Täterprofil "Tim war nicht in psychiatrischer Behandlung"
Die Eltern des 17-jährigen Amokläufers widersprechen den Ermittlern: Ihr Sohn war nie in Psychotherapie. Dieser soll den Abend vor der Tat Killerspiele gespielt haben

© Alex Grimm/Getty Images
Das Gelände der psychiatrischen Klinik in Winnenden: Hier erschoss Tim K. auf seiner Flucht einen Gärtner
Was trieb Tim K. zu seiner Tat? Wer war dieser Jugendliche? Darüber rätseln die Menschen in ganz Deutschland. Nun haben sich erstmals die Eltern des Jungen geäußert. Sie teilten über ihren Anwalt mit, dass ihr Sohn nie in psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei. Damit dementierten sie bisherige Behördenangaben und erklärten weiter, Tim K. sei deswegen auch in keiner Klinik behandelt worden.
Dagegen sagte Matthias Michel, der Ärztliche Direktor des Klinikums am Weißenhof, dem Südwestrundfunk : Der 17-Jährige wurde "auf ambulanter Basis" insgesamt fünf Mal in der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt. Dabei seien mehrere Tests durchgeführt und eine weitere Behandlung in Winnenden empfohlen worden. Dies habe er aber abgelehnt.
Zudem wies der Anwalt im Namen seiner Mandanten zurück, dass sich im Keller des Familienhauses ein Schießstand befinde. In den vergangenen Tagen war mehrfach berichtet worden, Tim habe dort regelmäßig mit Druckluftwaffen geübt.
Der Spiegel berichtet unterdessen, der Jugendliche habe am Abend vor dem Amoklauf in Winnenden sogenannte Killerspiele im Internet gespielt. Die Auswertung des Rechners habe ergeben, dass Tim K. gegen 19.30 Uhr das Spiel "Far Cry 2" startete und den PC gegen 21.40 Uhr ausschaltete.
Auf seinem Computer habe Tim K. auch sogenannte Shooter wie "Counter Strike" und "Tactical Ops" installiert. Die Fahnder fanden daneben etwa 200 Pornobilder, davon mehr als 120 sogenannte Bondage-Bilder, die nackte, gefesselte Frauen zeigen.
Zudem hat sich der 17-Jährige laut Spiegel schon vor Monaten mit Schulmassakern beschäftigt. Er sei unter mehreren Pseudonymen wie "JawsPredator1" im Internet aktiv und gewesen und habe unter anderem bei der Plattform "MyVideo" ein entsprechendes Profil gehabt.
In einem der Diskussionsforen zu den Schulmassakern von Erfurt und Emsdetten meldete sich demnach am 23. August 2008 "JawsPredator1" zum Thema Amokläufer zu Wort: "Das witzige ist ja selbst wenn diejenigen es ankündigen glaubt es ihnen niemand." Als Autor vermuten die Ermittler dem Bericht zufolge Tim K..
- Datum 15.03.2009 - 08:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, 14.03.2009
- Kommentare 179
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Der Ausdruck "Killerspiele" im Untertitel der Überschrift ist plakativ und irreführend!
Der ZEIT hätte ich mehr Objektivität zugetraut.
Killerspiele, ich kanns nicht mehr hören. Schreiben Sie doch bitte das branchenübliche Wort "Shooter"
Ich habe mir heute früh versprochen SPON jetzt links liegen zu lassen und mir Zeitonline wieder als Startseite einzurichten. Nun lese ich diesen Artikel und kann kaum glauben, dass ich diese Idee heute morgen gut fand.
Erbärmlich.
Der "Ausdruck" wird im Artikel durchaus korrekt gebraucht.
- alle anderen begrifflichen Einstufungen sind Schönfärberei! Jedenfalls für Personen, deren Schmerzschwelle noch nicht durch Überstrapazierung nach oben gedrückt wurde! Genauso sind Horror- und Actionfilme auch nicht selten "Killer-TV".
Killerspiele, ich kanns nicht mehr hören. Schreiben Sie doch bitte das branchenübliche Wort "Shooter"
Ich habe mir heute früh versprochen SPON jetzt links liegen zu lassen und mir Zeitonline wieder als Startseite einzurichten. Nun lese ich diesen Artikel und kann kaum glauben, dass ich diese Idee heute morgen gut fand.
