Embryonale Stammzellen Ein Signal für die Forschung
US-Präsident Obama hat sein Versprechen eingelöst: Per Verordnung darf erstmals seit 2001 die Forschung an embryonalen Stammzellen wieder staatlich gefördert werden.

© Win McNamee/Getty Images
Es ist vollbracht: Wissenschafts-Berater, Forscher und Politiker applaudieren dem US-Präsidenten Obama nach der Unterzeichnung einer Verordnung, die die Verwendung staatlicher Gelder für die Stammzellenforschung erlaubt
Es sei die "Wende", auf die viele Forscher, Mediziner sowie Patienten und deren Angehörige gehofft hätten, sagte Barack Obama auf einer Pressekonferenz in Washington. "Wir werden Wissenschaftler, die Forschung (mit embryonalen Stammzellen) betreiben, nach Kräften unterstützen." Es sei das Ziel Amerikas auf diesem vielversprechenden Forschungsfeld weltweit zu führen. Kurz zuvor hatte der Präsident eine Verordnung unterzeichnet, die ein jahrelanges Verbot seines Vorgängers George W. Bush aufhob. Dieses hatte dazu geführt, dass mit Staatsmitteln nur Forschung an Zelllinien solcher embryonalen Stammzellen (ES) gefördert werden durfte, die vor dem 9. August 2001 erzeugt wurden.
Die heutige Ankündigung hat Signalwirkung – und sie kommt nicht überraschend. Bereits während des Präsidenschaftswahlkampfes hatte Obama seine Begeisterung für Forschung und Wissenschaft offen bekundet. Die Beschränkungen, die sein Vorgänger Bush der Forschung an embryonalen Stammzellen auferlegt hat, hätten den Wissenschaftlern "Handschellen" angelegt. So sei es schwer gewesen, mit anderen Ländern mitzuhalten. Dies soll sich nun ändern. Die staatlichen National Institutes of Health können nun zum ersten Mal groß in diesen Forschungsbereich einsteigen und sogar die Führungsrolle in der Koordination der weltweiten Stammzellprojekte einnehmen.
Die Forschung an embryonalen Stammzellen ist einerseits umstritten wie kein anderer Wissenschaftszweig. Andererseits setzen Wissenschaftler größte Hoffnungen in diese Alleskönner. Die Zellen sind fähig, sich in jeden Zelltyp des Körpers zu verwandeln. Speziell gezüchtetes Gewebe könnte so zerstörte Organe oder defekte Zellen ersetzen. Querschnittgelähmte könnten vielleicht wieder laufen lernen, Parkinson und Alzheimer gelindert oder sogar geheilt werden und Leiden wie Diabetes und Herzerkrankungen wären möglicherweise therapierbar.
"Wir sind froh, dass dieser Wandel nun kommt", sagte Richard Young vom Whitehead Institute für biomedizinische Forschung im US-Bundesstaat Massachusetts. Es sei erfrischend nun eine Regierung zu haben, die wünsche, dass Forschung nach der Wahrheit sucht, und nicht dafür da ist, eine politische Agenda zu unterstützen. "Wir mussten in den vergangenen Jahren um private Fördereinnahmen betteln. Jetzt gibt es öffentliche Gelder, um wissenschaftlich und ethisch qualitative Forschung zu machen", sagte Young ZEIT ONLINE.
In den vergangenen Jahren nahm die Suche nach privaten Investoren absurde Formen an. Projekte, die sich mit der Erforschung embryonaler Stammzellen beschäftigten, mussten strikt von denen getrennt werden, die öffentlich gefördert wurden. Ganze Labors wurden getrennt voneinander errichtet, um diesem Maßstab gerecht zu werden. "Das war teuer und überflüssig", sagte Young.
Einen großen Schub für die Anzahl an Forschungsprojekten erwartet der Biologe aber nicht. "Die Qualität der Arbeit wird sich allerdings grundlegend verbessern." Die Forschung an den Zellen sei ungemein wichtig: "Sie sind der Ursprung aller Zellen unseres Körpers. Je genauer wir sie kennen, desto besser können wir auch verstehen, warum wir Menschen uns so stark voneinander unterscheiden." Dies sei der Schlüssel für die Zukunft der regenerativen Medizin.
