Amoklauf
Politiker diskutieren über Waffenbesitz und Schülerschutz
Der Amoklauf von Winnenden hat die Debatte über eine Verschärfung des Waffenrechts neu entfacht. Zweiter Streitpunkt unter Experten und Politikern: die Schulkultur

© Oliver Lang/ ddp
Rätseln um das Motiv, Debatte um ein schärferes Waffengesetz: Eine durchschossene Scheibe des Autohauses, wo Tim K. zwei weitere Menschen tötete
Im Zentrum der Diskussion über die politischen Konsequenzen aus dem Gewaltverbrechen: der Einsatz von mehr Schulpsychologen, die Schulkultur in Deutschland und eine weitere Verschärfung des Waffenrechts . Letzteres halten etliche Politiker für nicht erforderlich.
Das Waffenrecht sieht bisher vor, dass Sportschützen in Deutschland ab 21 Jahren großkalibrige Gewehre und Pistolen besitzen dürfen. Unter 25-Jährige müssen zudem ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorlegen, um eine Waffenbesitzkarte zu erhalten. Lagern Jäger und Sportschützen ihre Waffen zu Hause, müssen sie Vorschriften zur Wanddicke, Schloss und Härtegrad der Waffenschränke einhalten. Der Tresor muss mindestens 200 Kilogramm wiegen oder fest am Boden verschraubt sein.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, bezeichnete das Waffenrecht in Deutschland als "so streng wie nie zuvor". Dabei liege es in der Verantwortung eines jeden privaten Waffenbesitzers, die Waffen vorschriftsmäßig wegzuschließen. "Unser Waffengesetz ist jetzt schon so was von dicht", ergänzt Wolfgang Dicke, der GdP-Waffenexperte. Der Ruf nach erneuten Verschärfungen sei "Ausdruck purer Hilflosigkeit". Der Amoklauf in Winnenden zeige: Die "Schwachstelle des Waffengesetzes" sei der Mensch selbst, etwa wenn Waffenbesitzer ihre Waffen frei zugänglich aufbewahren.
- Datum 12.3.2009 - 18:32 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, kg
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...weil man wieder einmal eine ganz bestimmte Wählerklientel im Auge hat - die Erzkonservativen. Das Wegbrechen dieser oft recht weltfremden Wählerklientel wird ja schon seit längerem in der Union beklagt und begreint, ja man ging in den vergangenen Tagen so weit, die K-Frage zu stellen.
Bestürzung lösen bei mir persönlich die politischen Eiertänze aus, die z.B. Unionsvize Wolfgang Bosbach gestern schon begonnen haben und die absurder nicht klingen: eine zentrale Aufbewahrung von Waffen wäre viel gefährlicher. Was wohl passieren würde, wenn dort jemand einbräche? Und was würde das alles Kosten? Das schöne Geld!
Nun, ich meine, diese absurde Argumentation darf man nicht gelten lassen, ich finde sie ganz schlicht und ergreifend unanständig und empfinde sie als eine Verhöhnung der Opfer. Zum einen, weil man wieder einmal vor irgendeiner Lobby einknickt, zum anderen, weil wieder einmal Geld über Menschenleben gestellt hat. Was, so frage ich an dieser Stelle, ist eigentlich mehr wert? Eine Bank, die sich durch verantwortungslose Zockerei einiger weniger in den Abgrund manövriert hat oder finanzielle Zuwendungen in Formen von Parteispenden bzw. Zuwendungen im Rahmen der "politischen Landschaftspflege"- oder eine Menschenleben? Darüber gilt es, zu diskutieren - das ist das eigentlich Thema.
