Zentrum für Vertreibungen Steinbach tief verbittert über polnische Haltung
Sie reiche die Hand der Versöhnung, doch mit Dreschflegeln werde auf sie eingeschlagen – Vertriebenenpräsidentin Steinbach hat sich über Angriffe auf ihre Person beklagt

©Getty Images
Erika Steinbach: Tief verletzt über Reaktionen aus Polen
Erika Steinbach will sich die Option offen halten, doch noch einen Sitz im Stiftungsrat des Zentrums gegen Vertreibungen zu besetzen. Dies sagte die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) gegenüber Spiegel Online . Steinbach hatte am Mittwoch ihren Rückzug erklärt. Wie lange die für sie vorgesehene Position frei bleiben soll, darauf wollte sie sich nicht festlegen: "Drei Wochen, drei Monate, drei Jahre - je nachdem. Das ist ein wunderbares Damoklesschwert", sagte sie.
Die Besetzung dieser Position mit einer anderen Person als Vertreter der Vertriebenen sei im BdV nicht durchsetzbar gewesen. Der Stuhl bleibe deshalb demonstrativ frei.
Über die polnischen Angriffe auf ihre Person zeigte sich Steinbach tief verletzt. "Ich streue Zucker auf das Brot, und dann sagen sie: Das ist aber Salz." Die Polen müssten sich beruhigen, sie selbst könne dazu nichts mehr beitragen. "In Polen werde ich verzerrt, deformiert, beleidigt. Mein guter Wille ist immer noch da. Aber wenn wir die Hände zur Versöhnung ausstrecken, wird mit Dreschflegeln auf uns eingeschlagen."
Das Ziel des Zentrums gegen Vertreibungen sei nicht das Umdeuten, sondern das Aufblättern der Geschichte. Genau das befürchte man aber in Polen. Gleichzeitig zeigte Steinbach "Verständnis für die Emotionen der Polen". Es werde in den postkommunistischen Ländern noch 20 Jahre dauern, bis sie mit sich selbst im Reinen seien. "Bei uns Deutschen hat es doch auch so lange gedauert."
- Datum 07.03.2009 - 12:29 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 63
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Was für eine unsägliche Person! Stichwort: "Stimme der Mehrheit" oder ihre Ablehnung der Oder-Neiße Grenze. Sie sollte einfach ruhig sein und sich zurückziehen.
Haben Sie das Spiegel-Online Interview überhaupt gelesen, oder nur diese sehr schlechte "Zusammenfassung" hier bei der Zeit?
Zu ganzen Debatte:
Ich habe Vorfahren väterlicherseits die aus Ostpreußen vetrieben wurden, und ich werde es sicherlich nicht vergessen! Auch die Heimat meiner Vertriebenen Verwandten wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, denn Ostpreußen ist wunderschön und sicherlich nicht nur für mich der wahren Osten Deutschlands. Schade das heut kaum noch über diese Landschaften gesprochen wird, viele deutsche Jugendlichen wissen nicht einmal, wo diese Gebiete liegen, was ihre Geschichte ist. Eine Schande, was das "sichtbare Zeichen" bald hoffentlich ändern wird!
Zu dem wie es um Polen steht wurde hier schon viel gutes geschrieben. So ist es. Frau Steinbach, ich hoffe der leer latz wird bald von Ihnen besetzt werden.
Da der Autor anscheinend sich nur Partielle informiert hat, hat er es schon richtig für sich formuliert: "Sie sollten einfach ruhig sein und sich zurückziehen."
Haben Sie das Spiegel-Online Interview überhaupt gelesen, oder nur diese sehr schlechte "Zusammenfassung" hier bei der Zeit?
Zu ganzen Debatte:
Ich habe Vorfahren väterlicherseits die aus Ostpreußen vetrieben wurden, und ich werde es sicherlich nicht vergessen! Auch die Heimat meiner Vertriebenen Verwandten wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, denn Ostpreußen ist wunderschön und sicherlich nicht nur für mich der wahren Osten Deutschlands. Schade das heut kaum noch über diese Landschaften gesprochen wird, viele deutsche Jugendlichen wissen nicht einmal, wo diese Gebiete liegen, was ihre Geschichte ist. Eine Schande, was das "sichtbare Zeichen" bald hoffentlich ändern wird!
