Prozess in St. Pölten Fritzl gibt Auskunft
"Licht aus, Vergewaltigung, Licht an, Schimmel, Ungewissheit" - am ersten Prozesstag im St. Pöltener Fritzl-Prozess hat die Staatsanwältin versucht, die Geschworenen an den Abgrund des Verbrechens zu führen. Der Angeklagte legte ein Teilgeständnis ab.

© Handout by APA via Getty Images
St. Pölten: Der Angeklagte Josef Fritzl auf dem Weg in den Gerichtssaal
Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, in St. Pölten fände ein großes Volksfest statt. Medienvertreter aus der ganzen Welt tummeln sich vor dem Gerichtsgebäude, Kamerateams proben auf Bühnen. Würstchenbuden und Wagen mit kandierten Früchten für die Journalisten reihen sich aneinander.
"Es gibt nichts zu hören und zu sehen", hatte der Vizepräsident des Landgerichts, Franz Cutka, am Vorabend im österreichischen Fernsehen gesagt. Das stimmt nicht ganz. Aber fast.
Kurz vor 9.30 Uhr betritt der Angeklagte Josef Fritzl den Gerichtssaal, eskortiert von mehreren Polizeibeamten. Er hält sich einen blauen DIN-A-4 –Ordner vor das Gesicht. Zwei Reporter befragen ihn stehend im Gerichtssaal. "Herr Fritzl, rechnen Sie mit einem fairen Verfahren?" "Werden Sie sich schuldig bekennen?" Eine Viertelstunde wiederholen die Reporter immer wieder ihre Fragen. Vergebens, Fritzl schweigt. Ein Häuflein Elend in einem prunkvollen Gerichtssaal, mit einem Plastikordner vor dem Gesicht.
Staatsanwältin Christiane Burkheiser verliest die Anklage und spricht die Geschworenen direkt an. "Vergessen Sie alles, was Sie aus den Medien erfahren haben." Seit Wochen diskutiert man in Österreich darüber, ob und wie eigentlich ein faires Verfahren möglich sein kann. Wer weiß schon nichts über den Fall? Obwohl Burkheiser zu Nüchternheit mahnt, ist ihr eigener Vortrag emotional gefärbt und folgt einer strengen Dramaturgie. Sie erzählt die Geschichte und wiederholt zwischendurch etliche Male die Textpassage "Licht aus, Vergewaltigung, Licht an, Schimmel, Ungewissheit".
Im Gerichtssaal sind Markierungen angebracht, um den Geschworenen die Höhe des Verlieses deutlich zu machen: 1,74 Meter. "Sie sehen groß aus, Sie hätten dort nicht stehen können", sagt Burkheiser zu einem der Geschworenen. Später wird ein Pappkarton durch die Reihen der Laienrichter gegeben, darin sind Gegenstände aus dem Verlies. Die Geschworenen sollen den Moder riechen.
- Datum 17.03.2009 - 13:39 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, 16.03.2009
- Kommentare 10
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




[Entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
_____________________________________________________
Sie werden Deutschland nie regieren - Sie nicht!
(Gerhard Schröders wahre Worte)
> Acht Geschworene werden bis Ende der Woche darüber entscheiden, ob Josef Fritzl schuldig ist oder nicht. <
Die Tochter über zwanzig Jahre gefangen gehalten, vergewaltigt und sieben Kinder gezeugt. Und dann stellt sich die Frage ob schuldig oder nicht schuldig? Müssen noch mehr Beweise geliefert werden?
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Nach wie vor wird über Schuld oder Unschuld im Gericht entschieden, nicht auf der Straße und vor allem nicht in der ZEIT (auch wenn sich dieses Blatt das manchmal herausnimmt, dann aber mehr in der Nahostpolitik)
Und bis dahin gilt er als unschuldig.
Die Boulevarisierung der Presse ist schon fürchterlich genug. Das Recht sollte außen vor bleiben.
Nach wie vor wird über Schuld oder Unschuld im Gericht entschieden, nicht auf der Straße und vor allem nicht in der ZEIT (auch wenn sich dieses Blatt das manchmal herausnimmt, dann aber mehr in der Nahostpolitik)
Und bis dahin gilt er als unschuldig.
Die Boulevarisierung der Presse ist schon fürchterlich genug. Das Recht sollte außen vor bleiben.
Nach wie vor wird über Schuld oder Unschuld im Gericht entschieden, nicht auf der Straße und vor allem nicht in der ZEIT (auch wenn sich dieses Blatt das manchmal herausnimmt, dann aber mehr in der Nahostpolitik)
Und bis dahin gilt er als unschuldig.
Die Boulevarisierung der Presse ist schon fürchterlich genug. Das Recht sollte außen vor bleiben.
Ich möchte doch bitten, diesen Herren möglichst bald eine geschlossene Anstalt zu verfrachten. Dies scheint ja schon beschlossene Sache zu sein.
Ebenso wäre es sehr freundlich wenn die Belagerungstruppen der Staaten Journalie und Paparazzi auch dauerhaft dort einzögen. Sie können sich dann ständig in wunderschöner Betroffenheitsprosa nebst kreativer Fotokunst üben.
____________________________________________________
Sie werden Deutschland nie regieren - Sie nicht!
(Gerhard Schröders wahre Worte)
Ich stimme Ihnen vollends zu! Gleichzeitig meine ich, dass man bei der Mahnung an die Presse mittlerweile diese Zeitung hier mit einbeziehen sollte.
Gruß
Ich weiß nicht, wie der Autor auf die Überschrift kommt. Was soll und das sagen „...gibt bereitwillig Auskunft..“...Über Dinge, die sowieso jeder weiß.
Aber ein volles Geständnis, da ziert sich der Herr Fritzl! Vergewaltigung nur teilweise! Wie widerlich ist das denn? Wieder der Versuch, so eine Art Liebesbeziehung zu konstruieren, weil sich seine Tochter nach dem x-ten mal nicht mehr gewehrt hat, wie ich annehme. Aus nachvollziehbaren Gründen.
Und wie muss man eigentlich als Anwalt drauf sein, nach irgendwelchen, völlig an den Haaren herbeigezogenen Argumenten zu suchen, die Fritzl irgendwie exculpieren sollen.
Kein singuläres Ereignis? Soll ich daraus schließen, dass das in der Gegend so üblich ist, die Tochter 24 Jahre in einem Kellerverlies einzuschließen, zu vergewaltigen, mit ihr Kinder zu zeugen, die man auch eingesperrt lässt? Usw, usw....
Kein Monster, weil er sie nicht umgebracht hat? Ich denke, das hat der eher aus reinem Sadismus nicht gemacht. Tote leiden nicht mehr, kein Leid an dem man sich weiden kann.
An Toten kann man nicht mehr seine kranken Allmachtsfantasien ausleben. Davon ganz abgesehen, dass er wahrscheinlich nicht gewusst hat, wohin mit den Leichen.
Nichts gegen Rechtsverteidigung auch des schlimmsten Verbrechers! Aber für das „wie“, dafür ist der Anwalt in seiner Person verantwortlich.
Zu Komm 4:
Als unschuldig kann Fritzl ja wohl kaum gelten, bei allem Respekt für rechtsstaatliche Verfahren. Hier kann es nur um die juristische Bewertung seiner Schuld im Einzelnen gehen..
Was kann ein Vater denn einem Kind monströseres antun, als es jahrzehntelang wegzusperren, mehrere tausend Male zu vergewaltigen, und die wahrscheinlich aufgrund mangelnder Verhütung entstandenen Kinder auch noch allein gebären zu lassen. Der Tod wäre wahrscheinlich humaner gewesen. Abscheulicher kann doch "menschliches" Verhalten nicht sein.
Dieser egomane Sadist hat doch seine Tochter am Leben gelassen damit er ständig "etwas" hatte, an dem er seine widerwärtigen Phantasien ausleben konnte.
Physisch lebt seine Tochter und die Kinder. Aber er hat ihnen doch das gesamte Leben genommen. Psychisch werden sie das doch wohl kaum aufarbeiten können bzw. die Folgen werden sie ein Leben lang begleiten, ob es nun die mangelnde Schul- und Berufsausbildung ist, oder die Unkenntnis, was in der Welt vor sich geht.
Wenn die "Kellerfamilie" erst einmal realisiert hat, was er ihnen alles genommen hat, beginnt doch die Aufarbeitung immer wieder von Neuem.
laut unserer österreichischen rechtsordnung gilt ein, selbst in flagranti ertappter -sagen wir zum beispiel ein auf frischer tat erwischter hühnerdieb mit einem sack hühner über der schulter- täter bis zum urteilsspruch als vollkommen unschuldig.nicht die tat selbst ist auschlaggebend, ob jemand schuldig ist oder nicht, sondern ausschliesslich das befinden eines(r)richters(in).hinzu kommt, dass vor einem österreichischem-vor deutschen gerichten wirds nicht anders sein, wahrscheinlich weil die österreichische rechtssprechung von der deutschen abgekupfert wurde-gericht mit zweierlei mass gemessen wird.der beschuldigte kann und darf das blaue vom himmel herunterlügen ohne auf den prüfstand gestellt werden zu müssen.das hängt dann einfach ab von der sympathie bzw.antipathie des (in)richters(in) gegenüber den protagonisten,den anklägern und beschuldigten.eine gewisse-hat nichts mit gewissen zu tun-willkürjustiz kann man in österreich durchaus als gegeben betrachten.da kann es schon relativ leicht passieren, dass vom gericht die rollen vertauscht werden.opfer werden zu tätern und täter zu opfern.angesichts eines im fokus der weltöffentlichkeit stehenden prozesses wird diese gefahr jedoch ausgeschlossen werden können.im konkreten fall wünschte ich mir das alte testament und die scharia;auge um auge, zahn um zahn.lebenslänglich in der von ihm selbst gebastelten behausung.zusperren und auf urlaub fahren.g.w.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren