Madoff-Prozess "Er ist ein Monster"
Bernard Madoff hat seinen Milliarden-Betrug gestanden und seine Helfer während des Prozesses in New York geschützt. Das brachte die geprellten Anleger in Rage

© Stan Honda/AFP/Getty Images
Bernard Madoff, gefallener Star der Wall Street und Milliarden-Betrüger, geht zum Gerichtsgebäude in Manhattan
Der entscheidende Satz fällt gleich zu Beginn, es geht alles sehr schnell. "Ich habe viele Jahre lang ein Schneeballsystem betrieben", sagt Bernard Madoff. Fast reglos trägt er diesen Satz vor, seine Miene verrät nichts. Der Gerichtssaal ist mit mehr als 100 Besuchern randvoll. Noch einmal so viele Investoren und Journalisten beobachten jede Regung Madoffs auf einer Großleinwand.
Es ist der erste Tag im Prozess gegen den einstigen Finanzjongleur, aufgeklärt werden soll der größte Betrug in der Geschichte der Wall Street. Madoff muss sich vor dem New Yorker Bezirksgericht verantworten und wählt den Weg des Büßers: Wertpapierbetrug, Geldwäsche, Falschaussagen – in sämtlichen elf Anklagepunkten bekennt sich der 70-Jährige schuldig.
Und doch werden am Ende des Prozessauftakts viele Fragen offen bleiben, auf die sich Dutzende geprellte Anleger eine Antwort erhofft hatten, die nun im Gerichtsaal sitzen. Wo ist das Geld und wie viel lässt sich noch retten? Wer wusste außer Madoff über das Betrugssystem Bescheid und hat womöglich sogar mitgeholfen? Madoff schweigt hierzu.
Zunächst möchte Richter Denny Chin ganz andere Dinge von dem Angeklagten wissen. Steht er unter Drogen, hat er Alkohol getrunken oder Medikamente genommen? Madoff verneint knapp. Er räuspert sich mehrfach und muss mehrfach ermahnt werden, lauter zu sprechen. Seit seiner Verhaftung im Dezember hat Madoff abgenommen, neben seinem Anwalt Ira Sorkin wirkt er regelrecht abgemagert. Seltsam unbeteiligt wirkt er, sein fünfseitiges Schuldbekenntnis liest er ab. Einmal setzt er mitten im Wort ab, um zur nächsten Seite zu blättern. Es wirkt nicht wie echte Reue, als er jene Sätze sagt, mit denen er später tausendfach zitiert werden wird. "Ich bekenne mich schuldig. Es tut mir sehr leid. Ich schäme mich".
So kommt es, dass die wütenden Anleger ihm die Scham und Reue nicht abkaufen: "Das war keine echte Entschuldigung, sondern eine Aneinanderreihung von Standardsätzen", wird Judith Welling später sagen. Sie hat nach eigenen Angaben mehr als eine Million Dollar bei Madoff verloren.
Mitte Dezember hatte Madoff dem FBI gestanden, ein Betrugssystem historischen Ausmaßes kreiert zu haben. Er schätzte den Schaden auf 50 Milliarden Dollar - eine atemberaubende Summe. Seitdem stand "Bernie", wie er in der US-Presse genannt wird, in seinem Apartment an der edlen Upper East Side unter Hausarrest. Er verstieß mehrfach gegen Kautionsauflagen, einmal versuchte er sogar, Schmuck und Geld per Post aus der Wohnung zu schmuggeln.
- Datum 13.03.2009 - 11:13 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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> Offen ist auch weiterhin, warum die US-Börsenaufsicht SEC Madoff nicht früher das Handwerk legte. Jahrelang konnte sie Hinweise nicht verwerten, dass seine Erträge zu stabil waren, um wahr zu sein. <
Das BaFin hat ja auch die katastrophale Entwicklung auf dem Kreditmarkt nicht bemerkt und zugesehen wie immer weitere undurchschaubare Derivate gehandelt wurden. Außerdem war von einer Überprüfung der Anlageberater in den Banken nichts zu bemerken.
