Lafontaine Legenden eines Amtsflüchters
Vor zehn Jahren trat Oskar Lafontaine als Finanzminister und SPD-Chef zurück. Es war das Eingeständnis seines Scheiterns, verwunden hat er dies bis heute nicht
Der Brief, der Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem verschlossenen Umschlag überreicht wurde, bestand nur aus einem einzigen Satz. Doch der löste am 11. März 1999 ein politisches Erdbeben aus und stürzte die rot-grüne Bundesregierung fünf Monaten nach ihrem Antritt ins Chaos. "Hiermit trete ich von meinem Amt als Bundesminister der Finanzen zurück“, schrieb Oskar Lafontaine, erklärte gleichzeitig seinen Rücktritt vom SPD-Vorsitz und legte sein Bundestagsmandat nieder.
Zehn Jahre ist dies her. Bis auf Lafontaine sind alle Protagonisten jener rot-grünen Anfangsjahre abgetreten. Joschka Fischer ist Privatier, Gerhard Schröder Lobbyist. Nur der ehemalige SPD-Vorsitzende kämpft an der Spitze der Linkspartei für seine politische Rehabilitierung. Zu dem unrühmlichen Jubiläum allerdings kommt ihm kein Wort über die Lippen. Verwunden, so scheint es, hat Lafontaine seinen selbst verursachten Absturz jedoch nie. Beständig arbeitet er sich an seinen einstigen Widersachern in der SPD ab, als müsse er es mindestens denen noch einmal richtig zeigen.
Angesichts der Wirtschaftskrise wähnt sich Lafontaine sogar wieder oben auf. Voller Genugtuung zitiert er in diesen Tagen aus alten Reden und Interviews. Hatte der selbsternannte Weltökonom nicht schon vor zehn Jahren vor hochspekulativen Hedgefonds, vor einem Kasino-Kapitalismus und dem Zusammenbruch des Weltfinanzsystems gewarnt? War er dafür nicht von vielen Politikern, Managern und Journalisten verspottet worden?
Doch die alten Zitate taugen weder als Erklärung noch als nachträgliche Rechtfertigung für den Rücktritt. Kein Wort findet sich schließlich davon in der äußerst vagen Stellungnahme, mit der er drei Tage später seinen Rücktritt vor einer Kamera des Saarländischen Rundfunks begründete. Da sprach er lediglich von "schlechtem Mannschaftsspiel“ und von "Fehlern, die gemacht wurden“. Der lange Atem, die damals nötigen Veränderungen auf internationalem Parkett durchzusetzen, hatte dem Finanzminister offensichtlich gefehlt. Mitstreiter hätte es gegeben, etwa den sozialistischen französischen Finanzminister Lionel Jospin.
Lafontaines Erfolge mit der Linkspartei können nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sich im März 1999 aus der politischen Verantwortung stahl. Die Wähler haben es nicht vergessen. Sie loben den heutigen Protestpolitiker dafür, dass er den Finger in die Wunden der aktuellen Politik legt. Politische Kompetenz schreiben sie ihm keine zu.
Das hat viel mit den Ereignissen vor zehn Jahren zu tun. Tief ins kollektive Gedächtnis der Deutschen hat sich jenes Bild eingebrannt, das Lafontaine zwei Tage nach dem Rücktritt mit seinem Sohn Carl-Maurice auf den Schultern daheim in Saarbrücken auf der Terrasse zeigt. Es war nicht zu übersehen: Aus einem der mächtigsten deutschen Politiker war über Nacht eine tragische Gestalt geworden.
Dass ein Minister aus dem Amt ins "Privatleben“ flieht, ohne Vorwarnung und zunächst ohne jede Begründung, so etwas hatte es in der bundesdeutschen Geschichte noch nicht gegeben. Die Genossen waren entsetzt, "wie ein dreckiges Hemd“ habe Lafontaine den Parteivorsitz weggeworfen, klagte der SPD-Altvordere Hans-Jochen Vogel.
- Datum 26.04.2009 - 11:57 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 131
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





man kann ja auch sehen was aus den einstigen Kollegen geworden ist und was sie in ihrer Amtszeit angestellt haben. Wer hätte mit diesen Leuten zusammen arbeiten können? Also wer, der nur ein bisschen Mensch ist?
Es war richtig.
Der Rücktritt hat nur den Populisten demaskiert, der nur am Machtgewinn interessiert ist. Ob Blockadepolitik, Regierungspolitik oder neuerdings Opposition. Jedesmal vertrat Lafontaine das Gegenteil des vorher gesagten.