Erbärmlich.
Der "Ausdruck" wird im Artikel durchaus korrekt gebraucht.
- alle anderen begrifflichen Einstufungen sind Schönfärberei! Jedenfalls für Personen, deren Schmerzschwelle noch nicht durch Überstrapazierung nach oben gedrückt wurde! Genauso sind Horror- und Actionfilme auch nicht selten "Killer-TV".
"Die Polizei rätselt weiterhin über das Motiv des Amokläufers. 'Es gibt verschiedene Anhaltspunkte, aber es gibt nicht die schlüssige Erklärung dafür'.!"
Wie sagte doch Gustav Heinmann - häufig zitiert, selten bedacht" Wer mit einem Finger auf den anderen zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst."
Das gilt auch bei der so genannten Suche nach dem Motiv und das Starren auf den Täter: es ist immer auch ein Blick in den Spiegel.
Vor 1990 waren derartige Amokläufe unbekannt. Dabei gab es schon alles, was beklagt wird - vom Fernsehen über die Killerspiele bis zu den fehlenden Schulpsychologen. Das von 60 Prozent bejahte Erziehungsziel allerdings lautete "Freiheit und Selbstbestimmung." Die natürliche Folge war ein ständiges, typisches Brodeln im Jugendbereich.
Derlei wollte man - wei als störend empfunden - unterbinden, die Zustimmung zu den Erziehungszielen "Autorität und Gehorsam" wuchs bis 1999 auf 81 Prozent, ebenso die Zustimmung zu Höflichkeit, gutes Benehmen, Vermittlung von Arbeitsethos, Sparsamkeit, Bescheidenheit zwischen 1993 und 2003 von 60 auf 80 Prozent. Kennzeichnend wurden Schlagzeilen wie "Brutale junge Rambos - Schüler u. Gewalt"; „Wenn der Schulweg ein Horror-Trip ist“;„Rambo-Szenen im Kindergarten. Schon die Jüngsten neigen zur Gewalt“; „Einprügeln, bis der Gegner nicht mehr zuckt“; „Dem hau ich in die Fresse“; "Jugendliche werden immer krimineller und brutaler"; "Täter und Opfer werden jünger"; "Mehr gewalttätige Kinder"... Das ließe sich fast endlos bis in die Gegenwart fortschreiben,
Zu Bestsellern wurden Erziehungsratgeber mit Titeln wie "Der kleine Tyrann" (1988), "Tyrannen in Turnschuhen" (1994) und vor allem "Kinder brauchen Grenzen" (1993), dessen Titel zum Leitwort der Erziehung wurde; Veranstaltungen wie "Kinder brauchen Werte" waren gefragt; landauf landab unterwarf man Heranwachsende Anti-Gewalt- und Anti-Aggressions-Programmen jeder Art; Heere von Sozialarbeitern, Schulsozialarbeiter, Streetworkern und Psycholgen aller Schattierung wurden mobilisiert und mit Reparaturauftrag an die Erziehungsfront geschickt, Videokameras selbst auf Schulklos installiert ...
Folge: Die Gewalt ging nicht zurück, sondern explodierte. Das war vorhersehbar und wurde auch vorhergesagt. Die entsprechenden Forschungsergebnisse sind eindeutig und liegen seit Jahrzehnten vor. In seinem Buch "Kindheit und Gesellschaft", erstmals erschienen 1950 (!), fasste der Psychotheraupeut und Sozialwissenschaftler Erk H. Erikson den Kenntnisstand zusammen.
"Denn wo ein Kind fühlt, dass seine Umgebung den Versuch macht, es zu radikal aller Ausdrucksformen zu berauben, die ihm gestatten, den nächsten Schritt in seiner Ich-Identität zu erreichen und zu integrieren, da wird es sich mit der erstaunlichen Kraft eines Tieres verteidigen, das plötzlich in Lebensgefahr gerät. Und tatsächlich gibt es in dem sozialen Dschungel menschlicher Existenz kein Lebensgefühl, kein Bewusstsein, lebendig zu sein, wo das Gefühl der Ich-Identität fehlt. Es ist er Verlust der Identität, der zu Mord führen kann." (S.234)
Genauso werden die Amokläufer beschrieben: Menschen ohne Identität, Menschen mit zwei Gesichtern.
