Sudan Im Würgegriff des Tyrannen

Sudans Präsident Baschir treibt Hilfsorganisationen aus dem Land. Er sieht in ihnen Agenten des Westens. Tausenden Flüchtlingen in Darfur droht eine neue Katastrophe

sudan-bashir

Sudans Präsident Omar al-Bashir gibt sich vor Anhängern in der Provinz Darfur kämpferisch: Den Haftbefehl nennt er einen Akt von Kolonialismus

Als Omar al-Baschir vor zwei Tagen in Darfur zu seiner Hassrede gegen den Internationalen Strafgerichtshof ansetzte, waren etliche Hilfsorganisationen schon aus der Krisenregion verschwunden. Fortgejagt von einem rachsüchtigen Präsidenten , gegen den der Internationale Strafgerichtshof vor einer Woche Haftbefehl  erlassen hatte. Wenigstens 13 Hilfsorganisationen, darunter Oxfam und Ärzte ohne Grenzen, mussten ihre Arbeit im Sudan ganz oder teilweise aufgeben. Computer, Telefone und Hilfsgüter wurden beschlagnahmt.

Die Racheaktion des sudanesischen Präsidenten mag gegen „den Westen“ gerichtet sein. Treffen wird sie einmal mehr sein eigenes Volk, allerdings genau jenen Teil, den Baschir ohnehin verfolgt – die überwiegend schwarzafrikanische Bevölkerung in der westlichen  Provinz Darfur.

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2,7 Millionen Menschen sind dort nach Schätzung der Vereinten Nationen auf Hilfe angewiesen. Nach dem Rauswurf der Hilfsorganisationen droht in Darfur einmal mehr eine Katastrophe. Rund 1,1 Millionen Menschen erhalten keine Nahrungsmittel mehr, Hunderttausenden geht in spätestens zwei Wochen das Trinkwasser aus.

Auch Ärzte ohne Grenzen befürchtet Schlimmes: Fünf Hilfsprojekte musste die Organisation schließen, 450.000 Menschen seien von der medizinischen Versorgung abgeschnitten. Dramatisch ist dies insbesondere im Flüchtlinslager Kalma. Dort sei die Gelbsucht ausgebrochen, sagte Sprecherin Svenja Kühnel.

Sudans Präsident kümmert all das nicht. Er hat vollmundig angekündigt, dass das Land selbst die Versorgung der hilfsbedürftigen Menschen übernehmen werde. Eine Aussage, die man getrost bezweifeln kann.

War der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes, der erste gegen einen amtierenden Staatschef, also ein Fehler? Den betroffenen Hilfsorganisationen ist dazu kein Kommentar zu entlocken. Ihre gesamte Strategie im Sudan fußte darauf, sich neutral und unpolitisch zu verhalten. Deshalb weisen sie auch vehement den Vorwurf Baschirs zurück, mit dem Strafgericht zusammengearbeitet zu haben.

Deutlich wird dagegen Anette Weber, Sudan-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik: Nicht der Haftbefehl sei falsch, sondern die Frage, ob er falsch sei. Wenn man den Haftbefehl, der sich ja immerhin seit Monaten angekündigt hatte, jetzt angreife, dann lenke man nur von Baschirs Verantwortung ab – der Verantwortung, die er als Präsident für die Zustände in seinem Land trägt, und  jener, die er als Diktator für die Verbrechen in Darfur auf sich lud. Der Strafgerichtshof in Den Haag wirft Baschir Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vor. Er soll zudem persönlich in Morde, Vertreibungen, Folterungen und Vergewaltigungen verwickelt sein.

Leser-Kommentare
  1. erst die sudanesische Regierung provozieren und dann geheuchelte Krokodilstränen vergießen, weil sie mit gleicher Münze heimzahlt. Und weil uns das Spiel so gut gefiel, spannt der (ach so unschuldige) Westen auch gleich noch die notleidende Bevölkerung in Darfur vor seinen Karren.
    Das ist wieder mal die typisch westliche Kolonialherrenmoral: Wir dürfen alles, die anderen dürfen nichts - nicht mal sich wehren.