Ein guter Analyst? Ich weis nicht woher er das Etikett hat, jedenfalls reicht seine Analysefähigkeit nicht über Zustandsbeschreibungen hinaus, Analysefähigkeit hinsichtlich der richtigen Instrumente, des richtigen Handels ist ihm nicht beschieden.
Dieser Mangel wird leider nur durch Sendungsbewußtsein und Eitelkeit ersetzt.
Es ist wohl viel wahrscheinlicher, dass er nicht willens und fähig ist, sich nachhaltiger Politik mit den vielen Kompromissen zu stellen. Zu offensichtlich würde er als Demagoge, der seine Fahne in den sozialpopulistischen Wind hängt, demaskiert.
Berthold Grabe
Lafontaine Populist - schlecht analysiert. Er trat zurück wegen offensichtlichen Wahlbetrugs des Populisten Schröder und zeigte damit Charakter.
Also, Sie...
"...Es ist wohl viel wahrscheinlicher, dass er nicht willens und fähig ist, sich nachhaltiger Politik mit den vielen Kompromissen zu stellen. Zu offensichtlich würde er als Demagoge, der seine Fahne in den sozialpopulistischen Wind hängt, demaskiert...."
...müssen mir jetzt aber schon erklären was den an der Politik der vergangen +20 jahre Nachhaltig und kompromissbereit war. Ich meine hier nicht Kompromisse bei denen beiden Spielern das Wasser bis zum Hals steht (wie aktuell)... Ausserdem empfand ich die ultra Wirtschaftsfreundliche Politik (Neoliberal bis zum geht nicht mehr) der EU und ihrer Mitglieder als extrem Demagogisch und leider nur von Partikularinteressen geleitet obwohl doch eigentlich immer nach den Stimmen aus dem Volke gerufen wurde...
Denken Sie wirklich das dass was versprochen wurde, im vergleich zu dem was umgesetzt wurde, tatsächlich Mehrheitsfähig war und ist und vom Volk getragen wird?
Ich bezweifle das sehr...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Umso schwerwiegender ist, daß Oskar Lafontaine es - meiner bescheidenen Meinung nach - besser wissen müsste, könnte und sollte. Man kann ihm manches nachsagen, Dummheit allerdings in keinem Falle. Umso schlimmer, daß er seine Fähigkeiten auf diesem Niveau verschwendet.
Denkwürdig ist im übrigen auch der Umstand, daß sich eine umetikettierte Partei mit knallhartem kommunistischen Kern nicht zu schade dafür ist, sich für die persönlichen, niederen Beweggründe eines Populisten dieses Zuschnitts herzugeben.
Die umlackierte SED ist, besonders nach ihrer Fusion mit der WASG, im Grunde ja nichts anderes als der Wurmfortsatz der Lafontaineschen Eitelkeit, an ehemaligen Weggefährten und seiner vormaligen Partei Rache zu üben. Dabei hätte die SED-PDS an sich durchaus Persönlichkeiten, die mehr zu bieten hätten. Klaus Ernst von der WASG oder auch Lothar Bisky sind Personen, die ich persönlich niemals im Leben wählen würde, denen ich aber trotzdem in aufrichtigem Bemühen um die Sache zuhöre, auch wenn mich politisch fürwahr Dimensionen von ihnen trennen.
Bei Oskar Lafontaine ist das anders. Ihn zu sehen bedeutet, den Ludergeruch des politischen Meuchelmords in der Nase zu haben.
Lafontaine Populist - schlecht analysiert. Er trat zurück wegen offensichtlichen Wahlbetrugs des Populisten Schröder und zeigte damit Charakter.
Also, Sie...
"...Es ist wohl viel wahrscheinlicher, dass er nicht willens und fähig ist, sich nachhaltiger Politik mit den vielen Kompromissen zu stellen. Zu offensichtlich würde er als Demagoge, der seine Fahne in den sozialpopulistischen Wind hängt, demaskiert...."
...müssen mir jetzt aber schon erklären was den an der Politik der vergangen +20 jahre Nachhaltig und kompromissbereit war. Ich meine hier nicht Kompromisse bei denen beiden Spielern das Wasser bis zum Hals steht (wie aktuell)... Ausserdem empfand ich die ultra Wirtschaftsfreundliche Politik (Neoliberal bis zum geht nicht mehr) der EU und ihrer Mitglieder als extrem Demagogisch und leider nur von Partikularinteressen geleitet obwohl doch eigentlich immer nach den Stimmen aus dem Volke gerufen wurde...
Denken Sie wirklich das dass was versprochen wurde, im vergleich zu dem was umgesetzt wurde, tatsächlich Mehrheitsfähig war und ist und vom Volk getragen wird?
Ich bezweifle das sehr...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Umso schwerwiegender ist, daß Oskar Lafontaine es - meiner bescheidenen Meinung nach - besser wissen müsste, könnte und sollte. Man kann ihm manches nachsagen, Dummheit allerdings in keinem Falle. Umso schlimmer, daß er seine Fähigkeiten auf diesem Niveau verschwendet.
Denkwürdig ist im übrigen auch der Umstand, daß sich eine umetikettierte Partei mit knallhartem kommunistischen Kern nicht zu schade dafür ist, sich für die persönlichen, niederen Beweggründe eines Populisten dieses Zuschnitts herzugeben.
Die umlackierte SED ist, besonders nach ihrer Fusion mit der WASG, im Grunde ja nichts anderes als der Wurmfortsatz der Lafontaineschen Eitelkeit, an ehemaligen Weggefährten und seiner vormaligen Partei Rache zu üben. Dabei hätte die SED-PDS an sich durchaus Persönlichkeiten, die mehr zu bieten hätten. Klaus Ernst von der WASG oder auch Lothar Bisky sind Personen, die ich persönlich niemals im Leben wählen würde, denen ich aber trotzdem in aufrichtigem Bemühen um die Sache zuhöre, auch wenn mich politisch fürwahr Dimensionen von ihnen trennen.
Bei Oskar Lafontaine ist das anders. Ihn zu sehen bedeutet, den Ludergeruch des politischen Meuchelmords in der Nase zu haben.
Kann hier jemand feststellen ich welchen Medien diese Art von "kritischen" Artikeln, speziell über O.F. sonst noch erscheint und wer verantwortlich ist für die Länderübergreifende Verbreitung?
Einen Artikel mit sehr ähnlich kritischem Wortlaut habe ich grad vor 10min. hier im Tages Anzeiger, Zürich, eine Tageszeitung, gelesen. Selbst das Foto ist das gleiche...
Es würde mich nicht besonders wundern, diesen Artikel in mehr oder weniger gleicher Form noch bei anderen Medien zu finden.
Ersichtlich ist aber, das die prognostizierten Stimmenanteile der Linken einigen etwas Kopfzerbrechen bereiten, daher auch diese Art von konzerterten Gegenmassnahmen... wie bei Ypsilanti, fällt mir da grad als aktuelles Beispiel ein. Welche Spin Doctors diesen Artikel wohl ursprünglich abgefasst und verteilt haben?
...
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Die SZ macht heute eifrig mit beim Lafontaine-bashing.
Wer kann da noch glauben, dass diese Häufung zufällig ist?
Die Legende vom feigen Lafontaine, dessen Eitelkeit usw. usw. ist das immer gleiche Schmierenstück.
Ich habe in keiner ! Zeitung eine Rechtfertigung Lafontaines gefunden, die seine politische Konsequenz, seine finanzpolitischen Analysfähigkeiten und seine sehr langmütige Integrität gegenüber der SPD beschreibt.
Die Linke hat Lafontaine sicherlich nicht gegründet, um persönliche Rache an der SPD zu nehmen.
Herr Sells kann es sich offensichtlich nicht vorstellen, dass es kompetente Politiker gibt, die nicht ihren eigenen Vorteil suchen.
Das liegt wahrscheinlich an seiner Kenntnis der Szene.
Zehn Jahre seit dem Rücktritt sind ein rundes Jubiläum. Da gebe ich nicht zu viel auf eine Häufung der Artikel zu O.L.. Und: Lafontaine ist nach zehn Jahren noch da. Lebt, arbeitet und versteuert in Deutschland und ist wieder aktiv in der Führung einer Partei. Das ist nicht ja nicht selbstverständlich -- siehe die Herren Schröder und Fischer.
Sehr interessieren würde mich im Zusammenhang mit dem Aufgeben eines Spitzenamtes, speziell des Parteivorsitzes, was Kurt Beck zu Lafontaine heute zu sagen hätte. Der könnte bestimmt einen sehr lesenswerten Artikel zu dem Thema beitragen. Wie der ehemalige stellvertretende Vorsitzende (1999 bis 2005) Clement, oder sein Vorsitzender (1999 bis 2004) Gerhard Schröder dazu stehen, wäre wohl weniger spannend, aber um der Würze willen zur Meinungsbildung gerne genommen.
