Auto-Krise Wirtschaftsministerium soll an Sondergesetz für Opel arbeiten
Mit dem Sanierungskonzept von Opel ist die Bundesregierung nicht zufrieden. Ihrerseits soll sie bereits an einem erweiterten Insolvenzrecht arbeiten, um Opel zu helfen
Die Bundesregierung müht sich weiter um eine Rettung des angeschlagenen Autobauers und setzt dabei offenbar doch auf ein geordnetes Insolvenzverfahren. Nach Informationen der Bild-Zeitung arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium an einer Erweiterung des Insolvenzrechts, die Opel zugute kommen könnte. Die sogenannte "eingeschränkte Insolvenz" solle es dem betroffenen Unternehmen erleichtern, möglichst große Teile fortzuführen und eine entsprechende Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten. Opel könnte ein erster Anwendungsfall werden, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise.
Zuvor hatten Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Insolvenz des Rüsselsheimer Unternehmens ins Spiel gebracht. Laut zu Guttenberg könne "eine Insolvenz bei einem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell auch arbeitsplatzerhaltend wirken". Für Innenminister Wolfgang Schäuble ist eine Insolvenz nicht gleichzusetzen mit einer Pleite oder einem Bankrott: "Unser modernes Insolvenzrecht ist ja gerade nicht auf Zerstörung, sondern auf den Erhalt von wirtschaftlichen Werten ausgerichtet."
Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat diese Maßnahme bisher ausgeschlossen. "Eine Opel-Insolvenz ist derzeit keine Option", sagte ein Sprecher von GM Europe. "Dieses Szenario steht im Moment nicht auf der Tagesordnung." Der Vorschlag stieß am Wochenende auch auf heftigen Widerspruch beim Koalitionspartner SPD, der IG Metall und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU). "Solche Drohszenarien sind unverantwortlich", sagte SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Damit würden Menschen in Angst und Schrecken versetzt.
Die Bitte des Autoherstellers um Milliardenhilfen sorgt auch weiterhin für Ärger in der Großen Koalition. Die SPD-Spitze drängt im Gegensatz zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihres Wirtschaftsministers auf eine rasche Entscheidung für Staatshilfen. Parteichef Franz Müntefering wertete Opel anders als Merkel als systemrelevant. Man müsse versuchen, "die Pflöcke der Industriegesellschaft und der produzierenden Bereiche" zu halten.
Vizeregierungssprecher Thomas Steg betonte dagegen, in der Bundesregierung bestehe "zwischen allen Beteiligten, die sich seit Wochen intensiv mit der Zukunft von Opel befassen, Einvernehmen darüber, dass zurzeit noch keine Entscheidung über die Zukunft von Opel getroffen werden kann". Noch immer seien viele Fragen unbeantwortet. Sie sollen aber so rasch wie möglich geklärt werden.
Unterdessen wird immer deutlicher, dass auch die Opel-Mitarbeiter einen erheblichen Beitrag zur Sanierung ihres Unternehmens leisten müssen: Nach dem Willen des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) sollen sie auf einen Teil ihres Lohns verzichten. Wie hoch dieser Verzicht ausfallen soll, wollte das Unternehmen nicht beziffern. Der Eisenacher Betriebsratschef Harald Lieske sprach in der Thüringer Allgemeinen aber von einem zweistelligen Prozentbereich. Sollten alle Opel-Werke sich auf diese Lösung einigen, könnte es einen Ergänzungstarifvertrag geben, der den eigentlichen Tarifvertrag unterschreite.
- Datum 09.03.2009 - 11:08 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 5
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Altbekanntes stellt die Forderung des Unternehmens nach Lohnverzicht dar : noch ein Argument, Opel sich selbst zu ueberlassen!
Neu ist mir der Seitenwechsel : "Parteichef Franz Müntefering wertete Opel anders als Merkel als systemrelevant. Man müsse versuchen, "die Pflöcke der Industriegesellschaft und der produzierenden Bereiche" zu halten." Mensch Muente, waerste doch bloss zu Hause geblieben!
Das ein CSU-Politiker jetzt ein Gesetz fuer ein spezielles Unternehmen basteln laesst, bedarf keines Kommentars, aber auch keiner Aufregung - fuer diese Regierung ist es ja normal, dass Gesetzentwuerfe in Karlsruhe korrigiert werden!
überschaut, geschweige denn ehrlich ist, das halte ich für ein Gerücht.
Da tun plötzlich alle ganz erstaunt, als publik wird, das Opel seit Jahren keine Steuern zahlt, Gewinne in die Staaten an das marodeste Autounternehmen der Welt, GM, verschiebt, Verluste hier verrechnet, sowie alle Patente an GM abgeben musste, und dafür auch noch für jedes gebaute Auto Lizenz zahlt.
Jetzt tun die Politkomiker so, als wäre das alles neu für sie und wollen sogar das Insolvenzrecht ändern, ignorieren mit einer stoischen Selbstverständlichkeit, das es sich bei Opel schon seit Ewigkeiten um kein deutsches, sondern um ein 100% amerikanisches Unternehmen handelt, demzufolge auch alle Entscheidungen dort getroffen werden.
"Eine Opel-Insolvenz ist derzeit keine Option", sagte ein Sprecher von GM Europe.
Nein, denn Opel hat hier in Deutschland erst noch alle Verträge des derzeitigen Modellzyklus abzuarbeiten, denn sonst hätte GM noch ein dickeres Problem an der Backe.
Neue Grossaufträge hat GM an Opel definitiv nicht mehr vergeben (das wissen auch alle Politkasper die jetzt laut nach Fortbestand krähen), Patente besitzt Opel hier in Deutschland sowieso nicht mehr, die gehören auch GM (s.oben), die Namensrechte sowieso.
Lt. FOCUS will GM auch keinen müden Cent für Opel beisteuern (können die eh nicht mehr bei aktuell monatlich 10 Mrd. Dollar Verlust!!).
GM erwägt höchstens, die ihnen in Deutschland gehörenden Fabriken als Sacheinlage in ein neues europäisches Unternehmen einzubringen, falls die Insolvenz kommt.
Nachdem diese „Gangster aus Detroit“ Opel wie ein Vampir leer gesaugt haben, fordern sie nun mit aller gebotenen Dreistigkeit auch noch Lohnverzicht von den Opelanern. Derweil soll der Astra in den USA gebaut werden, lt. anderen Quellen zukünftig auch der Vectra.
Und nun kommt ein tolles Statement:
Ein möglicher Weg könne sein, ein Rettungspaket zu schnüren, an dessen Ende „eine eigenständige Opel-AG Europa steht“, sagte Andrea Nahles von der SPD.
Liebe Frau Nahles, vielleicht liest das ja hier ja Ihre 4. Sekretärin:
Ohne Namensrechte, ohne ein einziges Patent, ohne Grossaufträge (und ohne eine Finanzspritze eines kapitalkräftigen Investors) kann es gar keine eigenständige Opel-AG geben, können oder wollen Sie das nicht begreifen??
Oder was sollen die produzieren, Modellautos?
Nö, Elektroautos. Fragen wir doch noch mal bei dieser Fotovoltaik-Firma nach...
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In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
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aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
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Die HRE und Opel, wie auch alle anderen Pleite gegangenen Unternehmen, müssen einem Insolvenzverwalter unterstellt werden. Die Manager und Vorstände müssen sich vor Gericht verantworten, insofern Steuergelder verloren gegangen sind. Insofern das nicht passiert handelt es sich hier um nicht geahndete Verbrechen der Hochfinanz und Großindustrie sowie der verantwortlichen Politiker gegen das deutsche Volk. Gleiches Recht für alle.
Mehr hier:
http://www.heise.de/tp/r4...
der letzte Satz war auch eher ironisch gemeint.
Nur könnten die dann auch nicht mehr unter dem Namen Opel produzieren, denn es wird ja immer der Fortbestand eines deutschen OPEL von der Politik suggeriert.
Letztlich ist der Name auch nicht das alles Entscheidende, Ihr Vorschlag zeigt aber, wie erstarrt und behaftet die Politik in alten Traditionen verharrt.
Anstelle zu sagen, lasst Opel in die Insolvenz gehen, wir packen aber Staatshilfen für die Entwicklung von Elektroautos aus….
Was meinen Sie, was dann für ein Geschrei wegen Wettbewerbsverzerrung von der deutschen Konkurrenz losgeht.
VW kräht jetzt schon wegen Wettbewerb weil man Opel unterstützen will, derweil sie selbst heftigst Staatshilfe für 60.000 Kurzarbeiter kassieren…
Und schlagen Sie mal eine deutsche Autozeitung auf, die feiern sich alle noch (ohne Ausnahme) im Rausch von PS und jeder Kleinwagen wiegt heute schon eine Tonne…
Aber das wissen Sie ja selbst.
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