CDU-Streit "Merkel hat mehrere Fehler gemacht"

Die Wirtschaft, der Papst, die Vertriebenen: Als CDU-Chefin gibt Merkel eine schwache Figur ab, sagt ihr Biograf Gerd Langguth. Ein Interview

Die Urteile über die Kanzlerin sind derzeit nicht unbedingt schmeichelhaft

Die Urteile über die Kanzlerin sind derzeit nicht unbedingt schmeichelhaft

Die Kanzlerin wird gerade heftig kritisiert, auch aus der CDU. Was steckt dahinter?

Das ist ganz sicher eine Reaktion auf zurückgehende Umfragewerte. In allen politischen Parteien werden die Funktionsträger gnadenlos, wenn der Erfolg auszubleiben droht.

Warum ist die Kritik jetzt so heftig?

Ich vermute, die Partei braucht jetzt, da es bis zur Bundestagswahl noch ein paar Monate sind, ein Ventil. Dicht vor der Wahl wird die Union wieder deutlich geschlossener sein. Die Kanzlerin nimmt ihre Partei allerdings auch zu wenig mit. Das ist nicht nur ihr Problem, auch im Präsidium und unter ihren Stellvertretern wird nicht genug im Team gespielt.

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Also stimmt der Vorwurf, sie führe nicht?

Als Parteichefin könnte sie nach meiner Überzeugung mehr tun, einerseits die CDU als Gesamtpartei mitnehmen, andererseits in der Führung besser delegieren. Was ihre Rolle als Kanzlerin angeht, stimmt der Vorwurf pauschal so nicht. Wir sind eine Konsensdemokratie. Die Basta-Worte von Merkels Vorgänger Schröder haben das exakte Gegenteil ausgelöst. Mit der Faust auf dem Tisch kommt man erst recht in einer großen Koalition nicht weiter. Vielleicht ist in den letzten Monaten sogar mehr Politik gemacht worden als lange zuvor, denn die Finanzkrise hat der großen Koalition eine neue Legitimation geschaffen. Aber Merkel müsste sichtbarer machen, warum sie im Dezember noch gegen groß angelegte Konjunkturprogramme war und wenige Wochen später ihre Position änderte.

Baden-Württembergs Ministerpräsident fordert die Kanzlerin auf, "die Uniform der Wahlkämpferin anzuziehen".

Und ironisiert das unfreiwillig, indem er hinzusetzt: Aber erst ab August. 55 Prozent der Bevölkerung sehen sich durch die Krise wirtschaftlich persönlich betroffen. In dieser Situation wäre eine Kanzlerin, die vor allem Wahlkampf macht, nicht wählbar.

Leser-Kommentare
    • Kometa
    • 09.03.2009 um 18:09 Uhr

    Das merkelt uns aber an - die Geldverbrecher und ihre Opfer und ihre christlichen und liberalen Gesangsvereine!

    • eluutz
    • 09.03.2009 um 19:26 Uhr

    Habe den Eindruck, dass Erfolg einer Partei hier nur mit Umfragewerten gemessen wird. Wieviele Entscheidungen konnte denn die große Koalition umsetzen? Es muss ja nicht alles immer gefallen. Naja, klingt doof im Geschäftsfeld 'Politik'...

  1. Merkel ist Bundeskanzlerin. Kanzlerin aller deutschen Bürger! Dieser Aufgabe hat sie gerecht zu werden. Die Wahrnehmung ihrer Hauptaufgabe sichert ihr ggf. auch den KanzlerBonus.

    Als CDU-Chefin wird Merkel nur in den 'gehobenen Funktionärscliquen' ihrer Partei wahrgenommen.

    Kritisiert wird sie von CDU-Politikern, die in erster Linie Interessen der Wirtschaftsverbände bzw. der vermögenden Unternehmer wahrnehmen. Auch trauen sich die Ewiggestrigen der Union derzeit wieder aus ihren 'Erdlöchern'.

    Weiter kommt Kritik aus den Reihen der organisierten Vertriebenen, die politisch überhaupt nicht in der Mitte unserer bürgerlich verfaßten Zivilgesellschaft angesiedelt sind und die seit Gründung der Bundesrepublik mit großer Rücksichtslosigkeit eigene politische Ziele verfolgen, die sich auch eher mit den Zielen der NPD oder anderen Nazi-Pateien decken. Die Union muß bereit sein zu einem harten Schnitt, in der Verbindung zu den Berufs-Vertriebenen. Ein entsprechendes Statement von Bosbach oder das aktuelle Verhalten von Frau Steinbach, CDU-MdB und heute immer noch Dregger-Fan, kosten in der Mitte mehr Stimmen, als in der CDU kalkuliert wird. Auf Frau Steinbach und ihren erzkonservativen und nationalistischem Verband können wir wirklich gut verzichten.

    Auch die klare Ansprache Merkels gegenüber dem Papst wird in der Wahl-Bevölkerung eindeutig als positiv bewertet. Auch deshalb, weil sie so nicht von der Kanzlerin erwartet werden konnte. Als Katholik kann ich nur sagen: Super! Bravo! Kritiker der 'Papstschelte' in der Union gehören eher zu den Randgruppen der Partei, die u.a. wahrscheinlich auch noch die Unfehlbarkeit des Papstes akzeptieren.

    Der Papst hat seinen 'Heiligenschein', den er für einen Teil seiner Landsleute bisher hatte, in den letzten Wochen verloren. Er ist eher wieder der 'fürchterliche' Kardinal Ratzinger, so wie wir ihn von früher kennen. Merkels Schuld ist dieses aber nicht!

    Langguth hat das Thema Enteignung der HRE, das auch von der FDP ganz aktiv 'befeuert' wird, nicht angesprochen. Nur, bei der HRE gibt es überhaupt nichts mehr zu enteignen. Wir Bürger sind in diesem Fall enteignet worden. Wir stehen ohne jede Rückzugsmöglichkeit unangemessen hoch im Obligo, obwohl wir uns überhaupt nicht danach gedrängt haben, bei der HRE unternehmerisch tätig zu werden.

    Das der CSU-Vorsitzende Seehofer sich versucht in Bayern als 'Mini-Strauß', auf Kosten der CDU bzw. der Bundeskanzlerin, zu profilieren, auch dieser aktuelle Sachverhalt wurde von Langguth 'vergessen', ist irgendwie nachvollziehbar. Nur, auch die bayerischen Wahl-Bürger durchschauen dieses unfaire CSU-Mannöver, das nur dazu dienen soll, von den von der CSU in Bayern verursachten Problemen (z.B. die hohen Verluste der Bayern Landesbank) abzulenken. Diese durchsichtige 'Verarschung' der Bürger in Bayern und der unfairer Umgang mit der Bundeskanzlerin kann MP Seehofer schon bei der Europawahl 'um die Ohren fliegen'.

    Das MP Öttinger sich zum Wortführer der Unzufriedenen in der CDU aufschwingt ist mutig, aber auch mit hohem Risiko für ihn selbst verbunden. Ohne die Unterstützung von Merkel kann MP Öttinger in seinem Landesverband ganz schnell Probleme bekommen. Parteifreund Mappus sitzt schon in den Startlöchern bzw. er ist in ständiger Bereitschaft in diese zu steigen. Öttinger bietet stets genügend Angriffsfläche.

    Das Merkel eine "schwache Figur" abgibt, das werden die politischen Gegner der Union dem Prof. Langguth gerne bestätigen. Warum der Merkel-Biograf sich öffentlich so äußert bleibt unverständlich und hätte eigentlich eindeutiger hinterfragt werden müssen.

    Es gilt aber, daß die Kreise der Union, also Parteifreunde, die Merkel nach der letzten Bundestagswahl gerne 'gekillt' hätten (Merkel wurde am Wahlabend von Gerhard Schröder 'gerettet' bzw. als 'unberührbare' Kanzlerkandidatin der Großen Koalition implementiert.), sich derzeit mit großem Mut aus der Deckung wagen, um der Kanzlerin 'an's Bein zu Pinkeln'. Manch ein Unions-MdB hat die ehemalige FDJ-Funktionärin dann einige Wochen später mit der geballten Faust in der Tasch zur Kanzlerin gewählt. Ohne die faire Unterstützung des Vizekanzlers Müntefehring bzw. die faire Kooperation mit den SPD-Ministern hätte dann der 'Lehrling' in der neuen Bundesregierung die ersten zwölf Monate im Amt politisch nicht 'überlebt'.

    Das Merkel besser und schneller denken kann, als der Rest der Union, das ist bekannt! Ich gehe davon aus, daß ihrer aktuellen Kritiker in der Zukunft schon noch merken werden, mit wem sie sich in den letzten Wochen angelegt haben. Wer Merkel schwächt, der schwächt die Union. Und: die Union braucht Merkel, aber Merkel ist in ihrer politischen Entwicklung so weit, daß sie mit einem sehr hohen Grad an Unanhängigkeit von der Union Politik gestalten kann. Merkel braucht die Union nicht mehr. Nach Merkel käme in der aktuellen und in der nahen Zukunft für die Union nur noch das 'politische Elend'.

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    "Das(s) Merkel besser und schneller denken kann, als der Rest der Union" - vielleicht stimmt das sogar. Nur leider gelingt es ihr dann nicht, diese schnellen Gedanken in angemessene sprachliche Formen zu kleiden. Was rhetorische Patzer und schiefe Metaphern betrifft, hat sie ihren Ziehvater Kohl längst in den Schatten gestellt. Über DEN wurden diesbezüglich noch Witze gemacht - über Merkels Gestammel regt sich keiner mehr auf...

    "Das(s) Merkel besser und schneller denken kann, als der Rest der Union" - vielleicht stimmt das sogar. Nur leider gelingt es ihr dann nicht, diese schnellen Gedanken in angemessene sprachliche Formen zu kleiden. Was rhetorische Patzer und schiefe Metaphern betrifft, hat sie ihren Ziehvater Kohl längst in den Schatten gestellt. Über DEN wurden diesbezüglich noch Witze gemacht - über Merkels Gestammel regt sich keiner mehr auf...

  2. 'Angela Merkel verstehen' ist ohne das Wissen über den anstehenden Epochenwechsel in die nächste Kulturepoche des 'nachhaltigen Wirtschaftens', d.h. einer Weltordnung-des-KREATIVEN, heute noch nicht möglich. Das Naheliegendste wird nicht ernst genommen. Die alte Weltordnung der Wachstumszwangs vom Typ Kapitalstockmaximerung ist am 14.9.2008 vor aller Augen abgestürzt und kann sich nicht mehr rühren. Ein Exodus aus der alten Tyrannei steht auf der Agende der Weltinnnenpolitik. Angela Merkel spielt in einer anderen Liga. Dafür sind die Außenstehenden blind. Fakt ist: Angela Merkel hat sich vor unser aller Augen die Uniform der Epochenwechsel- und Perestroika-Politikerin in den Schrank gehängt. Innenpolitisch muß sie den Laden nur am Laufen halten. Die Bundestagswahl wird von den Ereignissen auf der Ebene der Weltinnenpolitik bestimmt werden. Stichwort: globale Charta-für-nachhaltiges Wirtschaften, neue Institutionen für die Implementierung der nachfolgenden Weltordnung usf. Daran werden wir Angela Merkel messen - und das ist gut so ....

  3. Als Zeichen ihrer Reue beauftragt die Bundeskanzlerin Frau Steinbach, dem Papst einen Opel als Geschenk zu überbringen.
    Millionen von Katholiken kaufen Opel, die Firma ist gerettet und die Polen versöhnen (vertöchtern?) sich mit Frau Steinbach, weil sie vom Papst empfangen wurde.
    So einfach kann Politik sein ...
    Aber bitte nicht anrufen, ich arbeite gerade an der raschen Lösung der Finanzkrise.

    • yato
    • 09.03.2009 um 21:31 Uhr

    ...eine Abwrackprämie und verbilligte Autos auf Kosten der Kinder und Enkel ist der falsche Weg.
    Das Geld hätte besser in Umwelttechnologien gesteckt werden sollen, denn dort entstehen die sinnvollen Ärbeitsplätze und ein Nutzen anstatt ein Schaden für die Zukunft.

    Es fehlt Merkel an Schwung a la Obama, sie ist genervt anstatt mit energetisch und pragmatisch Voranzudenken.

    Mit dem Streit mit Polen lag sie richtig, dass sie sich mit Frankreich und Europa in der Krise eher angelegt hat, anstatt gemeinsam Stärke zu zeigen war einer der größten Fehler.

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    großbritannien ist ein junk-staat, eine kaputte klassengesellschaft mit
    schutzlosen untertanen, die sich prostituieren müssen, um eine existenzberechtigung zu haben. zusammen mit den u.s.a. pervertieren sie
    die welt mit ihrer finanziellen freß-brech-sucht. es ist dialektisch geradezu lustig, daß ausgerechnet die großmauligsten anhänger der substanzlosen wirtschaft, durch ihre bubblehaft_flutende-geld-politik, jener den größten schaden zugefügt haben.

    die umweltprämie ist die einzige maßname, die real menschen hilft, die nicht in der schönen neuen bubble-economy für´s wertende wichtig machen die Hand aufhalten. außerdem ist die umweltprämie mit 3% vom gesamtvolumen des k2-paketes bescheiden.
    der schaden, nämlich die nächste bubble, entsteht z.B. durch übersubventionierte umwelttechnologie.

    ich kann nur hoffen, daß frau merkel dem druck aus den maroden u.s.a.
    widersteht, durch weiteres gelddrucken, eine manipulierte nachfrage und unauthentische aufblähung der wirtschaft, zu lasten seriös wirtschaftender individuen, zu generieren.

    zu denen habe ich nie gehört. Im Gegenteil ich komme aus Bayern und habe Herrn Ratzinger immer kritisch gesehen. Aber den Papst während einer Pressekonferenz mit dem Präsidenten von Kasachstan, Nasarbjew nebenher aufzufordern sich klarer vom Holokaust zu distanzieren, halte ich für absolut unangemessen.

    Und was die Abwrackprämie angeht, die sehe ich ziemlich leidenschaftslos.
    Der Bürger erhält € 2.500,--, damit er sein altes Auto verschrottet. Dann kauft er ein neues und bezahlt dafür 19 % MWSt, so dass sich die Abwrackprämie weitgehend selbst finanziert. Zusätzlich entsteht in der Zukunft durch die neuen Autos weniger CO2. Es geht ja darum, dass die Konjunktur nicht vollkommen wegbricht.

    großbritannien ist ein junk-staat, eine kaputte klassengesellschaft mit
    schutzlosen untertanen, die sich prostituieren müssen, um eine existenzberechtigung zu haben. zusammen mit den u.s.a. pervertieren sie
    die welt mit ihrer finanziellen freß-brech-sucht. es ist dialektisch geradezu lustig, daß ausgerechnet die großmauligsten anhänger der substanzlosen wirtschaft, durch ihre bubblehaft_flutende-geld-politik, jener den größten schaden zugefügt haben.

    die umweltprämie ist die einzige maßname, die real menschen hilft, die nicht in der schönen neuen bubble-economy für´s wertende wichtig machen die Hand aufhalten. außerdem ist die umweltprämie mit 3% vom gesamtvolumen des k2-paketes bescheiden.
    der schaden, nämlich die nächste bubble, entsteht z.B. durch übersubventionierte umwelttechnologie.

    ich kann nur hoffen, daß frau merkel dem druck aus den maroden u.s.a.
    widersteht, durch weiteres gelddrucken, eine manipulierte nachfrage und unauthentische aufblähung der wirtschaft, zu lasten seriös wirtschaftender individuen, zu generieren.

    zu denen habe ich nie gehört. Im Gegenteil ich komme aus Bayern und habe Herrn Ratzinger immer kritisch gesehen. Aber den Papst während einer Pressekonferenz mit dem Präsidenten von Kasachstan, Nasarbjew nebenher aufzufordern sich klarer vom Holokaust zu distanzieren, halte ich für absolut unangemessen.

    Und was die Abwrackprämie angeht, die sehe ich ziemlich leidenschaftslos.
    Der Bürger erhält € 2.500,--, damit er sein altes Auto verschrottet. Dann kauft er ein neues und bezahlt dafür 19 % MWSt, so dass sich die Abwrackprämie weitgehend selbst finanziert. Zusätzlich entsteht in der Zukunft durch die neuen Autos weniger CO2. Es geht ja darum, dass die Konjunktur nicht vollkommen wegbricht.

  4. großbritannien ist ein junk-staat, eine kaputte klassengesellschaft mit
    schutzlosen untertanen, die sich prostituieren müssen, um eine existenzberechtigung zu haben. zusammen mit den u.s.a. pervertieren sie
    die welt mit ihrer finanziellen freß-brech-sucht. es ist dialektisch geradezu lustig, daß ausgerechnet die großmauligsten anhänger der substanzlosen wirtschaft, durch ihre bubblehaft_flutende-geld-politik, jener den größten schaden zugefügt haben.

    die umweltprämie ist die einzige maßname, die real menschen hilft, die nicht in der schönen neuen bubble-economy für´s wertende wichtig machen die Hand aufhalten. außerdem ist die umweltprämie mit 3% vom gesamtvolumen des k2-paketes bescheiden.
    der schaden, nämlich die nächste bubble, entsteht z.B. durch übersubventionierte umwelttechnologie.

    ich kann nur hoffen, daß frau merkel dem druck aus den maroden u.s.a.
    widersteht, durch weiteres gelddrucken, eine manipulierte nachfrage und unauthentische aufblähung der wirtschaft, zu lasten seriös wirtschaftender individuen, zu generieren.

  5. "Das(s) Merkel besser und schneller denken kann, als der Rest der Union" - vielleicht stimmt das sogar. Nur leider gelingt es ihr dann nicht, diese schnellen Gedanken in angemessene sprachliche Formen zu kleiden. Was rhetorische Patzer und schiefe Metaphern betrifft, hat sie ihren Ziehvater Kohl längst in den Schatten gestellt. Über DEN wurden diesbezüglich noch Witze gemacht - über Merkels Gestammel regt sich keiner mehr auf...

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