Opel-Rettung Guttenberg bekommt Zusagen von GM

In dem Gespräch mit der GM-Spitze hat Bundeswirtschaftsminister Guttenberg lang erwartete Antworten erhalten. Die Rettung von Opel ist damit aber nicht sicherer geworden

Gegenseitiges Befühlen in Washington: Guttenberg mit GM-Chef Wagoner (2.v.r.) und GM-Vize Henderson (2.v.l.). Mit dabei der deutsche Botschafter Klaus Scharioth (r.)

Im Ringen um die Zukunft des Autobauers Opel sieht Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Bewegung beim Mutterkonzern. "Es hat ein klares Entgegenkommen von GM gegeben", sagte der CSU-Politiker am Montagabend in Washington nach einem Gespräch mit General-Motors-Chef Rick Wagoner und GM-Vize Frederick Henderson. Der Konzern sei bereit, mit der Bundesregierung bei der Rettung des Konzerns zusammenzuarbeiten.

Beide Seiten hätten sich auf ein Vorgehen nach Vorlage eines akzeptablen Sanierungskonzeptes verständigt. Eine abschließende Beurteilung dessen sei frühestens Ende des Monats möglich. Bis dahin will die US-Regierung über das Schicksal von GM und dem kleineren Konkurrenten Chrysler entscheiden.

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GM wolle sich bei zentralen Punkten auf Kompromisse mit der Regierung einlassen, sagte Guttenberg. So sei der Konzern bereit, künftig nur eine Minderheit an Opel zu halten. Auch bei den Patenten, die an die US-Regierung verpfändet seien, wolle man Opel helfen. Gleiches gelte für verpfändete Anteile an der angeschlagenen GM. Die Opel-Mutter hat neben wichtigen Patenten 8,8 Prozent von Opel an die US-Regierung verpfändet, um Staatshilfe zu erhalten, sagten Wagoner und Henderson.

GM hatte ursprünglich verlangt, das Deutschland Opel zunächst Staatshilfe zahlt, bevor man über eine mögliche Herauslösung Opels aus dem Mutterkonzern spreche. Deutschland lehnte dies ab und verlangte eigene Anstrengungen des Konzerns. Seit November wartet das Bundeswirtschaftsministerium auf Antworten aus den USA – doch bislang hielten die Amerikaner die Deutschen hin.

GM Europa hatte im Februar der Bundesregierung ein Sanierungskonzept für Opel vorgelegt, das die Bundesregierung jedoch eher enttäuschte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) organisierte ein Spitzentreffen im Kanzleramt, um die Manager zum Nachbessern zu bewegen.

Für die Rettung von Opel in Europa will das Management rund 3,3 Milliarden Euro staatliche  Bürgschaften, um Kredite abzusichern. Zudem sollen die Kosten um 1,2 Milliarden Euro sinken. Deutschland mit vier großen Opel-Werken und etwa 26.000 Beschäftigten soll den größten Anteil dazu beitragen. Opel hat aber auch Standorte in Belgien, Polen, Großbritannien und Österreich.

Leser-Kommentare
    • Seckel
    • 17.03.2009 um 9:42 Uhr

    Die General Motors Corp. und ihre Töchter bleiben nach wie vor Handelsgewerbe, weil sie Istkaufleute sind. Diese Tatsache schließt immer aus, dem Konzern dieselben Rechte einzuräumen, die beliehene Unternehmer besitzen; geschweige denn, von GM dieselben Pflichten einzufordern, die dieser große Industriebetrieb ohnehin nie erfüllen könnte. Zugleich schließt dies aus, dass eine Regierung sich über diesen sozialen Tatbestand hinwegsetzen kann, ohne sich zu eskamotieren. Diese seit Spätherbst 2008 vielfältig und mithin über den Überdruss hinaus diskutierte Variante gab es also von vornherein nie. Das Management des Autobauers als auch nicht nur die dortige betriebliche, sondern auch gewerkschaftliche Interessenvertretung, müssen sich daher Monate später die Frage gefallen lassen, weshalb sie sich darin ergingen, wochenlang Sandkastenspiele zu veranstalten, die außerhalb jeglicher Realisierungsmöglichkeit liegen und für diesen Sandburgenbau auch noch Gelder aus öffentlichen Haushalten in ungeheurer Summe möchten.

  1. 2. wie...

    ...man jemand unbekannten in wenigen schritten erfolgreich macht. herr vG hat sich persönlich eingesetzt. großartig. wenn dann in zwei monaten doch alles den bach hinuntergeht bleiben ihm immerhin die anerkennung für seine mühen. nicht schlecht.

  2. schöne Fotos zu machen.
    Siehe z.B. Spiegel online: Gutenberg mitten im Bild am Time Square, steht da mit offenen Armen als eine Art Erlöser.

    Scheint nicht so wichtig und stressig zu sein, seine Reise, wenn noch Zeit für derartige "Make the cover" Fotoshootings hat.

  3. Opel ist der Anfang der Automobilekrise, bald wird VW und Ford den selben schiksal erleben und zwar aus dem einfachen Grund: Deutsche Autos sind teuerer geworden. "es gibt im Markt bessere Angebote" .
    Die deutschen Marken werden in der Zukunft ähnlich wie die Edelmarken verkaufen lassen , also wenig personnal ist angesagt.

    Opel soll sich auf waschmaschinenbau umsetzen ; das wäre eine erfolgreiche Endgeschichte für den Konzern.

    VW macht zurzeit fehler wie Opel vor 20 Jahren , also aufgepasst auf der Etagen der Ingenieure und Marketingsfreaks .
    Ein Rat: nicht schnell entwerfen sondern in der ruhe entwerfen.

  4. "Guttenberg stellte klar, dass er Opel nicht um jeden Preis retten wolle."
    Toll, und wer hat ihm gesagt, dass er Opel retten solle?
    Zahlt dann wenigstens Opel die Reise des kleinen Supermannes? Geht ja dann eh' auf Kosten des Steuerzahlers, wenn die Schmierenkomoedie vorbei ist.
    Tausende Arbeitslose und einige Milliarden Staatsknete spaeter...ein Hersteller weniger, so what

    • HBogon
    • 17.03.2009 um 13:02 Uhr

    Ich versuche mir das mal vorzustellen:
    Der Yuppie von Guttenberg ohne nennenswerte wirtschaftliche Erfahrung, aber immerhin mit guter Figur (das sollen lieber die Damen beurteilen) macht harte Verhandlungen mit GM-Managern, die seit Jahren bestens darin geübt sind, jeden einschließlich ihrer Regierung über den Tisch zu ziehen. Auch wenn man bei GM keinerlei Managementqualitäten hat, die Fähigkeit zum Beschiss dürfte weltweit führend und seit 20 Jahren täglich erprobt sein.

    Ich hoffe, dass Yuppie wenigstens verhandlungsicher Englisch spricht. Oder wurden die Verhandlungen gar auf Deutsch geführt?

    Möglicherweise handelt es sich einfach um eine vom Steuerzahler finanzierte Wahlkampfreise.

    Ich hoffe, dass er ohne Ergebnis zurückkommt, weil ich große Angst vor seinen Ergebnissen habe. Dann doch lieber die Wahlkampfreise.

  5. "Bei dem Treffen wird es auch um die verpfändeten Opel-Patente...gehen."

    Ist GM nicht der Eigentümer der "Opel"-Patente? Wieso reden Sie hier von Verpfändung. Verstehe ich net.

    Wenn die Opel GmbH die Patente haben möchte, dann muss sie bzw. der Dt. Staat halt zahlen. So einfach ist es. Übrigens, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass GM viele von diesen "Opel"-Patente finanziert hat.

    • Anonym
    • 17.03.2009 um 13:27 Uhr

    @heinzschmidt, @gkrannich und @HBogon

    Ich bin stolz auf Euch! Ihr schreibt, was man von mir ohnehin erwarten (ätzende Polemik) und deshalb kaum noch registrieren würde ... danke!

    Gruss
    Knüppel

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    • HBogon
    • 17.03.2009 um 18:24 Uhr

    Ich bin erleichtert, der Gutti ist lt. Spiegel online (brandneu) tatsächlich ohne Ergebnisse zurückgekommen, aber mit vielen bunten Fotos aus New York.

    Das ist jetzt nicht polemisch, sondern nur eine schlichte Tatsache.

    • HBogon
    • 17.03.2009 um 18:24 Uhr

    Ich bin erleichtert, der Gutti ist lt. Spiegel online (brandneu) tatsächlich ohne Ergebnisse zurückgekommen, aber mit vielen bunten Fotos aus New York.

    Das ist jetzt nicht polemisch, sondern nur eine schlichte Tatsache.

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