Opel-Sanierung Reparatur lohnt nicht mehr

Das Urteil fällt schwer. Doch eine geordnete Insolvenz könnte für Opel und seine Mitarbeiter besser sein als ein harter Sparkurs mit staatlicher Unterstützung.

Deutschland ohne Opel. Dieser Gedanke muss nicht lange wirken, um unangenehm zu werden. Opel kennt jedes Kind. Opel gehört dazu, gehört ins Straßenbild, gehört zu uns. Seit mehr als 100 Jahren – aber auch für alle Ewigkeit?

Die Lage der General-Motors-Tochter ist völlig verfahren. Unangenehm ist nicht mehr der Gedanke an ihr Verschwinden, sondern an Milliarden Euro Steuergelder, die verbrennen – oder in Detroit ausgegeben werden. Verbal haben einige Politiker deshalb das Insolvenzverfahren schon eröffnet. Besser, das Undenkbare zu denken, als später eine böse Überraschung zu erleben.

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Aber wer entscheidet, was richtig ist – die Rettung oder die Abwicklung von Opel mit seinen 26.000 Arbeitsplätzen? Als es die Krise noch nicht gab, waren in den Banken die Banker zuständig und in den Autokonzernen die Automanager. Profis, die etwas vom Geschäft zu verstehen schienen und ihre Unternehmen in- und auswendig kannten. Im besten Falle Unternehmer, die einen Businessplan für die Zukunft hatten.

Also etwa das Gegenteil von Rick Wagoner. Der GM-Chef hat seit Monaten keinen Plan mehr, manche sagen: seit Jahren. 2008 hat er mit GM einen Verlust von 31 Milliarden Dollar verursacht und gleichzeitig persönlich 15 Millionen Dollar verdient. Die US-Regierung warf ihm 30 Milliarden Dollar nach, damit GM nicht sofort kollabiert. Ein Totalschaden.

Damit Ähnliches nicht mit Opel passiert, strengen sich hierzulande alle besonders an – am Fließband und im Kanzleramt. Nur einen Plan hat niemand, weil niemand wirklich weiß, was mit diesem Unternehmen und seinen Top-Managern los ist. Man stelle sich Opel als Mittelständler vor, der sich derart schlecht vorbereitet um einen staatlichen Förderkredit bemüht.

Richtig, dass Angela Merkel und ihr neuer Wirtschaftsminister (wo ist Peer Steinbrück?) mehr Informationen fordern, bevor Geld fließt. Aber wie oft wollen sie es noch fordern, wenn seit Monaten nur dünne Zukunftspapiere abgegeben werden? Roland Koch, der hessische Ministerpräsident, irrt, wenn er glaubt, dass Opel in die Pleite diskutiert wird. Das Management selbst zerstört das letzte Vertrauen. Und Vertrauen ist auch im Autogeschäft überlebenswichtig.

Leser-Kommentare
  1. Wenn ich die Summe noch richtig im Kopf habe, war von einem Sanierungsbedarf von 3,3 Milliarden Euro für Opel Deutschland die Rede.
    (Langt sicherlich nicht)

    3.300.000.000 €
    Diese Summe für 26.000 Arbeitsplätze. Nehme ich doch mal 40.000 Arbeitsplätze (incl. der Zulieferer) an.

    Dies wären 82.500 € für jeden Arbeitsplatz.

    Da wäre es doch besser, den Leuten dieses Geld direkt auszuzahlen ?

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    "Etwas einseitig betrachtet und nicht ganz ernst gemeint"

    sie haben mit Ihrem Vergleich keinesfalls unrecht, jedenfalls illustrieren sie sehr schön um welche Größenordnungen es hier geht.

