Musikpresseschau Nicht Metal, sondern der Mensch ist böse

Der rechtsextreme Sänger und Mörder Varg Vikernes wurde nach 16 Jahren aus der Haft entlassen. Außerdem im Echolot: 1 Million Fans wollen Michael Jackson in London sehen

Es könnte das Comeback des Jahres werden – oder der Reinfall des Jahrzehnts. Die Reaktionen auf Michael Jacksons pompös angekündigte Konzertreihe in der Londoner O2 Arena übertreffen derzeit alle Erwartungen. Noch vor dem offiziellen Verkaufsstart waren alle 30 Konzerte ausverkauft. Mit so viel Zuneigung hat selbst der King of Pop nicht gerechnet: Jetzt hat Jackson seinen Rückkehr-Marathon auf 50 Konzerte ausgedehnt – vielleicht werden es am Ende sogar 60 Shows? Oder 160? Oder 1600? Droht etwa ein unendliches Dauergastspiel nach Las-Vegas-Manier? Forever Michael, im wahrsten Sinne des Wortes? Bis zum Wochenende waren mehr als 1 Million Tickets verkauft.

Der Daily Mirror hat schon einen Blick auf die Setliste geworfen! Oder war es nur eine alte Kassetten-Hülle? Jedenfalls soll die Show völlig überraschend mit Billie Jean beginnen. Während sich die Fans von diesem Schock dann erholen, folgen Raritäten wie Rock With You, Smooth Criminal und Beat It. Den schmierigen Teil des Abends bestreitet Jackson mit den schwer gesuchten B-Seiten Heal The World und You Are Not Alone, bevor nach der lang verschollen geglaubten Komposition Thriller die Lichter wieder angehen. Sollte sich Jackson jedoch dazu entscheiden, die insgesamt 16 Lieder auf bewährte Motown-Manier in einem Medley zusammenzurühren, dürfte es ein kurzer Abend werden. Bis sich am 8. Juli der Vorhang öffnet, bleibt es spannend. Wird der King Of Pop zu seiner eigenen Auferstehung überhaupt erscheinen? Der New York Post zufolge meldet der britische Buchmacher William Hill derzeit Quoten von 1 zu 5 gegen Jacksons Auftritt.

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Sie wollen mehr Kontrolle und einen größeren Anteil an den Einnahmen: Britische Musikstars haben sich zu einem Interessenverband zusammengeschlossen, um sich künftig besser gegen Plattenfirmen durchsetzen zu können. Der Featured Artist's Coalition (FAC) gehören unter anderem Robbie Williams, Radiohead, Bryan Ferry und David Gilmour an. Anders als in Deutschland ist es in Großbritannien üblich, dass Musiker den Plattenfirmen die vollen Verwertungsrechte an ihren Songs überschreiben. Angesichts der zunehmenden Bedeutung digitalen Musikvertriebs wollen die Musiker für ihre urheberrechtlichen und finanziellen Interessen eintreten.

Leser-Kommentare
    • count
    • 16.03.2009 um 19:32 Uhr

    Ob die Alben auch hörbar waren, ist Geschmackssache. Nun ja, leider gibt es meiner Meinung nach einige Dinge zu korrigieren, beispielsweise ist/war Burzum ein Ein-Mann-Projekt, an dem sich nur wenige (zwei) Gastmusiker beteiligt haben, dazu nicht sehr viel. Die beiden Ambient-Alben - ob man die gleich als unhörbar bezeichnen muss, ist die andere Frage. Dazu möchte ich noch anmerken, dass keine Ideologie in die Musik selber eingeflossen ist, höchstens in die Songtitel der letzten beiden Alben.

    Außerdem war Euronymous nicht der Sänger, sondern der Gitarrist der Black-Metal-Band Mayhem, wo Vikernes übrigens selbst als Sessions-Bassist beteiligt war. "Rundgang um die transzendentale Säule der Singularität" halte ich für ein nicht gerade optimales Beispiel, wobei ich glaube, dass das Lied (übrigens mit einem sinnlosen Titel, aber das sei mal dahingestellt, da ich schon glaube, dass die Hörprobe bewusst so ausgewählt worden ist) nicht wirklich Burzum repräsentiert. Gut, man will durch das Anführen eines 25 Minuten (!) langen Stückes womöglich erreichen, dass die teilweise nicht so schlechte Musik nun auch schlechtgeredet wird.

    Menschlich halte ich von Varg Vikernes übrigens nicht viel, aber Neutralität und Richtigkeit sind meiner Meinung nach schon wichtig.

    • Weegee
    • 16.03.2009 um 19:54 Uhr

    Da ein eigenen Kommentar sämtliche Punkte meines Vorposters lediglich wiederholen würde, erwähne ich einfach nur, dass ich ihm in allen Punkten zustimme. Dass gerade Rundgang um die transzendentale Säule der Singularität als Beispiel genommen wurde, finde ich übrigens ziemlich seltsam. Dieser Song stellt eine Ausnahme im Album Filosofem dar, auf welchem er veröffentlicht wurde. Dunkelheit würde ich an dieser Stelle definitiv mehr begrüßen ...

  1. Plötzlich seien alle Black-Metal-Musiker als potenzielle Mörder dargestellt worden.

    Dazu sei angemerkt, dass es noch mehr Fälle von Brandstiftung, Gewalt und Mord in der damaligen Szene gegeben hat. Dieser miese Ruf des Black Metal, auch innerhalb der Metal-Szene, kommt nicht von ungefähr.

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