Verhaltensbiologie Geplantes Affentheater
Der Zoo-Schimpanse Santino bewirft die Besucher gerne mit Steinen. Die sammelt er, Stunden bevor der Tierpark öffnet. Kann er die Zukunft planen?

© Jeff J. Mitchell/Getty Images
Schimpansen sind uns vermutlich auch kognitiv viel ähnlicher als vermutet: Ein Affe in Schweden bewies Forschern, dass die Tiere offenbar vorausplanen
Er spielt gerne den Proleten. Dann türmt sich Santino zu seiner vollen Größe auf, und seine Haare sträuben sich. Schließlich schiebt der Schimpanse die Schultern nach vorne und setzt einen fiesen Blick auf. Fertig ist das bedrohliche Schauspiel. Bis auf eine Kleinigkeit: Der durchtriebene Affe wirft auch noch mit Steinen. Und die sammelt er vorher.
Mehr als 50 Munitionslager hat der Affe bereits in seinem Gehege im schwedischen Furuvik eingerichtet. Die befüllt er regelmäßig, bevor die Schaulustigen an die Brüstung drängen. Ein Verhalten, dem gewiefte Planung vorangeht und das wir eigentlich nur von einer Spezies kennen: uns selbst.
"Dieses Verhalten setzt ein hochentwickeltes Bewusstsein voraus", sagt Mathias Osvath von der Universität in Lund. "Schimpansen haben höchstwahrscheinlich eine 'innere Welt' wie wir sie haben, in der sie vergangene Ereignisse rekapitulieren und über künftige nachdenken." Bislang dachten Verhaltensforscher und Biologen, dass diese kognitive Fähigkeit dem Menschen vorbehalten ist. Zwar stochern Affen etwa mit Stöcken in Termitenhaufen, um an die nahrhaften Insekten zu gelangen. Auch versuchen Primaten, mit Steinen Nüsse zu knacken. Allerdings war nie klar, ob diese Methoden wirklich geplant wurden oder die spontane Reaktion auf ein akutes Verlangen waren.
Das Steinewerfen des 31-jährigen Schimpansen Santino mache jetzt aber den Unterschied, schreibt Osvath im Magazin Current Biology . Mehr als zehn Jahre haben Tierpfleger den Rowdy beobachtet und Erstaunliches entdeckt: Santino sammelt die Steine in seinem Gehege nur dann ein, wenn der Zoo geschlossen ist. Sobald sich morgens Besucher nähern, macht der Schimpanse einen auf gefährlich und wirft seine Munition in die Menge. Während er dabei sehr aufgeregt ist, hat er bei der Suche nach seinen Wurfgeschossen die Ruhe weg.
Das konnte eine Tierpflegerin, die sich morgens im Gehege versteckte, genau beobachten. Mehr noch: Santino verteilte gefundene Steine auf mehrere Verstecke. Zugleich bearbeite er größere Gesteinsbrocken so lange, bis sie sich als Wurfmunition eigneten. Dazu schlug und kratzte er Betonstücke aus den Wänden seiner Unterkunft. Die ist durch einen kleinen Wassergraben und eine erhöhte Steinmauer von den Zuschauern getrennt.
- Datum 10.03.2009 - 16:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...wenn Affen eines Tagen von sich aus lernen, in unserer Sprache zu sprechen und den Wunsch äußern, dass wir sie freilassen?
Wird es dann spezielle Affenrechte geben oder werden die Menschenrechte auf die Affen ausgedehnt? Tierschützer jedenfalls hätten ihren Spaß daran, die Moral der Zoos bzgl. Gefangennahme von Tieren in der Luft zu zerrreißen.
Man stelle sich nurmal vor, der Affe realisier, dass er nur existiert, um den ganzen Tag begafft zu werden und reagiere deshalb mit dem Werfen von Steinen. Eigentlich zählte das dann schon unter Tierqualerei.
"Was passiert eugentlich wenn Affen eines Tagen von sich aus lernen, in unserer Sprache zu sprechen und den Wunsch äußern, dass wir sie freilassen?"
Nichts - denn der Rachen-& Kehlraum ist nicht geeignet, die 'menschliche' Sprache(n) zu sprechen.
Anber falls sie einmal eine sprache - erlernen (wozu auch weitergabe mit zu zählen ist), dann haben wir in der Tat Brüder und Schwestern auf dem Planeten.
Was genau der Unterschied zwischen menschen und Schimpanzen ist, ist gar nicht so einfach zu ermitteln.
Den besten Ansatz dürfte noch von tomasello stammen, der den Unterschied in zwei verscheidenen Formen des Erlernens sieht.
Schimpanzen (wie alle übrigen affen auch) scheinen nicht (primär) zu lernen durch Nachahmung - Menschen schon.
D. h., wenn sie einem Kind zeigen, wie es an ein leckerli heran kommt, dann merkt sich das Kind die Methode sehr schnell - auch dann, wenn sie es nicht explizit darauf aufmerksam gemacht haben, sondern es nur vor ihm taten.
Schimpanzen handeln da nicht so, sie wissen wohl, wo das leckerli ist, aber sie können nicht einfach die Herangehendsweise imitieren.
Möglicherweise ist dies dasselbe bei Sprache auch - jede Sprache ist nicht nur einfach ein Informations- und Kommunikationssystem, sondern - und das könnte hier sehr wichtig sein - ein Speichersystem. Damit meine ich nicht soetwas wie das Abspeichern von Informationen in bestimmten sprachlichen Formen wie z. b. Versen etc... - sondern die Worte selbst, die für etwas stehen, speichern eben dieses für etwas auch ab in der Verquickung von einer Lautabfolge und eines abstrahierten sinnlichen Gegebenen (eiunen gegenstand, von dem signifikante merkmale derartig bewahrt werden, dass über diese ähnliche gegenstände als wesentlich gleich erkannt werden können).
Es ist gut möglich, dass eben über sprache welt überhaupt konstituiert und wahrnehmbar wird indem diese in einem grundsätzlichen Rahmen auf Dauer gesetzt werden. Dieser schimpanze hier macht etwas ähnliches ja - er kann ja ganz offensichtlich vorausplanen - er sammeln bestimmte, fürs werfen geeignete, Steine, die er an bestimmten stellen ansammlt und die später dann zu einer ganz bestimmten handlung in eienr situation eingesetzt werden - er bewirft Zuschauer damit. Das ist eine Kette von Planschritten, die miteinander verknüpft sein müssen und die sich auch gemerkt werden müssen fürs nächste Mal.
Er benötigt also irgendetwas, dass derartig ist, dass er eben immer wieder diese Handlungsabläufe erneut initialisieren kann - eine Form von Gedächtnis und in dieser eine ganz bestimmte Form (oder Plural?) von abgespeichertem - dass diese Handlungsseqquenz initialisiert udn es ermöglicht sie durchzuziehen inc. dem warten auf die zuschauer etc....
Das ist sehr sprachmäßig von der funktion her gesehen - aber: es ist eine einzelne Handlung. Und auch wenn - was wohl der Fall sein wird - auch andere ähnliche solche Leistungen hinzukommen, so ist es noch nicht derartig allgemein, dass komplette Alltagsbewältigung darauf fußt und das es eine derartige abspeicherform zu sein scheint, dass diese gut vermittelbar wäre. Wenn ein mensch sprechen kann, dann können sie auch mit ihm reden und sie können ihm etwas beibringen, indem sie ihn dazu bringen a.) ihre worte in einem funktionalen Ablauf zu übersetzen und dann in eigenen worten/Symbolen abzuspeichern oder b.) einfach indem er ihre worte merkt - und ihm zukünftig die erste möglichkeit (a) eröffnen.
Was nutzt es denn, wenn sie steine sammeln können, das richtig bewu0t auch tun und später auf zuschauer erfolgreich werfen, wenn sie dies tolle nicht einem anderen beibringen können?.
"Was passiert eugentlich wenn Affen eines Tagen von sich aus lernen, in unserer Sprache zu sprechen und den Wunsch äußern, dass wir sie freilassen?"
Nichts - denn der Rachen-& Kehlraum ist nicht geeignet, die 'menschliche' Sprache(n) zu sprechen.
Anber falls sie einmal eine sprache - erlernen (wozu auch weitergabe mit zu zählen ist), dann haben wir in der Tat Brüder und Schwestern auf dem Planeten.
Was genau der Unterschied zwischen menschen und Schimpanzen ist, ist gar nicht so einfach zu ermitteln.
Den besten Ansatz dürfte noch von tomasello stammen, der den Unterschied in zwei verscheidenen Formen des Erlernens sieht.