Zu dem wie es um Polen steht wurde hier schon viel gutes geschrieben. So ist es. Frau Steinbach, ich hoffe der leer latz wird bald von Ihnen besetzt werden.
Da der Autor anscheinend sich nur Partielle informiert hat, hat er es schon richtig für sich formuliert: "Sie sollten einfach ruhig sein und sich zurückziehen."
Was stellen sich die Polen eigentlich vor? Wollen sie so einen Neubeginn der Beziehung zu Deutschland erreichen? Dass sie sich nicht täuschen! Es gibt schonj noch Möglichkeiten zum Revanchefoul! Und sie sollten bedenken, dass sie nicht am längeren Hebel sitzen. Manchmal ist es nicht gut, seine Kavallerie in die Schlacht zu werfen, wenn diese Form der Kriegsführung unmodern geworden ist! Steinbach sollte weiter kandidieren, auch wenn die Polen vor Wut schäumen! Das ist eine nur und betreffende Angelegenheit!
Um sich zur ersten Garnitur durchzusetzen brauchen manche keine tatsächlichen Leistungen. Stattdessen schwere und konsequente Arbeit, sich als ewige Opfer darzustellen, die aus fast aller Seiten brutal angegriffen wird. Dies gelingt es der Frau Steinbach. Je „brutaler“ man sie „angreift“ desto mehr Verständnis gewonnen wird, desto höher in der Tabelle sie landet.
Ohne das Problem wirklich zu erörtern, ohne die Gründe der anderer Seite zu kennen, ein paar Schlagworte anstatt der Diskussion – so baut man erneut Barikaden auf.
dass die Nominierung eines Sitzes im Stiftungsrat eine rein innerdeutsche Angelegenheit darstellt, und keine polnische Entscheidung ist.
Sie obliegt allein, und nur allein der Bundesregierung. Und die sitzt nun mal nicht in Warschau.
Punktum.
Das mit einer notwendigen Sensibilität dabei vorgegangen werden sollte, steht außer Frage.
Was mir aber zunehmend bitter aufstößt, ist die unter den Kaczynski Brüdern ihren Höhepunkt gefundene zunehmende antideutsche Haltung, die damit in Polen auch staatstragend war, und bei den Kaczynskis ihre Präsenz durch antideutsche Seilschaften in Stiftungen und Ministerien fand.
Auch wird in der polnischen Öffentlichkeit nur allzugern und häufig übersehen, dass Frau Steinbach immer wieder Signale der Versöhnung nach Polen gesandt hat.
So hat sie die Entschädigungsforderungen der Vertriebenenorganisation „Preußische Treuhand“ schwer gerügt, und 2004 hat sie in Berlin eine große Veranstaltung zum Jahrestag des Warschauer Aufstands organisiert.
Dazu gab es von polnischer Seite weder Berichte oder oder gesellschaftliche Anerkennung, ja nicht einmal eine freundliche Geste.
Erika Steinbach wurde mehrfach auch Gegenstand heftiger polnischer Angriffe in den Medien, als sie z. Bsp. in dem polnischen Nachrichtenmagazins Wprost reitend auf Bundeskanzler Gerhard Schröder in SS- Uniform dargestellt wurde.
Wenn die Polen das als normales Mittel der Völkerverständigung verstehen, dann sollten sie mal besser nachsitzen.
Wir leben im 21. Jahrhundert, liebe polnische Nachbarn.
Greift euch bitte mal an den „eigenen Zapfen“ oder prügelt auf Eure eigenen Politiker ein, da habt ihr wahrlich genug zu tun.
Hier nur ein Beispiel:
Lech Walesa äußerte sich einmal während des Wahlkampfes in Polen (ca. vor 5 Jahren) über Homosexualität. Er legte Schwulen tatsächlich nahe, sich in ärztliche Behandlung zu begeben und behauptete zugleich, dass das polnische Volk ausstürbe, würde die Homosexualität sich ausbreiten.