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    • Astgfl
    • 10.03.2009 um 17:31 Uhr

    Sehr Richtig! Es ist tatsächlich eine ungeheure Provokation der arroganten Kolonialherrenpolitik des Westens den barmherzigen Landesvater Bashir zu verurteilen, der nichts anderes tut als die notleidende Bevölkerung in Darfur von ihrem Leid zu erlösen, so wie es auch bei uns üblich ist. Wenn man nicht einmal Teile der eigenen Bevölkerung ungestraft ermorden darf - was darf man denn dann überhaupt noch?

    Man vielleicht. Ich nicht:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Natürlich ist es einfacher, Kritik im Westen im allgemeinen als an Kriegsverbrechen im besonderen zu üben.

    • Astgfl
    • 10.03.2009 um 17:31 Uhr

    Sehr Richtig! Es ist tatsächlich eine ungeheure Provokation der arroganten Kolonialherrenpolitik des Westens den barmherzigen Landesvater Bashir zu verurteilen, der nichts anderes tut als die notleidende Bevölkerung in Darfur von ihrem Leid zu erlösen, so wie es auch bei uns üblich ist. Wenn man nicht einmal Teile der eigenen Bevölkerung ungestraft ermorden darf - was darf man denn dann überhaupt noch?

    Man vielleicht. Ich nicht:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Natürlich ist es einfacher, Kritik im Westen im allgemeinen als an Kriegsverbrechen im besonderen zu üben.

    • helgam
    • 10.03.2009 um 17:18 Uhr

    Es gab eine Krise im Sudan. Die Einmischung des Westens hat diese aber so schlimm gemacht.
    Der sudanesische Staatsmann handelt richtig! Raus mit den NgOs und anderen sogenannten Hilfsorganisationen. Sie sind nur da, um das Land zu spalten und dem Westen die Tür zu öffnen.
    Endlich einmal ein Mann der dieses scheinheilige Programm durchschaut.

    Die norwegische Politikerin Jane Matlary hat das mit ihrem Buch VERUNTREUTE MENSCHENRECHTE erkannt.

    • Astgfl
    • 10.03.2009 um 17:31 Uhr

    Sehr Richtig! Es ist tatsächlich eine ungeheure Provokation der arroganten Kolonialherrenpolitik des Westens den barmherzigen Landesvater Bashir zu verurteilen, der nichts anderes tut als die notleidende Bevölkerung in Darfur von ihrem Leid zu erlösen, so wie es auch bei uns üblich ist. Wenn man nicht einmal Teile der eigenen Bevölkerung ungestraft ermorden darf - was darf man denn dann überhaupt noch?

    Antwort auf "Typisch Westen"
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    wissen sie etwas oder reden sie nur nach, was die Medien ihnen vorerzählen?

    wissen sie etwas oder reden sie nur nach, was die Medien ihnen vorerzählen?

  2. wissen sie etwas oder reden sie nur nach, was die Medien ihnen vorerzählen?

    Antwort auf "Sehr Richtig! Es ist"
  3. Man vielleicht. Ich nicht:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Natürlich ist es einfacher, Kritik im Westen im allgemeinen als an Kriegsverbrechen im besonderen zu üben.

    Antwort auf "Typisch Westen"
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    Werter Pausenfüller,
    auch an sie die Frage, die ich im Beitrag Nr.4 gestellt habe.
    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    So eine Verdummungsmaschinerie, wie sie derzeit gegen China, Sudan, Hamas, Iran, Syrien, Nordkorea, Kuba, Venezuela läuft - es ist wie zu Zeiten des Kalten Krieges.
    Nur die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) interessieren niemanden.

    • bivi
    • 10.03.2009 um 19:53 Uhr

    Nein, man darf solche Kommentare [...] (Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft) nicht einfach hinnehmen!
    Sie sollten ihre Gleichgültigkeit dem Elend gegenüber denen ins Gesicht sagen, die von aller Welt verlassen täglich um ihr Leben kämpfen, die keine Aussicht und keine Hoffnung mehr haben.

    Dazu aber sind sie zu feige!

    Es lässt sich hier leicht und bequem darüber schwadronieren wer überhaupt und wenn ja wieviel Schuld an der Situation hat - wir können das zurückverfolgen bis zu Adam und Eva - nur, wem ist damit geholfen?