Wo ist denn der Schutz der privaten Anleger durch die staatliche Aufsicht?
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
All die gierigen Individuen die den fantastischen Renditeversprechungen von Madoff hinterhergerannt sind wie die Lemminge... All diesen Leuten hat der doch nicht's weiter vorgehalten als den Spiegel der Gier. Alle diese Leute haben genügend Chancen und wohl auch Lebenserfahrung gehabt sich von Versprechungen der Wundersamen Geldvermehrung nicht blenden zu lassen... und doch... es passierte und wird wohl immer wieder passieren.
Zudem, wer 5 Mrd. $ irgendwo investieren kann, der sollte wissen das man sich mit einfachen Diversifikationen gegen Totalverluste schützen kann... Aber es konnte wohl einfach nie genug sein... bei Renditen von 25% bringt das immerhin 1250 Mio. pro Jahr ein (eintausendzweihundertfünfzigmillionen) zusätzlich zu den bereits akkumulierten 5Mrd.
All denen die über all die Jahre dem Gesellschaftlichen Unsinn der +25% Renditen nachgelaufen sind, all jene die im Gerichtssaal jubelten, all jene die sich entrüstet aufregen über den Betrug... Die alle müssen sich mal selber im Speigel betrachten und ehrlich mit sich selber in's Gericht gehen und sich fragen wie dann des wirklich war mit dem leicht(sinnigen) Spiel des Reichwerdens ohne Arbeiten...
Ich frage mich ob diese Leute, die vermutlich nicht mal mit den üblichen 25% Renditen zufrieden waren, ob diese nun den Spiegel der Selbsterkenntis vor sich haben oder immer noch glauben andere sind Schuld an ihren Verlusten...
Diese Gier geht in die gleiche fehlgeleitete Richtung wie etwa der Shareholderkapitalismus der nicht's weiter im Sinn hatte als die Kapital- und Aktienbesitzer noch reicher zu machen während der Rest der Gesellschaft mit ihren unzähligen Stakeholdern aussen vor gelassen wurde... bis hinunter zu HarztIV und auf die Strasse...
Ich bin sicher, gegen diese Gier der Menschen die wie normal 25% Rendite erwartet, das diese nicht mal jetzt begriffen haben das nicht Madoff dies ermöglicht hat sondern die Investoren selber...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
"All die gierigen Individuen die den fantastischen Renditeversprechungen .."
Haben Sie sich eigentlich mal bgzl. der Renditeversprechungen informiert ?
Oder, meine Vermutung, schreiben Sie nur so drauf los, mit dem Neid bzw. Frustventil weit geoeffnet ?
So weit ich informiert bin, waren die Renditeziele gar nicht so berauschend, 10% p.a. Darum hat wohl auch das ganze Schneeballsystem so lange
halten koennen.
Es geht sehr wohl an der Realität vorbei wenn Sie von +25% Renditen sprechen. Und es geht auch nicht nur um Anleger mit 2,5 Mrd USD.
Es gibt durchaus Menschen, auch in Deutschland, die keine Finanzwissen haben und von deren Märkten nichts verstehen. Sie vertrauen den Beratern von Banken und Sparkassen genauso wie sie einem Arzt vertrauen, denn von Medizin verstehen die wenigsten etwas. Diese Menschen haben zwar kleine aber für sie bedeutende Beträge angelegt und darauf vertraut, dass der Anlageberater sie umfassend beraten hat (siehe Lehman Brothers).
Es regt mich auf wenn solche Schubladen-Argumente gebracht werden.
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
"All die gierigen Individuen die den fantastischen Renditeversprechungen .."
Haben Sie sich eigentlich mal bgzl. der Renditeversprechungen informiert ?
Oder, meine Vermutung, schreiben Sie nur so drauf los, mit dem Neid bzw. Frustventil weit geoeffnet ?