"Erika Steinbach wurde mehrfach auch Gegenstand heftiger polnischer Angriffe in den Medien, als sie z. Bsp. in dem polnischen Nachrichtenmagazins Wprost reitend auf Bundeskanzler Gerhard Schröder in SS- Uniform dargestellt wurde.
Wenn die Polen das als normales Mittel der Völkerverständigung verstehen, dann sollten sie mal besser nachsitzen."
Was hat das mit Völkerverständigung zu tun? Das ist eine Frage der Pressefreiheit; Zeitungen können mehr oder weniger drucken, was sie wollen.
UNd können sie es nicht nachvollziehen, dass man in Polen über eine deutsche Politikerin aus der größten deutschen Partei, die ein Vertriebenzentrum errichten möchte, gleichzeitig aber nicht bereit ist, die Oder-Neiße-Linie zu akzeptieren, besorgt ist?
Außer von der CDU/CSU wird das CDU-Mitglied Fr. Steinbach von keiner Partei unterstützt. Die Bundesregierung ist in der Personalie tief gespalten und die Opposition ist sowieso gegen sie.
Fr. Steinbach ist eine reine Vertriebenenfunktionärin, so fundamenalistisch wie die meisten Funktionäre. Sie ist keine Vertreterin der normalen deutschen Bürger.
Polen mag manchmal überziehen, aber im Punkt Steinbach nicht.
"Erika Steinbach wurde mehrfach auch Gegenstand heftiger polnischer Angriffe in den Medien, als sie z. Bsp. in dem polnischen Nachrichtenmagazins Wprost reitend auf Bundeskanzler Gerhard Schröder in SS- Uniform dargestellt wurde.
Wenn die Polen das als normales Mittel der Völkerverständigung verstehen, dann sollten sie mal besser nachsitzen."
Was hat das mit Völkerverständigung zu tun? Das ist eine Frage der Pressefreiheit; Zeitungen können mehr oder weniger drucken, was sie wollen.
UNd können sie es nicht nachvollziehen, dass man in Polen über eine deutsche Politikerin aus der größten deutschen Partei, die ein Vertriebenzentrum errichten möchte, gleichzeitig aber nicht bereit ist, die Oder-Neiße-Linie zu akzeptieren, besorgt ist?
Außer von der CDU/CSU wird das CDU-Mitglied Fr. Steinbach von keiner Partei unterstützt. Die Bundesregierung ist in der Personalie tief gespalten und die Opposition ist sowieso gegen sie.
Fr. Steinbach ist eine reine Vertriebenenfunktionärin, so fundamenalistisch wie die meisten Funktionäre. Sie ist keine Vertreterin der normalen deutschen Bürger.
Polen mag manchmal überziehen, aber im Punkt Steinbach nicht.
Normalerweise schreibe ich keine Kommentare. Aber wenn ich lese, dass Frau Steinbach meint, dass die postkommunistischen Staaten noch 20 Jahre brauchen, mit sich selbst im Reinen zu sein, dann muss man sagen, sie hat nichts verstanden vom Kopf her und auch nichts begriffen vom Bauch her, was da abgelaufen ist. Mit sich selbst im Reinen? Unglaublich.
In Polen sind neben den bei Kriegshandlungen gefallenen Polen rund 6 Millionen Zivilpersonen während der deutschen Besetzung ermordet (vergast, erschlagen, erschossen) worden. Das ist eine Zahl, die sich dem menschlichen Verstand entzieht. Jeder vierte Pole. Nimmt man eine Besetzung von 5 Jahren an, dann sind dies 1.825 Tage. Teilt man jetzt die Summe der nicht bei Kriegshandlungen durch Deutsche zu Tode gekommenen 6 Millionen Polen durch die Anzahl der Besatzungstage, dann sieht dies fast 3.300 Polen am Tage. 3.300 vergast, erschlagen, erschossen. Ein mittleres Dorf ermordet. An jedem Tage. 1.825 Mal hintereinander.
Und die müssen mit sich selber ins Reine kommen?
Unglaublich, Frau Steinbach.
Wie würden wir wohl auf jemand reagieren, der uns das angetan hat und wir hätten dies 5 Jahre lang hinnehmen müssen? Da müssten wir mit uns selber ins Reine kommen?
