Servermarkt Milliardenübernahme in der IT-Branche

Der IT-Konzern IBM will bar zahlen: 6,5 Milliarden Dollar bietet er für den Konzern Sun Microsystems. Der hatte sich angeblich selbst zum Kauf angeboten

Das Wall Street Journal berichtete am Mittwoch über die Kaufverhandlungen. Danach würde der traditionsreiche IT-Konzern IBM für den Server-Hersteller Sun Microsystems rund doppelt so viel zahlen, wie Sun aktuell an der Börse wert ist. Weltweit sind Fusionen wegen der Wirtschaftskrise seit vielen Monaten eher rar.

Der Zeitung zufolge hat sich Sun in den vergangenen Monaten selbst mehreren Technologiefirmen zum Kauf angeboten. Der IBM-Rivale Hewlett-Packard habe das Angebot abgelehnt.

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Mit einer Übernahme würde IBM seine Server-Sparte im Kampf gegen HP stärken. Zuletzt haben alle großen Server-Hersteller Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Ein Sun-Sprecher in München sagte zu dem Bericht lediglich, der Konzern äußere sich nicht zu Spekulationen und Marktgerüchten. Ein IBM-Sprecher in Bangalore lehnte eine Stellungnahme ab.

Beide Konzerne stellen Großrechner und die passende Software her, beide sind beim offenen Betriebssystem Linux engagiert und beide sind wenig abhängig vom Prozessorprimus Intel. IBM hat allerdings durch sein starkes Dienstleistungsgeschäft die Wirtschaftsflaute wesentlich besser wegstecken können als Sun. IBM bietet unter anderem Technologieberatung und die Auslagerung von IT an. Diese Services versprechen hohe Profite, weshalb IBM in diesem Jahr trotz der Rezession mit einem neuerlichen Rekordergebnis rechnet.

Auch Sun hat sein Dienstleistungsangebot deutlich ausgebaut, das Hauptgeschäft macht das Unternehmen allerdings immer noch mit seiner Hardware. Das hat in der Vergangenheit immer wieder zu roten Zahlen geführt, ist der Markt doch heiß umkämpft und darüber hinaus anfällig für konjunkturelle Schwankungen. Alleine im vergangenen Jahr fiel ein Verlust von 209 Millionen Dollar an.

In Deutschland beschäftigt Sun 1450 Mitarbeiter. Hier hat der Konzern seine Zentrale in München und weitere Niederlassungen unter anderem in Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg.

Der Name Sun entstand aus der Abkürzung für Stanford University Network. Die Firma wurde in den neunziger Jahren mit Hightech-Computern berühmt, die oft auch in der Finanzindustrie zum Einsatz kommen. Im vergangenen Jahr hat die Sun-Aktie mehr als 70 Prozent eingebüßt und kostete zuletzt in New York knapp fünf Dollar. Sein Allzeithoch erreichte das Papier inmitten des Internet-Booms bei fast 260 Dollar.

 
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