Wirtschaftshilfen Guttenbergs Freundschaftsreise Seite 3/3

Zwar habe es schon Anfragen von "seriösen und weniger seriösen" Geldgebern gegeben, sagt zu Guttenberg. Doch die Suche nach jemandem, der bereit ist, die Mehrheit an dem angeschlagenen Traditionskonzern zu übernehmen, ist schwierig. Die Risiken sind hoch. Wie schnell solch ein Investment schief gehen kann, zeigte der Einstieg von Cerberus beim US-Autobauer Chrysler. Die Arbeit fängt für zu Guttenberg jetzt erst an.

 
Leser-Kommentare
  1. ... kann K.T. eben nicht nur wunderbar aus dem Nähkästchen, sondern vor allem auch beeindruckend nichtssagend daherplaudern.

    Die Union hat sich längst mit sich selbst darüber verständigt, Opel nicht mit Steuergeldern zu retten. Je mehr Zeit diesbezüglich verstreicht, desto mehr gewöhnt sich die Bevölkerung an diese Perspektive und desto mehr Boden verliert die SPD, die dann als der "nicht wohlüberlegt" handelnde Verein dasteht.

    Die Genossen werden sich weiter für eine Rettung Opels einsetzen, ohne Erfolg bleiben, das Thema halbseiden im Wahlkampf verwursten, indem sie es der Union anlasten, während unter Sicherung der Patente eine Insolvenz abgewickelt und Opel im Zuge dessen aus dem Mutterkonzern ausgelöst wird.

    Die Stimmen, die durch arbeitslos werdende Opel-Mitarbeiter, der Union verlorengehen, so könnten die Strategen sich denken, werden im Gegenzug sicher nicht bei der SPD landen, wenn sie mit den Rettungsversuchen keinen Erfolg hat. Die FDP kriegt sie eh nicht und warum sollten sie statt bei der SPD bei den Grünen landen? Wandern sie zur Linkspartei, dann nützt es der SPD, die im Wahlkampf noch einmal durch Schmierenkampagnen darin erinnert werden wird, dass mit der Linkspartei zu koalieren einem Verfassungsverrat gleichkäme, absolut nichts und die Merkels dieser Welt können sich freuen.

    Schade, Opel. Schade, liebe Mitarbeiter.

    Immerhin: Klare Antworten auf klare Fragen.

    • JeMa
    • 18.03.2009 um 9:20 Uhr

    Die Reise des Wirtschaftsministers ist wohlüberlegt, wird ihm aber nichts bringen: Obwohl er auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik keine Erfahrung hat (seine vielzitierten "Erfahrungen im Mittelstand" beschränken sich bekanntermaßen auf die Verwaltung des eigenen Familienvermögens in einem familieneigenen Bürokomplex), hat er sich schnell auf einen Gegenkurs zur Kanzlerin festgelegt und Opel verloren gegeben. - Um das zu kaschieren, tingelt er nun durch die USA. - Die Opel-Mitarbeiter werden davon wenig haben.

    Allerdings - da widerspreche ich dem Kommentar 1 - glaube ich nicht, dass zu Guttenberg seinen Kurs wird halten können. Merkel hat sich ebenfalls festgelegt, indem sie wie die SPD die Schlüsselposition des angeschlagenen Konzerns zum Ausgangspunkt für weitere Überlegungen gemacht hat. Das bedeutet: Um eine staatliche Opel-Rettung (vor den Wahlen!) werden beide Unionspolitiker nicht herumkommen.

    Fazit: 1. Der Wirtschaftsminister beruhigt derzeit den Wirtschaftsflügel der Union, wird aber einknicken. - Denn ein erneutes Einknicken der Kanzlerin wäre vor den Wahlen fatal. - 2. Die SPD muss sich nicht vorwerfen lassen, Opel leichterhand zu verspielen. - Sie hat keine ideologischen Schwierigkeiten mit Staatshilfen und wird sich durchsetzen.

    • Seckel
    • 18.03.2009 um 9:38 Uhr

    Anlässlich des wenige Wochen zurückliegenden Neujahrsfeiertags sprach die Frau Bundeskanzler ausdrücklich davon, auch ihre Handlungen künftig auf klare Grundsätze zu gründen. Entgegnet in diesem Kontext nun der CEO der General Motors Corp., dass das Unternehmen ziemlich offen für neue Strukturen in Europa sei, kritisiert er berechtigt den Tatbestand eines in Europa nach wie vor fehlenden Aufbaus auch durch die Adam Opel GmbH mit Sitz im hessischen Rüsselsheim auf diese Grundsätze. Die an die Tochter adressierte Wagoner'sche Reklamation fordert also ein, sich nicht gegenseitig das Leben noch schwerer zu machen als es schon ist und sich kollektiv der Strenge dieser Grundsätze zu unterwerfen, wenn ihre europäischen Töchter sich nicht dadurch mutwillig erhebliche Wettbewerbsnachteile vor allem auf den konzerninternen Märkten einhandeln und in's Hintertreffen geraten möchten, indem sie daran arbeiten, zu versuchen, sich von dieser Strenge auszunehmen.

  2. ... bitte?

    • uthuce
    • 18.03.2009 um 10:39 Uhr

    Guttenberg selbstinszeniert sich als das Idealbild des erfolgreichen Politikers, indem er die Regeln eines gelungenen Warenmarketings auf sich selbst, auf die "Marke Ich", anwendet und gezielt Kleidung (immer seriös und wie aus dem Ei gepellt, mit Krawatten in lichten, positiven Farben), Gestik (knappe, souveräne Bewegungen, Treppen immer dynamisch im Dauerlauf nehmend und den Tross zurücklassend), Mimik (sein permanentes, unerträgliches Grinsen) einsetzt, um vor allem die Leser von BILD und BUNTE zu beeindrucken. Seine Botschaft ist die des Freiherrn Adolph Knigge: Alles wird gut!

    Sein Auftreten zeigt, welche Bedeutung und welchen Einfluss die Selbstinszenierung in unserer Mediengesellschaft gewonnen hat. Es kommt - nicht zuletzt auch Merkel ist hier neben Guttenberg ein gutes Beispiel - nicht auf Inhalte und Substanz, sondern nur auf die (vermeintliche) Wirkung auf den Wähler an, den man damit zu manipulieren wünscht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ganz genau. auf den punkt. sehr schön. setzen! 5 punkte.

    Die ganze Inszenenierung nuetzte nichts, wenn die Medien (ja auch die ZEIT) ihn uns nicht staendig praesentierten!
    Aber wenn es hilft, sinnlose neue Milliarden-Spritzen in den breiten .. der Industrie zu jagen, dann soll er halt noch ein bisschen herumjetten - mei, wird der dann was zu erzaehlen haben im Club!

    ganz genau. auf den punkt. sehr schön. setzen! 5 punkte.

    Die ganze Inszenenierung nuetzte nichts, wenn die Medien (ja auch die ZEIT) ihn uns nicht staendig praesentierten!
    Aber wenn es hilft, sinnlose neue Milliarden-Spritzen in den breiten .. der Industrie zu jagen, dann soll er halt noch ein bisschen herumjetten - mei, wird der dann was zu erzaehlen haben im Club!

  3. ...wenn ich nicht mit allem was im ny-times artikel steht übereinstimme (die großzügigen sozialzuwendungen)und ich weiß das zeit-leser sowieso ein besonders schlaues volk sind, ist die times sicher einer anfrage zum übersetzten abdruck herrn krugmans kommentar in der onlineausgabe der zeit nicht abgeneigt.

  4. 7. eben!

    ganz genau. auf den punkt. sehr schön. setzen! 5 punkte.

    Antwort auf "Marke Ich"
  5. Die ganze Inszenenierung nuetzte nichts, wenn die Medien (ja auch die ZEIT) ihn uns nicht staendig praesentierten!
    Aber wenn es hilft, sinnlose neue Milliarden-Spritzen in den breiten .. der Industrie zu jagen, dann soll er halt noch ein bisschen herumjetten - mei, wird der dann was zu erzaehlen haben im Club!

    Antwort auf "Marke Ich"

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