Ihre fantastische Rechenleistung ändert nichts daran, dass Ihr Kommentar falsch ist. Falsch aus dem einfachen Grund, weil weder - höchstwahrscheinlich - Sie, noch ich, noch Frau Steinbach irgendjemandem etwas angetan hat. Oder sind tatsächlich alle Deutschen bis in die Ewigkeit schlichtweg Täter ?
Gegen eine solche Geschichtsverfälschung wehre ich mich und gegen ein ewiges Täter-Opfer-Zerrbild auch. Wenn wirklich Versöhnung stattfinden soll, dann müssen wir uns davon lösen. Dies hat mit Russland funktioniert, mit Frankreich funktioniert, mit Tschechien funktioniert, mit den baltischen Republiken funktioniert, mit jedem funktioniert. Die Bundesrepublik unterhält sogar ein freundschaftliches Vehältnis zu Israel, freundschaftlich ist deshalb so wichtig, weil wir dann eben auch Kritik äußern dürfen. Mit all diesen Staaten ist Versöhnung ein abgeschlossenes Kapitel und das vereinte Europa eine gemeinsame Zukunft.
Einzig und allein mit Polen hat dies nicht funktioniert und zwar aus dem einfachen Grund, dass Polen sich weigert teilzunehmen. Es beharrt auf seiner uralten, unsäglichen, falschen Opferrolle, wirkt auf mich neidisch auf den ehemaligen, häufigen Überfaller aus dem Westen. Doch mit einem solchen Weltbild lässt sich im europäischen 21. Jahrhundert keine Politik mehr betreiben und schon gar kein Profit ziehen. Da sollten wir als Deutschland und auch wir als Europa klare Zeichen setzen und auch die ideele EU-Integrität der Polen infrage stellen.
Ich kann nur zum wiederholten Male sagen, dass dies eine deutsche Entscheidung ist und deswegen muss unser Politik die Entscheidung des BDV respektieren.
Zum wiederholten Male: Frau Steinbach setzen Sie sich durch!
Der Bund der Vertriebenen repräsentiert 11,7 Mio. vertriebene Deutsche nach 1944 und 2,1 Mio., die die osteuropäische Rache nicht überlebt haben. Ich finde das ist durchaus etwas was man als ein "dunkles Kapitel" der polnischen bzw. osteuropäischen Geschichte bezeichnen kann. Länder wie Ungarn haben das auch schon relativ weit aufgearbeitet, die Polen dagegen weigern sich in ihrem Kaczynski-Nationalismus noch strikt dagegen.
Frau Steinbach mag zwar eine nicht nur für mich zwielichtige Person sein, aber das was sie so von sich gibt ist oftmals nicht von der Hand zu weisen. .
Lehnahund rechnet schön aus, wie viele zivile Opfer es pro Tag in den fünf Jahren der Besetzung Polen gegeben hat.
Hat der Autor auch schon einmal ausgerechnet die zivilen deutschen Opferzahlen nach dem Krieg pro Tag ausgerechnet? Groß kann man rechnen: 2,1 Millionen Tote innerhalb eines halben Jahres, das macht....
Ich halte solche Rechnungen für deplaziert, denn jedes einzelnen Opfer ist ein Opfer zu viel!
Ihre fantastische Rechenleistung ändert nichts daran, dass Ihr Kommentar falsch ist. Falsch aus dem einfachen Grund, weil weder - höchstwahrscheinlich - Sie, noch ich, noch Frau Steinbach irgendjemandem etwas angetan hat. Oder sind tatsächlich alle Deutschen bis in die Ewigkeit schlichtweg Täter ?
Gegen eine solche Geschichtsverfälschung wehre ich mich und gegen ein ewiges Täter-Opfer-Zerrbild auch. Wenn wirklich Versöhnung stattfinden soll, dann müssen wir uns davon lösen. Dies hat mit Russland funktioniert, mit Frankreich funktioniert, mit Tschechien funktioniert, mit den baltischen Republiken funktioniert, mit jedem funktioniert. Die Bundesrepublik unterhält sogar ein freundschaftliches Vehältnis zu Israel, freundschaftlich ist deshalb so wichtig, weil wir dann eben auch Kritik äußern dürfen. Mit all diesen Staaten ist Versöhnung ein abgeschlossenes Kapitel und das vereinte Europa eine gemeinsame Zukunft.
