Talentshows Wer zuletzt singt, gewinnt

In Wettbewerben erhalten gegen Ende auftretende Kandidaten bessere Werte als die Frühen. Diese Regel gilt in fast allen Lebensbereichen, doch nicht bei der Partnersuche

Vordrängeln nutzt nichts. Auch in Chinas Talentshows sind zumeist die letzten Kandidaten erfolgreich

Vordrängeln nutzt nichts. Auch in Chinas Talentshows sind zumeist die letzten Kandidaten erfolgreich

Wer in Talentwettbewerben als zweiter oder dritter Teilnehmer antritt, hat schon verloren. Das haben die Londoner Forscher Katie und Lionel Page herausgefunden . Sie haben 29 Shows untersucht, die so wie die TV-Show "Deutschland sucht den Superstar" funktionieren: Etwa zwölf Menschen präsentieren ihre Sangeskunst, anschließend werden die Besten in die nächste Runde gewählt. Nach einigen Runden steht schließlich der Gewinner fest.

Der Erfolg der Teilnehmer hat in diesen Shows ein klares Muster: Wer zuletzt auftritt, bekommt im Vergleich zu den ersten Kandidaten rund 33 Prozent mehr Stimmen. Auch in Endrunden mit fünf Top-Kandidaten wird die letzte Performance im Durchschnitt um ein Drittel besser bewertet als die erste.

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In anderen Bereichen des Lebens ist die Reihenfolge ebenfalls wichtig: In mündlichen Prüfungen erhalten zuletzt geprüfte Schüler bessere Noten als die Schüler, die zu Beginn der Prüfungen beurteilt wurden. Kampfrichter bewerten jene Eiskunstläufer, Synchronschwimmer und Turner gnädiger, die spät im Verlauf der Wettbewerbe ihre Küren präsentieren.

Psychologen erklären diesen Effekt der Reihenfolge dadurch, dass Menschen sich nicht präzise erinnern können. Nur die ersten und die letzten Eindrücke blieben hängen, alles dazwischen verschwimme. Und Menschen gefällt in der Regel nur, was sie meinen, gut zu kennen. Also wählen sie eher Kandidaten, die kurz vor der Abstimmung aufgetreten sind.

In Sportwettkämpfen und mündlichen Prüfungen kommt der Effekt anders zustande. Hier müssen die Bewertungen sofort nach dem Auftritt vergeben werden. Die Jury halte sich zunächst mit positiven Bewertungen zurück, weil spätere Kandidaten noch besser sein könnten, sagen Psychologen.

Wie ein Teilnehmer beurteilt wird, hängt zudem auch davon ab, wie sein Vorgänger abgeschnitten hat. Entgegen der landläufigen Meinung ist es nicht nachteilig, nach einer Meisterleistung die Bühne zu betreten. Kölner und Heidelberger Forscher konnten nachweisen , dass Turner mehr Punkte bekommen, wenn ihre Vorgänger ebenfalls gut bewertet worden waren. Den Preisrichtern würden vor allem die Ähnlichkeiten mit den guten Vorgängern auffallen, aber nicht die negativen Abweichungen, vermuten die Wissenschaftler. Auch so würden die Beurteilungen im Verlauf eines Wettbewerbs zunehmend positiver.

Aber wenigstens bei der Partnerwahl funkt die Reihenfolge nicht dazwischen. Dort zählt nicht die Startposition, sondern die körperliche Attraktivität. Männer wollen dünne, junge Frauen, Frauen suchen sich hingegen große, junge Männer aus. Die gepriesenen inneren Werte spielen fast keine Rolle.

Leser-Kommentare
    • Isaidy
    • 13.03.2009 um 10:05 Uhr

    ist nicht gerade DAS Mittel um einen Partner zu finden. Dass bei fünf Minuten Gesprächszeit das Äußere den Ausschlag gibt, ist logisch. Evolutionär bedingt sucht sich Weibchen halt das optisch potenteste Männchen und Männchen das geburtstechnisch bestgebauteteste Weibchen. Gottseidank hat jedoch der liebe Gott irgendwann den Verstand dazwischen geschaltet und es steht doch der Beweis offen, dass diejenigen Paare, die sich über Speed-Dating kennengelernt haben über einen One-night-stand hinaus kommen. Dafür reicht die körperliche Attraktivität allemal. Für eine länger andauernde Beziehung reichen schlanke Hüften und lange Beine nicht aus. Beziehungssuchende Singles sollten nicht den Fehler machen, das Äußere in den Mittelpunkt ihres Interesses zu stellen. Wie oft hat man schon erlebt, dass ein einstmals als wunderschön empfundener Mensch nach wenigen Wochen subjektiv deutlich an Attraktivität verloren hat, einfach, weil er nichts zu sagen hatte. Ein Effekt, der umgekehrt genauso gilt. Schönheit liegt im Auge des Betrachters und wird letztendlich als Ganzes - Körper und Geist - wahrgenommen.

  1. 20 Gespräche mit 20 verschiedenen Frauen an einem Abend, und das unter Zeitdruck, stelle ich mir sehr anstrengend vor. Vielleicht setzt ja nach 10-12 Gesprächen eine gewisse Ermüdung ein, die sich dann negativ auf die "Bewertung" niederschlägt. Das wäre doch eine ebenso plausible Erklärung.

    Wieso wurde der Ermüdungszustand bei den Speed-Datern nicht anhand von Herzfrequenz, Blutdruck und anderen Parametern gemessen? Ok, das wäre zugegebenermaßen schwierig, man stelle sich 40 vollverkabelte Personen in einem Raum vor, die zudem alle paar Minuten die Plätze tauschen. Das endet bestimmt im Chaos. Aber auch da hätte man sich doch mit drahtloser Datenübertragung behelfen können.

    Und dass charakterliche Eigenschaften in einem 5-minütigen Gespräch keine Rolle spielen, weil sie in so kurzer Zeit gar nicht ermittelt werden können, ist doch auch klar. Welch eine Erkenntnis :-)

    Ach, diese Wissenschaftler :-)

  2. Den ganzen Kennenlern-Schmus kann man sich doch schenken!
    Da wird sowieso nur gelogen, dass sich die Balken biegen.
    Ich bin überglücklich,nächste Woche heirate ich...

    ,...

    wie hieß sie gleich noch???

    ;-)

    http://www.hartz-aber-lus...

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