Amokläufer Tim K. Der offene Brief der Familie
Die Eltern und die Schwester des Amokläufers von Winnenden haben den Hinterbliebenen der 15 Opfer ihr Mitgefühl ausgesprochen
In einem von ihrem Rechtsanwalt verbreiteten offenen Brief schreiben sie:
"Ihnen wurde das Wertvollste und Wichtigste, ein geliebter Mensch, durch die entsetzliche und unbegreifbare Tat unseres Sohnes undBruders genommen. Immer und immer wieder fragen wir uns, wieso dies geschehen konnte. Warum wir seine Verzweiflung und seinen Hass nicht bemerkt haben. Bis zu dem furchtbaren Geschehen waren auch wir eine ganz normale Familie.
Wir hätten Tim so etwas nie zugetraut und kannten ihn anders. Wir sind bestürzt und stehen weinend und stumm vor der unfassbaren Tragödie. Unser tiefstes Mitgefühl möchten wir den Opfern, Angehörigen und Freunden aussprechen. Alle unsere Gedanken sind auch bei den körperlich und seelisch Verletzten. Leutenbach, den 17.03. 2009"
- Datum 17.03.2009 - 18:43 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 14
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Jetzt warte ich noch auf eine Entschuldigung der BILD, die mehrere Abbildungen des sterbenden Tim auf die Titelseite gebracht hat. War der Junge kein Mensch? Hat er nicht trauernde Angehörige hinterlassen, die derzeit alles andere brauchen als die furchtbaren Bilder ihres sterbenden Sohnes in der S-Bahn? Gibt es eigentlich keine Grenze mehr für Sensationsgier?
Dieser emphatielose Voyeurismus sollte zunächst einmal ins Auge gefasst werden, bevor über abnehmendes Einfühlungsvermögen von Jugendlichen geschrieben wird. Wenn so etwas für normal gehalten wird, dann brauchen wir uns über "Werteverfall" nicht zu beklagen.
toll wie sie mitgefühl für jemanden äussern den sie nicht kannten.
ich stimme ihnen zu, dass man einen schuldigen wie die BILD ruhig noch höher hängen sollte, wenn sie nicht einsichtig sind.
dieses distanzierte fordern ist genau das manko, dass man unserer gesellschaft vorwerfen kann, welches zu verzweifelten terrortaten führt.
toll wie sie mitgefühl für jemanden äussern den sie nicht kannten.
ich stimme ihnen zu, dass man einen schuldigen wie die BILD ruhig noch höher hängen sollte, wenn sie nicht einsichtig sind.
dieses distanzierte fordern ist genau das manko, dass man unserer gesellschaft vorwerfen kann, welches zu verzweifelten terrortaten führt.
Der Brief und das ganze Bedauern sind alles Augenwischerei. Wenn die Medien richtig berichtetet haben und noch berichten, ist der Vater von Tim K. schuld; ganz einfach.
Wie kommt der Idiot dazu, eine seiner Waffen offen in der Wohnung liegen zu lassen. Und wie kam der Junge an diese Menge Munition?
Hier muss das Ordnungsamt den Vater zu einer ausführlichen Stellungnahme auffordern und sollte ihm bis auf Widerruf die Eignung zum Führen von Waffen absprechen und alle Waffen und Munition einziehen.
Der Vater kann ja dann beim Verwaltungsgericht auf Herausgabe klagen.
Und wenn der Sohn gestört war, sollten die Eltern es wissen(und versucht haben, ihm zu helfen). Aber dann gehörten die Waffen eben verschlossen; also sind wir wieder beim Vater.
Rudi Meyer
Lang hat's gedauert! Er war überfällig! Endlich ist er da!
Bis heute gab es nichts - kein Wort, keine Geste, ...!
Aber auch der Form und Inhalt des Schreibens, lassen erkennen, wie die Familie von Tim Kretschmer 'funktioniert'. Es ist ein 'schlechter Brief', keine der Tat und der Situation angemessene Reaktion! Wichtiges wird nicht angesprochen und bleibt weiter offen!
Schuld, Verantwortung, ..., Reue, ..., Bitte um Verzeihung etc.?
Trauer, Verzweiflung, Hilflosigkeit etc. über das mörderische Verbrechen?
Ein 'klein wenig' erinnert der eher lieb- und gefühlslos formulierte 'Offene Brief' an den Text des Trauerschreibens der Eltern von Robert Steinhäuser.