Einzig und allein mit Polen hat dies nicht funktioniert und zwar aus dem einfachen Grund, dass Polen sich weigert teilzunehmen. Es beharrt auf seiner uralten, unsäglichen, falschen Opferrolle, wirkt auf mich neidisch auf den ehemaligen, häufigen Überfaller aus dem Westen. Doch mit einem solchen Weltbild lässt sich im europäischen 21. Jahrhundert keine Politik mehr betreiben und schon gar kein Profit ziehen. Da sollten wir als Deutschland und auch wir als Europa klare Zeichen setzen und auch die ideele EU-Integrität der Polen infrage stellen.
Ich kann nur zum wiederholten Male sagen, dass dies eine deutsche Entscheidung ist und deswegen muss unser Politik die Entscheidung des BDV respektieren.
Zum wiederholten Male: Frau Steinbach setzen Sie sich durch!
Der Bund der Vertriebenen repräsentiert 11,7 Mio. vertriebene Deutsche nach 1944 und 2,1 Mio., die die osteuropäische Rache nicht überlebt haben. Ich finde das ist durchaus etwas was man als ein "dunkles Kapitel" der polnischen bzw. osteuropäischen Geschichte bezeichnen kann. Länder wie Ungarn haben das auch schon relativ weit aufgearbeitet, die Polen dagegen weigern sich in ihrem Kaczynski-Nationalismus noch strikt dagegen.
Frau Steinbach mag zwar eine nicht nur für mich zwielichtige Person sein, aber das was sie so von sich gibt ist oftmals nicht von der Hand zu weisen. .
Lehnahund rechnet schön aus, wie viele zivile Opfer es pro Tag in den fünf Jahren der Besetzung Polen gegeben hat.
Hat der Autor auch schon einmal ausgerechnet die zivilen deutschen Opferzahlen nach dem Krieg pro Tag ausgerechnet? Groß kann man rechnen: 2,1 Millionen Tote innerhalb eines halben Jahres, das macht....
Ich halte solche Rechnungen für deplaziert, denn jedes einzelnen Opfer ist ein Opfer zu viel!
Man klagt an, wen es anzuklagen gilt in solchen Situationen, oder etwa nicht.
Ich kann die beiderseitigen Gemüter verstehen, doch geht es um eine Einigung, sollte man auf den Kontrahenten hören, denn seine Stimme hat in einer Einigung Gewicht, und wenn er begründete Einwände hat, die sich mit der Zeit möglicherweise zu einer Manie gesteigert haben, sollte man der Einigung willen Bauernopfer inkauf nehmen. Die Steinbach scheint dafür wie gemacht.
Steinbach hat ja eine ganze Menge falsch gemacht, vielleicht nicht als gewöhnliche Politikerin, aber als Person, die eine Vertriebenen-Organisation zweier Länder, die eine feindselige Vergangenheit aufweisen, vorsitzen soll.
- 1991: Oder-Neiße-Grenze: "Man kann nicht für einen Vertrag stimmen, der einen Teil unserer Heimat abtrennt."
- 1997: Stimme der Mehrheit: Bewegung gegen "epidemischen Sozial- und Asylmissbrauch" und gegen weitere Einwanderung.
Die polnische Seite verhielt sich in den letzten Jahren natürlich überspitzt, allerdings sollte man, analog zu dem Nordirland-Irland-Konflikt, auf beide Seiten eingehen, nicht auf einer Person allein pochen, um mit ihr unnötige Signale zu senden. Eine Steinbach war für diesen Posten so falsch wie manch ein anderer Nationalist während der deutsch-französischen Freundschaftsgespräche. Schließlich hatten sich beide Länder noch mehr vorzuwerfen. Heute gibt es arte.
