Nordirland IRA-Splittergruppe bekennt sich zu Polizistenmord

Neuer Terrorakt in Großbritanniens Krisenregion: Nach dem Attentat auf zwei Soldaten ist in der Nacht ein Polizeibeamter mit einem Kopfschuss niedergestreckt worden

Polizisten am Tatort in Craigavon: In dem weißen Skoda wurde der Beamte erschossen

Polizisten am Tatort in Craigavon: In dem weißen Skoda wurde der Beamte erschossen

Binnen 48 Stunden erlebt Nordirland den zweiten hinterhältigen Mord an Sicherheitskräften. Die Tat ereignete sich am Montagabend in der Ortschaft Craigavon südwestlich von Belfast. Wegen des Notrufs einer Frau war der Polizist zusammen mit Kollegen in die Gegend gefahren, die als Hochburg republikanischer Katholiken gilt. In der Nähe einer Schule wurde der erfahrene Beamte, der 20 Jahre lang im Dienst war, dann erschossen.

Unklar war zunächst, ob der Notruf echt war. Der Polizist soll noch im Streifenwagen gesessen haben, als die Attentäter aus nächster Nähe das Feuer auf ihn eröffneten.

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Zu dem ersten Mordanschlag auf einen nordirischen Polizisten seit mehr als einem Jahrzehnt bekannte sich die "Continuity IRA", eine Splittergruppe der ehemaligen Terrororganisation IRA. "So lange sich Großbritannien in Irland einmischt, werden diese Attacken weitergehen", hieß es in der codierten Botschaft der Gruppe.

Bereits am Samstag waren bei einem Anschlag zwei Soldaten getötet worden. Sie waren vor dem Tor ihres Stützpunkts aus einem Auto heraus erschossen worden, als sie eine Pizzalieferung in Empfang nehmen wollten. Zu dem Anschlag bekannte sich die "Wahre IRA", ebenfalls eine Abspaltung der IRA. Sie soll etwa 100 Aktivisten umfassen.

Damit sehen sich viele Sicherheitsexperten in ihren Befürchtungen bestätigt. Sie bezweifeln zwar die Fähigkeit der Separatistenbewegung, eine große Gewaltwelle zu starten. Allerdings gehen sie davon aus, dass die Anschläge gewaltsame Reaktionen pro-britischer, protestantischer Gruppen hervorrufen könnte. So kursierten in der protestantischen Gemeinde Lisburn Flugblätter, auf denen zum neuerlichen Kampf gegen die pro-irischen Katholiken aufgerufen wurde.

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