Elektropop Mit Leggins und Brille

Ist das Art-Pop? Oder gar die perfekte Band der post-digitalen Ära? Das Duo The Ting Tings aus London mischt die Musikszene auf und begegnet dem Erfolg mit Demut

Mit dem Hit That’s Not My Name haben The Ting Tings die Königin Madonna vom Thron der englischen Single-Charts gestoßen, ihr Debütalbum We Started Nothing verkaufte sich mehr als 650.000 Mal. In New York, Sydney oder Tokio strömen die Menschen zu ihren Konzerten.

Was ist dran an dem Londoner Duo, das Indierocker und Elektropopper gleichsam begeistert?

Noch vor einem Jahr lebten Katie White (25) und Jules De Martino (35) in einer von Künstlern bewohnten, ehemaligen Baumwollmühle in Manchester. Dort konnten sie sich neu orientieren, ihre bisherigen Fehlversuche in der Musikszene verarbeiten.

Ein Blick zurück, wie alles begann: Katie wuchs in Salford auf, einem Vorort von Machester. Mit ihrer Schwester mistete sie Stallungen auf dem nachbarschaftlichen Pferdehof aus und durfte dort gelegentlich reiten. Daheim hörte sie Radio, tanzte und sang dazu aus vollem Halse. Beflügelt von der Energie, die Boygroups in ihr freigesetzt hatten, gründete die 14-Jährige mit  ihren Freundinnen die Gruppe TKO – Totally Knocked Out.

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Auf der Suche nach einem Management zog es Katie mit TKO bald in das pulsierende London. Bei Studioproben traf die 17-Jährige den zehn Jahre älteren Jules, einen ehemaligen Kunststudenten, der sich mit seiner Band Tomkat in der alternativen Musikszene bewegte.

"Wann immer wir uns über den Weg liefen, redeten wir so intensiv über verschiedenste Musikrichtungen, dass wir alles andere um uns herum vergaßen", erzählt Jules. Sie waren so sehr voneinander fasziniert, dass sie ihre Gruppen verließen. Jules kehrte London den Rücken und folgte Katie zurück nach Manchester.

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