    Auch wenn man das Geld nicht direkt auszahlt, man könnte jedenfalls sehr viele Arbeitslose für sehr lange Zeit versorgen. Und was ist denn das Problem bei einer Opelpleite: nichts anderes als die Arbeitslosigkeit. Diese wird aber nur vorübergehend anhalten, denn wie auch im Artikel richtig vermerkt wird: Autobauer werden immer gebraucht werden, nur eben kurzfristig nicht. Der Markt verschwindet aber langfristig nicht, nur Opel. Und für diese Zwischenzeit kann man sehr viel soziales Leid mit entsprechenden Arbeitslosengeld abfangen - kostet wahrscheinlich nur einen Bruchteil der populären massiven Rettungspakete, die am Ende des Tages einen Untergang des Unternehmens erst nicht zu verhindern mögen.

    Das ist eine sehr optimistische Rechnung. Laut Opel sollen ja nicht 26000 Arbeitsplätze gerettet werden, denn der aktuelle Plan sieht die Streichung von 6000 Arbeitsplätzen vor. Und wer weiß, wie lange die 3,3 Mrd ausreichen? Wer kann ausschließen, dass nicht bald nachgeschossen werden muss. Und wer weiß, ob nicht demnächst auch VW und Ford auf der Matte stehen...

    Tjaaa aber wo lutscht Vater Staat danach die Lohnsteuern ect. ab ? Letztlich zahlt der Staat das ganze Geld an die Banken usw. ja nicht einfach so, er haelt hauptsaechlich den Steuerfluss aufrecht!
    Wenn also Opel seit 10 Jahren in Deutschland nur Verluste angiebt sind allein Lohnsteuern von 25000 Arbeitern trotzdem nicht zu verachten und
    wenn man jetzt noch die Gegenrechnung mit Harz 4 anstellt........

    "Etwas einseitig betrachtet und nicht ganz ernst gemeint"

    sie haben mit Ihrem Vergleich keinesfalls unrecht, jedenfalls illustrieren sie sehr schön um welche Größenordnungen es hier geht.

    Auch wenn man das Geld nicht direkt auszahlt, man könnte jedenfalls sehr viele Arbeitslose für sehr lange Zeit versorgen. Und was ist denn das Problem bei einer Opelpleite: nichts anderes als die Arbeitslosigkeit. Diese wird aber nur vorübergehend anhalten, denn wie auch im Artikel richtig vermerkt wird: Autobauer werden immer gebraucht werden, nur eben kurzfristig nicht. Der Markt verschwindet aber langfristig nicht, nur Opel. Und für diese Zwischenzeit kann man sehr viel soziales Leid mit entsprechenden Arbeitslosengeld abfangen - kostet wahrscheinlich nur einen Bruchteil der populären massiven Rettungspakete, die am Ende des Tages einen Untergang des Unternehmens erst nicht zu verhindern mögen.

    Das ist eine sehr optimistische Rechnung. Laut Opel sollen ja nicht 26000 Arbeitsplätze gerettet werden, denn der aktuelle Plan sieht die Streichung von 6000 Arbeitsplätzen vor. Und wer weiß, wie lange die 3,3 Mrd ausreichen? Wer kann ausschließen, dass nicht bald nachgeschossen werden muss. Und wer weiß, ob nicht demnächst auch VW und Ford auf der Matte stehen...

    Tjaaa aber wo lutscht Vater Staat danach die Lohnsteuern ect. ab ? Letztlich zahlt der Staat das ganze Geld an die Banken usw. ja nicht einfach so, er haelt hauptsaechlich den Steuerfluss aufrecht!
    Wenn also Opel seit 10 Jahren in Deutschland nur Verluste angiebt sind allein Lohnsteuern von 25000 Arbeitern trotzdem nicht zu verachten und
    wenn man jetzt noch die Gegenrechnung mit Harz 4 anstellt........

  2. Und ein weiterer Artikel, in dem die ZEIT das Ende von Opel herbeischreibt.

    Es waere ja in Ordnung, wenn man nach den Entwicklungen der letzten Wochen, in denen sich die GM Europe-Manager nun alles andere als geschickt angestellt haben (wobei - was sollen sie auch an belastbaren Plaenen vorlegen koennen, wenn die Mutter in den USA voellig mit sich selbst beschaeftigt ist?), nun zu dem Schluss kaeme, dass Opel keine Chance mehr verdient habe.

