Mini-Jobs Reines Haus mit reinem Gewissen

Aus Angst vor horrenden Abgaben lässt jeder dritte Deutsche schwarzarbeiten. Dabei ist es gar nicht teuer, die Putzfrau anzumelden - und auch nicht kompliziert

Etwa 95 Prozent aller Haushaltshilfen in Deutschland arbeiten schwarz. Werden sie krank oder haben sie einen Unfall, sind sie nicht versichert. Kein Cent ihres Lohns geht in die Rentenkasse, weil ihre Arbeitgeber sie – entgegen allen Vorschriften – nicht angemeldet haben. Das zeigen aktuelle Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Ein Grund für das unbotmäßige Verhalten der häuslichen Arbeitgeber: jeder Vierte, der einen Minijobber schwarz beschäftigt, glaubt einer Emnid-Umfrage zufolge, er müsse sonst horrende Abgaben zahlen.

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Die Realität sieht anders aus. Richtig ans Zahlen kommt der Schwarz-Arbeitgeber nämlich dann, wenn er erwischt wird. Dann können Bußgelder bis zu 5000 Euro fällig werden. Hingegen ist es gar nicht so teuer, sich gesetzestreu zu verhalten. Denn wer seine Haushaltshilfe anmeldet, muss nur wenig drauflegen: maximal 14,27 Prozent des Lohns.

Davon gehen je fünf Prozent an die Krankenversicherung und an die Rentenversicherung, 1,6 Prozent sind Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung, 0,67 Prozent Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz; zwei weitere Prozent fallen für die einheitliche Pauschsteuer an, falls die Hilfe ohne Lohnsteuerkarte arbeitet.

Erik Thomsen leitet die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, die für die Verwaltung der Minijob-Abgaben zuständig ist. Er kann belegen: "Unter dem Strich kostet ein 400-Euro-Minijobber nur wenig mehr als eine schwarz beschäftigte Haushaltshilfe." Der aufrechte Arbeitgeber kann seine Ausgaben nämlich von der Steuer abziehen und reduziert damit seine Kosten deutlich. Seit Anfang des Jahres kann er 20 Prozent der Gesamtausgaben – maximal 510 Euro pro Jahr – bei der Steuer geltend machen; vorher waren es nur zehn Prozent. "Für die Zukunft plant die Bundesregierung noch weitere steuerliche Entlastungen, so dass sich Ehrlichkeit auch materiell lohnt", sagt Erik Thomsen.

Ein Rechenbeispiel: Eine Familie beschäftigt zweimal in der Woche für jeweils vier Stunden eine Putzhilfe und zahlt ihr zehn Euro die Stunde. Das macht in der Woche 80 Euro und im Monat rund 320 Euro. Zusätzlich muss die Familie 14,27 Prozent, also insgesamt 45,66 Euro, an Abgaben zahlen. Die steuerlichen Vorteile dagegen bringen ihr im Monat 42,50 Euro. Damit zahlt sie pro Monat nur 3,16 Euro drauf – für eine reine Wohnung mit reinem Gewissen.

Leser-Kommentare
  1. wenn es um das Thema Steuerhinterziehung bei den bösen bösen "Bonzen" und die mitschwingende Welle der Empörung dabei geht.

    Offenbar scheint jeder seine Möglichkeit zu nutzen, irgendwas am Staat vorbei zu schleussen - insofern ist die Empörung über den bösen bösen Zumwinkel nicht mehr als eine Art "Ablenkungsmanöver" gewesen.

    Die Abgaben in Deutschland sind zu hoch - eine Erkenntnis die eigentlich jeder haben sollte, mindestens einmal im Monat beim Blick auf die Gehaltsabrechnung. Täglich beim Blick auf den Kassenbon.

    Aber, was machen wir Deutschen? Wir springen wunderbar auf den politischen inszenierten Zug in den Fällen:
    - Zuwinkel (die ach so bösen bösen steurhinterziehenden Bonzen)
    - Schweiz (dieses ach so böse Land was angebelich Unmengen von Steuerhinterziehern hilft)
    auf.

    Wann klagt der Deutsche eigentlich mal den glorreichen Vater Staat an? Ich habe es bisher selten erlebt, dass jemand einmal die unglaubliche Verschwendung dieses Staates angeprangert hat! Der "Staatsbedarf" wird einfach so hingenommen!

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    Ich weiß ja nicht, wer Sie dafür bezahlt, Ihre neoliberalen Steuersnkungsparolen hier zu verbreiten (kanns mir aber denken), nur sollten sie dann für Ihr Geld auch die Artikel lesen, die Sie kommentieren: Hier geht es darum, dass unter dem Strich so gut wie gar keine Steuern für Haushaltshilfen zu bezahlen sind!

    Ich weiß ja nicht, wer Sie dafür bezahlt, Ihre neoliberalen Steuersnkungsparolen hier zu verbreiten (kanns mir aber denken), nur sollten sie dann für Ihr Geld auch die Artikel lesen, die Sie kommentieren: Hier geht es darum, dass unter dem Strich so gut wie gar keine Steuern für Haushaltshilfen zu bezahlen sind!

  2. Zitat:

    "Das Problem wird eher sein, dass es schwierig ist eine Haushaltshilfe zu finden, die bei Ihnen offiziell angemeldet arbeiten will. Häufig, weil sie weitere Stellen hat."

    Nicht nur Häufig, so will ich einfach mal behaupten, sondern in 99% aller Betrachtungen.

  3. Ich weiß ja nicht, wer Sie dafür bezahlt, Ihre neoliberalen Steuersnkungsparolen hier zu verbreiten (kanns mir aber denken), nur sollten sie dann für Ihr Geld auch die Artikel lesen, die Sie kommentieren: Hier geht es darum, dass unter dem Strich so gut wie gar keine Steuern für Haushaltshilfen zu bezahlen sind!

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    Ah, da meldet sich wieder einmal ein Staatsprofiteure zu Wort. Klar, jeder meiner Steuereuro sind ein paar mehr Euro Besoldung für Sie.

    Hier geht es darum, dass unter dem Strich so gut wie gar keine Steuern für Haushaltshilfen zu bezahlen sind!

    Die bezahlt auch die Haushaltshilfe, nicht Sie und nicht ich. An mir bleibt nur die Pauschalabgabe für die ach so tollen Sozialversicherungen (die grösste Abzocke und Geldvernichtungsmaschinerie aller Zeiten, von unserem lieben glorreichen Vater Staat).

    Also, weiter Kaffee trinken. Der Steuerzahler zahlt es ja ohnehin.

    Wenn - was sachlich vollkommen richtig ist - unterm Strich kaum Abgaben und Steuern an den Fiskus abgeführt werden, ist es doch umso fraglicher, warum überhaupt auf der einen Seite was abgezweigt werden muss, um es auf der anderen Seite in Form von Steuererleichterung wieder anzurechnen? Oder was soll das? Das ist doch pure ABM für Staatsbedienstete.

    (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

    Ah, da meldet sich wieder einmal ein Staatsprofiteure zu Wort. Klar, jeder meiner Steuereuro sind ein paar mehr Euro Besoldung für Sie.

    Hier geht es darum, dass unter dem Strich so gut wie gar keine Steuern für Haushaltshilfen zu bezahlen sind!

    Die bezahlt auch die Haushaltshilfe, nicht Sie und nicht ich. An mir bleibt nur die Pauschalabgabe für die ach so tollen Sozialversicherungen (die grösste Abzocke und Geldvernichtungsmaschinerie aller Zeiten, von unserem lieben glorreichen Vater Staat).

    Also, weiter Kaffee trinken. Der Steuerzahler zahlt es ja ohnehin.

    Wenn - was sachlich vollkommen richtig ist - unterm Strich kaum Abgaben und Steuern an den Fiskus abgeführt werden, ist es doch umso fraglicher, warum überhaupt auf der einen Seite was abgezweigt werden muss, um es auf der anderen Seite in Form von Steuererleichterung wieder anzurechnen? Oder was soll das? Das ist doch pure ABM für Staatsbedienstete.

    (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

  4. Fortsetzung Kommentar 2

    Warum denn sonst würde der Staat einen solchen Aufwand betreiben, der ihm unterm Strich – wie in der Beispielrechnung des Artikels-

    3,16 EUR einbringt?

    Dann möchte ich nicht wissen, was dieser Blödsinn an Verwaltungskosten und damit an tatsächliche Ausgaben für den Steuerzahler mit sich bringt, weil sich andere die "Bude fremdputzen" lassen....