Insofern: Oscar-Bashing könnte zu einem lehrbuchmäßigen Eigentor führen, wenn die falschen Fragen gestellt werden. Ich denke, das wissen auch die Parteistrategen der beiden Regierungsparteien (zur Ära Kohl gibt es ja auch noch einige unangenehme Fragen, die bislang nicht beantwortet sind). Die werden schön acht geben, dass sie keine konsequente Aufklärung herausfordern.
Alles Gute
Kai Hamann
Die SZ macht heute eifrig mit beim Lafontaine-bashing.
Wer kann da noch glauben, dass diese Häufung zufällig ist?
Die Legende vom feigen Lafontaine, dessen Eitelkeit usw. usw. ist das immer gleiche Schmierenstück.
Ich habe in keiner ! Zeitung eine Rechtfertigung Lafontaines gefunden, die seine politische Konsequenz, seine finanzpolitischen Analysfähigkeiten und seine sehr langmütige Integrität gegenüber der SPD beschreibt.
Die Linke hat Lafontaine sicherlich nicht gegründet, um persönliche Rache an der SPD zu nehmen.
Herr Sells kann es sich offensichtlich nicht vorstellen, dass es kompetente Politiker gibt, die nicht ihren eigenen Vorteil suchen.
Das liegt wahrscheinlich an seiner Kenntnis der Szene.
Zehn Jahre seit dem Rücktritt sind ein rundes Jubiläum. Da gebe ich nicht zu viel auf eine Häufung der Artikel zu O.L.. Und: Lafontaine ist nach zehn Jahren noch da. Lebt, arbeitet und versteuert in Deutschland und ist wieder aktiv in der Führung einer Partei. Das ist nicht ja nicht selbstverständlich -- siehe die Herren Schröder und Fischer.
Sehr interessieren würde mich im Zusammenhang mit dem Aufgeben eines Spitzenamtes, speziell des Parteivorsitzes, was Kurt Beck zu Lafontaine heute zu sagen hätte. Der könnte bestimmt einen sehr lesenswerten Artikel zu dem Thema beitragen. Wie der ehemalige stellvertretende Vorsitzende (1999 bis 2005) Clement, oder sein Vorsitzender (1999 bis 2004) Gerhard Schröder dazu stehen, wäre wohl weniger spannend, aber um der Würze willen zur Meinungsbildung gerne genommen.
Insofern: Oscar-Bashing könnte zu einem lehrbuchmäßigen Eigentor führen, wenn die falschen Fragen gestellt werden. Ich denke, das wissen auch die Parteistrategen der beiden Regierungsparteien (zur Ära Kohl gibt es ja auch noch einige unangenehme Fragen, die bislang nicht beantwortet sind). Die werden schön acht geben, dass sie keine konsequente Aufklärung herausfordern.
Alles Gute
Kai Hamann
Bin sicher genauso gegen Lafontaine wie "MÜNTE" eingestellt. Da ich ein harter Gegner des Kommunismus bin, ehr noch mehr. Dennoch: man sollte bei der Wahrheit bleiben. Lafontaine hat gesehen, wohin die Politik Schröders führte, ja führen musste. Schröder und seine Entourage, darunter vor allem Leute wie Clement, Struck, Eichel und die Seeheimer haben alles getan, um große Teile der SPD-Anhängerschaft wegzuekeln. Dann im August/September 2005 wollte Shröder das Blatt wenden. Wäre durchaus gegangen, hätte man bestimmte Fehler eingeräumt und eine "Nacharbeit" an Hartz IV-Gesetz zugesagt. Ich behaupte, dann wären weitere 20 MdBs in der heutigen SPD-BT-Fraktion und man wäre stärkste Fraktion geblieben. Schröder, Clement, Struck, Münte sind politisch gesehen, zu sehr day trader. Ihnen fehlt Weitblick, strategisches Denken. Da war Herbert Wehner einst exzellent.
Was man Lafontaine vorwerfen muss ist viererlei: er ist krankhaft ehrgeizig, wenig teamfähig, sass im falschen Ministerium und war beratungsresistent. Solche Personen wandeln immer auf dünnem Eis.