Und natürlich gibt es Möglichkeiten einer gesicherten Aufbewahrung - und zwar in den ständig besetzten Dienststellen der Polizei, des Zolls oder der Bundeswehr. Hier können ständig bewachte Waffenschränke geschaffen werden, hier kann man durch Beamte sicherstellen, dass erneut ein Schlamperei eines unverantwortlichen Familienmitglieds, das meint 16 (!) Waffen haben zu müssen, einem Dritten die Möglichkeit gibt, mit Schusswaffen erneut ein derartiges Massaker an Unschuldigen anzurichten.
@sünnerklaas
Nach Ihren Ausführungen wäre es nur konsequent, alle Autos zu verbieten. Es sterben in Deutschland wesentlich mehr Menschen durch Autounfälle als durch Amokläufe mit Waffen. Was Sie hier anführen, hat mit erzkonservativer Wählerklientel absolut gar nichts zu tun.
Hier hat ein Waffenbesitzer aus Angst vor eventuellen Einbrechern eine seiner Waffen und dazugehörige Munition im Schlafzimmer aufbewahrt. Die Frage ist doch, wieso hat der Mann Angst vor eventuellen Einbrüchen? Wie hat er seinen Sohn erzogen und wieso haben Lehrer in der Schule keine Autorität mehr? Heute haben Schüler mehr Rechte in der Schule als Lehrer! Eltern, die unfähig sind ihre Kinder zu erziehen läßt man gewähren, wieso? Warum lassen sich Polizisten von Demonstranten lieber verprügeln als energisch einzugreifen. Man sollte auch gleich alle Fußballspiele verbieten!
Es liegt am ach so in Deutschland beliebten Peter-Prinzip, immer nur an den Symptomen herum zu doktern als die Probleme an der Wurzel zu packen.
Den Medien kann man weder glauben was man hört, noch was man sieht, noch was man liest. Zusammengehörigkeitsgefühl ist unerwünscht, genauso wie z.B. Nationalstolz und damit Identität, die nicht nur durch den Paß zustande kommt.
Zur Führung gehört Führungspersonal und das wird nicht nur in den Schulen unterbunden, von ewig gestrigen Gleichmachern!
Eine schreckliche Tat... und viele schnelle, vorurteilbehaftete und leider auch teils kleingeistige Antworten.
Gerne werden in solchen Situationen schnelle Lösungen präsentiert, um baldmöglchst mit einem Schuldigen oder etwas Schuldhaftem aufwarten zu können.
Ich möchte hier meinen eigenen Standpunkt beschreiben, den Standpunkt eines Sportschützen mit 6 Waffen, der gleichzeitig auch im kirchlichen Dienst arbeitet und Seelsorger ist (und sicherlich NICHT konservativ!).
Wir in Deutschland besitzen eines der schärfsten Waffengesetze der Welt, bestimmt auch eines auf der Höhe der Zeit. Wenn die Umsetzung von der staatlichen Seite nur lasch kontrolliert wird, ist dies keine Verfehlung der Sportschützen und Jäger.
Unverantwortlich ist es, wenn Waffenbesitzer ihre Waffen anderen zugäglich in der Wohnung aufbewahren!
In diesem Fall wurde NUR solch eine Waffe benutzt. Alle anderen waren ordnungsgemäß veschlossen.
Ich wage jedoch zu bezweifeln, ob diese Tat durch Verschluss der letzten Waffe hätte verhindert werden können.
Ganz klar ist, dass hier eine schwere Verfehlung des Vater vorliegt.
Wer so eine Tat plant wird sie auch umsetzen. Mit legalen oder illegalen Waffen.
Auch wir Sportschützen müssen über unser eigenes Verhalten mit Schusswaffen nachdenken. Ein "cowboyhafter" Umgang damit kann im Endeffekt - wie in diesem Fall - Menschenleben kosten.
Ich habe seit ich Waffen und Munition besitze, alle verschlossen in den dazugehörigen Tresoren und lade auch NIE eine Waffe zu Hause!
Wenn ich mich und meine Familie vor jemanden schützen müsste, würde ich das nie mit einer Schusswaffe tun.
