Übernahmewelle Pharmabranche leidet an Fusionitis
Mitten in der Wirtschaftskrise kaufen Arzneimittelkonzerne Konkurrenten - für Milliarden. Doch die Übernahmewelle ist vor allem Ausdruck schlechter Forschungspolitik

© Tom Mihalek/AFP/Getty Images)
Pharmariese Merck will sich in der Krise durch Zukäufe stärken. Im Bild Unternehmensgebäude in Landsdale, Pennsylvania
Weil die Pharmabranche jahrelang mehr mit sich selbst als mit der Erforschung neuer Pillen beschäftigt war, geht ihr nun der Nachschub aus. In ihrer Not rücken die Riesen enger und enger zusammen, was sich aktuell zunächst in den USA beobachten lässt: Branchenprimus Pfizer hat die Übernahme des Wettbewerbers Wyeth noch nicht vollzogen, da machte Branchengigant Merck & Co. heute ein Angebot für Konkurrenten Schering-Plough.
Doch auch die europäische Pharmaindustrie dürfte nicht verschont bleiben: Der französische Konzern Sanofi-Aventis ist schon seit geraumer Zeit wieder Gegenstand von Übernahmegerüchten – nachdem er schon dutzende Zusammenschlüsse verdaut und so auch die ehemalige Hoechst AG in sich aufgenommen hat.
Die Pharmariesen gehen stets nach demselben Muster vor. Wenn in den eigenen Labors der Nachschub an Pillen knapp wird, versuchen die Manager den Mangel anderswo zu decken. Eine Übernahme bringt neue Produkte und spart Kosten – weil dabei meist viele Leute entlassen werden.
Die Frage ist nur, ob das Ganze langfristig nicht eher kontraproduktiv wirkt. Wer immerzu Umzugskartons im Labor stehen hat und um seine Stelle bangen muss, kann sich schwerlich auf die Arbeit konzentrieren und erfindet am Ende noch weniger Arzneien.
Inwieweit von einer neuerlichen Fusionswelle deutsche Mitarbeiter betroffen sein werden, ist fraglich. Die meisten amerikanischen Konzerne beschäftigen von Pharmavertretern abgesehen hierzulande kaum Personal. Und Bayer, Deutschlands größter Pillenhersteller, hat sich aktuell erst mal eine Pause verordnet. Wegen der aktuellen Wirtschaftskrise – die allerdings eher das Chemiegeschäft trifft, habe er „in diesem Jahr nicht die Absicht große Transaktionen vorzunehmen“, sagte Bayer-Chef Werner Wenning während der Bilanzpressekonferenz.
- Datum 09.03.2009 - 17:13 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Wie sagte schon Adam Smith, leider in grossen Teilen falsch Verstandener und falsch interpretierter Vorzeigeökonom der Neoliberalen Agenda...
Die Interessen der Händler (zu Smith's Zeiten) in welcher bestimmten Branche auch immer, ist in allen Aspekten unterschiedlich oder geradewegs diametral zu den Interessen der weiteren Oeffentlichkeit. Den Markt zu erweitern und die Konkurrenz zu vermindern ist immer im Interesse der Händler.
Adam Smith, The Wealth of Nations,
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
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