Im Grunde könnte die SPD heute viel einfacher und leichter agieren. Querschläger wie Clement und Ypsilanti sind draußen bzw bedeutungslos. Die größten Fehler des Hartz IV-Gesetzes inzwischen behoben. Noch mehr zu tun, würde "Normal"-Berufstätige benachteiligen und hochgradig verärgern, weil viele Hartz IV-Empfänger in aufreitzend-provokanter Weise andere Menschen herausfordern und verärgern. In diesem Bereich ist die Stimmung total gekippt. Darüber hinaus war, ist und bleibt die SPD die allererste Adresse in Sachen sozialer Gerechtigkeit. Sie ist, im protestantischen Sprachgebrauch, die "feste Burg" für average joe, für den Normalbürger bzw. -arbeitnehmer. KPD-Aufguß DIE LINKE ist für einen anständigen Deutschen in jeder Hinsicht inakzeptabel. Die GRÜNEN zu beliebig. Und das ganze Geschwätz mit der christlichen Soziallehre in Verbindung mit Union absolut wertlos. Sage dann nur: Wer kassiert die Millionenschecks der Konzerne und Lobbys? ( eindeutig: Unionsparteien).
Wer hat die meisten Lobbyisten im Bundestag wie L. Meyer? (eindeutig: Union!). Fronleichnamsumzüge und Messen mögen gut und richtig sein. Höhere Löhne und gerechte soziale Verhältnisse erreicht man dadurch mit Sicherheit nicht! Und die gebetsmühlenartig vorgetragenen Sprüche der Neoliberalen mögen ganz flott klingen. Wenn heute die Vereinigten Staaten Banken verstaatlichen und in Deutschland einige wild gewordene Unions-Mittelständler alte Parolen verkünden ist das alles ein Beweis: Deregulierung an falscher Stelle ist ein sicherer Weg in den Abgrund! Niedrigere Steuern sind ebenfalls ein weg in den Abgrund, wenn die Staatsfinanzen extrem ungleichgewichtig sind. Und Entbürokratisierung ist dann falsch, wenn dadurch Abläufe verzögert, die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt und die Gerechtigkeit beschädigt werden. Reformen (im Sinne positiver Veränderungen) dort, wo sie sinnvoll und erfolgversprechend sind. Hände weg von Veränderungen dann, wenn man nicht sicher ist, dass etwas Besseres an diese Stelle tritt. So gesehen möge FDP in sich gehen, ihre Rolle bei Deutscher Vereinigung und Aufbau Ost und EURO-Einführung sehr kritisch überdenken. So "tolle Regierungsleistungen" waren es wirklich nicht.
Lafontaine Populist - schlecht analysiert. Er trat zurück wegen offensichtlichen Wahlbetrugs des Populisten Schröder und zeigte damit Charakter.
Fakt ist, das er wie geschildert die Positionen gewechselt hat, als Ministerpräsident im Saarland hat er das noch häufiger gemacht.
Fakt ist, das er die Blockadepolitik gegen die Regierung Kohl zu verantworten hatte, als dieser die Staatsausgaben begrenzen wollte.
Fakt ist, das dies aus rein wahltaktischen Gründen geschah ohne inhaltliche Position um einen möglichen Erfolg Kohls zu verhindern. Das sind seine eigenen Worte!
Berthold Grabe
Fakt ist, das er wie geschildert die Positionen gewechselt hat, als Ministerpräsident im Saarland hat er das noch häufiger gemacht.
Fakt ist, das er die Blockadepolitik gegen die Regierung Kohl zu verantworten hatte, als dieser die Staatsausgaben begrenzen wollte.
Fakt ist, das dies aus rein wahltaktischen Gründen geschah ohne inhaltliche Position um einen möglichen Erfolg Kohls zu verhindern. Das sind seine eigenen Worte!
Berthold Grabe
Ich kann mir nicht vorstellen dass sie die anderen Amtsflüchter schon vergessen haben?
Schröder, Müntefehring, Platzeck, und Beck haben von Heute auf Morgen ihr Amt als SPD Parteivorsitzende verlassen, einige waren nur wenige Monate im Amt! Aber ich denke darum geht es auch nicht! Der Europa- und Bundeswahlkampf lässt grüßen! Und entweder ist es Gysis angebliche Stasimitarbeit oder Lafontaines Rücktritt der wieder aufgewärmt wird.
Diesen alten Brei können sie doch keinem mehr andrehen!
Also, Sie...
