Fall Schalit Gefangenenaustausch zwischen Israel und Hamas gescheitert

Israel hat Hamas wegen überzogener Forderungen für den Misserfolg verantwortlich gemacht. Nun berät das Kabinett über Konsequenzen

Israelis demonstrieren für die Freilassung Gilad Schalits (Fahne) vor dem Amtssitz von Premier Olmert

Israelis demonstrieren für die Freilassung Gilad Schalits (Fahne) vor dem Amtssitz von Premier Olmert

Das Büro von Israels Ministerpräsidenten Ehud Olmerts teilte am späten Montagabend mit, die Gespräche seien gescheitert, weil Hamas überzogene Forderungen gestellt habe. Die im Gaza-Streifen herrschende Organisation sei zudem von schon erreichten Abmachungen abgerückt. 

Die israelische Delegation war zuvor aus Ägypten nach Israel zurückgekehrt. Das gemeinsame Gespräch in Kairo galt als vorerst letzte Chance für eine Einigung zwischen Israel und Hamas über den Austausch von Gefangenen.

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Israel wollte den im Juni 2006 von militanten Hamas-Mitgliedern in den Gaza-Streifen entführten Soldaten Gilat Schalit frei bekommen. Seine Eltern hatten vor neun Tagen ein Zelt vor dem Haus Olmerts bezogen, um zu protestieren.

Olmerts Kabinett will nun am Dienstagnachmittag über das weitere Vorgehen beraten. Unklar ist, ob eine Liste der Häftlinge vorgelegt werden soll, deren Freilassung Hamas fordert.

Strittig war unter anderem die israelische Forderung, dass einige Dutzend Häftlinge, die an der Planung oder Ausführung von Anschlägen beteiligt waren, nicht in die Palästinensergebiete zurückkehren, sondern ins Ausland gehen sollen. Hamas lehnte dies ab. Hamas bestritt zudem, ihren Standpunkt verhärtet zu haben.

Die Palästinenserorganisation will keine Namen von ihrer Liste von Freizulassenden streichen und keine Zugeständnisse in der Frage machen, ob bestimmte Palästinenser ins Ausland gehen müssen. Olmert wollte noch vor der Vereidigung einer neuen israelischen Regierung, den Austausch mit der Hamas abschließen. Hamas und die rivalisierende Palästinenserorganisation Fatah im Westjordanland versuchen derzeit, eine Einheitsregierung zu bilden.

 
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