Nordirland Ein Angriff auf den Frieden
Jahrelang ging die politische Gewalt in Nordirland zurück – nun melden sich radikale Republikaner mit einem Anschlag zurück. Die Real IRA will den Friedensprozess beenden.

© Peter Muhly/AFP/Getty Images
Trauer in Nordirland: Einwohner von County Antrim in der Nähe von Belfast haben Blumen für die ermordeten Soldaten vor das Kasernentor gelegt
Die Attentäter schlugen eiskalt zu: Sie warteten, bis britische Soldaten ihre Kaserne in der Nähe Belfasts verließen, um bei einem Pizza-Lieferanten ihr Abendessen abzuholen, dann schossen die Terroristen die Magazine ihrer automatischen Waffen leer. Zwei Soldaten starben bei dem Angriff, zwei Pizza-Boten und zwei weitere Soldaten wurden schwer verletzt.
Am Montag besuchte Premierminister Gordon Brown den Tatort. "Der Friedensprozess ist mittlerweile unerschütterlich", sagte Brown. Die Nachbarn der "Massereen Army Base" in County Antrim haben Blumensträuße an der Stelle abgelegt, wo die britischen Soldaten starben. Nordirland trauert um die Toten. Die Zeit, in der ermordete britische Soldaten von IRA-Anhängern bejubelt wurden, ist vorbei.
Der Vorsitzende der Partei Sinn Fein, die der IRA nah steht, Gerry Adams, bezeichnete die Schüsse als eine "Attacke auf den Friedensprozess". Er sprach den Angehörigen der Toten sein Beileid aus. "Meine Gedanken sind bei den Familien der beiden Getöteten und der Verletzten", sagte Adams.
Der nordirische Minister Martin McGuinness sagte, dass niemand in Nordirland die Konflikte der Vergangenheit wiederhaben möchte. "Ich habe die IRA früher als Mitglied unterstützt", sagte McGuinness. "Doch dieser Krieg ist vorbei." Das Ziel der Attentäter sei, die britischen Sicherheitskräfte zu provozieren und die Soldaten zurück auf die Straße zu bringen, um den Widerstand in der Bevölkerung neu zu beleben.
Die beiden Getöteten gehörten einer Ingenieur-Einheit an und sollten wenige Stunden nach dem Anschlag nach Afghanistan verlegt werden. Ihre Kameraden brachen am Montag in Richtung Hindukusch auf. Die Opfer, der 23-jährige Mark Quinsey und der 21-jährige Patrick Azimkar, waren Pioniere und gehörten damit keiner Kampfeinheit an. Sie sind die ersten Mordopfer radikaler nordirischer Republikaner seit 1997.
Das Attentat ist ein deutliches Signal an die britische und die nordirische Regierung. Radikale Republikaner lehnen weiterhin den Frieden ab. Splittergruppen sind bereit, mit Terrorakten den Friedensprozess zu untergraben. Die selbsternannten Dissidenten versuchen, mit Gewalt einen Anschluss Nordirland an die Republik Irland zu erzwingen. Die tödliche Attacke war bereits die vierte Aktion in diesem Jahr gegen britische Einrichtungen in Nordirland, im vergangenen Jahr registrierten die Behörden 15 Attacken. Eine Sonderkommission sucht nun nach den Mördern.
- Datum 10.03.2009 - 07:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Meiner Meinung nach hat das Attentat den Hintergrund: Keine Soldaten für Afghanistan!
in Deutschland ein Schnürsenkelhersteller pleite macht, dann hat das den Hintergrund: Keine Soldaten für Afghanistan!
Und wenn ein Hund an einer Kasernentür seine Notdurft verrichtet, dann hat das den Hintergrund: Keine Soldaten für Afghanistan!
Und wenn in Afghanistan ein Bundeswehrjeep einen Platten bekommt, dann hat das den Hintergrund: Keine Soldaten für Afghanistan!
Sehen Sie das Problem? Nur weil etwas den Einsatz in Afghanistan behindert, braucht es noch lange keine Protestaktion gewesen zu sein. Es kann auch absolut kein Zusammenhang bestehen. (Das ganze mal unabhängig davon, ob man für oder gegen den Afghanistaneinsatz ist.)
Ihr Kommentar ist einfach absurd und überflüssig.
Soviel, wie das Attentat dort mit Afghanistan zu tun hat
hat Ihr Beitrag auch nur das Geringste mit irgendeiner Realität zu tun.
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in Deutschland ein Schnürsenkelhersteller pleite macht, dann hat das den Hintergrund: Keine Soldaten für Afghanistan!
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Sehen Sie das Problem? Nur weil etwas den Einsatz in Afghanistan behindert, braucht es noch lange keine Protestaktion gewesen zu sein. Es kann auch absolut kein Zusammenhang bestehen. (Das ganze mal unabhängig davon, ob man für oder gegen den Afghanistaneinsatz ist.)
Der IRA, so wie Sinn Fein, wurde der Boden entzogen, weil es auf einmal mit Irland und ganz GB wirtschaftlich aufwärts ging. Auf einmal hatten die Leute anderes zu tun, als sich wegen 500 Jahre altere "plantations" zu erschiessen. Aber, siehe da, die Finanzkrise eröffnet auch hier ganz neue Möglichkeiten.
Hoffentlich finden die beiden Parteien, oder besser - hoffentlich bleiben die beiden Parteien beienander. Alles andere wäre für jeden eine Tragödie.
Salus Publica Suprema Lex
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