Sudan Im Würgegriff des TyrannenSeite 2/2

Einem solchen Menschen mit Zugeständnissen zu begegnen, etwa mit der Aussetzung des Haftbefehls, wäre das falsche Signal, sagt Weber. Ohnehin könne die Versorgung der Bevölkerung in Darfur kaum noch schlechter werden. Wer jetzt von einer „humanitären Katastrophe“ spreche, der vergesse, dass die Situation der Menschen in der Krisenregion schon seit 2003, dem Beginn des Bürgerkriegs, katastrophal sei – und sich kontinuierlich verschlechtert habe.

Weder die Hilfsorganisationen noch UNAMID, die Militärmission der Vereinten Nationen, konnten diesen dramatischen Zustand entscheidend ändern. Gerade die UN-Truppe offenbart die Zahnlosigkeit der internationalen Gemeinschaft: Auch mehr als  eineinhalb Jahre nach dem Beginn der Mission ist es den Vereinten Nationen noch immer nicht gelungen, genügend Staaten zur Teilnahme zu bewegen. Statt der vorgesehenen 27.000 Soldaten und Polizisten sind mit Mühe 15.000 zusammenkommen.

UNAMID sei ein „tragischer Fall“, sagt Weber, man könne der Mission in der augenblicklichen Lage keine Vorwürfe machen. Sie sei zu schwach, als dass sie die Ausweisung der Hilfsorganisationen in irgendeiner Form hätte verhindern können.

Weber vermisst vielmehr ein klares Signal der Europäischen und der Afrikanischen Union. Man müsse Baschir ein für alle mal klarmachen, dass er nicht allmächtig sei.

Möglicherweise wird Baschir das demnächst selbst feststellen. Denn anders als seine Auftritte vor Tausenden Anhängern suggerieren, verliert der Diktator an Rückhalt in den eigenen Reihen. Die Regierungspartei NCP wendet sich, zumindest in Teilen, von ihm ab, die Zahl seiner Verbündeten sinkt. Vielen ehemaligen Gefolgsleuten ist Baschirs Auftreten zu aggressiv und kriegstreiberisch. Sie wollen lieber das Ölgeschäft forcieren, statt noch tiefer in einen Streit mit der Internationalen Gemeinschaft verwickelt zu werden.

Bis Baschirs Stern niedergeht, wollen die Hilfsorganisationen indes nicht warten. Sie wollen nach Darfur zurück – so schnell wie möglich. Dafür unterlassen sie jede Äußerung, die dieses Ziel gefährden könnte. Doch die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr, so hört man bei Ärzte ohne Grenzen, sie schwindet von Tag zu Tag.

 
Leser-Kommentare
  1. erst die sudanesische Regierung provozieren und dann geheuchelte Krokodilstränen vergießen, weil sie mit gleicher Münze heimzahlt. Und weil uns das Spiel so gut gefiel, spannt der (ach so unschuldige) Westen auch gleich noch die notleidende Bevölkerung in Darfur vor seinen Karren.
    Das ist wieder mal die typisch westliche Kolonialherrenmoral: Wir dürfen alles, die anderen dürfen nichts - nicht mal sich wehren.

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    • Astgfl
    • 10.03.2009 um 17:31 Uhr

    Sehr Richtig! Es ist tatsächlich eine ungeheure Provokation der arroganten Kolonialherrenpolitik des Westens den barmherzigen Landesvater Bashir zu verurteilen, der nichts anderes tut als die notleidende Bevölkerung in Darfur von ihrem Leid zu erlösen, so wie es auch bei uns üblich ist. Wenn man nicht einmal Teile der eigenen Bevölkerung ungestraft ermorden darf - was darf man denn dann überhaupt noch?

    Man vielleicht. Ich nicht:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Natürlich ist es einfacher, Kritik im Westen im allgemeinen als an Kriegsverbrechen im besonderen zu üben.