Allerdings vermute ich binnen der nächsten 20 Jahre noch die eine oder andere Diskussion, besonders seitens der Ostdeutschen, weil es dort ein unreflektiertes Thema blieb, während man hier stritt. Glücklicherweise ist es deutsche Staatsräson mit der Wiedervereinigung auf die alten Regionen verzichtet zu haben, denn nur unter diesen Umständen gewährten die Allierten eine Wiedervereinigung, und vermutlich hielt sich Merkel darum heraus. Das sollte man, insbesondere bei einem größtenteils homogenen Staat wie Polen, nicht außer Acht lassen.
Eine Steinbach wäre ein unnötiger Dorn gewesen, ein Fossil mit antiken Ansichten, die mit dem Ende des Eisernen Vorhangs auch öffentlich neu aufgerollt werden zwar können, was sicher ihre Hoffnung ist, nur mit demselben machtpolitischen Ergebnis. Nicht alle Gebietsansprüche oder -erinnerungen sind legitim, nicht alle bewirken einen casus belli, nicht diese.
Aber vielleicht braucht diese Einsicht einige Jahre und rationaler Gemüter.
Ihre fantastische Rechenleistung ändert nichts daran, dass Ihr Kommentar falsch ist. Falsch aus dem einfachen Grund, weil weder - höchstwahrscheinlich - Sie, noch ich, noch Frau Steinbach irgendjemandem etwas angetan hat. Oder sind tatsächlich alle Deutschen bis in die Ewigkeit schlichtweg Täter ?
Gegen eine solche Geschichtsverfälschung wehre ich mich und gegen ein ewiges Täter-Opfer-Zerrbild auch. Wenn wirklich Versöhnung stattfinden soll, dann müssen wir uns davon lösen. Dies hat mit Russland funktioniert, mit Frankreich funktioniert, mit Tschechien funktioniert, mit den baltischen Republiken funktioniert, mit jedem funktioniert. Die Bundesrepublik unterhält sogar ein freundschaftliches Vehältnis zu Israel, freundschaftlich ist deshalb so wichtig, weil wir dann eben auch Kritik äußern dürfen. Mit all diesen Staaten ist Versöhnung ein abgeschlossenes Kapitel und das vereinte Europa eine gemeinsame Zukunft.
Einzig und allein mit Polen hat dies nicht funktioniert und zwar aus dem einfachen Grund, dass Polen sich weigert teilzunehmen. Es beharrt auf seiner uralten, unsäglichen, falschen Opferrolle, wirkt auf mich neidisch auf den ehemaligen, häufigen Überfaller aus dem Westen. Doch mit einem solchen Weltbild lässt sich im europäischen 21. Jahrhundert keine Politik mehr betreiben und schon gar kein Profit ziehen. Da sollten wir als Deutschland und auch wir als Europa klare Zeichen setzen und auch die ideele EU-Integrität der Polen infrage stellen.
Ich kann nur zum wiederholten Male sagen, dass dies eine deutsche Entscheidung ist und deswegen muss unser Politik die Entscheidung des BDV respektieren.
Zum wiederholten Male: Frau Steinbach setzen Sie sich durch!
Der Bund der Vertriebenen repräsentiert 11,7 Mio. vertriebene Deutsche nach 1944 und 2,1 Mio., die die osteuropäische Rache nicht überlebt haben. Ich finde das ist durchaus etwas was man als ein "dunkles Kapitel" der polnischen bzw. osteuropäischen Geschichte bezeichnen kann. Länder wie Ungarn haben das auch schon relativ weit aufgearbeitet, die Polen dagegen weigern sich in ihrem Kaczynski-Nationalismus noch strikt dagegen.
Frau Steinbach mag zwar eine nicht nur für mich zwielichtige Person sein, aber das was sie so von sich gibt ist oftmals nicht von der Hand zu weisen. .
Der Bund der Vertriebenen hat laut Internetseite des BdV ca. 2 Mio Mitglieder. Man nimmt an, dass es noch ca. 4 Mio Vertriebene gibt. Die Hälfte davon fühlt sich wohl von diesem Verband nicht richtig vertreten.
Der Bund der Vertriebenen hat laut Internetseite des BdV ca. 2 Mio Mitglieder. Man nimmt an, dass es noch ca. 4 Mio Vertriebene gibt. Die Hälfte davon fühlt sich wohl von diesem Verband nicht richtig vertreten.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren