Forschungssatellit GOCE startet mit 24 Stunden Verspätung
Wenige Sekunden vor Zündung der Triebwerke hat die Bodenkontrolle den Start des Erderkundungs-Satelliten abgebrochen. Nun soll er heute Nachmittag in den Orbit fliegen

© ESA - AOES Medialab
Heute soll GOCE nun endlich ins All aufbrechen: Einmal im Orbit fangen starke Kollektoren Sonnenstrahlen ein, mit denen der Satellit seine Batterien auflädt
Zehn, neun, acht, sieben – Abbruch: Eigentlich sollte der europäische Satellit GOCE bereits seit gestern Nachmittag seine Runden in rund 270 Kilometern Höhe um die Erde drehen. Doch die Techniker am russischen Weltraumbahnhof Plessezk zogen die Bremse, kurz bevor der Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer (GOCE) an Bord der Trägerrakete Rockot abheben konnte.
Grund für die Panne: Ein Service-Turm, der die Rakete in Position hielt, löste sich nicht rechtzeitig von ihr. Der Start musste abgebrochen werden.
Es ist bereits das dritte Mal, dass der Start des Satelliten verschoben werden muss. Ursprünglich sollte GOCE bereits im September vergangenen Jahres ins All befördert werden. Wartungsarbeiten an der russischen Trägerrakete verzögerten jedoch die Reise des rund eine Tonne schweren und mehr als 300 Millionen Euro teuren Trabanten.
Ein weiterer Start im Oktober musste erneut wegen eines technischen Defekts abgesagt werden. Die europäische Weltraumbehörde Esa hat mit der Rockot-Trägerrakete schon 2005 ein Desaster erlebt: Vor vier Jahren stürzte die Rakete mitsamt des Klimaforschungssatelliten Cryosat kurz nach dem Start ins arktische Meer.
GOCE soll nun mit 24 Stunden Verspätung heute um 15:21 Uhr deutscher Zeit ins All gebracht werden, bestätigte die Esa am Vormittag. Der Start des Satelliten lässt sich auf der Esa-Internetseite live via Webstream verfolgen. Der fünf Meter lange Flieger ähnelt einer futuristischen Raumfähre. Die schlanke Form und sein spitz zulaufender Bug ermöglichen GOCE, eine exakte Flugbahn zu halten. Mit einer Geschwindigkeit von fast 30.000 Stundenkilometern wird er alle anderthalb Stunden die Erde komplett umrunden.
In seinem Inneren tasten Sensoren kleinste Unterschiede in der Erdanziehung ab, die auf unserem Planeten sehr unterschiedlich verteilt ist. Als erster Satellit des Esa-Programms Living planet soll GOCE der Kraft nachgehen, die im Erdkern entsteht: die Gravitation.
Vom Weltraum aus werden die Sensoren des aerodynamischen Fliegers das Schwerefeld der Erde ausmessen, genauer als jemals zuvor. Der Satellit wird Ozeanströmungen, die Verteilung der Erdmasse und Veränderungen des Meeresspiegels genauer als jemals zuvor verfolgen und finden. Anhand der Daten hoffen Forscher, genauere Aussagen über die Klimabedingungen auf der Erde machen zu können.
- Datum 17.03.2009 - 12:42 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 1
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GOCE startet mit 24 Stunden Verspätung
Im 20'sten jahrhundert verspäten sich züge und im 21'sten jahrhundert verspeten sich die Raumschiffe :)
Ist sehr Interresant, wen man das geheimnis des Schwerkrafts entlüftet hat und die autos entlich fliegen können ist die Auto Industrie entlich gerettet ;-)
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