- Datum 10.03.2009 - 15:48 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 9.3.2009 - 17:55 Uhr
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"Die Zellen sind fähig, sich in jeden Zelltyp des Körpers zu verwandeln. Speziell gezüchtetes Gewebe könnte so zerstörte Organe oder defekte Zellen ersetzen. Querschnittgelähmte könnten vielleicht wieder laufen lernen, Parkinson und Alzheimer gelindert oder sogar geheilt werden und Leiden wie Diabetes und Herzerkrankungen wären möglicherweise therapierbar."
Vielleicht fehlt es mir an der Praxis, aber ich habe selten diese positiven 'Nebeneffekte' in der empirischen Feldforschung beobachten können, indem ich aus der Bibel laß. Ein komischer Zufall?
Vor diesem Hintergrund diskutieren wir, ob Stammzellenforschung ethisch korrekt sei und lassen uns von einer Institution hineinreden, die in Amerika Völker abschlachtete, Hexen verbrannte und im Zweiten Weltkrieg eifriger Nazi war. Wie der Pendel des Zeitgeistes eben schwingt. Ist das ethisch korrekt?
Mit den ersten Theorien hierüber im Fachblatt Science war mir bereits klar, dass dieses Forschungsfeld in 10 oder 20 Jahren wahrscheinlich zu einem Standardprozedere gehören würde. Es ist bedauerlich, dass Deutschland im internationalen Vergleich hier hinterherhinkt; und das politisch gewollt.
Die Zukunft gehört dem, der weitsichtig denkt und nach Fortschritt strebt. Wandel durch Handeln. Obama gibt uns eine Vorstellung davon, warum Amerika das reichste Land der Welt ist: Durch Change.
Gemäß dem Willen des Gesetzgebers, dessen Niederschrift sich in Sozialgesetzbücher findet, kann der Einzelne als Ensemble des Sozialen aus Geist, Seele und Körper begriffen werden. Inkonsequent daher handelt, wer den Einzelnen ausschließlich in seiner körperlichen Gestalt analysiert. Außerdem muss eine solche Analyse stets auf überholtem Erkenntnisstand zurückbleiben. Eine solche Forschung indes, erforscht somit tatsächlich nichts weiter als die Frage, auf welche Weisen der Gesetzgebungswille doch noch hintergehbar sein könnte und verliert sich dadurch im Spekulieren. Letztlich müsste gefragt werden, weshalb es ermöglicht sein soll, embryonale Stammzellen Objekt willkürlicher Spekulanten sein lassen zu dürfen.
ob ich das richtig verstehe. Im Umkehrschluß würde dies bedeuten, dass es der Wille des Gesetzgebers sei, Menschen auf Dauer chronisch krank oder behindert sein zu lassen, auch wenn ihnen eines Tages durch neue Methoden geholfen werden könnte.
Bisher kannte ich so etwas nur von der Kirche. Es ist also mal was neues, wird dadurch aber auch nicht besser.
ob ich das richtig verstehe. Im Umkehrschluß würde dies bedeuten, dass es der Wille des Gesetzgebers sei, Menschen auf Dauer chronisch krank oder behindert sein zu lassen, auch wenn ihnen eines Tages durch neue Methoden geholfen werden könnte.
Bisher kannte ich so etwas nur von der Kirche. Es ist also mal was neues, wird dadurch aber auch nicht besser.
Embryonale Stammzellen werden immer wieder auf gut Glück in beschädigtes Nervengewebe gespritzt, in der Hoffnung das ein Wunder passiert, das jedoch ausbleibt. Das zeigt wie gering das Verständniss und wie groß die Hoffnung ist.
Hoffen wir, dass die geradezu euphorische Einschätzung der Stammzellen gerechtfertigt ist.
Gott sei Dank, daß wir jetzt endlich etwas anpacken, um aus der Finanzkrise
herauszukommen. Diese 'Bunch' macht alles um nur nicht die Finanzkrise anzufassen, denn dann würde das Volk plötzlich sehen, daß sie keinen blassen Schimmer haben. Da zeigt sich einmal wieder, daß es mit sprüchklopfen nichts geschaft wird. Zum Thema - es können embrionic stemcells aus audult stemcells gezogen werden deswegen ist die obzession
von Obama mit der Abtreibung geradezu ekelerregend.