Kindheit und Jugend kann man vergleichen mit einem Fluss, der windungsreich seinen Weg durch Wiesen und Auen sucht. Kanalisiert man ihn zu früh, zu gerade in einem zu engem Bett, sind Überschwemmungen programmiert - sprich: unvorhersehbare Gewaltausbrüche scheinbar paranoider Art. Wen es wo trifft, hat wohl mehr mit Zufall zu tun als mit berechenbaren Wenn-Dann-Mustern. Da nützt es nichts, den jeweiligen Täter unter's Mikroskop zu legen und den Fluss noch mehr zu kanalisieren. Erst wenn wir das Klima in der Gesellschaft ändern, Heranwachsenden wieder Luft zum Atmen und Raum zum Ausprobieren von Lebensentwürfen lassen, ohne sie gleich zu kriminalisieren und ins Gefängnis zu werfen, wird sich die Atmosphäre entspannen.
..aber genauso gut könnte das auch nicht so sein. Warum find ich in ihrem Text kein einzigen Hinweis darauf dass sie sich das Ganze aus irgendwelchen 'Fakten' ("Zustimmung zu den Erziehungszielen "Autorität und Gehorsam" wuchs bis 1999 auf 81 Prozent" etc.) zusammen gereimt haben: 'seid blabla gibt es Amokläufe, kurz davor ist das-und-das Buch ein Bestseller gewesen. Is doch logisch dass das zusammenhängt.'
Es würde schon reichen dass es jetzt Amokläufe gegeben hat, um den Unterschied zwischen jetzt und früher zu verursachen. Eine Welt in der es Amokläufe an Schulen gab unterscheidet sich von einer Welt in der so etwas noch nicht passiert ist.
'Mensch, mein Leben ist so scheiße. da gabs doch mal so ein paar Jungs die sich ordentlich gerächt haben an ihren Mitschülern. Das mach ich auch. Selbstmord ist doch langweilig. Die sollen alle von mir hören die Schweine.'
und Schwupps, Waffe von Pappi gestohlen und ab dafür.
ja, stimmt, vielleicht sind auch die veränderten Erziehungsziele dafür verantwortlich. Vielleicht aber auch Jupiter der sich in den letzten paar Jahren ja ganz gewaltig um die eigene Achse dreht.
Ok, genug rumgemeckert.
Eigentlich fand ich Ihren Beitrag nämlich ganz gut. Das Kinder Freiheit brauchen um sich zu entwickeln. Dass Bücher wie 'der kleine Tyrann' auch kleine Tyrannen hervorbringen wird.
freundliche Grüße
..aber genauso gut könnte das auch nicht so sein. Warum find ich in ihrem Text kein einzigen Hinweis darauf dass sie sich das Ganze aus irgendwelchen 'Fakten' ("Zustimmung zu den Erziehungszielen "Autorität und Gehorsam" wuchs bis 1999 auf 81 Prozent" etc.) zusammen gereimt haben: 'seid blabla gibt es Amokläufe, kurz davor ist das-und-das Buch ein Bestseller gewesen. Is doch logisch dass das zusammenhängt.'
Es würde schon reichen dass es jetzt Amokläufe gegeben hat, um den Unterschied zwischen jetzt und früher zu verursachen. Eine Welt in der es Amokläufe an Schulen gab unterscheidet sich von einer Welt in der so etwas noch nicht passiert ist.
'Mensch, mein Leben ist so scheiße. da gabs doch mal so ein paar Jungs die sich ordentlich gerächt haben an ihren Mitschülern. Das mach ich auch. Selbstmord ist doch langweilig. Die sollen alle von mir hören die Schweine.'
und Schwupps, Waffe von Pappi gestohlen und ab dafür.
ja, stimmt, vielleicht sind auch die veränderten Erziehungsziele dafür verantwortlich. Vielleicht aber auch Jupiter der sich in den letzten paar Jahren ja ganz gewaltig um die eigene Achse dreht.
