Opel-Krise Hoffen auf GuttenbergSeite 2/2

Hoffnung, dass das nervenaufreibende Bangen um die vier deutschen Werke und gut 30.000 Arbeitsplätze nach Wochen bald ein gutes Ende finden wird, hegt besonders der Opel-Betriebsrat. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte, in den USA müssten nun endlich die offenen Fragen geklärt werden, die die Bundesregierung bislang davon abhielten, Opel mit Milliarden unter die Arme zu greifen.

Vertreter der deutschen Wirtschaft knüpfen weitere Erwartungen an den Antrittsbesuch von Guttenberg in den USA. Der Minister solle der US-Regierung ein klares Bekenntnis zum Freihandel und Verzicht auf wettbewerbsverzerrende Maßnahmen im Automobilsektor abringen, forderten sowohl VDA-Präsident Matthias Wissmann als auch BDI-Vizepräsident Jürgen Thumann.

Hinter diesen Forderungen steht die Sorge der deutschen Wirtschaft über anhaltende protektionistische Tendenzen in den USA. Sie betreffen auch die Rettung der Detroiter Autokonzerne. Anstatt einzelnen Herstellern "generöse Staatshilfe" zukommen zu lassen, sollten die Amerikaner besser "ihren Auto-Absatz ankurbeln und ihrem Binnenmarkt Impulse geben", sagte Wissmann dem Handelsblatt. Das helfe weit mehr. Im Übrigen müsse Guttenberg "abklopfen, was die USA vorhaben, und darauf dringen, dass alle Entscheidungen WTO-konform sind".

 
Leser-Kommentare
  1. Muss ich als Steuerzahler dafür aufkommen, dass ein Unternehmen jahrelang am Kunden vorbeientwickelt und produziert hat?
    Andere Autobauer haben trotz Kurzarbeit nicht so schlechte Karten wie Opel, daher sollte der Konzern aufgekauft werden...

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    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Gruß, Bernd
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  2. Gruß, Bernd
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    Antwort auf "Warum nur?"
  3. Warum sollte man auf die Idee kommen, Opel unter die Atme zu greifen?
    Richtig, es ist Wahlkampf. Es geht nicht nur um den kleinen Handwerksbetrieb, der durch eine desaströse Auftragslage Insolvenz anmelden und sechs Angestellte entlassen muss. Das wäre nicht medienwirksam genug für Rüttgers, Koch, Steinmeier und zu guter Letzt sicherlich auch Merkel. Schön, so retten wir Opel, aber bitte auch Scheffler und wenn die HSH-Bank die Nordländer doch noch in den Abgrund schießt (gewaltige Bürgschaften können dies ermöglichen) und die HypoReal doch noch ein paar versteckte Finanzlöcher parat hält, dann trudelt der Strudel arg gewaltig. Mit Opel ab in die Insolvenz und dann kann sich der Konzern regenerieren, sofern er sich noch tragen kann. Aber diese Schauermär von diversen zehntausenden neuen Arbeitslosen durch einen solchen Schritt sollte einem nicht die Realität vernebeln.

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