Gerd, Chicago
In den achziger Jahren des letzten Jahrtausends wurden die Finanzmärkte liberalisiert, in den neunzigern dereguliert, und heute haben wir den Schlamassel.
Jetzt liberalisiert Obama die Forschung und hebt Beschränkungen auf, mit denselben Illusionen, die auch mit den Finanzmärkten verbunden waren: Fortschritt, Prosperität, Führung.
Die Hoffnungen sind andere. Von den Zockern an den Finanzmärkten erhoffte man sich Reichtum und Wirtschaftswachstum. Von den Zockern an den Laborbänken erhofft man sich Heilung, Unversehrtheit und Nobelpreise.
Auch die Charaktere sind verschieden:
An den Börsen spielen die Profitjunkies und Geldfetischisten. Ihre Emotionen: Angst und Gier. Das Motiv: Realitätsflucht. Der innerer Antrieb: Grundlegende persönliche Unsicherheit und Geltungsbedürfnis.
In den Labors sitzen die Doktoranden. Sie sind naiv und ahnungslos. Hinter ihnen sitzen die Gruppenleiter als selbstständige Forscher. Sie sind skrupellos. Über ihnen sitzen die Professoren. Sie sind ignorant, selbstverliebt und noch skrupellloser.
In diesem Kreisen spielen Finanzen nur eine Rolle, wenn es sich um Forschungsgelder handelt. Im Gegensatz zu den Finanzmärkten herrschen streng hierarchische Strukturen, vergleichbar dem Ständesystem des Mittelalters. Man bescheißt einander nicht. Zumindest nicht so professionell. Es geht darum, die Arbeitskraft der weiter unten stehenden auszubeuten und die Früchte ihrer Arbeit zu ernten. Die Emotionen: Angst und innere Einsamkeit. Das Motiv: Eitelkeit. Der innere Antrieb: Machbarkeitswahn.
Politiker wie Obama sind anscheinend zu blind um zu verstehen, dass man den Betätigungsfeldern von Interessengruppen wie den Finanzspekulanten und der Scientific Community Grenzen setzen muss, da sie von sich aus keine Beschränkungen kennen, und demzufolge Blasen produzieren, die irgendwann platzen. Stattdessen lauscht er auf die Heilsversprechen von Forschungsapologeten, so wie Reagan und Clinton dem Glauben an unbegrenzten Finanzhandel und Wachstum gehuldigt haben.
Obama schafft gerade die Voraussetzungen für die nächste Blase, noch bevor die Schockwellen der letzten ihre volle Wirkung entfalten haben.
Die Lobbyisten jubeln.
Wenn in 20, 30 oder 50 Jahren die Forschungs- und Gentechnikblase platzt, werden wir uns verzweifelt in die Zeiten von Massenarmut, Hungeraufständen, Bankenzusammenbrüchen und Finanzdesaster zurücksehnen.
Ist es das neueste Spekulationsobjekt? Seitdem Hedgefonds böse angeprangert werden und gegen die Wand gefahren sind, muss nun was Neues her!
Spekulation auf Leben scheint der neue Geist der Zeit zu sein. Und noch dazu von Anfang an so gut manipulierbar ... "Ich wette 1:5 das dieser Mensch in 10 Jahren an MS erkrankt" ... "OK, ich halte 3 MS-Bear-Zertifikate dagegen"
Wie krank ist eigentlich diese Gesellschaft?
Obama hat in den ersten 1,5 Monaten schon mehr Wahlversprechen umgesetzt als unsere Regierung nach über 3 Jahren.
Wann zeigen unsere Medien der Regierung Merkel die rote Karte und versuchen diesen Lobbyistensumpf durch Information und Aufklärung zu begegnen. Sie wollen doch nicht Teil dieses Systems sein ?!
ob ich das richtig verstehe. Im Umkehrschluß würde dies bedeuten, dass es der Wille des Gesetzgebers sei, Menschen auf Dauer chronisch krank oder behindert sein zu lassen, auch wenn ihnen eines Tages durch neue Methoden geholfen werden könnte.
Bisher kannte ich so etwas nur von der Kirche. Es ist also mal was neues, wird dadurch aber auch nicht besser.
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