    Bloss - DIE ZEIT erklaert eben dies schon seit Beginn der Krise, beginnend mit der Polemik "Kein Geld fuer Opel", die ausser markigen Worten leider jegliche Substanz vermissen liess. Seitdem geht es in schoenen Abstaenden so weiter - immer mit derselben Stossrichtung. Hier die letzten ZEIT-Ueberschriften zum Thema:
    Opel - Reparatur lohnt nicht mehr
    Opel stirbt langsam
    Opel ist nicht zu retten
    Aussichten fuer Opel immer trueber
    Duestere Planspiele um Opels Zukunft.

    Andere Meinungen finden - anders als in anderen Medien - nicht statt.
    Was nun fuer mich das Problem birgt - ich weiss nicht, wieso ich eigentlich dem heutigen Artikel glauben soll, wenn doch fuer die ZEIT schon von Beginn an feststand, dass Opel untergehen muss. Ich habe eher den Eindruck habe, dass man woechentlich neue Argumente sucht, um diese sowieso schon laengst gefestigte Meinung zu untermauern.

    Sinnlos, ueberhaupt zu versuchen, dagegen zu argumentieren, denn die Linie ist ja offensichtlich laengst klar.

    Interessant finde ich allerdings, dass nun, da der Kapitalismus in einer Krise steckt (die er noch dazu komplett selbst verursacht hat), nach meiner Wahrnehmung zunehmend Artikel in der ZEIT und auf zeit.de erscheinen, die diversen neoliberalen Maximen das Wort reden. Maximen, die sich spaetestens seit September 2008 ueberholt haben sollten.

  3. Je mehr ich drueber nachdenke, desto mehr finde ich, dass man sich die Argumentation des Artikels und seinen Zynismus auf der Zunge zergehen lassen muss.

    Es wird froehlich drueber philosophiert, dass 26.000 Arbeiter allein bei Opel (Zulieferer noch aussen vor) dann halt vielleicht gehen muessen, wenn ihr Autohersteller der Lage wirtschaftlich nicht gewachsen ist. So laeuft die Sache nun einmal, und der Staat sollte sich da bitte raushalten. Waere ja noch schoener. Zynisch wird's spaetestens, wenn das auch noch als Akt der Gnade verkauft werden soll, denn damit haetten die Mitarbeiten immerhin eine klare Aussage. Daimler koenne schliesslich z.B. das Werk in Eisenach doch noch uebernehmen.
    Das Werk Eisenach, das derzeit dank guter Nachfrage fuer den Corsa zwar gut ausgelastet ist, aber "nur" gut 1.900 Mitarbeiter hat. Das soll hier auch nur als Ansatz eines Ausgleichs fuer eine Opel-Pleite verkauft werden?
    Dazu kommt - als potenzieller Kaeufer verlaesst sich der Autor auch noch auf Daimler. Im Ernst - was soll Mercedes-Benz momentan mit einem weiteren Werk? Der Absatz ging im Februar 2009 um 24,5% zurueck, 20.000 Arbeiter wurden im Dezember in Kurzarbeit geschickt, und die Erfahrung mit den Kleinwagen, auf die Eisenach ausgelegt ist, geht Mercedes-Benz voellig ab. Der einzige Ausflug in dieses Gebiet brachte eine clevere Idee (smart), die dann aber viel zu teuer an den Markt gebracht wurde und konsequenterweise ueber 10 Jahre lang Verluste schrieb, weil man halt auch an diesen Markt rangegangen ist, als koenne man sich dort so benehmen wie bei E-Klasse und Co.
    Wobei ich nicht einmal so sehr ueber Daimler mokieren will - sie verdienen Applaus fuer die Erkenntnis, dass man keine 2 Tonnen Stahl und Plastik benoetigt, um eine Person von A nach B zu befoerdern.

    Daimler soll also Eisenach aufkaufen. Wenn der Preis niedrig genug ist. Vielleicht.

    Wow.