Schimpanzen (wie alle übrigen affen auch) scheinen nicht (primär) zu lernen durch Nachahmung - Menschen schon.
D. h., wenn sie einem Kind zeigen, wie es an ein leckerli heran kommt, dann merkt sich das Kind die Methode sehr schnell - auch dann, wenn sie es nicht explizit darauf aufmerksam gemacht haben, sondern es nur vor ihm taten.
Schimpanzen handeln da nicht so, sie wissen wohl, wo das leckerli ist, aber sie können nicht einfach die Herangehendsweise imitieren.
Möglicherweise ist dies dasselbe bei Sprache auch - jede Sprache ist nicht nur einfach ein Informations- und Kommunikationssystem, sondern - und das könnte hier sehr wichtig sein - ein Speichersystem. Damit meine ich nicht soetwas wie das Abspeichern von Informationen in bestimmten sprachlichen Formen wie z. b. Versen etc... - sondern die Worte selbst, die für etwas stehen, speichern eben dieses für etwas auch ab in der Verquickung von einer Lautabfolge und eines abstrahierten sinnlichen Gegebenen (eiunen gegenstand, von dem signifikante merkmale derartig bewahrt werden, dass über diese ähnliche gegenstände als wesentlich gleich erkannt werden können).
Es ist gut möglich, dass eben über sprache welt überhaupt konstituiert und wahrnehmbar wird indem diese in einem grundsätzlichen Rahmen auf Dauer gesetzt werden. Dieser schimpanze hier macht etwas ähnliches ja - er kann ja ganz offensichtlich vorausplanen - er sammeln bestimmte, fürs werfen geeignete, Steine, die er an bestimmten stellen ansammlt und die später dann zu einer ganz bestimmten handlung in eienr situation eingesetzt werden - er bewirft Zuschauer damit. Das ist eine Kette von Planschritten, die miteinander verknüpft sein müssen und die sich auch gemerkt werden müssen fürs nächste Mal.
Er benötigt also irgendetwas, dass derartig ist, dass er eben immer wieder diese Handlungsabläufe erneut initialisieren kann - eine Form von Gedächtnis und in dieser eine ganz bestimmte Form (oder Plural?) von abgespeichertem - dass diese Handlungsseqquenz initialisiert udn es ermöglicht sie durchzuziehen inc. dem warten auf die zuschauer etc....
Das ist sehr sprachmäßig von der funktion her gesehen - aber: es ist eine einzelne Handlung. Und auch wenn - was wohl der Fall sein wird - auch andere ähnliche solche Leistungen hinzukommen, so ist es noch nicht derartig allgemein, dass komplette Alltagsbewältigung darauf fußt und das es eine derartige abspeicherform zu sein scheint, dass diese gut vermittelbar wäre. Wenn ein mensch sprechen kann, dann können sie auch mit ihm reden und sie können ihm etwas beibringen, indem sie ihn dazu bringen a.) ihre worte in einem funktionalen Ablauf zu übersetzen und dann in eigenen worten/Symbolen abzuspeichern oder b.) einfach indem er ihre worte merkt - und ihm zukünftig die erste möglichkeit (a) eröffnen.
Was nutzt es denn, wenn sie steine sammeln können, das richtig bewu0t auch tun und später auf zuschauer erfolgreich werfen, wenn sie dies tolle nicht einem anderen beibringen können?.
Black ape??
Wenn man das fähige Tier weiterhin geschickt konditioniert, kann es noch den ganzen Zoo lahmlegen.
Kein Zoo macht Tiere froh!
"Was passiert eugentlich wenn Affen eines Tagen von sich aus lernen, in unserer Sprache zu sprechen und den Wunsch äußern, dass wir sie freilassen?"
Nichts - denn der Rachen-& Kehlraum ist nicht geeignet, die 'menschliche' Sprache(n) zu sprechen.
Anber falls sie einmal eine sprache - erlernen (wozu auch weitergabe mit zu zählen ist), dann haben wir in der Tat Brüder und Schwestern auf dem Planeten.
Was genau der Unterschied zwischen menschen und Schimpanzen ist, ist gar nicht so einfach zu ermitteln.
Den besten Ansatz dürfte noch von tomasello stammen, der den Unterschied in zwei verscheidenen Formen des Erlernens sieht.
Schimpanzen (wie alle übrigen affen auch) scheinen nicht (primär) zu lernen durch Nachahmung - Menschen schon.
