Iran Teherans militärisches Muskelspiel

Der Westen hat Iran Gespräche angeboten und hoffte auf Mäßigung. Doch die Mullahs schickten erst eine Rakete ins All und nun eine Drohne in den Irak

Ein amerikanischer Kampfjet hat Ende Februar eine iranische Drohne abgeschossen, die in den irakischen Luftraum eingedrungen war. Das unbemannte Kleinflugzeug sei 70 Minuten lang über dem Irak geflogen, sagte gestern Leutnant John A. Brimley, Sprecher der US-Streitkräfte im Irak. Die Drohne sei 100 Kilometer nordöstlich von Bagdad zerstört worden.

Der Zwischenfall war zunächst geheim gehalten worden. Erst Mitte vergangener Woche hatte das Online-Magazins Wired Danger Room unter Berufung auf anonyme US-Militärquellen den Abschuss gemeldet. Anfang der Woche bestätigen schließlich die amerikanische Militärführung und die irakische Regierung die Meldung. Vertreter Irans haben den Abschuss bislang nicht kommentiert.

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Dass der Vorfall länger als drei Wochen verschwiegen wurde, zeigt, wie sensibel die Beziehungen zu Iran von den USA derzeit behandelt werden. Präsident Barack Obama hat der Führung in Teheran mehrfach direkte Gespräche angeboten. Auch Vertreter anderer westlicher Staaten fordern, Iran diplomatisch stärker einzubinden.

Doch Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad verlangt weitere grundlegende Änderungen der amerikanischen Nahost-Politik. Erst dann sei er zu Gesprächen bereit. Von aller diplomatischer Rhetorik entschlackt heißt das: Einen Dialog gibt es erst, wenn die USA ihre Unterstützung für Israel verringern. Diese Bedingung wird die Regierung in Washington aber mit Sicherheit nicht erfüllen.

In der Zwischenzeit arbeitet Iran weiter an seinem Atomprogramm und rüstet weiter auf. Anfang Februar war eine iranische Rakete ins All gestartet. Sie transportierte nach Angaben der Behörden in Teheran einen zivilen Kommunikationssatellit. Die verwendete Trägerrakete vom Typ Safir-2 kann allerdings auch als Langstreckenrakete genutzt werden. Geoffery Forden, ehemaliger Waffenkontrolleur der UN, sagte dem Fachblatt Arms Control Today , die Safir-Raketen seien Varianten russischer Scud-Raketen. Sie seien nicht in erster Linie darauf ausgelegt, Satelliten in den Orbit zu bringen.

Das Weiße Haus äußerte sich besorgt über das iranische Raketenprogramm. Dennoch deutete sich zuletzt eine Annäherung beider Länder an. So wurde zuletzt von amerikanischer Seite der Vorwurf, Iran versorge Aufständische im Irak mit Waffen, kaum noch erhoben. Teheran wiederum hatte in den vergangenen Monaten auf allzu deutliche Aktivitäten in dieser Richtung verzichtet.

Leser-Kommentare
  1. Ähm, es wird ja auf die Seite von Wired verlinkt, wo man die Behauptung lesen kann. Für die Bestätigung durch "die amerikanische Militärführung" gibt es aber keinen Link. Es gibt auch keine genauen Hinweise darüber, was sich im Detail abspielte.
    Und der Link, der belegen soll, die Nachricht hätte "in den USA für Aufsehen gesorgt" war wohl als Witz gemeint, denn mehr als die blosse Behauptung und die Wired-Seite kann man auch hier nicht sehen.
    Alle weiteren Links sind ebenso mehr als dubios und stammen von Amateurseiten aus dem Internet. Immer wieder tauchen dieselben Fotos auf.
    Fazit: Alles viel zu schwammig, als dass es verdient hätte, hier ernsthaft gewürdigt zu werden.

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    ...was hier für platte Propaganda betrieben wird - manchmal denke ich in letzter Zeit, das die Zeit das Pendant zur Bild ist - sie sollte sich umbenennen in "Text". Quatsch würde dann in beiden Blättern stehen nur der Umsatz und Sensation willen.
    (Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

    ...was hier für platte Propaganda betrieben wird - manchmal denke ich in letzter Zeit, das die Zeit das Pendant zur Bild ist - sie sollte sich umbenennen in "Text". Quatsch würde dann in beiden Blättern stehen nur der Umsatz und Sensation willen.
    (Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

  2. "Iran gehört zu den Staaten, die sich für Sicherheit und Stabilität im Irak einsetzen, ...."sagte ...ein Parlamentsabgeordneter der Partei von Ministerpräsident Nuri al-Maliki.
    "Doch Geoff Morell, Sprecher des Pentagons, sagte, das Eindringen des Kleinflugzeugs könne eigentlich niemanden überraschen. Es sei schließlich bekannt, dass Iran mit allen Mitteln versuche, die Lage im Irak zu destabilisieren."
    .
    Passt es einigen Falken in Pentagon und CIA nicht, das der Iran nicht angegriffen
    wird, das nicht schon wieder der nächste Krieg vor der Tür steht?
    Halten diese es für Teufelswerk, das Obama Verhandlungen mit dem Iran
    angedeutet hat?
    (Übrigens hat selbst Bush den Wunsch Olmerts, einen Krieg gegen den Iran zu
    beginnen, abgelehnt. Nicht weil er dies nicht für richtig hielt, sondern weil er
    wusste, das dann die Schiiten im Irak einen blutigen Aufstand beginnen würden.)

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    Unzwar einen verdienten - so kräftig, das sie weit weg fliegen in ihre hillbilly-omish-farmen.

    Im nahen Osten hat keiner von denen irgendetwas verloren; weder Israel und schon erst gar nicht die USA. (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Äußerungen, die polemisch zu interpretieren sind. Die Redaktion/jk) Das müssen die regionalen Mächte unter sich ausmachen, da das Spiel nicht unter ihnen geregelt wurde, sondern von Frankreich und England (um 1900) auf dem Reissbrett entschieden wurde. Diverse Völker von einander getrennt und ein Chaos aus korrupten Marionetten-Politikern hinterlassen.

    Europa hat das schliesslich auch nicht anders gemacht.

    Unzwar einen verdienten - so kräftig, das sie weit weg fliegen in ihre hillbilly-omish-farmen.

    Im nahen Osten hat keiner von denen irgendetwas verloren; weder Israel und schon erst gar nicht die USA. (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Äußerungen, die polemisch zu interpretieren sind. Die Redaktion/jk) Das müssen die regionalen Mächte unter sich ausmachen, da das Spiel nicht unter ihnen geregelt wurde, sondern von Frankreich und England (um 1900) auf dem Reissbrett entschieden wurde. Diverse Völker von einander getrennt und ein Chaos aus korrupten Marionetten-Politikern hinterlassen.

    Europa hat das schliesslich auch nicht anders gemacht.

  3. Unzwar einen verdienten - so kräftig, das sie weit weg fliegen in ihre hillbilly-omish-farmen.

    Im nahen Osten hat keiner von denen irgendetwas verloren; weder Israel und schon erst gar nicht die USA. (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Äußerungen, die polemisch zu interpretieren sind. Die Redaktion/jk) Das müssen die regionalen Mächte unter sich ausmachen, da das Spiel nicht unter ihnen geregelt wurde, sondern von Frankreich und England (um 1900) auf dem Reissbrett entschieden wurde. Diverse Völker von einander getrennt und ein Chaos aus korrupten Marionetten-Politikern hinterlassen.

    Europa hat das schliesslich auch nicht anders gemacht.

    Antwort auf "Was denn nun?"
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    hellyselly schrieb : Im nahen Osten hat keiner von denen irgendetwas verloren; weder Israel und schon erst gar nicht die USA.

    Israel hat nichts im Nahen Osten verloren ? Aha.

    Da gibt es keine zwei Möglichkeiten, wie das interpretiert werden kann. Wissen Sie, daß Volksverhetzung ein Straftatbestand ist ?

    Bitte trauen Sie sich, nur noch ein wenig deutlicher zu sagen, wo denn "Israel etwas verloren hat".

    Ich bin beispielsweise ein scharfer Gegner palästinensischer Terroristen, würde aber niemals sagen, daß "ein palästinensischer Staat nichts im Nahen Osten verloren hat".
    Denn dagegen spricht - genauso wie im Fall Israel - die alt-Historie (archäologische Funde, Bibel, Koran), die jung-Historie (47er Verträge ff.) und die aktuelle Lage (Millionen von Palästinensern und Isaelis auf engstem Gebiet)....

    ...vor allem aber der gesunde Menschenverstand !

    hellyselly schrieb : Im nahen Osten hat keiner von denen irgendetwas verloren; weder Israel und schon erst gar nicht die USA.

    Israel hat nichts im Nahen Osten verloren ? Aha.

    Da gibt es keine zwei Möglichkeiten, wie das interpretiert werden kann. Wissen Sie, daß Volksverhetzung ein Straftatbestand ist ?

    Bitte trauen Sie sich, nur noch ein wenig deutlicher zu sagen, wo denn "Israel etwas verloren hat".

    Ich bin beispielsweise ein scharfer Gegner palästinensischer Terroristen, würde aber niemals sagen, daß "ein palästinensischer Staat nichts im Nahen Osten verloren hat".
    Denn dagegen spricht - genauso wie im Fall Israel - die alt-Historie (archäologische Funde, Bibel, Koran), die jung-Historie (47er Verträge ff.) und die aktuelle Lage (Millionen von Palästinensern und Isaelis auf engstem Gebiet)....

    ...vor allem aber der gesunde Menschenverstand !

  4. ...was hier für platte Propaganda betrieben wird - manchmal denke ich in letzter Zeit, das die Zeit das Pendant zur Bild ist - sie sollte sich umbenennen in "Text". Quatsch würde dann in beiden Blättern stehen nur der Umsatz und Sensation willen.
    (Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

  5. hellyselly schrieb : Im nahen Osten hat keiner von denen irgendetwas verloren; weder Israel und schon erst gar nicht die USA.

    Israel hat nichts im Nahen Osten verloren ? Aha.

    Da gibt es keine zwei Möglichkeiten, wie das interpretiert werden kann. Wissen Sie, daß Volksverhetzung ein Straftatbestand ist ?

    Bitte trauen Sie sich, nur noch ein wenig deutlicher zu sagen, wo denn "Israel etwas verloren hat".

    Ich bin beispielsweise ein scharfer Gegner palästinensischer Terroristen, würde aber niemals sagen, daß "ein palästinensischer Staat nichts im Nahen Osten verloren hat".
    Denn dagegen spricht - genauso wie im Fall Israel - die alt-Historie (archäologische Funde, Bibel, Koran), die jung-Historie (47er Verträge ff.) und die aktuelle Lage (Millionen von Palästinensern und Isaelis auf engstem Gebiet)....

    ...vor allem aber der gesunde Menschenverstand !

    • FahadA
    • 19.03.2009 um 7:34 Uhr

    Zehn Kilometer in den iraqischen Luftraum eingedrungen.

    Leider vergisst der Autor Jan Free (hat jemand schon mal von ihm gehoert?) zu erwaehnen, dass die USA seit 2004 Aufklaerungsdrohnen im Iran einsetzt, die man angeblich mit blossem Auge vom Boden aus beobachten konnte und zunaechst fuer UFOs hielt.

    http://www.washingtonpost...

    Die WP schreibt, im Februar 2005:

    The surveillance has been conducted as the Bush administration sharpens its anti-Iran rhetoric and the U.S. intelligence community searches for information to support President Bush's assertion that Tehran is trying to build nuclear weapons.

    Nicht auszuschliessen, dass die Ergebnisse der Aufklaerungsfluege in den National Intelligence Estimate (NIE) vom Dezember 2007 einflossen.

    Unser obiger Autor weiter:

    Von aller diplomatischer Rhetorik entschlackt heisst das: Einen Dialog gibt es erst, wenn die USA ihre Unterstuetzung fuer Israel verringern. Diese Bedingung wird die regierung in Washington aber mit Sicherheit nicht erfuellen.

    Seit wann setzt der iranische Praesident Ahmadinejad diplomatische Rhetorik? Man hat eigentlich wenig von ihm gehoert in den letzten Wochen.

  6. Die Seite Wired Danger Room verfügt, wie jede Internetseite heutzutage, über ein verschlagwortetes Archiv und eine Suchfunktion. Die weitere Berichterstattung kann leicht nachverfolgt werden, sodass ich es nicht nötig fand, drei weitere Link im Text unterzubringen. Es ist auch keine Amateurseite.

    Der verlinkte Artikel der Seite Spacewar.com stammt von AFP, also einer ganz normalen Nachrichtenagentur, der auch von anderen Zeitungen und Internetseiten verbreitet wurde.

    Die FARS Nachrichtenagentur ist ebenfalls eine handelsübliche iranische Nachrichtenagentur. Der gesetzte Link soll auch nicht die Richtigkeit der im Text wiedergegebenen Ankündigung beweisen. Ebenso ist der Link auf das Video von NBC nicht der Beweis für publizistische Aufregung in den USA, sondern nur ein Beispiel von vielen - gewiss kein Beleg. Wem das nicht reicht, kann jederzeit 'iran' 'drone' 'iraq' ergoogeln.

    Zuletzt gestatte ich mir noch den inhaltlichen Hinweis, dass im Text nicht steht, der Iran dürfe keinen Dronen einsetzen oder keine Raketen bauen oder dass nur die USA Dronen haben dürften. Es geht nur um den von verschiedenen offiziellen Stellen bestätigten Abschuss einer iranischen Drohne über dem Irak und die Entwicklungen der iranischen Luftfahrt der letzten paar Monate, die in den USA offenbar ein paar Ängste hervorrufen.

    Mit freundlichem Gruß
    JF

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    Und warum schreiben Sie dann Sätze wie "Der jetzige Flug war also womöglich nur eine neuerliche Drohgeste."

    Inwiefern wird denn hier die USA bedroht? Oder ist der Irak schon für Sie ein US-Bundesstaat?

    (entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

    Und warum schreiben Sie dann Sätze wie "Der jetzige Flug war also womöglich nur eine neuerliche Drohgeste."

    Inwiefern wird denn hier die USA bedroht? Oder ist der Irak schon für Sie ein US-Bundesstaat?

    (entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

  7. 8. Hä?

    Und warum schreiben Sie dann Sätze wie "Der jetzige Flug war also womöglich nur eine neuerliche Drohgeste."

    Inwiefern wird denn hier die USA bedroht? Oder ist der Irak schon für Sie ein US-Bundesstaat?

    (entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

    Antwort auf "zu den Links"
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    Das Zitat enthält in der Tat den einzigen Satz, den ich nicht geschrieben habe, sondern die Redaktion.

    Das Zitat enthält in der Tat den einzigen Satz, den ich nicht geschrieben habe, sondern die Redaktion.

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