    • Seckel
    • 09.03.2009 um 12:05 Uhr

    Nimmt man den Verlauf der Rezeption in den 1990er Jahren fernöstlicher Produktionsweisen in Nordamerika oder auch Europa zur Kenntnis, fällt auf, dass ganz offenbar während der Rezeption nicht bemerkt wurde, dass links und rechts des Atlantiks, wenn man so will und pointiert gesprochen, schon japanischer produziert wurde als in Japan selbst; und letzteres seinen Grund darin hatte, dass Japan nach der so genannten Meji-Revolution im 19. Jahrhundert sich anschickte, die abendländische Produktionsweise zu studieren. Spricht man davon, dass eine Reparatur nicht mehr lohne, redet man somit davon, künftig in Gänze ohne industrielle Arbeit und ausschließlich von Dienstleistungsarbeit zu leben. Ganz offenbar indessen drückt solches nicht mehr als Allmachtsphantasien aus. So what?

  4. Die deutschen Zeitungen überschlagen sich vor Empörung: Opel hat die Gewinne in die USA überwiesen, die Verluste in Deutschland deklariert.

    Umgehend kommt die Antwort aus den USA: Wieviel Mrd. Euro hat die Deutsche Bank von AIG erhalten?

    Die deutsche Öffentlichkeit sollte vorsichtig sein. Deutschland ist zu sehr von seinen Exportfirmen abhängig, um sich solche Diskussionen leisten zu können. Binnenkonjunktur haben wir schon seit Jahren nicht mehr sondern jahrelang klammheimlich von der heute verteufelten amerikanischen Wirtschaftspolitik profitiert.

    Oder wollte jemand ernsthaft erzählen, die deutsche Wirtschaft könnte an Ich-AGs und Ein-Euro-Jobs genesen? Oder anders gefragt: Wo soll das einsame Opel-Unternehmen seine Autos absetzen? Selbst wenn alle Landesregierungen, Landkreise, Städte und Kommunen ihre Dienstwagen auf Opel umstellen wird das kaum reichen, um einen soliden Absatz zu garantieren.

    Aber das Schicksal von Opel und seiner Beschäftigten interessiert ohnehin nur am Rande.

    Es glaube keiner, daß die amerikanische Regierung Deutschland kostenlos aus der Pflicht nimmt. Die 4-5 Milliarden Euro wird die deutsche Regierung an GM zahlen, auch wenn Opel morgen Insolvenz anmelden sollte.

    Der Solidaritätsbeitrag Deutschland ist von der amerikanischen Regierung fest eingeplant. Schließlich hat die amerikanische Regierung jahrelang toleriert, dass deutsche Kommunen mit den absurdesten Vertragskonstruktionen das amerikanische Steuerrecht ausnutzen. Stichwort Crossborder-Leasing.

    Außerdem muß nüchtern konstatiert werden, daß sich die Wirtschaft nicht nur in einer Finanzkrise befindet. Nein, die Wirtschaft befindet sich schon seit Jahren in einer Strukturkrise. In Deutschland werden schon seit Jahren immer mehr Menschen vom Wirtschaftsleben ausgegrenzt und mit Plätzen an einer Tafel abgespeist. Die Wucherung der Ein-Euro-Jobs hat Ausmaße eines Dritte-Welt-Landes errreicht.

    Mit Afrika wurde ein ganzer Kontinent von der Weltwirtschaft abgekoppelt. In China zeigt sich, daß der Aufschwung trotz intensivster Eingriffe des Staates an 80 Prozent der Bevölkerung vorbeigelaufen ist. Die These, daß China den Nachfrageausfall Amerikas kompensieren könnte, ist kläglich gescheitert.

    Die zentrale Frage für die Opel-Beschäftigten lautet nur, wie sie in Zukunft bezahlt werden. Aus dem Sozialbudget des Staates mit Leiharbeiterperspektive oder ein wenig länger als Beschäftigte eines Technologiemuseums und der gleichen langfristigen wenig hoffnungsvollen Perspektive bei einem Zeitarbeitsunternehmen.