Die von der Famillie Kretschmer aufgeworfene Frage, "Immer und immer wieder fragen wir uns, wieso dies geschehen konnte.", ist einfach zu beantworten: Weil Tim Kretschmer, gut an Schußwaffen ausgebildet und als Schütze gut trainiert, von seinem Vater, wie auch immer, eine Beretta 92, die grundsätzlich nur von Polizei und Militär sowie Verbrechern bzw. deren Organisationen benutzt wird, 'zur Verfügung gestellt bekam'. Auch die Munition gab es 'frei Haus'!
Fakt ist: ohne die Beretta des Vaters Kretschmer, gäbe es heute keinen einzigen Toten in Winnenden bzw. im Großraum Stuttgart!
Zur "normalen Familie" stelle ich fest, daß eine Familie in der eine große Zahl von Schußwaffen aufbewahrt bzw. genutzt werden, dazu die Munition in einer RiesenMenge, eben überhaupt keine "normale Familie" in unserer bürgerlichen Zivilgesellschaft ist!
Die Aussprache des Mitgefühls wird zumindest die Opfer der 'Beretta-Orgie' nicht mehr erreichen!
Für mich ist der Vater von Tim sein Mittäter. Er sollte die Härte des Strafgesetzbuches spüren. Der Tod seines Sohnes darf ihn nicht vor einer gerechten Strafe, die sowieso eher zu niedrig als zu hoch ausfallen wird, nicht schützen.
Wo war eigentlich der Einfluß der Mutter in dieser ganz "normalen Familie"?
sie scheinen ja eine perfekte erziehung genossen zu haben.
haben sie schon mal daran gedacht, dass das alles eine ursache hat? der junge hatte ja keinen "neuraldefekt". es scheint, dass unsere gesellschaft nicht in der lage war seinen extremen charakter auf- bzw abzufangen.
und vergessen sie nicht, dass die eltern bestimmt nicht den brief "einfach so" aufgesetzt haben. genauso wie sie hier "einfach so" nach rache rufen, haben die eltern es einfach nicht anders gelernt. abgesehen davon, dass sie in einer tiefsten trauer stecken und sich vielleicht nicht so die gedanken gemacht haben um einen ausgefeilten brief zu publizieren.
Das was BobBeamon da schreibt wirkt auf den erstmal ziemlich hart. Aber ich kann es genau so nachempfinden.
Das der Brief über den Rechtsanwalt an die Öffentlichkeit geht ist Standardvorgehen in einem "schwebenden Verfahren". Die Familie wird in dieser Situation höchst vorsichtig agieren, das ist meiner Meinung nach nicht vorwerfbar.
Für mich ist dieser Brief der Versuch in einer sprachlosen Situation, die Sprache wieder zu finden. Ob gelungen oder nicht, darüber lässt sich streiten. Schweigen angesichts der Dimensionen der Tat würde die Öffentlichkeit eher befremden.
Es geht hier wieder, wie so häufig, um das Thema Verantwortung und deren Wahrnehmung in einer pluralistischen Gesellschaft.
Sind der Chef- und der Oberarzt einer psychatrischen Einrichtung verantwortbar, wenn ein von ihnen auf freien Fuß gesetzter Gewalttäter mordet? Der BGH, der den Freispruch für die beiden aufhob meinte, ja. Dies deckt sich wohl (noch) mit dem Rechtsempfinden der meisten Bürger. Wer Verantwortung hat, muss diese auch wahrnehmen. Er kann sich nicht entziehen, wenn es "unangenehm" wird.
So auch hier! Schützen müssen neben einem Bedarf auch die Eignung zum Besitz einer Waffe nachweisen. Eignung meint Verantwortung. Verantwortung dafür, wer, wann, wo und wie Zugang zu der Waffe hat. Verantwortung ist dabei nicht zeitlich oder örtlich begrenzt. Wie man sieht, ist Verantwortung sehr anstrengend.
Wie bereits gesagt wurde, werden die Auflagen des Waffenrechts innerhalb der eigenen Familie jedoch häufig vernachlässigt. Der Zugang und Umgang mit Schusswaffen wird dadurch "normal".
Derlei Verantwortungslosigkeit kann und darf nicht als bloße Ordnungswidrigkeit gelten. Das dies tagtäglich vielfach folgenlos bleibt, kann keine Entschuldigung sein. Rein rechtlich lässt sich daraus keine Mittäterschaft konstruieren. Eine solche Verantwortungslosigkeit kann nur indirekt als "fahrlässige Tötung" bestraft werden.
Verantwortung beginnt für mich jedoch noch vor dem rechtlichen Aspekt. Auf einer moralischen Ebene. Hier beginnt auch die Entrüstung. Das Rechtssystem kehrt, wenn man so will, nur die Scherben auf.
