Justiz Fritzls Schuldeingeständnis überrascht alle
Nicht einmal der Anwalt war eingeweiht. Josef Fritzl hat sich in allen Punkten schuldig bekannt. Die Aussage seiner Tochter könnte ihn dazu bewogen haben
Ob er dem vorangegangenen Tag noch etwas hinzufügen wolle, fragt Richterin Andrea Humer zu Beginn des dritten Prozesstages den Angeklagten. Josef Fritzl ist heute ohne seinen blauen Aktenordner im Gerichtssaal erschienen und zeigt sein Gesicht offen. "Ja, ich bekenne mich schuldig", antwortet er. "Im Sinne der Anklage?" fragt Humer nach. "Im Sinne der Anklage", sagt Fritzl. Damit gesteht er auch den Mord an einem seiner Söhne und Sklaverei ein, neben Freiheitsentzug, Inzest und Vergewaltigung.
Ob er sich denn jetzt an die 66 Stunden nach der Geburt eines Sohnes im Jahr 1996 erinnern könne. So kurz nur überlebte eines der Kinder in dem Verlies. "Ja", sagt er. Er könne sich auch an die Atemnot des Kindes erinnern. Auch bei der Geburt sei er dabei gewesen. "Wir haben das schon zusammen gemacht. Ich dachte, es sei eine normale Geburt. Wir haben gehofft, dass er es schafft." Noch zwei Tage zuvor hatte Fritzl die Vorwürfe abgestritten.
Von dem Schuldeingeständnis ist auch Fritzls Anwalt Rudolf Mayer überrascht, abgesprochen war dessen Vorgehen nicht. "Für einen Menschen mit einer solchen Persönlichkeitsstörung ist es außerordentlich wichtig, seine Fassade der Macht aufrecht zu erhalten", sagt Mayer, daher habe er nicht mit dem Schuldeingeständnis gerechnet.
Gestern war bekannt geworden, dass Fritzl nach dem Verhandlungstag psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen hatte. "Wenn sich jemand psychiatrische Hilfe erbittet, dann gehe ich davon aus, dass er wirklich erschüttert ist. Er hat gestern das Vernehmungsvideo seiner Tochter gesehen, und ich nehme an, dass dies zu seinem Geständnis geführt hat", sagt Mayer. Auch Videoaufnahmen vom Verhör eines Sohnes wurden am Dienstag im Gerichtssaal gezeigt. Er und die Mutter waren die einzigen Familienmitglieder, die sich als Zeugen geäußert haben.
Die österreichische Zeitung Kurier schreibt am Mittwoch, die Tochter sei gestern im Gericht anwesend gewesen, möglicherweise in Begleitung. Und es geht das Gerücht, sie sei auch am Mittwoch dagewesen. "Ich kann das weder bestätigen, noch dementieren, es gibt dazu keinen Kommentar", sagte Gerichtssprecher Franz Cutka. "Ich kann nur ausschließen, dass die Tochter heute im Gericht war."
- Datum 23.03.2009 - 14:35 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 18.03.2009
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mir lag ja eben gerade fast ein Fritzl-Witz auf der Zunge, aber der blieb irgendwie auf halber Strecke stecken.
hatte ein St.Pöltener Wirt ein Fritzl-Schnitzl auf die Speisekarte gesetzt.
Er war dann aber irgendwie (von der pc-mafia) überredet worden, das Schnitzl doch lieber anders zu nennen. Ich fands lustig...
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