Prozess Josef Fritzl legt Teilgeständnis ab
Der Angeklagte bekannte sich der Vergewaltigung, Freiheitsentziehung und Blutschande für schuldig. Den Vorwurf des Mordes und der Sklaverei wies er hingegen zurück

© APA/Getty Images
Josef Fritzl vor Gericht in St. Pölten: Er bekannte sich der Vergewaltigung, Freiheitsentziehung und Blutschande für schuldig
Mit einem klaren "Nicht schuldig!" hat Josef Fritzl zum Auftakt des Inzest-Prozesses in St. Pölten den Vorwurf des Mordes an einem seiner Kinder zurückgewiesen. Auch zum Vorwurf der Sklaverei bezeichnete sich der 73-Jährige als "nicht schuldig". Dagegen akzeptierte er die übrigen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft mit einem Teilgeständnis: Auf die Frage nach den fortdauernden Vergewaltigungen, der Blutschande, der fortdauernden Freiheitsberaubung seiner Tochter und dreier Kinder antwortete er mit "schuldig" oder "teilschuldig".
Das Verfahren gegen Fritzl wurde unter riesigem Medienandrang und strengstem Polizeischutz eröffnet. Der Angeklagte betrat, ohne ein Wort zu sagen, den Gerichtssaal. Sein Gesicht versteckte der Mann hinter einer blauen Aktenmappe, die er mit zitternden Händen hielt. Von der Seite war sein Kopf mit schütterem Haar zu sehen. Mehrere Justizbeamte versuchten, ihn vor den Journalisten abzuschirmen, die ihn mit Fragen bombardierten, ihn fotografierten und filmten. Der Angeklagte schwieg beharrlich.
"Dies ist die Tat eines Einzeltäters, nicht das Verbrechen eines ganzen Ortes, oder einer ganzen Nation", sagte die Vorsitzende Richterin zum Auftakt. Anschließend wies Staatsanwältin Christiane Burkheiser die Geschworenen auf die besondere Grausamkeit des Falles hin. So hatte sie die Tür zum Schwurgerichtssaal in einer Höhe von 1,74 Metern markieren lassen, um die Höhe des Kellerverlieses mit einem Laserpointer vor Augen zu führen. Außerdem überreichte sie den Geschworenen eine Box mit Gegenständen aus dem Keller. Sie selbst sprach von "Duftproben" und forderte die Laienrichter auf: "Riechen Sie an den Gegenständen!"
Sie selbst habe den Keller in Amstetten zweimal besucht. "Dort herrscht eine morbide Atmosphäre. Sie müssen auf den Knien kriechen, um ins Verlies zu gelangen. Die Schleusentür ist nur 83 Zentimeter hoch. Es ist feucht, schimmelig, modrig. Die Feuchtigkeit kriecht ihnen in den Rücken und in die Knochen."
- Datum 16.03.2009 - 13:17 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, kg
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krasses Foto!
... dass es die Prügelstrafe nicht mehr gibt.
(Anmerkung: Bitte bleiben Sie im Rahmen des guten Geschmacks. Die Redaktion/jk)
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Und ich dachte immer, sowas passiert nur der BILD.
Welchen Sinn hat es denn, in einem Artikel den Nachnamen abzukürzen, und im anderen dann den Vornamen, während man hier den Nachnamen ausschreibt?!
Gut, ich bin nicht der Meinung, dass der Mann es verdient hat, geschützt zu werden, aber die Opfer haben meiner Meinung nach schon ein Recht darauf, irgendwann ein Leben zu führen, in dem ihr Nachname nicht mehr ständig Aufmerksamkeit erregt.
Ich bin sehr enttäuscht, dass ausgerechnet der ZEIT so etwas passiert.
Welche Zeitung soll ich denn überhaupt noch lesen, wenn alle so langsam zu Schmierblättern mutieren? Vielen Dank, das brauche ich nicht.
Die gesamte Berichterstattung der Zeit zu Amstetten ist katastrophal. Ich erinnere da Übernahmen aus dem 'Falter', wo mir die Haare zu Berge standen, da wurde sogar die Adresse veröffentlicht. Daß es Felix Austria zu nur einer halbguten Zeitung bringt, dem Standard, sollte doch insbesondere Die Zeit nicht zu solchen journalistischen Entgleisungen ermutigen.
Das auch zu Kommentar 2, Prügelstrafe nun nicht, der Pranger der Medien ist aber über alle Maßen furchtbar. Den Opfern gegenüber so derartig widerlich!
Aber - für die Steigerung von Verkaufszahlen oder klicks ist ja offensichtlich jedes Mittel, jeder Griff zwischen die Beine recht.
Ich vergesse immer, von wem's ist, aber:
Da kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen muß!
Auf der einen Seite frage ich mich auch schon in der letzten "Zeit", ob es ein Redaktionsgremium gibt, das noch echte Entscheidungsmacht über Themen hat, oder ob die Redaktionsgremien nicht schon längst ohnmächtig von der Informationsflut überwaltigt und vom schnellen internet vor sich her getrieben werden. Es unterscheiden sich nicht mehr die Tagesmeldungen, nur noch die "Wochenartikel" von anderen Zeitungen, eine Kapitulation vor dem schnellen internet.
Auf der anderen Seite sollte man schon auseinanderhalten, ob das Schmierige an der Geschichte liegt oder am Blatt festzumachen ist.
Die gesamte Berichterstattung der Zeit zu Amstetten ist katastrophal. Ich erinnere da Übernahmen aus dem 'Falter', wo mir die Haare zu Berge standen, da wurde sogar die Adresse veröffentlicht. Daß es Felix Austria zu nur einer halbguten Zeitung bringt, dem Standard, sollte doch insbesondere Die Zeit nicht zu solchen journalistischen Entgleisungen ermutigen.
Das auch zu Kommentar 2, Prügelstrafe nun nicht, der Pranger der Medien ist aber über alle Maßen furchtbar. Den Opfern gegenüber so derartig widerlich!
Aber - für die Steigerung von Verkaufszahlen oder klicks ist ja offensichtlich jedes Mittel, jeder Griff zwischen die Beine recht.
Ich vergesse immer, von wem's ist, aber:
Da kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen muß!
Auf der einen Seite frage ich mich auch schon in der letzten "Zeit", ob es ein Redaktionsgremium gibt, das noch echte Entscheidungsmacht über Themen hat, oder ob die Redaktionsgremien nicht schon längst ohnmächtig von der Informationsflut überwaltigt und vom schnellen internet vor sich her getrieben werden. Es unterscheiden sich nicht mehr die Tagesmeldungen, nur noch die "Wochenartikel" von anderen Zeitungen, eine Kapitulation vor dem schnellen internet.
Auf der anderen Seite sollte man schon auseinanderhalten, ob das Schmierige an der Geschichte liegt oder am Blatt festzumachen ist.
Die gesamte Berichterstattung der Zeit zu Amstetten ist katastrophal. Ich erinnere da Übernahmen aus dem 'Falter', wo mir die Haare zu Berge standen, da wurde sogar die Adresse veröffentlicht. Daß es Felix Austria zu nur einer halbguten Zeitung bringt, dem Standard, sollte doch insbesondere Die Zeit nicht zu solchen journalistischen Entgleisungen ermutigen.
Das auch zu Kommentar 2, Prügelstrafe nun nicht, der Pranger der Medien ist aber über alle Maßen furchtbar. Den Opfern gegenüber so derartig widerlich!
Aber - für die Steigerung von Verkaufszahlen oder klicks ist ja offensichtlich jedes Mittel, jeder Griff zwischen die Beine recht.
Ich vergesse immer, von wem's ist, aber:
Da kann ich gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen muß!
Auf der einen Seite frage ich mich auch schon in der letzten "Zeit", ob es ein Redaktionsgremium gibt, das noch echte Entscheidungsmacht über Themen hat, oder ob die Redaktionsgremien nicht schon längst ohnmächtig von der Informationsflut überwaltigt und vom schnellen internet vor sich her getrieben werden. Es unterscheiden sich nicht mehr die Tagesmeldungen, nur noch die "Wochenartikel" von anderen Zeitungen, eine Kapitulation vor dem schnellen internet.
Auf der anderen Seite sollte man schon auseinanderhalten, ob das Schmierige an der Geschichte liegt oder am Blatt festzumachen ist.
Sehr geehrte Nutzer,
da es Klärungsbedarf ob des Klarnamens des Angeklagten gibt, hier die Position der Redaktion:
Josef Fritzl hat sich selbst zur Person der Zeitgeschichte gemacht, nicht nur durch seine Tat, sondern anschließend auch dadurch, dass er sich selbständig (bzw. durch seinen Anwalt) an die Presse wandte, um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken. Deshalb nennen wir ihn beim vollen Namen.
Dass wir es im Text von Florian Klenk am Wochenende nicht taten, ist ein Stilmittel des Autors - denn der schrieb ja explizit über die Show um Fritzl und weist mit der Abkürzung darauf hin, wie man normalerweise vorgegangen wäre - wenn es denn ein "normaler" Fall geworden wäre.
Wir wissen, dass wir uns als Medien auf einem schmalen Grat bewegen, was den Umgang mit solchen Fällen betrifft. Es ist uns deshalb wichtig, uns weiterhin darüber mit Ihnen auszutauschen.
Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE
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