    Es gibt j e t z t ein konkretes Problem, ein existenzielles für viele Menchen.
    Es gibt Menschen und Organisationen und Regierungen die helfen wollen und können und es gibt Menschen, Organistaionen und Regierungen die dies nicht wollen und sogar hintertreiben.
    Zusammen mit dem Präsidenten Bashir gehören all die an den Pranger, die aus wirtschaftlichen Interessen einen mutmaßlichen Verbrecher agieren lassen, ganz gleich ob sie im Westen, Osten, Norden oder Süden zu hause sind. Sie gehören im Anhang des Haftbefehls als Unterstützer namentlich aufgeführt!

    Werter Pausenfüller,
    auch an sie die Frage, die ich im Beitrag Nr.4 gestellt habe.
    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    So eine Verdummungsmaschinerie, wie sie derzeit gegen China, Sudan, Hamas, Iran, Syrien, Nordkorea, Kuba, Venezuela läuft - es ist wie zu Zeiten des Kalten Krieges.
    Nur die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) interessieren niemanden.

    • bivi
    • 10.03.2009 um 19:53 Uhr

    Nein, man darf solche Kommentare [...] (Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft) nicht einfach hinnehmen!
    Sie sollten ihre Gleichgültigkeit dem Elend gegenüber denen ins Gesicht sagen, die von aller Welt verlassen täglich um ihr Leben kämpfen, die keine Aussicht und keine Hoffnung mehr haben.

    Dazu aber sind sie zu feige!

    Es lässt sich hier leicht und bequem darüber schwadronieren wer überhaupt und wenn ja wieviel Schuld an der Situation hat - wir können das zurückverfolgen bis zu Adam und Eva - nur, wem ist damit geholfen?

    Es gibt j e t z t ein konkretes Problem, ein existenzielles für viele Menchen.
    Es gibt Menschen und Organisationen und Regierungen die helfen wollen und können und es gibt Menschen, Organistaionen und Regierungen die dies nicht wollen und sogar hintertreiben.
    Zusammen mit dem Präsidenten Bashir gehören all die an den Pranger, die aus wirtschaftlichen Interessen einen mutmaßlichen Verbrecher agieren lassen, ganz gleich ob sie im Westen, Osten, Norden oder Süden zu hause sind. Sie gehören im Anhang des Haftbefehls als Unterstützer namentlich aufgeführt!

  4. Werter Pausenfüller,
    auch an sie die Frage, die ich im Beitrag Nr.4 gestellt habe.
    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    So eine Verdummungsmaschinerie, wie sie derzeit gegen China, Sudan, Hamas, Iran, Syrien, Nordkorea, Kuba, Venezuela läuft - es ist wie zu Zeiten des Kalten Krieges.
    Nur die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) interessieren niemanden.

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    dass in Dafur Menschen zu Tode kommen und der Staatschef daran gehörigen Anteil hat? Hm... Woher resultiert dann Ihre Auffassung, dass der Westen das ist, was Sie hier gerade schreiben?

    Könnte es sein, dass Sie selektiv lesen?

    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    Wenn dem so sei, dann hören Sie doch auf diese Medien zu lesen! Dann müssen Sie nämlich hier auch nicht mehr schreiben und können sich um die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) kümmern!

    dass in Dafur Menschen zu Tode kommen und der Staatschef daran gehörigen Anteil hat? Hm... Woher resultiert dann Ihre Auffassung, dass der Westen das ist, was Sie hier gerade schreiben?

    Könnte es sein, dass Sie selektiv lesen?

    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    Wenn dem so sei, dann hören Sie doch auf diese Medien zu lesen! Dann müssen Sie nämlich hier auch nicht mehr schreiben und können sich um die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) kümmern!

  5. dass in Dafur Menschen zu Tode kommen und der Staatschef daran gehörigen Anteil hat? Hm... Woher resultiert dann Ihre Auffassung, dass der Westen das ist, was Sie hier gerade schreiben?

    Könnte es sein, dass Sie selektiv lesen?

  6. Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    Wenn dem so sei, dann hören Sie doch auf diese Medien zu lesen! Dann müssen Sie nämlich hier auch nicht mehr schreiben und können sich um die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) kümmern!

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    und sie ihre Ruhe, stimmmts?

    und sie ihre Ruhe, stimmmts?

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