Nachwuchsdirigent Shoichi, der Taktgeber

Der Japaner Shoichi Kubota reist um die ganze Welt, um seinen Berufswunsch zu verwirklichen: Er will ein großes Orchester dirigieren

Volle Konzentration: Shoichi beim Dirigieren

Volle Konzentration: Shoichi beim Dirigieren

Leise summt Shoichi Kubota die Harmonien der Musik auf seinem iPod mit, hält einen Ton und wiederholt die Stelle in einem anderen Tempo. Ob im Café oder im Flugzeug - die Reaktionen der anderen sind ihm dabei meist egal. Mehrere Stunden am Tag liest er Noten und hört dabei innerlich die Melodie. So bekommt er eine Idee vom Rhythmus und vom Tempo der Musik. Ein selbst erschaffener Tinnitus.

Der Japaner Shoichi ist 27 und will Dirigent werden. Die großen Meister auf seine Weise zu interpretieren sei sein Traum, sagt er und stellt sich dabei leicht auf die Zehenspitzen. Dass dieser 1,60 Meter kleine Mann mit den dunklen Haaren und der randlosen Brille ein großes Orchester kontrollieren könnte, ist auf den ersten Blick kaum vorstellbar. Vor zwölf Jahren zog Shoichi von Tokio nach New York, um dort ein Internat und später ein College zu besuchen und seinen Traum, Dirigent zu werden, zu verwirklichen. Inzwischen ist er 27, eine feste Anstellung hat Shoichi, der sich in den USA nur noch Sean nennt, weil die Amerikaner seinen Namen einfach nicht aussprechen können, nicht.

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Seine Basis ist ein Appartement im nördlichen Manhattan, das er sich mit zwei Mitbewohnerinnen teilt. Eine ist Japanerin, die Violinistin werden will, die andere ein Mädchen aus Peru, die Englisch für Fremdsprachler unterrichtet. Eine WG mit ganz gewöhnlichen Problemen. "Die beiden putzen einfach nie. Dann mache ich es eben selber, und wir verstehen uns gut."

Von Manhattan aus reist Shoichi um die ganze Welt, um sein Talent bei Wettbewerben für Nachwuchskünstler zu beweisen oder bei berühmten Dirigenten in die Lehre zu gehen. Beeindruckt habe ihn bisher vor allem Riccardo Muti, erzählt er, und zeigt ein Bild eines eleganten Mannes, der ein wenig an Kurt Felix erinnert, als der noch mit Paola Verstehen Sie Spaß...? moderierte. Lernen soll er bei ihm, was eigentlich niemand lernen kann. Entweder man habe die Persönlichkeit, ein Orchester zu leiten, oder eben nicht, sagt Shoichi.

Viele Eltern hätten angesichts Shoichis Berufswunsches wahrscheinlich skeptisch die Nase gekräuselt und gefragt, wie viele Jobs es wohl für Dirigenten weltweit geben mag. Die Antwort hätte ihnen nicht gefallen: "Eine Handvoll vielleicht." Beim Sir Georg Solti Wettbewerb hat er es immerhin in die zweite Runde geschafft. Als einer von 800. Gewonnen hat aber ein anderer.

Ob er Japan und seine Eltern manchmal vermisse? Nein, sagt er, er sehe seine Eltern zweimal im Jahr. Seit es die japanischen TV-Shows im Internet gebe, habe er alles, was man brauche, um sich heimisch zu fühlen. Wenn er sagt, dass die Entfernung zu seinen Eltern nichts Schlechtes sei, ahnt man, dass sie Leistung und Erfolge von ihm erwarten. Sein Vater sei ein fordernder und strenger Mann, der seine Mutter nie geheiratet habe. Das ist alles, was ihm über seine Familie zu entlocken ist.

Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    [entfernt. Bitte halten Sie sich an die hier geltenen Verkehrssprachen. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]

  2. 2. ...

    Die durchgehende Bezeichnung "Shoichi" (Vorname) finde ich mehr als nur ein wenig despektierlich. Wuerden Sie in einem Artikel auch durchgehend "Angela" schreiben fuer unsere Kanzlerin?

    Ansonsten erinnert mich diese Geschichte irgendwie stark an "Nodame cantabile", eine japanische Fernsehserie, in der ein begnadeter Musiker langsam zu einem Diregenten wird und bei einem beruehmten Europaer in die Lehre geht.

    Das ewige Klischee vom "strebsamen" und "fleissigen" Japaner geht mir auch ein wenig auf die Nerven (auch wenn es bei Herrn Kubota stimmen mag).

    An die Redaktion: Geben Sie mir Artikel, die mit Japan zu tun haben, doch einfach mal vorab zum durchlesen. Ich korrigiere Ihnen allzu haarstraeubende Fehler auch gerne umsonst ...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die durchgehende Bezeichnung "Shoichi" (Vorname) finde ich mehr als nur ein wenig despektierlich. Wuerden Sie in einem Artikel auch durchgehend "Angela" schreiben fuer unsere Kanzlerin?

    Nun machen Sie sich doch mal ein bisschen locker und seien Sie nicht so 厳しい.
    Das ist doch ein ganz gewöhnliches stilistisches Mittel in einem solchen Artikel, welches ich nicht unbedingt mit Respektlosigkeit bezeichnen würde, zumal Herr Kubota nicht Aso heißt.

    Das ewige Klischee vom "strebsamen" und "fleissigen" Japaner geht mir auch ein wenig auf die Nerven (auch wenn es bei Herrn Kubota stimmen mag).

    Es mag abgedroschen sein, immer vom "fleißigen" Japaner zu reden, aber das "頑張る" (sich anstrengen) hat noch immer eine solch zentrale Bedeutung in der japanischen Gesellschaft. 頑張り屋 (sich anstrengende Leute) genießen doch sowohl in der Partnerschaft, im Bekanntenkreis als auch nach außen hin Anerkennung. Ich würde die Japaner immernoch als fleißiges Volk bezeichnen.
    Auch wenn sich heutzutage immer weniger junge Japaner für das "normale Firmenleben" eines Japaners entscheiden, was ja nicht unbedingt als "schlecht" zu bezeichnen ist.

    An die Redaktion: Geben Sie mir Artikel, die mit Japan zu tun haben, doch einfach mal vorab zum durchlesen. Ich korrigiere Ihnen allzu haarstraeubende Fehler auch gerne umsonst ...

    Geben Sie mir ein paar ab? Dann passiert so etwas:
    http://www.zeit.de/online...
    vielleicht nicht mehr.

    Die durchgehende Bezeichnung "Shoichi" (Vorname) finde ich mehr als nur ein wenig despektierlich. Wuerden Sie in einem Artikel auch durchgehend "Angela" schreiben fuer unsere Kanzlerin?

    Nun machen Sie sich doch mal ein bisschen locker und seien Sie nicht so 厳しい.
    Das ist doch ein ganz gewöhnliches stilistisches Mittel in einem solchen Artikel, welches ich nicht unbedingt mit Respektlosigkeit bezeichnen würde, zumal Herr Kubota nicht Aso heißt.

    Das ewige Klischee vom "strebsamen" und "fleissigen" Japaner geht mir auch ein wenig auf die Nerven (auch wenn es bei Herrn Kubota stimmen mag).

    Es mag abgedroschen sein, immer vom "fleißigen" Japaner zu reden, aber das "頑張る" (sich anstrengen) hat noch immer eine solch zentrale Bedeutung in der japanischen Gesellschaft. 頑張り屋 (sich anstrengende Leute) genießen doch sowohl in der Partnerschaft, im Bekanntenkreis als auch nach außen hin Anerkennung. Ich würde die Japaner immernoch als fleißiges Volk bezeichnen.
    Auch wenn sich heutzutage immer weniger junge Japaner für das "normale Firmenleben" eines Japaners entscheiden, was ja nicht unbedingt als "schlecht" zu bezeichnen ist.

    An die Redaktion: Geben Sie mir Artikel, die mit Japan zu tun haben, doch einfach mal vorab zum durchlesen. Ich korrigiere Ihnen allzu haarstraeubende Fehler auch gerne umsonst ...

    Geben Sie mir ein paar ab? Dann passiert so etwas:
    http://www.zeit.de/online...
    vielleicht nicht mehr.

  3. 3. ...

    "Dirigenten"

  4. Die durchgehende Bezeichnung "Shoichi" (Vorname) finde ich mehr als nur ein wenig despektierlich. Wuerden Sie in einem Artikel auch durchgehend "Angela" schreiben fuer unsere Kanzlerin?

    Nun machen Sie sich doch mal ein bisschen locker und seien Sie nicht so 厳しい.
    Das ist doch ein ganz gewöhnliches stilistisches Mittel in einem solchen Artikel, welches ich nicht unbedingt mit Respektlosigkeit bezeichnen würde, zumal Herr Kubota nicht Aso heißt.

    Das ewige Klischee vom "strebsamen" und "fleissigen" Japaner geht mir auch ein wenig auf die Nerven (auch wenn es bei Herrn Kubota stimmen mag).

    Es mag abgedroschen sein, immer vom "fleißigen" Japaner zu reden, aber das "頑張る" (sich anstrengen) hat noch immer eine solch zentrale Bedeutung in der japanischen Gesellschaft. 頑張り屋 (sich anstrengende Leute) genießen doch sowohl in der Partnerschaft, im Bekanntenkreis als auch nach außen hin Anerkennung. Ich würde die Japaner immernoch als fleißiges Volk bezeichnen.
    Auch wenn sich heutzutage immer weniger junge Japaner für das "normale Firmenleben" eines Japaners entscheiden, was ja nicht unbedingt als "schlecht" zu bezeichnen ist.

    An die Redaktion: Geben Sie mir Artikel, die mit Japan zu tun haben, doch einfach mal vorab zum durchlesen. Ich korrigiere Ihnen allzu haarstraeubende Fehler auch gerne umsonst ...

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    vielleicht nicht mehr.

    Antwort auf "..."

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