Ok, genug rumgemeckert.
Eigentlich fand ich Ihren Beitrag nämlich ganz gut. Das Kinder Freiheit brauchen um sich zu entwickeln. Dass Bücher wie 'der kleine Tyrann' auch kleine Tyrannen hervorbringen wird.
freundliche Grüße
Killerspiele, ich kanns nicht mehr hören. Schreiben Sie doch bitte das branchenübliche Wort "Shooter"
Das "branchenübliche" Wort...???
Schon allein die Tatsache, dass es eine KILLERSPIEL-"Branche" gibt, ist eine "Fehlentwicklung" (mir fällt gerade kein besserer Begriff ein).
"shooter" =
1. Schütze
2. Todesschütze
3. Knarre
4. Schiesseisen
5. Schiessprügel
Wie soll man das denn bitte grammatikalisch korrekt ausdrücken? Ich geh' nach dem Abendessen noch etwas "shootern" (= "knarren"?). Oder: wir treffen uns nach der Schule zum "Shooter" ausleihen/kaufen? Oder: um 21.00 Uhr am Samstag gehen wir "Shooter" spielen ("Knarre spielen"...)?
Außerdem sind Anglizismen generell auch eine "Fehlentwicklung". :-)
Und: "Shooter", wie auch immer grammatikalisch eingebaut, klingt natürlich vornehm distanziert und höchst "gesellschaftsfähig", für Jungmänner "cool".
Das "branchenübliche" Wort...???
Schon allein die Tatsache, dass es eine KILLERSPIEL-"Branche" gibt, ist eine "Fehlentwicklung" (mir fällt gerade kein besserer Begriff ein).
"shooter" =
1. Schütze
2. Todesschütze
3. Knarre
4. Schiesseisen
5. Schiessprügel
Wie soll man das denn bitte grammatikalisch korrekt ausdrücken? Ich geh' nach dem Abendessen noch etwas "shootern" (= "knarren"?). Oder: wir treffen uns nach der Schule zum "Shooter" ausleihen/kaufen? Oder: um 21.00 Uhr am Samstag gehen wir "Shooter" spielen ("Knarre spielen"...)?
Außerdem sind Anglizismen generell auch eine "Fehlentwicklung". :-)
Und: "Shooter", wie auch immer grammatikalisch eingebaut, klingt natürlich vornehm distanziert und höchst "gesellschaftsfähig", für Jungmänner "cool".
Erst war er in psyatrischer Behandlung,
dann hat er die Tat im Internet angekündigt,
und jetzt hat er am Vorabend sicherlich ein Killerspiel gespielt.
Wir werden nun noch 3 Tage tief betroffen sein und uns ganz gerührt Bilder Videos und Berichte reinziehen, die zwar gegen den Willen der Trauernden erstellt werden, die sich aber zum Mitfühlen und Mitleiden für ein paar Stunden prima eignen. Wenn wir dann genug einen auf traurig gemacht haben, ist die Sache dann schnell wieder vorbei. Das hat zumindest den Vorteil, dass die noch lebenden Opfer endlich in Ruhe gelassen werden. Bleibt zu hoffen, dass die dortige Politik was Gescheites auf die Beine stellen kann, ohne es an die große Glocke zu hängen.
Nach Aussage der Eltern bei der Vernehmnung durch die Polizei war er weder in psychiatrischer noch in psychotherapeutischer Meldung
Nach Aussage der Eltern bei der Vernehmnung durch die Polizei war er weder in psychiatrischer noch in psychotherapeutischer Meldung
Nach Aussage der Eltern bei der Vernehmnung durch die Polizei war er weder in psychiatrischer noch in psychotherapeutischer Meldung
Er hat die Tat auch nicht im Internet angekündigt und ich könnte wetten dass die Killerspielnummer auch nur ein fiktives Teil der großen Winnenden-Story ist.
Er hat die Tat auch nicht im Internet angekündigt und ich könnte wetten dass die Killerspielnummer auch nur ein fiktives Teil der großen Winnenden-Story ist.
