Ebola-Zwischenfall in Hamburg "Es gibt keine Medikamente dagegen"

Eine Hamburger Forscherin hat sich möglicherweise mit dem Ebola-Virus angesteckt. Stephan Günther, der leitende Virologe am Bernhard-Nocht-Institut, schildert den Fall

DIE ZEIT: Stimmt es, dass sich eine Mitarbeiterin bei Ihnen auf der Suche nach Ebola-Antikörpern am vergangenen Donnerstag in den eigenen Finger gestochen hat?

Stephan Günther: Genau. Sie hat sich durch drei Handschuhe gestochen. So eine Verletzung kommt im medizinischen Bereich häufiger vor. In unserem Fall ist das natürlich kritischer, weil wir da unten mit dem Ebola-Virus arbeiten.

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ZEIT: Was heißt "da unten"?

Günther: Im Keller, wo unser Sicherheitslabor der Klasse 4 ist.

ZEIT: Mit welchen Tieren hat die Mitarbeiterin experimentiert?

Günther: Das war ein Mausexperiment.

ZEIT: Ist denn gesichert, dass sich die Mitarbeiterin infiziert hat?

Günther: Nein. Ich höre immer nur von dem Wort "Verdacht". Das Wort Verdacht ist nicht korrekt, denn sie ist weder krank, noch können wir den Erreger in ihrem Blut feststellen. Der korrekte Terminus ist, dass sie exponiert gewesen ist.

ZEIT: Aber warum liegt sie dann auf der Isolierstation?

Günther: Das hat folgenden Grund: Wir haben uns in Abstimmung mit internationalen Experten entschieden, ihr einen experimentellen Impfstoff zu empfehlen.

ZEIT: Da müssen sie ja sehr schnell konferiert haben!

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