Verantwortung beginnt im Kopf jedes Einzelnen. Im Zusammenhang mit Waffen ist sie in einer Zivilgesellschaft unbedingte Voraussetzung! Das es anders nicht funktioniert, zeigt eindeutig die Situation in den USA.
Dazu gehört für mich, das Ausbildung und Umgang mit Waffen nur "gefestigten" und "reifen" Persönlichkeiten zuteil werden sollte. Naturgemäß sind Begriffe wie "reif" oder "gefestig" nicht festzumachen. Wer aber verantwortlich handelt, wird darauf die richtigen Antworten finden.
Heranwachsende gehören für mich nicht zu diesem Personenkreis. Letztlich ist in jedem Fall die Verfügbarkeit der Tatwerkzeuge der entscheidende Punkt. Deshalb kann ich die Entrüstung über den Mangel an Verantwortung absolut nachempfinden.
Hätte hier ein höheres Bewußtsein für Verantwortlichkeit bestanden, wären die K.s wohl auch eine ganz normale Familie geblieben.
Sicherlich ist es verkehrt Waffen zu Hause zu deponieren. Sicherlich ist hier viel verkehrt gelaufen. Sicherlich ist dass alles nicht wieder gut zumachen.
Kinder entwickeln sich und entfernen sich. Möglicherweise hätte die Familie besseren Einfluss auf ihren Sohn nehmen können.
Jedoch muss man feststellen, er hat Lehrer und Schüler gerichtet, nicht seine Familie. Wer zu so einer Tat in der Lage ist, muss unglaubliches seelisches Leid und Demütigung erfahren haben..
Klar ist es die Waffe des Vaters gewesen, klar hätte er sie verschließen, am besten gar nicht mit nach Hause bringen sollen. Allerdings bin ich der Auffassung, dass wer so eine Tat durchführt auch in der Lage ist sich irgendwo anders eine Waffe zu besorgen.
Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen, allen Angehörigen auch diejenigen dessen Sohn für dieses Drama verantwortlich ist.
Nicht nur für die "Opfer" ist alles zerstört, auch für die "Familie des Täters".
Die Existenz, alles was sie sich erarbeitet haben ist zerstört. Man kann es verstehen, dass sich die Angehörigen abwenden, und selbst wenn sie dies nicht tun, bleibt immer im Kopf "euer Sohn hat unsere Tochter getötet", selbst wenn es keiner ausspricht und keiner es zeigt, wird die Familie von Tim es selbst immer vor Augen haben.
Was bleibt der Familie als ein Brief zu verfassen? Was hätte sie an dessen Stelle tun sollen? Ich glaube kaum, dass eine Mutter von einem Opfer, der Mutter und dem Vater des Täters jetzt in die Augen schauen möchte und eine Beileidsbekundung am Grab erwartet. Ich denke vielmehr, dass die Trauernden jetzt Ruhe und Zeit brauchen. Zeit um unbegreifliches zu verstehen, um die Wunden heilen zu lassen. Ich nehme auch an, dass Tims Eltern nicht verstehen können, was in ihrem Sohn vorgegangen ist und können somit auch die Frage nach dem Warum nicht klären....
sie scheinen ja eine perfekte erziehung genossen zu haben.
haben sie schon mal daran gedacht, dass das alles eine ursache hat? der junge hatte ja keinen "neuraldefekt". es scheint, dass unsere gesellschaft nicht in der lage war seinen extremen charakter auf- bzw abzufangen.
und vergessen sie nicht, dass die eltern bestimmt nicht den brief "einfach so" aufgesetzt haben. genauso wie sie hier "einfach so" nach rache rufen, haben die eltern es einfach nicht anders gelernt. abgesehen davon, dass sie in einer tiefsten trauer stecken und sich vielleicht nicht so die gedanken gemacht haben um einen ausgefeilten brief zu publizieren.
Das was BobBeamon da schreibt wirkt auf den erstmal ziemlich hart. Aber ich kann es genau so nachempfinden.
Das der Brief über den Rechtsanwalt an die Öffentlichkeit geht ist Standardvorgehen in einem "schwebenden Verfahren". Die Familie wird in dieser Situation höchst vorsichtig agieren, das ist meiner Meinung nach nicht vorwerfbar.
Für mich ist dieser Brief der Versuch in einer sprachlosen Situation, die Sprache wieder zu finden. Ob gelungen oder nicht, darüber lässt sich streiten. Schweigen angesichts der Dimensionen der Tat würde die Öffentlichkeit eher befremden.
Es geht hier wieder, wie so häufig, um das Thema Verantwortung und deren Wahrnehmung in einer pluralistischen Gesellschaft.