Er hat die Tat auch nicht im Internet angekündigt und ich könnte wetten dass die Killerspielnummer auch nur ein fiktives Teil der großen Winnenden-Story ist.
Warum wehren sich hier die (unterstellt) männlichen Kommentatoren so "abgebrüht" gegen das tatsächlich erkennbare Muster solcher jugendlicher Exzesse? Es gibt genug Belege dafür, dass
1. Killerspiele
2. Actionfilme
3. Horrorfilme und
4. gewisse Pornos
die menschliche Wahrnehmung, Kognition und Emotion beeinflussen! Das kann man, sofern eine gewisse Sensibilität gegeben, auch an sich selbst testen und beobachten. Wir (=Menschen) sind nicht so selbstkontrollfähig und erhaben, wie wir gerne hätten!
Und aus eigener Erfahrung mit männlichen (Frauen kenne ich bisher keine...) Bekannten kann ich bestätigen: werden sog. (branchenüblich korrekt ausgedrückt...) "Egoshooter" "zur Entspannung" in der Freizeit gespielt, lassen sich bestimmte Merkmale an der Person beobachten (zB eine Faszination für Risiko + Grenzüberschreitungen + testweises unnötiges Töten von haushaltsüblichen Kleinstlebewesen wie Spitzmäusen + Spaß an der Irritation der Mitmenschen + Spaß an Provokation von Mitmenschen + tlw. mangelndes Verständnis für Empfindungsqualitäten wie "Warmherzigkeit"/Güte + Distanziertheit + Interesse an allem "Militärischen"+ Sehnsucht nach "männlichen" Eigenschaften/Werten/Verhaltensweisen ...).
Warum wehren sich hier die (unterstellt) männlichen Kommentatoren so "abgebrüht" gegen das tatsächlich erkennbare Muster solcher jugendlicher Exzesse? Es gibt genug Belege dafür, dass
1. Killerspiele
2. Actionfilme
3. Horrorfilme und
4. gewisse Pornos
die menschliche Wahrnehmung, Kognition und Emotion beeinflussen! Das kann man, sofern eine gewisse Sensibilität gegeben, auch an sich selbst testen und beobachten. Wir (=Menschen) sind nicht so selbstkontrollfähig und erhaben, wie wir gerne hätten!
Und aus eigener Erfahrung mit männlichen (Frauen kenne ich bisher keine...) Bekannten kann ich bestätigen: werden sog. (branchenüblich korrekt ausgedrückt...) "Egoshooter" "zur Entspannung" in der Freizeit gespielt, lassen sich bestimmte Merkmale an der Person beobachten (zB eine Faszination für Risiko + Grenzüberschreitungen + testweises unnötiges Töten von haushaltsüblichen Kleinstlebewesen wie Spitzmäusen + Spaß an der Irritation der Mitmenschen + Spaß an Provokation von Mitmenschen + tlw. mangelndes Verständnis für Empfindungsqualitäten wie "Warmherzigkeit"/Güte + Distanziertheit + Interesse an allem "Militärischen"+ Sehnsucht nach "männlichen" Eigenschaften/Werten/Verhaltensweisen ...).
Leider stelle ich fest das mit jedem weiteren Amoklauf selbst bisher seriöse und objektive Medien wie Zeit oder Spiegel mit auf den Kreuzzug gegen Egoshooter (ich verwehre mich gegen den vorverurteilenden und diskiminierenden K-Begriff!) aufspingen, der angeführt wird von dem selbsternannten Herrn Dr. "Erlöser vom Bösen" Pfeiffer.
Dabei stellen sich mir folgende Fragen:
- Warum suchen sich ALLE jugendlichen Amokläufer die SCHULE als ihren Tatort aus? Sind Ursachen und Beweggründe für Amokläufe nicht viel eher in diesem Umfeld zu suchen? Wenn Egoshooter wirklich Mit-Ursache für Amokläufe sind, wie oft behauptet wird, müssten dann statistisch gesehen nicht auch "normale" Amokläufe z.B. durch die Innenstadt stattfinden?
- ALLE jugendlichen Amokläufer sind mit den Waffen ihrer Eltern unterwegs gewesen oder konnten sich die Waffen selbst auf Waffenschein beziehen. Mit welchem Recht nimmt sich ein kleiner Teil der Bevölkerung heraus mit großkalibrigen Waffen umzugehen und diese zu Hause zu lagern? Wer unbedingt schiessen möchte kann das auch mit Kleinkaliber machen. Großkalibrige Waffen, Pumpguns etc. gehören komplett verboten!
- Wer die Geschichte der letzten Jahrzehnte verfolgt, sieht das immer wieder neue, unbekannte Medien, Musik und Freizeitbeschäftigungen als Ursache für gesellschaftliches Übel herhalten mussten. Es ist viel einfacher und vor allem medienwirksamer solche Dinge zu verteufeln die dem Großteil der erwachsenen Bevölkerung unbekannt sind und vor denen sie vielleicht deshalb sogar Angst haben (gerade weil sie es nicht kennen). Ist es nicht so das man heute über die Verteufelung von Rock and Roll, Metal, Comics usw. lacht? Geschichte wiederholt sich (leider).
- ALLE Amokläufer fühlten sich (objektiv und/oder subjektiv) von der Gesellschaft, ihren Mitschülern und Eltern missachtet, ausgeschlossen, nicht anerkannt und wertlos. In der Folge beginnt der Kreislauf der Gewalt und der selbsterlegten Ausgrenzung, die das eigene Ego wenigstens ein bischen aufpolieren kann. Als Mitglied einer Gruppe von Aussenseitern kann ich mir selbst das Gefühl geben "wer zu sein" und die anderen "normalen" im gleichen Zug herabzustufen.
Warum versagt hier unser Schul- und Ausbildungssystem? Die Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens von Stoff, sondern auch eine Schule für die Eingliederung in die Gesellschaft. Die Schule ist ein Abbild der Gesellschaft bzw. dessen was den Schüler in der Gesellschaft erwartet.
Hier muss der Hebel angesetzt werden. Warum gibt es so wenig Schulpsychologen? Warum wird bereits in der Schule erheblicher Leistungsdruck aufgebaut? Warum erfolgt eine Aussonderung von vermeintlich schlechten oder komischen Schülern bzw. warum wird hier nicht alles alles getan um dies zu vermeinden? Warum zählt weniger das Teamwork als mehr die Einzelleistung?
Meiner Meinung nach wird das schlimme Thema Amoklauf von Jugendlichen mal wieder von der falschen Seite betrachtet. Ursache und Wirkung werden beliebig vertauscht, ganz so wie man es braucht bzw. wie es medienwirksamer ist.
Wenn sich nicht bald etwas ändert, und die Gesellschaft in der Lage ist ihre vielleicht nicht ganz so angepassten, intelligenten oder coolen Kinder in die normalen gesellschaftlichen Abläufe und Gruppen zu integrieren, dann werden wir regelmäßig von diesen Amokläufen hören.
Aber vielleicht ist das dann nur noch eine Randnotiz wert....
BiT
Ich stimme Ihrem Kommentar in einigen Punkten voll zu: der einfache Zugang zu derartig mörderischen Waffen mit Hilfe von Schützenvereinen muss endlich beendet werden. Alle bisherigen Täter hatten Waffen, die 'legal' waren, weil sie oder ihre Eltern in einem Schützenverein waren bzw. sind. Und dann das Thema 'Schule': Sie stellen die Frage, die sich auch mir stellt. Warum immer dort? Und eine mögliche Antwort wäre, dass dort unter Garantie zu den Schulzeiten eine große Ansammlung von garantiert hilflosen und unbewaffneten Menschen vorhanden ist, noch dazu in Stuhlreihen aufgereiht. Ein drittes Argument: fehlende Schulpsychologen, Leistungsdruck, Aussonderung von 'komischen' Schülern, zu wenig Teamwork. Dann Ihr viertes Argument: daran muss sich etwas ändern, sonst werden wir regelmäßig von diesen Amokläufern hören. Auch das unterschreibe ich. Aber wollen Sie wirklich abstreiten, dass ein ständiges Spielen sogenannter 'Killerspiele' oder 'Shooter' auch zu einem der Bausteine in einer Mixtur verschiedener Faktoren zählen kann? Sind diese 'Spiele' denn nicht (so wurde es berichtet) ursprünglich für Soldaten der US-Armee zur Desensibilisierung bei der Durchführung von Tötungen entwickelt worden? Warum spielten sämtlich Amokläufer diese Spiele immer wieder? Ein Zufall? Auch diese Frage halte ich für wichtig. Vielleicht kann man ja ganz einfach mal ein Experiment machen und die Tötungsbereitschaft von zwei Gruppen vergleichen, bei denen die eine diese Spiele spielte, die andere nicht. Sollten die Spieler eine höhere Bereitschaft als die Nicht-Spieler haben, würden Sie denn dann einen Zusammenhang sehen? Und noch etwas: alles konzentriert sich z.Zt. auf das, was man dem Täter in seinem Vorleben vor der Tat eventuell angetan hat. Was ist mit den Opfern? Haben sie denn keine Stimme mehr? Schützenvereine 'schützen' - aber wer schützt die Kinder vor den Waffen der Schützenvereine?
Zitat:
(...) Hier muss der Hebel angesetzt werden. Warum gibt es so wenig Schulpsychologen? Warum wird bereits in der Schule erheblicher Leistungsdruck aufgebaut? Warum erfolgt eine Aussonderung von vermeintlich schlechten oder komischen Schülern bzw. warum wird hier nicht alles alles getan um dies zu vermeinden? Warum zählt weniger das Teamwork als mehr die Einzelleistung? (...)
Ich weiss zwar nicht, ob es an mangelnden Schulpsychologen liegt (ich persönlich vermute: nein!), aber sonst geht Ihre Argumentation m.M. nach in die "richtige" Richtung.
Was mich interessieren würde: gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Schulformen, was das Hervorbringen von explodierenden Jugendlichen angeht? Gibt es ggf. private Schulkonzepte, die andere Werte betonen und bisher keine derartigen Probleme hatten? Und vielleicht auch nie haben werden?
Ich stimme Ihrem Kommentar in einigen Punkten voll zu: der einfache Zugang zu derartig mörderischen Waffen mit Hilfe von Schützenvereinen muss endlich beendet werden. Alle bisherigen Täter hatten Waffen, die 'legal' waren, weil sie oder ihre Eltern in einem Schützenverein waren bzw. sind. Und dann das Thema 'Schule': Sie stellen die Frage, die sich auch mir stellt. Warum immer dort? Und eine mögliche Antwort wäre, dass dort unter Garantie zu den Schulzeiten eine große Ansammlung von garantiert hilflosen und unbewaffneten Menschen vorhanden ist, noch dazu in Stuhlreihen aufgereiht. Ein drittes Argument: fehlende Schulpsychologen, Leistungsdruck, Aussonderung von 'komischen' Schülern, zu wenig Teamwork. Dann Ihr viertes Argument: daran muss sich etwas ändern, sonst werden wir regelmäßig von diesen Amokläufern hören. Auch das unterschreibe ich. Aber wollen Sie wirklich abstreiten, dass ein ständiges Spielen sogenannter 'Killerspiele' oder 'Shooter' auch zu einem der Bausteine in einer Mixtur verschiedener Faktoren zählen kann? Sind diese 'Spiele' denn nicht (so wurde es berichtet) ursprünglich für Soldaten der US-Armee zur Desensibilisierung bei der Durchführung von Tötungen entwickelt worden? Warum spielten sämtlich Amokläufer diese Spiele immer wieder? Ein Zufall? Auch diese Frage halte ich für wichtig. Vielleicht kann man ja ganz einfach mal ein Experiment machen und die Tötungsbereitschaft von zwei Gruppen vergleichen, bei denen die eine diese Spiele spielte, die andere nicht. Sollten die Spieler eine höhere Bereitschaft als die Nicht-Spieler haben, würden Sie denn dann einen Zusammenhang sehen? Und noch etwas: alles konzentriert sich z.Zt. auf das, was man dem Täter in seinem Vorleben vor der Tat eventuell angetan hat. Was ist mit den Opfern? Haben sie denn keine Stimme mehr? Schützenvereine 'schützen' - aber wer schützt die Kinder vor den Waffen der Schützenvereine?
Zitat:
(...) Hier muss der Hebel angesetzt werden. Warum gibt es so wenig Schulpsychologen? Warum wird bereits in der Schule erheblicher Leistungsdruck aufgebaut? Warum erfolgt eine Aussonderung von vermeintlich schlechten oder komischen Schülern bzw. warum wird hier nicht alles alles getan um dies zu vermeinden? Warum zählt weniger das Teamwork als mehr die Einzelleistung? (...)
Ich weiss zwar nicht, ob es an mangelnden Schulpsychologen liegt (ich persönlich vermute: nein!), aber sonst geht Ihre Argumentation m.M. nach in die "richtige" Richtung.
Was mich interessieren würde: gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Schulformen, was das Hervorbringen von explodierenden Jugendlichen angeht? Gibt es ggf. private Schulkonzepte, die andere Werte betonen und bisher keine derartigen Probleme hatten? Und vielleicht auch nie haben werden?
Ich möchte hier mal drauf hinweisen das das erwähnte Spiel "Far Cry 2" ab 18 Jahren ist, in Amtsdeutsch: "keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG".
Daher kann ich hier keine Killerspieldynamik erkennen, höchstens einen dicken Hinweis darauf das die Eltern dieses Jungen Mannes sich wie so viele nicht dafür interessiert haben was ihr Sohn so am Computer macht.
Da gleich wieder auf das allseits bekannte "Counter Strike" loszugehen ist einfach eine allzu schwache Ausrede für Leute die den Gedanken nicht zuende Denken und lieber versuchen die Verantwortung der Gesellschaft und der Eltern an solchen Tragödien auf böse Killerspiele abzuwälzen.
Erst wenn die Eltern wieder anfangen am Leben ihrer Kinder teilzuhaben und so Probleme auch zu erkennen lernen werden diese Probleme auch eingedämmt werden können.
Ich kann nur hoffen das die Sensationspresse und Machtlüsterne Politiker sich irgendwann auf besseres besinnen und erst recherchieren und dann schreiben oder eben reden.
Gruß
TimW
Ja, ja - die elterlich Pflichten! Vielleicht sollte man gelegentlich daran denken, dass zu den vorrangigen elterlichen Pflichten gehört, Kindern ein Dach überm Kopf zu geben, sie zu ernähren und zu kleiden. Wenn sie dann noch ihre Kinder nicht misshandeln, haben sie 90% dessen erfüllt, was man von Eltern redlicherweise verlangen kann.
Eltern sind weder die Dresseure ihrer Kinder noch deren Programmierer noch deren Wachhunde. Wer sich für Kinder entscheidet, entscheidet sich immer auch für ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Wenn die Gesellschaft dies immer noch und immer mehr mit zusätzlichen Belastungen überfrachtet, können junge Paare, die ihre fünf Sinne beisammen haben, daraus nur einen Schluss ziehen: Keine Kinder, lieber einen Hund.
immer mehr Paare entscheiden sich so - und sie tun gut daran.
(Die Redaktion /ft)
Ja, ja - die elterlich Pflichten! Vielleicht sollte man gelegentlich daran denken, dass zu den vorrangigen elterlichen Pflichten gehört, Kindern ein Dach überm Kopf zu geben, sie zu ernähren und zu kleiden. Wenn sie dann noch ihre Kinder nicht misshandeln, haben sie 90% dessen erfüllt, was man von Eltern redlicherweise verlangen kann.
Eltern sind weder die Dresseure ihrer Kinder noch deren Programmierer noch deren Wachhunde. Wer sich für Kinder entscheidet, entscheidet sich immer auch für ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Wenn die Gesellschaft dies immer noch und immer mehr mit zusätzlichen Belastungen überfrachtet, können junge Paare, die ihre fünf Sinne beisammen haben, daraus nur einen Schluss ziehen: Keine Kinder, lieber einen Hund.
immer mehr Paare entscheiden sich so - und sie tun gut daran.
(Die Redaktion /ft)
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