Panzer im Palast Putschversuch auf Madagaskar
Das Militär auf Madagaskar ist gegen den Präsidenten vorgegangen. Soldaten stürmten den Regierungssitz, der Präsident war allerdings geflüchtet

© Alexander Joe/AFP/Getty Images
Madagassische Soldaten stürmen den Präsidentenpalast in Antananarivo
Zwei Panzer drangen am Montag auf das Gelände mitten in der Hauptstadt Antananarivo vor. Schüsse und Explosionen waren zu hören. Über Lautsprecher forderten Soldaten Präsident Marc Ravalomanana auf, sich zu ergeben. Doch der zunehmend unter Druck geratene Ravalomanana hatte zuvor in einem anderen Gebäude rund zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt Schutz gesucht. Die Armee hatte sich kurz zuvor auf die Seite von Oppositionsführer Andry Rajoelina gestellt.
Nahe seines Amtssitzes im Zentrum der Hauptstadt Antananarivo hat Ravalomanana Tausende seiner Anhänger zusammengezogen, um einen Angriff des Militärs zu stoppen. Die Lage blieb jedoch unklar, offizielle Informationen gab es nicht. Mehrere Flüge wurden storniert, die westlichen Botschaften riefen ihre Landsleute zudem zu extremer Vorsicht auf.
Die Europäische wie auch die Afrikanische Union hatten unabhängig voneinander vor einer gewaltsamen Machtübernahme auf der viertgrößten Insel der Welt gewarnt. Madagaskar liegt im Indischen Ozean vor der Südostküste Afrikas. Die Tourismusindustrie der Insel leidet unter der Krise, die auch von Investoren der Bergbau- und Ölindustrie mit großer Aufmerksamkeit verfolg wird. Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt.
Weite Teile der Armee sympathisieren in dem seit Januar andauernden Machtkampf mit Oppositionsführer Rajoelina, der sich selbst zum Präsidenten einer von ihm ausgerufenen Übergangsregierung ernannt hat. Sie wirft Ravalomanana Machtmissbrauch, Willkür und Bereicherung im Amt vor. In dem Machtkampf sind seit Ende Januar mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte weitere wurden verletzt.
In früheren Konflikten der 1960 von Frankreich unabhängig gewordenen Inselrepublik war die Armee traditionell neutral geblieben. Doch am Montag erklärte die Armee, 99 Prozent der Soldaten ungterstützten jetzt Oppositionsführer Rajoelina. Der 34-Jährige, ein ehemaliger Discjockey und bis vor kurzem Bürgermeister von Antananarivo wirft Ravalomanana vor, autokratisch zu regieren und den Inselstaat wie eine Privatfirma zu führen. Der Präsident ist einer der größten Unternehmer der Insel. Ihm gehören unter anderem Lebensmittelfirmen und TV-Sender.
Rajoelina hatte am Montag die Sicherheitskräfte angewiesen, Ravalomanana festzunehmen. Der Präsident beharrt darauf, sein Amt nur nach demokratischen Regeln aufzugeben. Am Sonntag hatte er zur Überwindung der Krise ein Referendum angeboten.
- Datum 17.03.2009 - 10:40 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, hak
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Als madagassische Studentin in Deutschland, ich mache mir viel Sorgen um mein Land, um meine Zukunft, wie wird es weiter gehen. Früher dachte ich, dass Bürgerkriege, die es schon überall in Afrika gegeben hat, würde nie in Madagaskar passiert!!! Jetzt sind wir ganz am Rand eines Bürgerkrieges. die krise ist nicht nur politisch, ist mehr als eine Krise zwischen Madagassen. Es ist echt schade, dass die ganze Welt einfach nur zuschaut, um eine diplomatische Krise mit Frankreich zu verhindern.
Das Volk (60% analphabet) hat das Recht, sich zu entscheiden, stimmt, aber ist leider, für mich, nicht in der Lage die richtige Entscheidung zu treffen wegen seines Unwissens, mangels an Informationen, seiner Armut... Manche nutzen dieses Deffekt eines Volkes aus, für deren eigene Interesse. Geld wurde den Armen verteilt damit sie rebellieren, und es gelingt den mit Hilfe falscher Informationen bzw Intox.
Wir brauchen weder eine "deffekte" Demokratie noch irgendeine Form von Neokolonialismus, sondern Frieden, politische Stabilität, Unabhängigkeit von Beeinflussung, damit wir mit unserer Ressourcen zu einer richtige Entwicklung kommen. Aufwieglungen und Aufhetzungen um ein Tribalismus sollen aufhören.
Ninie
Hallo Ninie,
es ist sehr gut dass du hier kommentierst, denn dass was du schreibst habe ich genauso gehört nur leider sind die Presseberichte in allen Online-Zeitungen identisch und kein Journalist (gegenteiliges habe ich noch nicht gelesen) macht seinen Job wirklich gut und klärt uns hier in Deutschland mal auf was leider wirklich die objektive Realität auf Madagaskar ist.
TGV kam durch Korruption/Bestechung anscheinend des "Kommunikations-Ministers" - welcher nun ein staatliches TV-Programm leitet - und gezielte verbreitete Fehlinformationen and sein Ziel. Die Fehler des alten Präsidenten müssen hier nicht kommentiert werden.
Allerdings ist es sehr bedauerlich wie wenig gehaltvolle Informationen wir darüber bekommen.
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