So weit ich informiert bin, waren die Renditeziele gar nicht so berauschend, 10% p.a. Darum hat wohl auch das ganze Schneeballsystem so lange
halten koennen.
Es geht sehr wohl an der Realität vorbei wenn Sie von +25% Renditen sprechen. Und es geht auch nicht nur um Anleger mit 2,5 Mrd USD.
Es gibt durchaus Menschen, auch in Deutschland, die keine Finanzwissen haben und von deren Märkten nichts verstehen. Sie vertrauen den Beratern von Banken und Sparkassen genauso wie sie einem Arzt vertrauen, denn von Medizin verstehen die wenigsten etwas. Diese Menschen haben zwar kleine aber für sie bedeutende Beträge angelegt und darauf vertraut, dass der Anlageberater sie umfassend beraten hat (siehe Lehman Brothers).
Es regt mich auf wenn solche Schubladen-Argumente gebracht werden.
Gruß, Bernd
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"Dieser Mann hat keine Moral, er ist unvorstellbar abgebrüht. Meine Frau hat mich vor Madoff gewarnt und wollte unser Kapital abziehen."
Hätte der Anleger Moral und Verstand statt grenzenloser Gier gehabt, hätte er auf seine Frau gehört.
Egal of Madoff, oder die Verantwortlichen für Hypotheken-, Kreditkartenschulden- oder Derivatblasen, alle haben ein Schneeballsystem gespielt. Solange genug Gierige und Unbedarfte (man denke z. B. an all die Kommunen, welche jetzt dank "genialer" Cross-Border-Leasing-Verträgen vor dem Ruin stehen) ihr Geld in den Moloch Finanzmarkt geschmissen haben, und gleichzeitig Regierungen und Notenbanken dies tatkräftig gefördert haben konnte die Blasen wachsen. Jetzt heißt es Game over.
Hoffentlich wird etwas daraus gelernt. Konkursverfahren des gesamten Finanssystems und weltweiter New Deal wie vom US-Ökonom und Staatsmann Lyndon LaRouche gefordert wären die Lösung, statt weiter Billionen in ein bereits verwesendes Finanzsystem zu stecken.
"All die gierigen Individuen die den fantastischen Renditeversprechungen .."
Haben Sie sich eigentlich mal bgzl. der Renditeversprechungen informiert ?
Oder, meine Vermutung, schreiben Sie nur so drauf los, mit dem Neid bzw. Frustventil weit geoeffnet ?
So weit ich informiert bin, waren die Renditeziele gar nicht so berauschend, 10% p.a. Darum hat wohl auch das ganze Schneeballsystem so lange
halten koennen.
Ich weiss das etliche "verarmte" Investoren rund um den Globus auf Einkaufstour unterwegs waren um die höchsten Renditeversprechen anhören zu können... Dann noch, warum wurden etliche Börsenkurse wegen Verkäufen nach unten getrieben deren Unternehmen nicht mal Verluste machte?
Ach ja, das mit dem Neid und Frust ist wohl doch schon leicht veraltet und die aktuelle Realität des Zerfalls der Oekonomischen Systeme rund um den Globus zeigt doch, das andere Argumente gefunden werden müssen...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ich weiss das etliche "verarmte" Investoren rund um den Globus auf Einkaufstour unterwegs waren um die höchsten Renditeversprechen anhören zu können... Dann noch, warum wurden etliche Börsenkurse wegen Verkäufen nach unten getrieben deren Unternehmen nicht mal Verluste machte?
Ach ja, das mit dem Neid und Frust ist wohl doch schon leicht veraltet und die aktuelle Realität des Zerfalls der Oekonomischen Systeme rund um den Globus zeigt doch, das andere Argumente gefunden werden müssen...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
... wie Madoff wenigstens noch angemessen bestraft. Vom Rechtssystem in Zypriestan kann man das nicht behaupten. Herr Funke, der einen ähnlich hohen Schaden bei Anlegern in HRE-Aktien und beim Steuerzahler zu verantworten hat, kommt noch nicht einmal deswegen vor Gericht. Schlimmer noch , er dreht den Spiess um und verklagt die HRE auf Schadensersatz! Auch hierzulande gehören Betrüger in den Knast. Dann entsteht auch wieder Vertrauen in den Rechtsstaat.
Ich weiss das etliche "verarmte" Investoren rund um den Globus auf Einkaufstour unterwegs waren um die höchsten Renditeversprechen anhören zu können... Dann noch, warum wurden etliche Börsenkurse wegen Verkäufen nach unten getrieben deren Unternehmen nicht mal Verluste machte?
Ach ja, das mit dem Neid und Frust ist wohl doch schon leicht veraltet und die aktuelle Realität des Zerfalls der Oekonomischen Systeme rund um den Globus zeigt doch, das andere Argumente gefunden werden müssen...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Es geht sehr wohl an der Realität vorbei wenn Sie von +25% Renditen sprechen. Und es geht auch nicht nur um Anleger mit 2,5 Mrd USD.
Es gibt durchaus Menschen, auch in Deutschland, die keine Finanzwissen haben und von deren Märkten nichts verstehen. Sie vertrauen den Beratern von Banken und Sparkassen genauso wie sie einem Arzt vertrauen, denn von Medizin verstehen die wenigsten etwas. Diese Menschen haben zwar kleine aber für sie bedeutende Beträge angelegt und darauf vertraut, dass der Anlageberater sie umfassend beraten hat (siehe Lehman Brothers).
Es regt mich auf wenn solche Schubladen-Argumente gebracht werden.
Gruß, Bernd
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Das mit den Bankberatern die zu immer höheren Vertragsabschlüssen gezwungen worden sind geht sicher am Sinn eines Beraters den man als Spezialist konsultiert vorbei... Wobei die Aerzte aber auch ganz schön unter Druck stehen mit ihren sehr hohen Initialinvestitionen.
Bei Versicherungsvertretern kennt man das ja eigentlich auch schon, das man die Verträge gut durchlesen sollte bevor man unterzeichnet. Nun sind die Bankberater an der Reihe einen schlechten Leuhmund zu bekommen...
Was über Jahre an Vertrauen aufgebaut wurde ist nun in wenigen Monaten verschwunden. Wie soll man nun seiner Bank und deren Berater noch vertrauen?
...
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Das mit den Bankberatern die zu immer höheren Vertragsabschlüssen gezwungen worden sind geht sicher am Sinn eines Beraters den man als Spezialist konsultiert vorbei... Wobei die Aerzte aber auch ganz schön unter Druck stehen mit ihren sehr hohen Initialinvestitionen.
Bei Versicherungsvertretern kennt man das ja eigentlich auch schon, das man die Verträge gut durchlesen sollte bevor man unterzeichnet. Nun sind die Bankberater an der Reihe einen schlechten Leuhmund zu bekommen...
Was über Jahre an Vertrauen aufgebaut wurde ist nun in wenigen Monaten verschwunden. Wie soll man nun seiner Bank und deren Berater noch vertrauen?
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“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Das mit den Bankberatern die zu immer höheren Vertragsabschlüssen gezwungen worden sind geht sicher am Sinn eines Beraters den man als Spezialist konsultiert vorbei... Wobei die Aerzte aber auch ganz schön unter Druck stehen mit ihren sehr hohen Initialinvestitionen.
Bei Versicherungsvertretern kennt man das ja eigentlich auch schon, das man die Verträge gut durchlesen sollte bevor man unterzeichnet. Nun sind die Bankberater an der Reihe einen schlechten Leuhmund zu bekommen...
Was über Jahre an Vertrauen aufgebaut wurde ist nun in wenigen Monaten verschwunden. Wie soll man nun seiner Bank und deren Berater noch vertrauen?
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