    Die Ängste der Opelaner sind verständlich. Geht es doch weniger um die Tradition und das Selbstbewußtsein als Angehörige eines Traditionsunternehmens. Der aufmerksame Opelaner konnte schon lange an den Kollegen mit den schlechter bezahlten Leiharbeitsverträgen studieren welche Zukunft ihm blüht.

    Die IG-Metall sollte sich nicht so halbstark gebärden. Die IG-Metall hat das Trauerspiel von Rüsselsheim mitverschuldet. Sie hat der Aufspaltung der Belegschaften in Privilegierte und Tagelöhner tatenlos zugesehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "US Regierung entscheidet- niemand sonst" etwa über Opel?

    Geht es sich hier um kommunistische Umtriebe, die das sofortige Eingreifen des "Komitees für unamerikanische Aktivitäten" erforderlich machen?! Es ist doch wohl eher so, das die Eigentümer und Manager von General Motors seit über 100 Jahren das Sagen haben in Rüsselsheim.

    Dann legt @korfstroem noch mit dem geschriebenen Witz nach.

    "Es glaube keiner, daß die amerikanische Regierung Deutschland kostenlos aus der Pflicht nimmt. Die 4-5 Milliarden Euro wird die deutsche Regierung an GM zahlen, auch wenn Opel morgen Insolvenz anmelden sollte."

    Wie kommt denn der deutsche Steuerzahler dazu 5 Milliarden an GM zu zahlen und wieso steht die Regierung Deutschlands "in der Pflicht"?
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich ja richtig lachen!

    • lispm
    • 09.03.2009 um 15:47 Uhr

    Moment, die Produkte, an denen europäische Banken so schlucken, hat doch AIG verkauft?! Produkte, die sich als wertlos herausgestellt haben und die zum Teil durchaus als Betrug bezeichnen kann. Wer hat da wem Geld gezahlt? Erst einmal haben europäische Banken und andere Anleger sehr viel Geld für AIG-Produkte bezahlt, die jetzt nichts mehr wert sind oder erhebliche finanzielle Nachwirkungen haben.

    AIG hat basierend auf falschen Angaben, gelogenen Ratings, etc. Produkte gebastelt, die die blöden Europäer gekauft haben. Das ist doch einer der grössten Betrugsfälle der Geschichte. Zusammen mit Helfern in Europa haben Firmen wie AIG diese Produkte hier an den Markt gebracht.

    Falls die USA dafür nicht einstehen, dann geht in Europa bei einigen Banken das Licht aus. Die USA sind dann ebenso erledigt.

    "US Regierung entscheidet- niemand sonst" etwa über Opel?

    Geht es sich hier um kommunistische Umtriebe, die das sofortige Eingreifen des "Komitees für unamerikanische Aktivitäten" erforderlich machen?! Es ist doch wohl eher so, das die Eigentümer und Manager von General Motors seit über 100 Jahren das Sagen haben in Rüsselsheim.

    Dann legt @korfstroem noch mit dem geschriebenen Witz nach.

    "Es glaube keiner, daß die amerikanische Regierung Deutschland kostenlos aus der Pflicht nimmt. Die 4-5 Milliarden Euro wird die deutsche Regierung an GM zahlen, auch wenn Opel morgen Insolvenz anmelden sollte."

    Wie kommt denn der deutsche Steuerzahler dazu 5 Milliarden an GM zu zahlen und wieso steht die Regierung Deutschlands "in der Pflicht"?
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich ja richtig lachen!

    • lispm
    • 09.03.2009 um 15:47 Uhr

    Moment, die Produkte, an denen europäische Banken so schlucken, hat doch AIG verkauft?! Produkte, die sich als wertlos herausgestellt haben und die zum Teil durchaus als Betrug bezeichnen kann. Wer hat da wem Geld gezahlt? Erst einmal haben europäische Banken und andere Anleger sehr viel Geld für AIG-Produkte bezahlt, die jetzt nichts mehr wert sind oder erhebliche finanzielle Nachwirkungen haben.