Für mich wäre eine gemeinsame Aufbewahrung aller Waffen von Vereinsmitgliedern und der dazugehörigen Munition im Schützenheim (unbewohnt, abseits im Industriegelände) eine Horrorvorstellung! Bei einem Einbruch könnten die Täter an ein "Arsenal" gelangen, das weitaus größeren Schaden anrichten könnte.
Des Weiteren existieren in D ca. 3,6 Milliionen Schusswaffen. Und die sollen nebest der ganzen Munition bei Polizei, Bundeswehr etc. gelagert werden? Utopisch.
Vielmehr stellt sich die schon viel diskutierte Frage: "Warum"?
Darauf gibt es auch noch mehr Antworten, die Johannes Rau nach dem Amoklauf in Erfurt treffen kommentiert hat:
"Wir werden diese Tat letzten Endes nie verstehen können"
Der Mensch - und hier spreche ich als Seelsorger - ist ein Zusammenschluss von von Ängsten, Wünschen, Hoffnungen, gepaart mit eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten. Also ein überaus komplexes Wesen.
Man kann niemals konkret sagen, dass Actio und Reactio bei jedem Menschen gleich sind, besonders bei Jugendlichen nicht.
(Im Bezug auf Gewaltspiele, Waffen, Horrorvideos, Musik etc.)
Es ist immer wichtig, dass junge Menschen in ein System aus Liebe, Freundschaft, Anerkennung, Wertschätzung und fördernder Bildung eingebunden sind.
Vieles davon fällt in den privaten Bereich und lässt sich nicht staatlich regeln!
Staatlich gesehen kann und muss das Bildungssystem die Entwicklung der SchülerInnen zu verantwortungsvollen und werteorientierten jungen Menschen fördern. Und dies im Einklang mit den Eltern, die leider nur allzuoft ihre Kinder nicht mehr erziehen, sondern ihnen beim Aufwachsen zusehen.
Ein gutes Bildungsangebot wird bestimmt nicht durch ein G8 in Bayern, weniger Lehrer in den Schulen und eine theorielastige Ausbildung an den Universitäten gefördert.
Unsere Jugend ist unsere Zukunft. Und wir haben nur eine.
Diese Jugendlichen. Diese Zukunft.
Man muss sich nicht ans Waffengesetz "ran drauen" um solche schrecklichen Taten verhinden zu können.
Wieso schränkt man nicht einfach den Besitz von scharfer Munition ein?
Wer braucht den zu Hause über 2-5 Kugeln? Niemand, außer Amokläufer!
dürften allesamt Nichtwähler, allerhöchstens noch Republikaner und vlt. ein paar Liberale sein.
Zumindest eine Gruppe ohne politischen Einfluss, bestimmt nicht in der Lage Waffengesetzt zu verhindern.
Kaum ein 'Erzkonservativer' dürfte die Union wählen (die 'Partei der Mitte' ...)
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"Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut."
Völlig richtig sünnerklaas, warum muss jemand 16 Waffen besitzen. Wir leben hier in Deutschland und nicht im "Wilden Westen" des 19. Jahrhunderts. Schusswaffen gehören nicht in privater Hand. Beim nächsten Amok-Lauf ist dann die Empörung der Politiker wieder groß, gehandelt wird aber dann immer noch nicht!!!!!
In der Bundesrepublik bricht abermals ein heftiger Streit aus über das Thema Waffenbesitz, Waffenrecht und Verbrechen mit Waffen. In der Phase des Vorwahlkampfes wieder ein geeignetes Thema, um parteipolitische Interessen zu postulieren. Das Zitat von Edathy (SPD) "Wir sind beim Waffenbesitz auf der Höhe der Zeit" ist ein Beweis dafür, wie oberflächlich Politiker dieses Thema beurteilen. Auch der Vorschlag über ein elektronisches Waffenregister ist gut gemeint, hilft aber nicht, den unberechenbaren Amokläufer zu verhindern. Den Staat DDR kann man durchaus unterschiedlich beurteilen. Was den Waffenbesitz anbetraf, waren in dieser Staats-Diktatur die Regeln und Gesetze eindeutig. Solche grausamen Verbrechen hat es dort nicht gegeben. Diese Aussage wird manchen weniger gefallen, weil man sich daran gewöhnt hat, die DDR generell als das Böse in Deutschland zu verurteilen. Das tragische Ereignis vom 11.03.09 wirft sehr viele Fragen auf, die es gilt zu untersuchen und zu beantworten. Warum muß es in der Bundesrepublik so viele Geschäfte geben, die Waffen verkaufen dürfen ? Müssen sich Bürger bewaffnen und wozu soll das gut sein ? Warum werden die Waffen der Sportvereine nicht zentral und sicher gelagert ? Es hilft nicht, nur zu behaupten, daß der freie Bürger auch frei darüber entscheiden kann, ob er sich eine Waffe zulegt oder nicht. Warum müssen wir in Bezug auf Waffenbesitz amerikanische Verhältnisse zulassen? Das letzte Beispiel eines Amokläufers zeigt auch, wie leicht dieser Mörder an eine Waffe nebst zahlreicher Munition gelangen konnte. Es nützt wenig, jetzt nur Mitleid mit den zahlreichen Opfern zu bekunden. Die Schulen mit Sicherheitskräften auszustatten dürfte auch nicht die Lösung sein. Es sind also kompetente Fachleute notwendig, die geeignete Maßnahmen zur Prävention solcher Verbrechen ausarbeiten und dann schließlich Politiker, die die besten Ideen auch in die Tat umsetzen.
Das braucht Zeit und Mittel. Ein übereiltes Handeln wäre wenig hilfreich.
Welche Partei zu dieser Thematik die besseren Vorschläge macht ist doch völlig unwichtig. Es kommt darauf an, unverzüglich und gemeinsam diese Art von Verbrechen zu analysieren und Maßahmen zu ergreifen.
Warum kommen die Leute imme so schnell von Thema ab....... Jeder sieht die geschlossenen Jugendhäuser und das es an Schuhlen keine Projekträume mehr für den Nachmittag gibt. Lokale jugendverbände werden meist nicht unterstützt oder aus Spargründen geschlossen. Wo soll dann ein schwer einzubindendes Kind diese Einbindung finden ?
Waffen :
Es wäre eigenlich viel wichtiger was denn nun mit den Eltern geschieht. Wenn sie das waffenrecht gebrochen haben und die Waffen zu leicht zugänglich gemacht haben, wie sieht es dann mit strafe aus ? Ansonsten ist unser Waffenrecht wohl wirkllich nicht schlecht, da Verbrechen mit legalen Waffen Einzelfälle sind und ilegale Waffen auch kein Elektronisches Register verhinder kann, und sie auch nicht bi der Polizei gelagert werden.
Computerspiele:
Counterstrike ? warum wird es eigentlich immer sofort genannt ? Bei einigen Mohrhuhnteilen kriegt man Punkte dafür wenn man verwundete Hühner abschiesst oder Hühner mit einer weissen Fahne, darüber aufregen tut man sich lieber nicht in der Politik, zu lächerlich würde es wohl aussehen. Bei Counterstrike wird ein Spieler bestraft wenn zivilisten etwas passiert und kann auch von server gebannt werden wenn er es willentlich in die Wege leitet, auserden mus der Spieler mit einen team zusammenspielen und das beschiessen von Teamkameraden wird ebenfalls gestraft. So könnte man doch grad bei Counterstrike eher davon reden, dass hier auch Menschen die in der Schuhle keine Freunde finden neue Bekantschaften schliessen können, und wenn man sich die Spielerzahlen so ansieht seint das auch hervorragend zu funktionieren.
Amok:
Wir sollten villeicht eher über die Einzelfälle reden da es nun mal auch Einzelfälle sind und keine Verbrechen die in der Woche 1-2 mal vorkommen.
So ist der Auslöser und der Weg in den Amok wohl auch eher etwas das eher im Einzelnen greift als ein Geselschaftliches Problem, und so werden grossangelegt Gesetzenänderungen dann auch nicht den Einzelfall verhindern können.
Der Staat muss mit Milliardenbeträgen sogenannten 'notleidenden Banken' beispringen, um ihren Zusammenbruch abzuwenden. Ein Zusammenbruch der Hypo-Real-Estate, die sich am internationalen Finanzmarkt verzockt hat, würde, so macht man uns glauben, die Systemfrage stellen: das geliebte neoliberale Wirtschaftssystem, aufgebaut auf den ideologischen Lügen der Neocons würde wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen.
Ich möchte sagen, die Systemfrage wird nicht beim Zusammebruch der HRE gestellt, nein, sie wurde gestern gestellt: in Winnenden etwa um 09:30 Uhr, als das hochgradig pathologische Wirtschafts- und Gesellschaftssystem des "Mehr an Wettbewerb" und des "Mehr an Marktwirtschaft" sowie des "Weniger Staates", der Lobbyistenhörigkeit und des politischen Maulheldentums 16 Todesopfer und 9 Schwerverletzte forderte.
Ich meine, die drohende Opel-Pleite, die drohende HRE-Pleite, Milliardenzahlungen auf Grund verantwortungsloser Zockerei und die Amokläufe von Emsdetten, Erfurt und Winnenden, aber auch fristlose Kündigungen wegen Centbeträgen, müssen in einem Zusammenhang gesehen werden. Gestern, so meine ich wurde wiederum die Systemfrage gestellt: ein System, in dem Geld mehr wert ist, als Menschenleben.
@sünnerklaas
Nach Ihren Ausführungen wäre es nur konsequent, alle Autos zu verbieten. Es sterben in Deutschland wesentlich mehr Menschen durch Autounfälle als durch Amokläufe mit Waffen. Was Sie hier anführen, hat mit erzkonservativer Wählerklientel absolut gar nichts zu tun.
Hier hat ein Waffenbesitzer aus Angst vor eventuellen Einbrechern eine seiner Waffen und dazugehörige Munition im Schlafzimmer aufbewahrt. Die Frage ist doch, wieso hat der Mann Angst vor eventuellen Einbrüchen? Wie hat er seinen Sohn erzogen und wieso haben Lehrer in der Schule keine Autorität mehr? Heute haben Schüler mehr Rechte in der Schule als Lehrer! Eltern, die unfähig sind ihre Kinder zu erziehen läßt man gewähren, wieso? Warum lassen sich Polizisten von Demonstranten lieber verprügeln als energisch einzugreifen. Man sollte auch gleich alle Fußballspiele verbieten!
Es liegt am ach so in Deutschland beliebten Peter-Prinzip, immer nur an den Symptomen herum zu doktern als die Probleme an der Wurzel zu packen.
Den Medien kann man weder glauben was man hört, noch was man sieht, noch was man liest. Zusammengehörigkeitsgefühl ist unerwünscht, genauso wie z.B. Nationalstolz und damit Identität, die nicht nur durch den Paß zustande kommt.
Zur Führung gehört Führungspersonal und das wird nicht nur in den Schulen unterbunden, von ewig gestrigen Gleichmachern!
Wozu braucht er, wenn er solche Angst hat 18 (!) Waffen? Er hat nur zwei Hände... Und wieso war er nicht in der Lage, sie so zu verwahren, dass kein Dritter an die Waffen und die dazu notwendige Munition kam? Und warum hat er Angst? Hat er etwa etwas zu verbergen?
Zudem ist das Beispiel mit den Autos absurd... Und bei der Frage der Sicherheit im Schwerlastverkehr gibt es ja auch bei neuen Sicherheitsbestimmungen ein Aufheulen aus den Reihen der Union.
Das Waffengesetz ist nicht das Problem!!! Die Waffen waren Mittel einer Reaktion, viel mehr würde mich die Aktion interessieren, die den jungen Mann dazu brachte diesen schrecklichen Weg zu wählen.
Immer wenn so etwas passiert schreien alle nach einem Waffenverbot oder dergleichen. Ob man 16 Waffen zu Hause haben muss ist sicherlich fraglich aber man sollte wohl nicht aus diesem tragischen Fall, ein Gesetz herunterbrechen, dass nur auf Grund der Brisanz dieses Falles zustande kommt, dann würde ich mir nämlich wirklich Gedanken um unsere Gesetzgebung machen.
Ich fände es gut, wenn als Reaktion der Politik auf Dauer mehr Milliarden in Bildung (und Betreuung der Schüler) und Forschung investiert würden. Ich glaube, dass das (mehr Lehrer, besseres Schulsystem) langfristig mehr bringt, als eine Verschärfung des Waffengesetzes.
(Konservativ bin ich übrigens nicht sonder liberal)
Gruß
Natürlich ist das Waffengesetz ein Problem - und zwar hinsichtlich der Aufbewahrung. Das ist bei den zuständigen Behörden schon lange bekannt. Schon nach dem Amoklauf in Erfurt äußerten sich Behördenvertreter kritisch:
Zitat:
Im Rahmen der Diskussion um die Novellierung des Waffenrechts sind nun spezielle Waffenschränke vorgesehen. Die Kontrolle, ob alle Flinten daheim hinter Stahltüren verschwinden, bleibt indes ungeklärt: Natali Gaffke: "Wir können das mit unserem Personalbestand jedenfalls nicht leisten."
Quelle: Hamburger Abendblatt
Winnenden hat gezeigt, dass die Aufbewahrung von Waffen und Munition in Privathaushalten eine potenziell gravierende Gefährdung von Leib und Leben der Bevölkerung dar stellt. Ihre sichere Aufbewahrung stellt höchste Zuverlässigkeit dar und fordert ein sehr hohes Verantwortungsbewusstsein. Diesem ist man nicht nach gekommen.
Die körperliche Unversehrtheit ist eines der höchsten vom Grundgesetz geschützten Güter. Erfurt, Winnenden und Emdetten haben gezeigt, dass es einigen Waffenbesitzern an der notwendigen Verantwortung mangelt. Und weil dies so ist und in allen drei Fällen größtmöglicher Schaden angerichtet wurde, hilft es alles nichts - nach diesen drei Vorfällen muss dem Grundgesetz genüge getan werden und die Lagerung von Schusswaffen in Privathaushalten verboten werden.
...mit einer Rohrzange oder einen Shushimesser bewaffnet wäre die gestrige Gräueltat jedenfalls so nicht begangen worden!!!
Der Staat muss mit Milliardenbeträgen sogenannten 'notleidenden Banken' beispringen, um ihren Zusammenbruch abzuwenden. Ein Zusammenbruch der Hypo-Real-Estate, die sich am internationalen Finanzmarkt verzockt hat, würde, so macht man uns glauben, die Systemfrage stellen: das geliebte neoliberale Wirtschaftssystem, aufgebaut auf den ideologischen Lügen der Neocons würde wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen.
Ich möchte sagen, die Systemfrage wird nicht beim Zusammebruch der HRE gestellt, nein, sie wurde gestern gestellt: in Winnenden etwa um 09:30 Uhr, als das hochgradig pathologische Wirtschafts- und Gesellschaftssystem des "Mehr an Wettbewerb" und des "Mehr an Marktwirtschaft" sowie des "Weniger Staates", der Lobbyistenhörigkeit und des politischen Maulheldentums 16 Todesopfer und 9 Schwerverletzte forderte.
Ich meine, die drohende Opel-Pleite, die drohende HRE-Pleite, Milliardenzahlungen auf Grund verantwortungsloser Zockerei und die Amokläufe von Emsdetten, Erfurt und Winnenden, aber auch fristlose Kündigungen wegen Centbeträgen, müssen in einem Zusammenhang gesehen werden. Gestern, so meine ich wurde wiederum die Systemfrage gestellt: ein System, in dem Geld mehr wert ist, als Menschenleben.
Ich darf diesen Beitrag um einen anderen Artikel von Zeit online ergänzen:
http://www.zeit.de/2009/1...
Man lese sich hier mal das Ende durch, wo auch eine Frage nach Werten gestellt wird, und man zu interessanten Ergebnissen kommt.
Die Wahntat eines Einzeltäters als konsequent zuende gedachte Folge des Wirtschaftssystems darzustellen ist schlichtweg so einzigartig verwerflich und grotesk, daß man an sich nicht mehr viele Worte darüber verlieren sollte. Da helfen auch keine im übrigen völlig falsch verwendeten Kampfbegriffe wie "neoliberal" und "Neocons" (die, das nur der Vollständigkeit halber, sich einander vollständig ausschließen). Wenn ich Sie an Ihrer eigenen kruden Logik messe, dann komme ich zu dem Ergebnis, daß der Staat der mittelbare Täter war - denn immerhin wurde der Amokläufer an einer staatlichen Schule ausgebildet und beging seine Tat an einer ebensolchen staatlichen Schule.
Schiefe Logik? Ja sicher. Aber noch weitaus schlüssiger als die Ergebnisse, zu denen Sie kommen.
Aber rufen Sie nur nach dem Staat, nur zu. Rufen Sie die seit Menschengedenken größte Verbrecherorganisation zu Hilfe, um einem Einzeltäter begegnen zu können. Sie werden früher oder später merken, wie weit Sie damit kommen.
Es ist in der Tat Zeit, zu reden - allerdings über den latenten Bürgerkrieg, den der Staat gegen seine eigenen Bürger führt.
So ein Unsinn.
Wenn ein solcher Bengel beschlossen hat einen Haufen Menschen mit sich in den Tod zu reißen dann verwendet er eben statt der Baretta das Auto seiner Eltern und dreht während der großen Pause ein paar Runden durch die Schülermassen auf dem Pausenhof. Bei aller Dramatik der Ereignisse, 17 Schüler gehen nicht unbedingt als Massenmord durch. Es ist also nicht so als wenn wir es hier mit Vorgängen epidemischen Ausmaßes zu tun hätten die nun unbedingt eine Reaktion der Politik zur Konsequenz haben müssen. Der Fall ist mehr ein Hinweis an die Schulbehörden den psychologischen Dienst weiter auszubauen als an die Politik Waffenbesitz weiter einzuschränken.
PS: Ich habe keine Waffe und keinen Waffenschein.
Na, wollen mal sehen, wie weit er damit kommt. Und am Schluß nimmt er sich ein Bündel Klopapier und erstickt sich damit.
Nein, ich finde den Vorschlag von Christian Ströbele genau richtig: Waffen der Schützenvereine gehören nicht in Privathäuser! Beim Bund darf ja auch nicht jeder seine Knarre mit nach Hause nehmen. Sondern nach dem Ballern (warum überhaupt Schützenvereine??) kommt die Waffe sofort wieder in den Schrank.
Und wenn die Schützenvereine so sehr daran interessiert sind, die Tradition zu pflegen, warum kehren sie nicht zur Armbrust zurück?
Ich bin mal gespannt, welche Chancen Herrn Ströbeles Vorschlag bei einer konservativ geführten Regierung hat, wo doch die Namensliste der Honoratioren der Schützenvereine wahrscheinlich gleichlautend mit der örtlichen CDU/CSU-Aufstellung ist.
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