D. h., wenn sie einem Kind zeigen, wie es an ein leckerli heran kommt, dann merkt sich das Kind die Methode sehr schnell - auch dann, wenn sie es nicht explizit darauf aufmerksam gemacht haben, sondern es nur vor ihm taten.
Schimpanzen handeln da nicht so, sie wissen wohl, wo das leckerli ist, aber sie können nicht einfach die Herangehendsweise imitieren.
Möglicherweise ist dies dasselbe bei Sprache auch - jede Sprache ist nicht nur einfach ein Informations- und Kommunikationssystem, sondern - und das könnte hier sehr wichtig sein - ein Speichersystem. Damit meine ich nicht soetwas wie das Abspeichern von Informationen in bestimmten sprachlichen Formen wie z. b. Versen etc... - sondern die Worte selbst, die für etwas stehen, speichern eben dieses für etwas auch ab in der Verquickung von einer Lautabfolge und eines abstrahierten sinnlichen Gegebenen (eiunen gegenstand, von dem signifikante merkmale derartig bewahrt werden, dass über diese ähnliche gegenstände als wesentlich gleich erkannt werden können).
Es ist gut möglich, dass eben über sprache welt überhaupt konstituiert und wahrnehmbar wird indem diese in einem grundsätzlichen Rahmen auf Dauer gesetzt werden. Dieser schimpanze hier macht etwas ähnliches ja - er kann ja ganz offensichtlich vorausplanen - er sammeln bestimmte, fürs werfen geeignete, Steine, die er an bestimmten stellen ansammlt und die später dann zu einer ganz bestimmten handlung in eienr situation eingesetzt werden - er bewirft Zuschauer damit. Das ist eine Kette von Planschritten, die miteinander verknüpft sein müssen und die sich auch gemerkt werden müssen fürs nächste Mal.
Er benötigt also irgendetwas, dass derartig ist, dass er eben immer wieder diese Handlungsabläufe erneut initialisieren kann - eine Form von Gedächtnis und in dieser eine ganz bestimmte Form (oder Plural?) von abgespeichertem - dass diese Handlungsseqquenz initialisiert udn es ermöglicht sie durchzuziehen inc. dem warten auf die zuschauer etc....
Das ist sehr sprachmäßig von der funktion her gesehen - aber: es ist eine einzelne Handlung. Und auch wenn - was wohl der Fall sein wird - auch andere ähnliche solche Leistungen hinzukommen, so ist es noch nicht derartig allgemein, dass komplette Alltagsbewältigung darauf fußt und das es eine derartige abspeicherform zu sein scheint, dass diese gut vermittelbar wäre. Wenn ein mensch sprechen kann, dann können sie auch mit ihm reden und sie können ihm etwas beibringen, indem sie ihn dazu bringen a.) ihre worte in einem funktionalen Ablauf zu übersetzen und dann in eigenen worten/Symbolen abzuspeichern oder b.) einfach indem er ihre worte merkt - und ihm zukünftig die erste möglichkeit (a) eröffnen.
Was nutzt es denn, wenn sie steine sammeln können, das richtig bewu0t auch tun und später auf zuschauer erfolgreich werfen, wenn sie dies tolle nicht einem anderen beibringen können?.
das in der Lage und willens war, für die Zukunft zu planen. Ich frage mich hier an dieser Stelle: warum, zum Teufel, sitzt Santino in einem Zoogehege? Solche Persönlichkeiten gehören in die Politik oder in den Vorstand einer großen Bank. Wo in Deutschland, Schweden oder sonstwo finden sich Leute, die über die dringend benötigte Fähigkeit dieses Affen verfügen? Ich bin sicher, dass das jeweilige Volk erleichtert aufatmen würde, sollte Santino einen derartigen Posten antreten. Dies führt weiter zu der Frage, ob die Kastration des Schimpansen tatsächlich eine Maßnahme des Zoos war, um ihn vom Steinewerfen abzuhalten - oder vielleicht doch gezielt von Leutet in die Wege geleitet wurde, welche sich um ihren Arbeitsplatz sorgen.
Tja, so aber bleibt alles beim alten und die Parallelen zu Friedrich Dürrenmatts Die Physiker sind unübersehbar: diejenigen, die eigentlich am Ruder sitzen sollten, werden schön unter Verschluss gehalten.
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