    AIG hat basierend auf falschen Angaben, gelogenen Ratings, etc. Produkte gebastelt, die die blöden Europäer gekauft haben. Das ist doch einer der grössten Betrugsfälle der Geschichte. Zusammen mit Helfern in Europa haben Firmen wie AIG diese Produkte hier an den Markt gebracht.

    Falls die USA dafür nicht einstehen, dann geht in Europa bei einigen Banken das Licht aus. Die USA sind dann ebenso erledigt.

  5. Es wird in letzter Zeit - nicht nur in der ZEIT, sondern auch in der Süddeutschen, der Frankfurter Rundschau oder bei Spiegel online - darüber diskutiert, dass auch während eines Insolvenzverfahrens ein Unternehmen fortgeführt und gerettet werden kann. Als erster äußerte die Überlegung, so ich mich richtig erinnere, Wolfgang Schäuble.

    Es stellen sich allerdings im Rahmen dieser Überlegung zwei entscheidende Fragen:

    1. Wie kann ein Unternehmen im Insolvenzverfahren seine eigenen, von der (Raben-)Mutter GM verpfändeten, Patente zurückerwerben? Denn ohne diese Patente ist Opel nicht handlungs- und überlebensfähig.

    2. Was wird aus den ausstehenden Forderungen der Opel-Händler und -Zulieferer, wenn das Unternehmen in die Insolvenz geht? Verfallen diese, so könnte dies eine ganze Kette von Dominosteinen zu Fall bringen, da Opel-Händler auf einmal keine Forderungen gegenüber ihrer Bank mehr als Sicherheit hätten, was gerade jetzt den die sofotige Fälligkeit und damit die Insolvenz von Händlern zur Folge hätte, Zulieferern drohte das gleiche Schicksal, was wiederum Auswirkungen auf einzeln Chemie- und Maschinenbauunternehmen hätte usw.

    Man müsste das alles einmal ganz nüchtern durchkalkulieren und überlegen, welches Szenario den geringsten Schaden (bis ins dritte, vierte und fünfte Glied der Kette) zur Folge hat. Freilich sind hierbei entscheidende Parameter die Kooperationsbereitschaft der US-Regierung oder das Verhalten der EU-Kommission.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist eine Änderung des Insolvenzrechts und eine Änderung des öffentlichen Bewußtseins.

    Allerdings würde die Insolvenz von Opel für die meisten Beschäftigten nichts ändern. Für drei Monate erhalten sie Insolvenzgeld, dann ein nettes Dankeschön für ihren beispielhaften Einsatz und vielleicht 6 Monate später das Angebot eines Zeitarbeitsvertrages. Dann dürfen sie für 60 Prozent des alten Gehaltes unter Wegfall aller Sozialleistungen den alten Job machen. Das Angebot wird von der Bundesagentur mit einem kleinen Hinweis auf mögliche Streichung des ALG verdeutlicht.

    Beispiele gab es in der Vergangenheit genug.

    Bei allen Wortmeldungen aus der Politik ist der Wahlkampf tonangebend.
    Inhaltlich sind diese Worthülsen im günstigsten Fall substanzlos, bei Aussagen zur Insolvenz grundfalsch.

    ist eine Änderung des Insolvenzrechts und eine Änderung des öffentlichen Bewußtseins.

    Allerdings würde die Insolvenz von Opel für die meisten Beschäftigten nichts ändern. Für drei Monate erhalten sie Insolvenzgeld, dann ein nettes Dankeschön für ihren beispielhaften Einsatz und vielleicht 6 Monate später das Angebot eines Zeitarbeitsvertrages. Dann dürfen sie für 60 Prozent des alten Gehaltes unter Wegfall aller Sozialleistungen den alten Job machen. Das Angebot wird von der Bundesagentur mit einem kleinen Hinweis auf mögliche Streichung des ALG verdeutlicht.

    Beispiele gab es in der Vergangenheit genug.

    Bei allen Wortmeldungen aus der Politik ist der Wahlkampf tonangebend.
    Inhaltlich sind diese Worthülsen im günstigsten Fall substanzlos, bei Aussagen zur Insolvenz grundfalsch.

  6. ist eine Änderung des Insolvenzrechts und eine Änderung des öffentlichen Bewußtseins.

    Allerdings würde die Insolvenz von Opel für die meisten Beschäftigten nichts ändern. Für drei Monate erhalten sie Insolvenzgeld, dann ein nettes Dankeschön für ihren beispielhaften Einsatz und vielleicht 6 Monate später das Angebot eines Zeitarbeitsvertrages. Dann dürfen sie für 60 Prozent des alten Gehaltes unter Wegfall aller Sozialleistungen den alten Job machen. Das Angebot wird von der Bundesagentur mit einem kleinen Hinweis auf mögliche Streichung des ALG verdeutlicht.

    Beispiele gab es in der Vergangenheit genug.

    Bei allen Wortmeldungen aus der Politik ist der Wahlkampf tonangebend.
    Inhaltlich sind diese Worthülsen im günstigsten Fall substanzlos, bei Aussagen zur Insolvenz grundfalsch.

  7. "US Regierung entscheidet- niemand sonst" etwa über Opel?

    Geht es sich hier um kommunistische Umtriebe, die das sofortige Eingreifen des "Komitees für unamerikanische Aktivitäten" erforderlich machen?! Es ist doch wohl eher so, das die Eigentümer und Manager von General Motors seit über 100 Jahren das Sagen haben in Rüsselsheim.

    Dann legt @korfstroem noch mit dem geschriebenen Witz nach.

    "Es glaube keiner, daß die amerikanische Regierung Deutschland kostenlos aus der Pflicht nimmt. Die 4-5 Milliarden Euro wird die deutsche Regierung an GM zahlen, auch wenn Opel morgen Insolvenz anmelden sollte."

    Wie kommt denn der deutsche Steuerzahler dazu 5 Milliarden an GM zu zahlen und wieso steht die Regierung Deutschlands "in der Pflicht"?
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich ja richtig lachen!

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    Eine kurze Korrektur zum Beitrag von Dasunheimlicheholg:
    Opel ist zwar schon sehr lang eine 100%ige Tochter von GM. Aber
    "seit über 100 Jahren" ist doch ein bisschen uebertrieben.
    Die Umwandlung von der KG zur AG erfolgte allerdings erst 1929 - im selben Jahr wurden zunaechst 80% und dann 100% an GM verkauft. Sprich: 2009 jaehrt sich die Uebernahme zum 80. Mal.

    ---
    StGB §328, Absatz 2.3:
    Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.

    "US Regierung entscheidet- niemand sonst" - das uns das nicht gefällt - ja klar!
    Aber darum geht es leider nicht!
    Auf Grund der Finanzspritze der US-Regierung hat die das Sagen im Moment. Und die Wahrscheinlichkeit, dass deutsche Steuermittel zu Opel fließen ist auch bei über 99% und da Opel Teil von GM ist ...

    Eine kurze Korrektur zum Beitrag von Dasunheimlicheholg:
    Opel ist zwar schon sehr lang eine 100%ige Tochter von GM. Aber
    "seit über 100 Jahren" ist doch ein bisschen uebertrieben.
    Die Umwandlung von der KG zur AG erfolgte allerdings erst 1929 - im selben Jahr wurden zunaechst 80% und dann 100% an GM verkauft. Sprich: 2009 jaehrt sich die Uebernahme zum 80. Mal.

    ---
    StGB §328, Absatz 2.3:
    Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.

    "US Regierung entscheidet- niemand sonst" - das uns das nicht gefällt - ja klar!
    Aber darum geht es leider nicht!
    Auf Grund der Finanzspritze der US-Regierung hat die das Sagen im Moment. Und die Wahrscheinlichkeit, dass deutsche Steuermittel zu Opel fließen ist auch bei über 99% und da Opel Teil von GM ist ...

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