Sind der Chef- und der Oberarzt einer psychatrischen Einrichtung verantwortbar, wenn ein von ihnen auf freien Fuß gesetzter Gewalttäter mordet? Der BGH, der den Freispruch für die beiden aufhob meinte, ja. Dies deckt sich wohl (noch) mit dem Rechtsempfinden der meisten Bürger. Wer Verantwortung hat, muss diese auch wahrnehmen. Er kann sich nicht entziehen, wenn es "unangenehm" wird.
So auch hier! Schützen müssen neben einem Bedarf auch die Eignung zum Besitz einer Waffe nachweisen. Eignung meint Verantwortung. Verantwortung dafür, wer, wann, wo und wie Zugang zu der Waffe hat. Verantwortung ist dabei nicht zeitlich oder örtlich begrenzt. Wie man sieht, ist Verantwortung sehr anstrengend.
Wie bereits gesagt wurde, werden die Auflagen des Waffenrechts innerhalb der eigenen Familie jedoch häufig vernachlässigt. Der Zugang und Umgang mit Schusswaffen wird dadurch "normal".
Derlei Verantwortungslosigkeit kann und darf nicht als bloße Ordnungswidrigkeit gelten. Das dies tagtäglich vielfach folgenlos bleibt, kann keine Entschuldigung sein. Rein rechtlich lässt sich daraus keine Mittäterschaft konstruieren. Eine solche Verantwortungslosigkeit kann nur indirekt als "fahrlässige Tötung" bestraft werden.
Verantwortung beginnt für mich jedoch noch vor dem rechtlichen Aspekt. Auf einer moralischen Ebene. Hier beginnt auch die Entrüstung. Das Rechtssystem kehrt, wenn man so will, nur die Scherben auf.
Verantwortung beginnt im Kopf jedes Einzelnen. Im Zusammenhang mit Waffen ist sie in einer Zivilgesellschaft unbedingte Voraussetzung! Das es anders nicht funktioniert, zeigt eindeutig die Situation in den USA.
Dazu gehört für mich, das Ausbildung und Umgang mit Waffen nur "gefestigten" und "reifen" Persönlichkeiten zuteil werden sollte. Naturgemäß sind Begriffe wie "reif" oder "gefestig" nicht festzumachen. Wer aber verantwortlich handelt, wird darauf die richtigen Antworten finden.
Heranwachsende gehören für mich nicht zu diesem Personenkreis. Letztlich ist in jedem Fall die Verfügbarkeit der Tatwerkzeuge der entscheidende Punkt. Deshalb kann ich die Entrüstung über den Mangel an Verantwortung absolut nachempfinden.
Hätte hier ein höheres Bewußtsein für Verantwortlichkeit bestanden, wären die K.s wohl auch eine ganz normale Familie geblieben.
Sicherlich ist es verkehrt Waffen zu Hause zu deponieren. Sicherlich ist hier viel verkehrt gelaufen. Sicherlich ist dass alles nicht wieder gut zumachen.
Kinder entwickeln sich und entfernen sich. Möglicherweise hätte die Familie besseren Einfluss auf ihren Sohn nehmen können.
Jedoch muss man feststellen, er hat Lehrer und Schüler gerichtet, nicht seine Familie. Wer zu so einer Tat in der Lage ist, muss unglaubliches seelisches Leid und Demütigung erfahren haben..
Klar ist es die Waffe des Vaters gewesen, klar hätte er sie verschließen, am besten gar nicht mit nach Hause bringen sollen. Allerdings bin ich der Auffassung, dass wer so eine Tat durchführt auch in der Lage ist sich irgendwo anders eine Waffe zu besorgen.
Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen, allen Angehörigen auch diejenigen dessen Sohn für dieses Drama verantwortlich ist.
Nicht nur für die "Opfer" ist alles zerstört, auch für die "Familie des Täters".
Die Existenz, alles was sie sich erarbeitet haben ist zerstört. Man kann es verstehen, dass sich die Angehörigen abwenden, und selbst wenn sie dies nicht tun, bleibt immer im Kopf "euer Sohn hat unsere Tochter getötet", selbst wenn es keiner ausspricht und keiner es zeigt, wird die Familie von Tim es selbst immer vor Augen haben.
Was bleibt der Familie als ein Brief zu verfassen? Was hätte sie an dessen Stelle tun sollen? Ich glaube kaum, dass eine Mutter von einem Opfer, der Mutter und dem Vater des Täters jetzt in die Augen schauen möchte und eine Beileidsbekundung am Grab erwartet. Ich denke vielmehr, dass die Trauernden jetzt Ruhe und Zeit brauchen. Zeit um unbegreifliches zu verstehen, um die Wunden heilen zu lassen. Ich nehme auch an, dass Tims Eltern nicht verstehen können, was in ihrem Sohn vorgegangen ist und können somit auch die Frage nach dem Warum nicht klären....
Da kann ich meinem Vor-Kommentator nur Recht geben: Eine normale Famile hat nicht 15 scharfe Waffen und über 4000 Schuss Munition zu Hause lagern. Ein normaler Familienvater braucht auch keine Waffe neben dem Bett.
Warum war das hier anders? Für den Inhaber eines "Lohn-Verpackungs-Services"? Aber an der Stelle wird bestimmt wieder gezumwinkelt...
Ich möchte mich der Meinung des Lumpenhundes anschließen. Zwei Dinge hat diese unfassbare Tat in den Menschen zutage treten lassen: Voyeurismus und Hass. Leider handelt es sich bei Letzterem um eine narzisstische, überlegene Form. Man kann mit dem Finger auf diesen geisteskranken Jungen zeigen, um den sich die Familie nicht gekümmert hat. Und es ist auch ganz klar: der Vater ist schuld, denn er hat die Waffe liegen gelassen.
Natürlich muss er bestraft werden, aber er trägt einfach keine Verantwortung für das Massaker. Ich bin auch dafür, dass Waffen für den Gebrauch im Schützenverein nicht zuhause gelagert werden dürfen - welchen Sinn hat das auch? Aber, und das zeigt leider der Blick auf das wenig vorbildhafte Amerika: das lasche Waffenrecht macht allein keinen Amokläufer. Gelegenheit macht Diebe und verleitet - keine Frage. Und für diese fatale Nachlässigkeit muss der Vater bestraft werden. Aber genau diese muss als solche behandelt werden.
Der weitere Fingerzeig auf die Familie, der Brief zeige keine Empathie, zeugt von der fehlenden Empathie der meisten Kommentatoren hier. Die Familie hat ihren Sohn verloren. Auch wenn es natürlich schwer fällt Tim K. als Mensch zu sehen - aber auch er war ein geliebtes Mitglied der Familie. Seine Familie muss jetzt den Abschaum und die Wut, die man gegen jeden Amokläufer empfindet irgendwie vereinbaren mit dem individuellen Bild, das sie von Tim hatten. Eine leichte Aufgabe? Konnten sie wissen, was in ihm vorging? Wie sollen sie dem in Worten gerecht werden? Schließlich sind sie sich der feindlichen Stimmung bewusst. Für sie ist das Leben ebenso zerstört wie für die Angehörigen der Opfer. Noch dazu fühlen sie sich schuldig. Es ist aber nicht nur (wenn natürlich zum grössten Teil) die Schuld der Familie. Vielmehr sollte diese Tat nicht zum Fingerzeig auf andere, sondern auf sich selbst werden.
Mal als advocatus diaboli gedacht: die Eltern
hatten nie einen Gedanken daran verschwendet ihr egoshootervernarrter Sohn der wegen Depressionen behandelt wurde und etliche Freunde verloren hat,
weil er softgunbesessen war, koennte auf dumme Gedanken kommen wenn er eine Beretta mit Munition findet, dann frage ich mich, auf welchem Stern sie lebten? Ich erkläre es mir so, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt: wer Tötungsutensilien in dieser Menge hortet muss selber ein schwer disziplinierbaren Drang zum Töten haben. Welcher normale Mensch sammelt soviele "Werkzeuge", die er (angeblich) gar nicht einsetzen will? Sportschützen nennen ihr Rumgeballer "Training". Ich frag mich nur für welchen Ernstfall?
toll wie sie mitgefühl für jemanden äussern den sie nicht kannten.
ich stimme ihnen zu, dass man einen schuldigen wie die BILD ruhig noch höher hängen sollte, wenn sie nicht einsichtig sind.
dieses distanzierte fordern ist genau das manko, dass man unserer gesellschaft vorwerfen kann, welches zu verzweifelten terrortaten führt.
sie scheinen ja eine perfekte erziehung genossen zu haben.
haben sie schon mal daran gedacht, dass das alles eine ursache hat? der junge hatte ja keinen "neuraldefekt". es scheint, dass unsere gesellschaft nicht in der lage war seinen extremen charakter auf- bzw abzufangen.
und vergessen sie nicht, dass die eltern bestimmt nicht den brief "einfach so" aufgesetzt haben. genauso wie sie hier "einfach so" nach rache rufen, haben die eltern es einfach nicht anders gelernt. abgesehen davon, dass sie in einer tiefsten trauer stecken und sich vielleicht nicht so die gedanken gemacht haben um einen ausgefeilten brief zu publizieren.
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