestagswahl im September durchsetzen.

Eines der bereits vorher absehbaren Ergebnisse war die Verständigung auf schärfere gesetzliche Auflagen für Spitzenverdiener in der Wirtschaft. Manager sollen ihre Aktienoptionen künftig frühestens nach vier statt bisher nach zwei Jahren einlösen können.

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Vorgesehen ist zudem, dass der gesamte Aufsichtsrat und nicht nur ein kleiner Ausschuss über die Gehaltshöhe entscheidet. Die Aufsichtsräte sollen verpflichtet sein, je nach wirtschaftlicher Lage des Unternehmens Vorstandsvergütungen auch zu kürzen.

Geschieht dies nicht, werden sie dafür haftbar gemacht. Auch die Vorschriften für den Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat will die Koalition verschärfen. Die entsprechenden gesetzlichen Änderungen des Aktien- und Handelsrechts sollen möglichst Mitte des Jahres in Kraft treten.

Während der Sitzung gab es kaum Bewegung: Die Teileinigung für schärfere Regeln für die Bezüge von Spitzenverdienern hatten bereits vorher die Fraktionen ausgehandelt. "Das waren mit die zähesten und härtesten Verhandlungen, die wir in diesen dreieinhalb Jahren der großen Koalition im Koalitionsausschuss geführt haben", sagte Ramsauer.

Leser-Kommentare
  1. Seit knapp einem Jahr habe ich das Gefühl, dass die Regierung sich selbst zur Untätigkeit verdammt hat. Alle scheinen sich gegenseitig zu blockieren und man wird das Gefühl nicht los, dass unseren lieben Volksvertretern es wichtiger ist vor den Wahlen keine gemeinsamen Erfolge mehr zu verzeichen aus Angst man könne es den anderen anrechnen. Warum beginnt so ein politisches Kalkül dermaßen lange vor der Wahl wo agieren sie bitte damit im Interesse des Volkes? Mir scheint sie interagieren nur, wenn es um das aller Äußerste geht. Allerdings scheint nicht einmal innerparteilich in letzter Zeit Frieden zu herrschen scheint. Die SPD scheint sich gegenseitig zu zerfleischen und eine charismatische Persönlichkeit an der Spitze wie Herr Schmidt ist noch lange nicht Sicht.
    Ich bin sehr gespannt sollte es eine Wahlschlappe für die SPD gibt, ob sie ihr Versprechen halten nicht mit den Linken zu koalieren.

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    Die koennen nicht anders, es handelt sich anscheinend um eine (Beamten-?) Kaste, in der man sich jahrelang irgendwie hochdienen muss mit Klientelbedienung, Intrigen, Machtspielchen. Da werden Rituale geuebt, bis man nachts im Schlaf auf den politischen Gegner zeigt, wenn man von irgendeinem Unglueck traeumt.
    Bloss weil wir uns angeblich in einer der groessten Krisen seit x Jahrzehnten befinden, muss man doch daran nichts aendern, oder hat jemand gesagt, die Hoehe der Diaeten sei in Gefahr?
    Noch zwei Anmerkungen:
    1. kommt es mir vor, als aeussere sich auch jeder CDU-Grande zu jedem Thema, ohne dass da etwas zusammenpasst oder gar noch mit einer Kanzlermeinung (so man die kennt)
    2. wird es von der SPD nach der Bundestagswahl keine Koalitionsaussagen geben, das ist in der Opposition nicht ueblich

    Das Bedürfnis nach Führung und konsequentem Regierungshandeln ist offenbar groß.
    Ich bin allerdings oft auch froh, dass die Regierungen nicht mehr als das allernötigste machen und sich bei weitergehenden Maßnahmen stattdessen blockieren.
    Man erinnere sich nur z.B. an das CDU Wahlprogramm von 2005:
    "Wir entschlacken die Vorschriften zum Kreditwesengesetz und führen die bestehende Überregulierung bei der Bankenaufsicht auf das notwendige Maß zurück. Wir schaffen international attraktive Bedingungen für Wagniskapital, um die Gründung von innovativen Unternehmen zu fördern. Wer wagt, der gewinnt."
    Wo wären wir Heute, wenn die CDU mit der FDP konsequent durchregiert hätte?

    > Weil man sich über weiter gehende Änderungen nicht verständigen konnte, setzte die Koalition eine Arbeitsgruppe ein. <

    Wenn man nicht mehr weiterweis gründet man 'nen Arbeitskreis.

    Man kann natürlich auch die Bibel zitieren: "Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun."

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Die koennen nicht anders, es handelt sich anscheinend um eine (Beamten-?) Kaste, in der man sich jahrelang irgendwie hochdienen muss mit Klientelbedienung, Intrigen, Machtspielchen. Da werden Rituale geuebt, bis man nachts im Schlaf auf den politischen Gegner zeigt, wenn man von irgendeinem Unglueck traeumt.
    Bloss weil wir uns angeblich in einer der groessten Krisen seit x Jahrzehnten befinden, muss man doch daran nichts aendern, oder hat jemand gesagt, die Hoehe der Diaeten sei in Gefahr?
    Noch zwei Anmerkungen:
    1. kommt es mir vor, als aeussere sich auch jeder CDU-Grande zu jedem Thema, ohne dass da etwas zusammenpasst oder gar noch mit einer Kanzlermeinung (so man die kennt)
    2. wird es von der SPD nach der Bundestagswahl keine Koalitionsaussagen geben, das ist in der Opposition nicht ueblich

    Das Bedürfnis nach Führung und konsequentem Regierungshandeln ist offenbar groß.
    Ich bin allerdings oft auch froh, dass die Regierungen nicht mehr als das allernötigste machen und sich bei weitergehenden Maßnahmen stattdessen blockieren.
    Man erinnere sich nur z.B. an das CDU Wahlprogramm von 2005:
    "Wir entschlacken die Vorschriften zum Kreditwesengesetz und führen die bestehende Überregulierung bei der Bankenaufsicht auf das notwendige Maß zurück. Wir schaffen international attraktive Bedingungen für Wagniskapital, um die Gründung von innovativen Unternehmen zu fördern. Wer wagt, der gewinnt."
    Wo wären wir Heute, wenn die CDU mit der FDP konsequent durchregiert hätte?

    > Weil man sich über weiter gehende Änderungen nicht verständigen konnte, setzte die Koalition eine Arbeitsgruppe ein. <

    Wenn man nicht mehr weiterweis gründet man 'nen Arbeitskreis.

    Man kann natürlich auch die Bibel zitieren: "Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun."

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  2. Die koennen nicht anders, es handelt sich anscheinend um eine (Beamten-?) Kaste, in der man sich jahrelang irgendwie hochdienen muss mit Klientelbedienung, Intrigen, Machtspielchen. Da werden Rituale geuebt, bis man nachts im Schlaf auf den politischen Gegner zeigt, wenn man von irgendeinem Unglueck traeumt.
    Bloss weil wir uns angeblich in einer der groessten Krisen seit x Jahrzehnten befinden, muss man doch daran nichts aendern, oder hat jemand gesagt, die Hoehe der Diaeten sei in Gefahr?
    Noch zwei Anmerkungen:
    1. kommt es mir vor, als aeussere sich auch jeder CDU-Grande zu jedem Thema, ohne dass da etwas zusammenpasst oder gar noch mit einer Kanzlermeinung (so man die kennt)
    2. wird es von der SPD nach der Bundestagswahl keine Koalitionsaussagen geben, das ist in der Opposition nicht ueblich

  3. Das Bedürfnis nach Führung und konsequentem Regierungshandeln ist offenbar groß.
    Ich bin allerdings oft auch froh, dass die Regierungen nicht mehr als das allernötigste machen und sich bei weitergehenden Maßnahmen stattdessen blockieren.
    Man erinnere sich nur z.B. an das CDU Wahlprogramm von 2005:
    "Wir entschlacken die Vorschriften zum Kreditwesengesetz und führen die bestehende Überregulierung bei der Bankenaufsicht auf das notwendige Maß zurück. Wir schaffen international attraktive Bedingungen für Wagniskapital, um die Gründung von innovativen Unternehmen zu fördern. Wer wagt, der gewinnt."
    Wo wären wir Heute, wenn die CDU mit der FDP konsequent durchregiert hätte?

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    • JosefW
    • 05.03.2009 um 10:07 Uhr

    Man erinnere sich nur z.B. an das CDU Wahlprogramm von 2005:
    "Wir entschlacken die Vorschriften zum Kreditwesengesetz und führen die bestehende Überregulierung bei der Bankenaufsicht auf das notwendige Maß zurück. Wir schaffen international attraktive Bedingungen für Wagniskapital, um die Gründung von innovativen Unternehmen zu fördern. Wer wagt, der gewinnt."
    Das ist die Anleitung zur Berbeiführung zur Finanzkrise. Von der FDP abgeschrieben um "Wirtschaftskompetenz" zu zeigen. Und jetzt sagt die FDP das habe man nicht so gewollt und alle haben wieder alles falsch verstanden und bekommen dafür Wählerstimmen.
    Wo ist der Unterschied zwischen Politikern, die sich ständig mit dem Wind drehen (Populismus!) und den Wählern die ihnen das auch noch abnehmen? Und wo wären wir heute, wenn wir dem Blödsinn Einhalt geboten hätten?

    • JosefW
    • 05.03.2009 um 10:07 Uhr

    Man erinnere sich nur z.B. an das CDU Wahlprogramm von 2005:
    "Wir entschlacken die Vorschriften zum Kreditwesengesetz und führen die bestehende Überregulierung bei der Bankenaufsicht auf das notwendige Maß zurück. Wir schaffen international attraktive Bedingungen für Wagniskapital, um die Gründung von innovativen Unternehmen zu fördern. Wer wagt, der gewinnt."
    Das ist die Anleitung zur Berbeiführung zur Finanzkrise. Von der FDP abgeschrieben um "Wirtschaftskompetenz" zu zeigen. Und jetzt sagt die FDP das habe man nicht so gewollt und alle haben wieder alles falsch verstanden und bekommen dafür Wählerstimmen.
    Wo ist der Unterschied zwischen Politikern, die sich ständig mit dem Wind drehen (Populismus!) und den Wählern die ihnen das auch noch abnehmen? Und wo wären wir heute, wenn wir dem Blödsinn Einhalt geboten hätten?

  4. Es wäre schön zu sehen, dass die selbe Begeisterung, mit der in der deutschen Politik über Geld und Einkommen anderer Leute entschieden wird, auch einmal über die diversen Einkünfte - und Nebeneinkünfte - der divseren Volkstribunen selbst debattiert wird. Nicht zuletzt deshalb, weil es sich bei derartigen Diskussionen meist um die Frage dreht, inwiefern man das Einkommen anderer möglichst effektiv verringern kann. De facto ist es jedoch so, dass die deutschen Politiker den alten Arbeitnehmertraum wahr gemacht haben: über das eigene Gehalt selbst zu bestimmen, ohne dem Arbeitgeber irgend eine Art von Mitsprache- oder Informationsrecht einzuräumen.

    Dass Böcke nicht immer die besten Gärtner abgeben ist eigentlich weithin bekannt, dennoch fällt auf, dass derlei Fragen selten bis nie thematisiert werden. Der öffentliche Diskurs - wenn man denn diese Melange aus Panik, Geschrei und Weltuntergangsoptimismus so bezeichnen will - spielt sich eher auf populistisch verwertbaren Nebenkriegsschauplätzen ab, wo die Gefahr, greifbare Ergebnisse zu erzielen, eher gering ist, von der Frage, nach dem Sinn des Ganzen ohnehin einmal abgesehen.

    Andererseits muss man realistisch bleiben, und anerkennen, dass die deutsche Öffentlichkeit letztlich nur das bekommt, was ihr auch zusteht. Wer sich selbst jeglichen Gestaltungsspielraum widerstandslos aus der Hand nehmen lässt, und kritiklos jeden Mist, dem man ihm vorsetzt schluckt, darf sich nicht wundern, dass er nicht ernst genommen wird. Wie heisst es doch so schön: man sollte nicht so tief sinken, den Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken. Beim deutschen Wähler hat man den Eindruck, dass er sich stattdessen noch einen tiefen Schluck gönnt, und nicht mal fragt, was er da eigentlich in sich hineinschüttet.

    Unternehmen, in denen derartige Verhältnisse üblich sind, landen früher oder später beim Insolvenzverwalter, im Falle des deutschen Staates bleibt abzuwarten, was geschieht. Aber solange niemand eine Mauer ums gelobte Land bauen will.....

  5. > Weil man sich über weiter gehende Änderungen nicht verständigen konnte, setzte die Koalition eine Arbeitsgruppe ein. <

    Wenn man nicht mehr weiterweis gründet man 'nen Arbeitskreis.

    Man kann natürlich auch die Bibel zitieren: "Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun."

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  6. Ein Hohn! Willkommen in der DDR! Diese Krise ist staatsgeschaffen, verkauft wird sie uns aber als Krise des Kapitalismus! Und die Presse hat nichts besseres zu tun, als die ewigen Lügenmärchen der Politik zu stützen!
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

    Wozu braucht es eigentlich noch eine Pressefreiheit? Genutzt wird sie doch ohnehin nicht?

    Die Presse schweigt, vertuscht des ein oder anderen Interviews wegen. Man könnte ja in Ungnade fallen.

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    Es war doch bestimmt wieder der Lafontaine, der die Lehmann Bank kaputt gemacht hat!

    Es war doch bestimmt wieder der Lafontaine, der die Lehmann Bank kaputt gemacht hat!

    • JosefW
    • 05.03.2009 um 10:07 Uhr

    Man erinnere sich nur z.B. an das CDU Wahlprogramm von 2005:
    "Wir entschlacken die Vorschriften zum Kreditwesengesetz und führen die bestehende Überregulierung bei der Bankenaufsicht auf das notwendige Maß zurück. Wir schaffen international attraktive Bedingungen für Wagniskapital, um die Gründung von innovativen Unternehmen zu fördern. Wer wagt, der gewinnt."
    Das ist die Anleitung zur Berbeiführung zur Finanzkrise. Von der FDP abgeschrieben um "Wirtschaftskompetenz" zu zeigen. Und jetzt sagt die FDP das habe man nicht so gewollt und alle haben wieder alles falsch verstanden und bekommen dafür Wählerstimmen.
    Wo ist der Unterschied zwischen Politikern, die sich ständig mit dem Wind drehen (Populismus!) und den Wählern die ihnen das auch noch abnehmen? Und wo wären wir heute, wenn wir dem Blödsinn Einhalt geboten hätten?

  7. 8. Genau!

    Es war doch bestimmt wieder der Lafontaine, der die Lehmann Bank kaputt gemacht hat!

    Antwort auf "Das "Allernötigste""

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