"...Es ist wohl viel wahrscheinlicher, dass er nicht willens und fähig ist, sich nachhaltiger Politik mit den vielen Kompromissen zu stellen. Zu offensichtlich würde er als Demagoge, der seine Fahne in den sozialpopulistischen Wind hängt, demaskiert...."
...müssen mir jetzt aber schon erklären was den an der Politik der vergangen +20 jahre Nachhaltig und kompromissbereit war. Ich meine hier nicht Kompromisse bei denen beiden Spielern das Wasser bis zum Hals steht (wie aktuell)... Ausserdem empfand ich die ultra Wirtschaftsfreundliche Politik (Neoliberal bis zum geht nicht mehr) der EU und ihrer Mitglieder als extrem Demagogisch und leider nur von Partikularinteressen geleitet obwohl doch eigentlich immer nach den Stimmen aus dem Volke gerufen wurde...
Denken Sie wirklich das dass was versprochen wurde, im vergleich zu dem was umgesetzt wurde, tatsächlich Mehrheitsfähig war und ist und vom Volk getragen wird?
Ich bezweifle das sehr...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ich bin ihrer Meinung, was die faktische Politik seit der zweiten Amtsperiode Helmut Kohls bis heute angeht.
Doch hat an diesem Faktum Lafontaine maßgeblichen Anteil, seine Flucht aus der Politik diente lediglich dazu dafür nicht zur Verantwortung gezogen zu werden.
Das Machterhalt z.B. bei Kohl zum einzigen Zweck seiner Regierungszeit wurde, daran trägt Lafontaine durch die Blockierung jeder aktiven Gestaltung maßgeblichen Anteil, zumal genau das ja auch das erklärte Ziel seiner Blockadepolitik war.
Wir können zu recht viel über Kohl, Schröder und Merkel klagen, Lafontaine allerdings ist da eher der Schlimmste von allen, der sofort flüchtet und flüchten muss, wenn er gezwungen wird, seine Sprüche wahr zu machen.
Politisch gesehen halte ich ihn für die Bildzeitung der Republik.
Berthold Grabe
Ich bin ihrer Meinung, was die faktische Politik seit der zweiten Amtsperiode Helmut Kohls bis heute angeht.
Doch hat an diesem Faktum Lafontaine maßgeblichen Anteil, seine Flucht aus der Politik diente lediglich dazu dafür nicht zur Verantwortung gezogen zu werden.
Das Machterhalt z.B. bei Kohl zum einzigen Zweck seiner Regierungszeit wurde, daran trägt Lafontaine durch die Blockierung jeder aktiven Gestaltung maßgeblichen Anteil, zumal genau das ja auch das erklärte Ziel seiner Blockadepolitik war.
Wir können zu recht viel über Kohl, Schröder und Merkel klagen, Lafontaine allerdings ist da eher der Schlimmste von allen, der sofort flüchtet und flüchten muss, wenn er gezwungen wird, seine Sprüche wahr zu machen.
Politisch gesehen halte ich ihn für die Bildzeitung der Republik.
Berthold Grabe
Einmal ge-google-t und zwölf Anschläge von heute Morgen bekommen. Mit solchen Beiträgen.
Es bleibt ja tatsächlich die Frage offen, ob es nicht ehrenhaft war, mit denen nichts zu tun haben zu wollen. Ob das so war, können wir nicht herausfinden - es ist ja schließlich die Frage nach den "wahren" Motiven, und einiges weist auch darauf hin, daß O.L. sehr wohl viel mitgemacht hätte. Vielleicht aber nicht alles.
Ihre Vermutung, Morgenrot, daß solche Beiträge in einigen (vielen?) Fällen gewünscht, bestellt und vielleicht sogar honoriert werden, können wir auch nicht verifizieren. Aber spekulieren darf man: Ich glaub', Sie haben recht.
Theo Rem
Ich habe mich schon länger an den Gedanken gewöhnt, dass die Propaganda bei uns nicht in Qualität oder Quantität hinter der in Nordkorea oder China zurücksteht, sondern sich vor allem darin unterscheidet, dass Sie ein aus unserer Sicht subtileres Gewand trägt. Das muss sie ja auch, sonst würden wir ja nicht drauf reinfallen.
Ich habe mich schon länger an den Gedanken gewöhnt, dass die Propaganda bei uns nicht in Qualität oder Quantität hinter der in Nordkorea oder China zurücksteht, sondern sich vor allem darin unterscheidet, dass Sie ein aus unserer Sicht subtileres Gewand trägt. Das muss sie ja auch, sonst würden wir ja nicht drauf reinfallen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren