Ausbildung Lehrstellenmarkt bricht ein

Ein Drittel der Unternehmen will 2009 weniger Lehrlinge ausbilden. Am stärksten betroffen sind Berufe im Maschinenbau und bei den Autozulieferern

Die Wirtschaftskrise ist auf dem Lehrstellenmarkt angekommen. Die Zahl neuer Ausbildungsverträge bei Industrie und Handel werde um bis zu 36.000 sinken, ergab eine am Mittwoch vorgestellte Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelkammertages (DIHK).

Demnach kündigte jedes dritte Unternehmen an, im laufenden Jahr weniger Ausbildungsplätze anzubieten als 2008. Damit wäre ein großer Teil des Zuwachses seit Start des Ausbildungspakts 2003 zunichte gemacht. Seither stieg die Zahl der Verträge um 56.000. 2008 hatte es 365.000 neue Ausbildungsverträge gegeben.

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Völlig unvorhersehbar sei die weitere Entwicklung nach dem konjunkturellen Einbruch im ersten Quartal. Bei weiterem Schrumpfen "haben wir nicht nur auf dem Ausbildungsmarkt ein wirkliches Problem", sagte DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben.

An der DIHK- Umfrage beteiligten sich fast 13.800 Unternehmen. Den Ergebnissen nach planen 27 Prozent der Unternehmen Einschnitte beim Ausbildungsangebot. Schwerpunktmäßig seien der exportorientierte Maschinenbau und die Autozulieferer in Bayern, Baden-Württemberg und dem Ruhrgebiet betroffen.

DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun warnte im RBB-Inforadio, diese Entwicklung könne den Fachkräftemangel vergrößern. Trotz der Krise sei es richtig, die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze zu halten, sagte Braun und wandte sich zugleich gegen die staatliche Subventionierung weiterer Lehrstellen. "Hier geht es darum, Einsicht durchzusetzen bei den Unternehmen, dass es trotz Krise richtig ist, die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze (...) zu halten."

Geschäftsführer Wansleben sagte, wegen des Nachfragerückgangs würden die Jugendlichen trotz allem etwa die gleichen Chancen auf einen Platz haben wie in den Vorjahren. 73 Prozent der Unternehmen halten ihr Lehrstellenangebot aufrecht oder planen Steigerungen.

 
Leser-Kommentare
  1. Rechts und links diesen Denkern was tun. Jetzt , wo Maschinen und Anlagen nicht auf voller Leistung laufen ist doch die meiste Zeit vorhanden um Lehrlinge aus zu bilden. In voller Ausschöpfung der Anlagen und Maschinen ist dafür keine Zeit. Eine erfahrener Facharbeiter kann seine Erfahrungen nicht vermitteln (Zeitmangel) und ein anderer der was vermitteln könnte, den gibt es nicht. Endlich mal Zeit was für die Zukunft zu tun und wir nutzen es wieder nicht. Immer die gleiche Leier. Lehrling bringt zu wenig Profit? An Zeitmangel kann es wohl nicht liegen. Unsere Industrie verschwendet hier Resurcen und wundet sich, wenn in einer Kriese alles den Bach runter geht. Es sind die Unflexiblen die hier pleite machen, weil man den Anschluß immer verschläft!

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