    Womit wir dann tatsächlich beim Kern des Beitrages von DIPSY1982 wären, was verschwendet der Staat an Geld...

    Aber in diesem Land wurde ja auch die Frage schon beantwortet, warum die Deutschen eigentlich überall in Europa bei ihren Fahrten in die Ferien eine Maut zahlen, nur nicht umgekehrt.

    Antwort: Die Verwaltung ist in ihren Kosten höher als die zu erwartenden Einnahmen.
    Na, und das beim Transitland Nr. 1 in Europa.
    Deutschland, schnarch weiter...

  5. Ah, da meldet sich wieder einmal ein Staatsprofiteure zu Wort. Klar, jeder meiner Steuereuro sind ein paar mehr Euro Besoldung für Sie.

    Hier geht es darum, dass unter dem Strich so gut wie gar keine Steuern für Haushaltshilfen zu bezahlen sind!

    Die bezahlt auch die Haushaltshilfe, nicht Sie und nicht ich. An mir bleibt nur die Pauschalabgabe für die ach so tollen Sozialversicherungen (die grösste Abzocke und Geldvernichtungsmaschinerie aller Zeiten, von unserem lieben glorreichen Vater Staat).

    Also, weiter Kaffee trinken. Der Steuerzahler zahlt es ja ohnehin.

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    Is ja lächerlich! UNd was glauben sie von wem sie das Geld nimmt um diese Steuern und Abgaben zu zahlen? Ja richtig. 100 Punkte. Sie schlägt es auf den Verlangten Lohn auf. Das ist doch die gleiche Augenwischerei wie bei der Mehrwertssteuer. Nein die Muss natürlich nicht ich als Anbierter zahlen , sondern der Kunde. Die wird von mir nur "Durchgereicht" - Ja so ein Blödsinn. Fakt ist das die Produkte durch die Mehrwertsteuer teuerer werden und ich damit mehr verlangen muss vom Kunden.

    • friedl
    • 09.03.2009 um 14:28 Uhr

    Die Mehrheit der Amis wäre froh, so eine tollen Sozialversicherungen, Abzocke und Geldvernichtungsmaschinerie aller Zeiten zu haben. Weil, wenn alles nicht über den Staat, sondern privatisiert ist, heißt es nicht gleichzeitig, dass es gerechter und effizienter ist. Das System beruht nun mal auf Solidarität und mir ist das lieber als das ich mit an sehen müsste, wie in den USA, dass einfach Menschen ohne Krankenversicherung im Wartezimmer dahinsterben.

    Gruß an die Menschlichkeit.

    Klar krankt das System an vielen Ecken und Enden aber eine pauschale Verdammung ist kontraproduktiv und verdeckt die Vorteile.

    -----------------------------------------------------
    www.globalmarshallplan.org

    balance the world
    with an ecosocial market economy
    -----------------------------------------------------

    Welche Steuer zahlt die Haushaltshilfe? Bei einem Minijob gibt es keine weiteren Abgaben, als die im Artikel aufgeführten. Zu Ihrer werten Kenntnisnahme:

    Je 5% Kranken- und Rentenversicherung
    1,6% gesetzliche Unfallversicherung
    0,67% Aufwendungsausgleichsgesetz
    2% Pauschalsteuer

    Summa summarum 14,27%.

    Sorry, Ihre Schlussfolgerungen zeigen, dass Sie weder lesen noch sonderlich gut denken können:

    Ich bin kein Staatsbediensteter, sondern Selbständiger und zahle meine Steuern aus Überzeugung. Ich hätte sicherlich gerne mehr Einfluss darauf, wofür sie verwendet werden, aber an der Notwendigkeit an sich habe ich keinen Zweifel.

    Is ja lächerlich! UNd was glauben sie von wem sie das Geld nimmt um diese Steuern und Abgaben zu zahlen? Ja richtig. 100 Punkte. Sie schlägt es auf den Verlangten Lohn auf. Das ist doch die gleiche Augenwischerei wie bei der Mehrwertssteuer. Nein die Muss natürlich nicht ich als Anbierter zahlen , sondern der Kunde. Die wird von mir nur "Durchgereicht" - Ja so ein Blödsinn. Fakt ist das die Produkte durch die Mehrwertsteuer teuerer werden und ich damit mehr verlangen muss vom Kunden.

    • friedl
    • 09.03.2009 um 14:28 Uhr

    Die Mehrheit der Amis wäre froh, so eine tollen Sozialversicherungen, Abzocke und Geldvernichtungsmaschinerie aller Zeiten zu haben. Weil, wenn alles nicht über den Staat, sondern privatisiert ist, heißt es nicht gleichzeitig, dass es gerechter und effizienter ist. Das System beruht nun mal auf Solidarität und mir ist das lieber als das ich mit an sehen müsste, wie in den USA, dass einfach Menschen ohne Krankenversicherung im Wartezimmer dahinsterben.

    Gruß an die Menschlichkeit.

    Klar krankt das System an vielen Ecken und Enden aber eine pauschale Verdammung ist kontraproduktiv und verdeckt die Vorteile.

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    with an ecosocial market economy
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    Welche Steuer zahlt die Haushaltshilfe? Bei einem Minijob gibt es keine weiteren Abgaben, als die im Artikel aufgeführten. Zu Ihrer werten Kenntnisnahme:

    Je 5% Kranken- und Rentenversicherung
    1,6% gesetzliche Unfallversicherung
    0,67% Aufwendungsausgleichsgesetz
    2% Pauschalsteuer

    Summa summarum 14,27%.

    Sorry, Ihre Schlussfolgerungen zeigen, dass Sie weder lesen noch sonderlich gut denken können:

    Ich bin kein Staatsbediensteter, sondern Selbständiger und zahle meine Steuern aus Überzeugung. Ich hätte sicherlich gerne mehr Einfluss darauf, wofür sie verwendet werden, aber an der Notwendigkeit an sich habe ich keinen Zweifel.

  6. Wenn - was sachlich vollkommen richtig ist - unterm Strich kaum Abgaben und Steuern an den Fiskus abgeführt werden, ist es doch umso fraglicher, warum überhaupt auf der einen Seite was abgezweigt werden muss, um es auf der anderen Seite in Form von Steuererleichterung wieder anzurechnen? Oder was soll das? Das ist doch pure ABM für Staatsbedienstete.

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    ABM für Staatsbedienstete? Wohl eher ein Kontrollinstrument, um die PutzerInnen aufzuspüren, die mehr als eine Putzstelle haben und/oder nebenher Sozialleistungen beziehen.

    Kurz gesagt, ein Instrument zur Umverteilung von unten nach oben: Der wohlhabende Arbeitgeber muss kaum etwas bezahlen, für die ärmeren Arbeitnehmer wird es schwieriger, einen Teil ihrer Abgaben zu umgehen.

    (Nicht, dass ich das Erschleichen von Sozialleistungen gut heißen würde, ich möchte hier nur auf den finanziellen Effekt hinweisen.)

    ABM für Staatsbedienstete? Wohl eher ein Kontrollinstrument, um die PutzerInnen aufzuspüren, die mehr als eine Putzstelle haben und/oder nebenher Sozialleistungen beziehen.

    Kurz gesagt, ein Instrument zur Umverteilung von unten nach oben: Der wohlhabende Arbeitgeber muss kaum etwas bezahlen, für die ärmeren Arbeitnehmer wird es schwieriger, einen Teil ihrer Abgaben zu umgehen.

    (Nicht, dass ich das Erschleichen von Sozialleistungen gut heißen würde, ich möchte hier nur auf den finanziellen Effekt hinweisen.)

  7. (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

  8. War nicht vor kurzem ein Artikel in der Zeit der zeigte das es nahezu unmöglich ist eine Putzfrau zu finden die sich anmelden lassen will. Und dafür gibt es mehr Gründe als nur die Steuern. Jetzt wird es also bei der Zeit mal von der anderen Seite probiert. Der letzt Beitrag hat scheinbar nicht die passenden Wirkung gezeigt.

    Was? Soll man als nächstes die Babysitterin anmelden, oder die Nachhilfegebende Schülern? Am besten auch die eingenen Kinder, wenn man ihnen Geld dafür gibt, dass sie dies und das zusätzlich machen um ihnen den Wert von Geld zu vermitteln. Echter Irrsinn. Zum glück leb ich nicht in Deutschland

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