Abschwung Die Krise erreicht den Mittelstand
Erst die Banken, dann die Konzerne - jetzt gerät auch der Mittelstand in den Sog der Rezession. Die Unternehmer erwarten 2009 so schlechte Geschäfte wie nie zuvor
Das Geschäftsklima für die kleinen und mittleren Unternehmen habe sich "rasch und massiv" verschlechtert, teilte die KfW Bankengruppe am Montag anlässlich der Präsentation ihrer Studie "Mittelstandsmonitor 2009" mit. Der Indikator misst die Zukunftserwartungen der Geschäftsleute. Der Studie zufolge gehen die Mittelständler "mit großer Mehrheit" von einer Verschlechterung der Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten aus. 42 Prozent erwarten sinkende Umsätze.
Alarmierend ist dieses Ergebnis auch deshalb, weil der Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gilt. 99 Prozent der deutschen Unternehmen sind ihm zuzurechnen. Schon jetzt haben viele mittelständische Unternehmen Kurzarbeit beantragt, ihre Investitionen gestoppt oder die ersten Mitarbeiter entlassen.
Die KfW erwartet 2009 einen Rückgang der Unternehmensinvestitionen zwischen zehn und 15 Prozent. Auch die Zahl der Insolvenzen wird ihr zufolge nach mehreren Jahren mit Rückgängen wieder zunehmen. Branchenkenner rechnen 2009 mit bis zu 35.000 Unternehmenspleiten. Das wäre ein Anstieg um bis zu 15 Prozent gegenüber 2008.
Bislang sind international orientierte Großunternehmen zwar noch wesentlich stärker von der Krise betroffen. Nun aber geraten auch kleinere und mittlere Unternehmen in den Abwärtssog. "Der Schrumpfungsprozess der Gesamtwirtschaft mit Kapazitätskappungen, Stellenstreichungen und Auftragsstornierungen dürfte in diesem Jahr im Mittelstand voll durchschlagen", sagte Helmut Rödl, Vorstandsmitglied im Verband der Vereine Creditreform. Die Bestelltätigkeit sei vielerorts "vollends zum Erliegen gekommen".
Die Konjunkturentwicklung in Deutschland hängt der Studie zufolge maßgeblich davon ab, wie stark die Exporte wegbrechen und ob die Finanzkrise weitere negative Überraschungen bereithält. Aktuelle Prognosen gehen von einem Minus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von bis zu vier Prozent aus. Nach Einschätzung der an der Studie beteiligten Wirtschaftsinstitute wird das BIP 2009 in jedem Fall so stark schrumpfen wie noch nie seit Beginn der Berechnungen 1950.
Dennoch sehen die Institute auch Grund zur Hoffnung. Lichtblicke seien die Konjunkturpakete der Bundesregierung und die deutlich gesunkenen Energie- und Rohstoffkosten. Zudem seien die deutschen Mittelständler wegen ihrer niedrigen Verschuldung im europäischen Vergleich gut für die Krise gerüstet.
- Datum 10.03.2009 - 10:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Warum? Weil die SPD seit Jahren eine in jeder Hinsicht mittelstandsfeindliche Politik betreibt, die die Leistungsträger bis auf´s Blut schröpft, um es denjenigen, die dieser Gesellschaft nur auf der Tasche liegen, zu geben. So sieht es aus und nicht anders.
Schon recht merkürdig, dass dieses Thema in der Krisenberichterstattung erstens so selten Erwähnung findet und zweitens auch in der community offenbar weitgehend ausgelendet wird.
Scheint mir aber typisch zu sein: Der Mittelstand gehört wohl auch zu den Dingen, die man erst dann zu schätzen weiß, wenn es sie nicht mehr gibt.
Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber mir fällt im Vergleich zum Ausland - schauen wir uns nur mal Russland an! - eines an Deutschland besonders positiv auf: Dies Land hat (noch) einen sehr starken Mittelstand, der tradtionsgemäß den Großteil der Arbeits- und Ausbildungsplätze stellt. Er hat uns auch bislang vor den schlimmsten Auswirkungen der Krise bewahrt.
Am meisten tun mir die Meldungen über die Insolvenzen von Traditionsunternehmen weh: Rosenthal, Märklin, Schiesser und viele andere, die es nicht in die Nachrichten schaffen. Solche Firmen waren und sind identitätsbildend für eine Industrienation.
Ich arbeite für einen Nischenanbieter im oberen Marktsegment. Familienbetrieb mit über 40jähriger Tradition, weltweiter Vertrieb, Niederlassungen in fünf Ländern. Firmensitz in einer sogenannten strukturschwachen Region. Wir liefern das Produktdesign und lassen in Europa produzieren. Nicht in Indien oder Vietnam.
Firmen wie unsere sind für ihre jeweilige Region ungeheuer wichtig, nicht nur als Gewerbesteuerzahler, sondern auch durch soziale Hilfen wie z.B. Spenden an Schützen-, Sport- und Kulturvereine, an Schulen, Kindergärten und vieles andere.
Aber nun gehen unsere Lieferanten einer nach dem anderen kaputt. Einstellungsstopp, Kurzarbeit, befristete Arbeitsverträge werden nicht verlängert - unsere Firma versucht alles, aber in einem Jahr ist es dann wohl vorbei. Für uns gibt es keinen Rettungsschirm.
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