    • Astgfl
    • 10.03.2009 um 17:31 Uhr

    Sehr Richtig! Es ist tatsächlich eine ungeheure Provokation der arroganten Kolonialherrenpolitik des Westens den barmherzigen Landesvater Bashir zu verurteilen, der nichts anderes tut als die notleidende Bevölkerung in Darfur von ihrem Leid zu erlösen, so wie es auch bei uns üblich ist. Wenn man nicht einmal Teile der eigenen Bevölkerung ungestraft ermorden darf - was darf man denn dann überhaupt noch?

    Man vielleicht. Ich nicht:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Natürlich ist es einfacher, Kritik im Westen im allgemeinen als an Kriegsverbrechen im besonderen zu üben.

    • helgam
    • 10.03.2009 um 17:18 Uhr

    Es gab eine Krise im Sudan. Die Einmischung des Westens hat diese aber so schlimm gemacht.
    Der sudanesische Staatsmann handelt richtig! Raus mit den NgOs und anderen sogenannten Hilfsorganisationen. Sie sind nur da, um das Land zu spalten und dem Westen die Tür zu öffnen.
    Endlich einmal ein Mann der dieses scheinheilige Programm durchschaut.

    Die norwegische Politikerin Jane Matlary hat das mit ihrem Buch VERUNTREUTE MENSCHENRECHTE erkannt.

    • Astgfl
    • 10.03.2009 um 17:31 Uhr

    Sehr Richtig! Es ist tatsächlich eine ungeheure Provokation der arroganten Kolonialherrenpolitik des Westens den barmherzigen Landesvater Bashir zu verurteilen, der nichts anderes tut als die notleidende Bevölkerung in Darfur von ihrem Leid zu erlösen, so wie es auch bei uns üblich ist. Wenn man nicht einmal Teile der eigenen Bevölkerung ungestraft ermorden darf - was darf man denn dann überhaupt noch?

    Antwort auf "Typisch Westen"
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    wissen sie etwas oder reden sie nur nach, was die Medien ihnen vorerzählen?

    wissen sie etwas oder reden sie nur nach, was die Medien ihnen vorerzählen?

  2. wissen sie etwas oder reden sie nur nach, was die Medien ihnen vorerzählen?

    Antwort auf "Sehr Richtig! Es ist"
  3. Man vielleicht. Ich nicht:

    http://www.sueddeutsche.d...

    Natürlich ist es einfacher, Kritik im Westen im allgemeinen als an Kriegsverbrechen im besonderen zu üben.

    Antwort auf "Typisch Westen"
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    Werter Pausenfüller,
    auch an sie die Frage, die ich im Beitrag Nr.4 gestellt habe.
    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    So eine Verdummungsmaschinerie, wie sie derzeit gegen China, Sudan, Hamas, Iran, Syrien, Nordkorea, Kuba, Venezuela läuft - es ist wie zu Zeiten des Kalten Krieges.
    Nur die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) interessieren niemanden.

    • bivi
    • 10.03.2009 um 19:53 Uhr

    Nein, man darf solche Kommentare [...] (Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft) nicht einfach hinnehmen!
    Sie sollten ihre Gleichgültigkeit dem Elend gegenüber denen ins Gesicht sagen, die von aller Welt verlassen täglich um ihr Leben kämpfen, die keine Aussicht und keine Hoffnung mehr haben.

    Dazu aber sind sie zu feige!

    Es lässt sich hier leicht und bequem darüber schwadronieren wer überhaupt und wenn ja wieviel Schuld an der Situation hat - wir können das zurückverfolgen bis zu Adam und Eva - nur, wem ist damit geholfen?

    Es gibt j e t z t ein konkretes Problem, ein existenzielles für viele Menchen.
    Es gibt Menschen und Organisationen und Regierungen die helfen wollen und können und es gibt Menschen, Organistaionen und Regierungen die dies nicht wollen und sogar hintertreiben.
    Zusammen mit dem Präsidenten Bashir gehören all die an den Pranger, die aus wirtschaftlichen Interessen einen mutmaßlichen Verbrecher agieren lassen, ganz gleich ob sie im Westen, Osten, Norden oder Süden zu hause sind. Sie gehören im Anhang des Haftbefehls als Unterstützer namentlich aufgeführt!

    Werter Pausenfüller,
    auch an sie die Frage, die ich im Beitrag Nr.4 gestellt habe.
    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    So eine Verdummungsmaschinerie, wie sie derzeit gegen China, Sudan, Hamas, Iran, Syrien, Nordkorea, Kuba, Venezuela läuft - es ist wie zu Zeiten des Kalten Krieges.
    Nur die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) interessieren niemanden.

    • bivi
    • 10.03.2009 um 19:53 Uhr

    Nein, man darf solche Kommentare [...] (Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft) nicht einfach hinnehmen!
    Sie sollten ihre Gleichgültigkeit dem Elend gegenüber denen ins Gesicht sagen, die von aller Welt verlassen täglich um ihr Leben kämpfen, die keine Aussicht und keine Hoffnung mehr haben.

    Dazu aber sind sie zu feige!

    Es lässt sich hier leicht und bequem darüber schwadronieren wer überhaupt und wenn ja wieviel Schuld an der Situation hat - wir können das zurückverfolgen bis zu Adam und Eva - nur, wem ist damit geholfen?

    Es gibt j e t z t ein konkretes Problem, ein existenzielles für viele Menchen.
    Es gibt Menschen und Organisationen und Regierungen die helfen wollen und können und es gibt Menschen, Organistaionen und Regierungen die dies nicht wollen und sogar hintertreiben.
    Zusammen mit dem Präsidenten Bashir gehören all die an den Pranger, die aus wirtschaftlichen Interessen einen mutmaßlichen Verbrecher agieren lassen, ganz gleich ob sie im Westen, Osten, Norden oder Süden zu hause sind. Sie gehören im Anhang des Haftbefehls als Unterstützer namentlich aufgeführt!

  4. Werter Pausenfüller,
    auch an sie die Frage, die ich im Beitrag Nr.4 gestellt habe.
    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    So eine Verdummungsmaschinerie, wie sie derzeit gegen China, Sudan, Hamas, Iran, Syrien, Nordkorea, Kuba, Venezuela läuft - es ist wie zu Zeiten des Kalten Krieges.
    Nur die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) interessieren niemanden.

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    dass in Dafur Menschen zu Tode kommen und der Staatschef daran gehörigen Anteil hat? Hm... Woher resultiert dann Ihre Auffassung, dass der Westen das ist, was Sie hier gerade schreiben?

    Könnte es sein, dass Sie selektiv lesen?

    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    Wenn dem so sei, dann hören Sie doch auf diese Medien zu lesen! Dann müssen Sie nämlich hier auch nicht mehr schreiben und können sich um die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) kümmern!

    dass in Dafur Menschen zu Tode kommen und der Staatschef daran gehörigen Anteil hat? Hm... Woher resultiert dann Ihre Auffassung, dass der Westen das ist, was Sie hier gerade schreiben?

    Könnte es sein, dass Sie selektiv lesen?

    Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    Wenn dem so sei, dann hören Sie doch auf diese Medien zu lesen! Dann müssen Sie nämlich hier auch nicht mehr schreiben und können sich um die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) kümmern!

  5. dass in Dafur Menschen zu Tode kommen und der Staatschef daran gehörigen Anteil hat? Hm... Woher resultiert dann Ihre Auffassung, dass der Westen das ist, was Sie hier gerade schreiben?

    Könnte es sein, dass Sie selektiv lesen?

  6. Ich glaube diesen Medien nämlich langsam gar nichts mehr!
    Wenn dem so sei, dann hören Sie doch auf diese Medien zu lesen! Dann müssen Sie nämlich hier auch nicht mehr schreiben und können sich um die wirklichen Interessen der Menschen (saubere Umwelt, weniger Strahlenbelastung, genießbare Nahrungsmittel) kümmern!

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    und sie ihre Ruhe, stimmmts?

    und sie ihre Ruhe, stimmmts?

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