Treffen in Brüssel Ein hilfloser Versuch, Opel zu retten

Günter Verheugen lädt GM-Manager und EU-Minister nach Brüssel, um über die Zukunft des Autoherstellers zu beraten. Dabei können die Europäer alleine nichts bewirken

Der Blitz in besseren Zeiten: Das Bild zeigt das Logo eines Opel Kapitän, Baujahr 1957

Opel ist kein deutsches Unternehmen mehr. Längst ist der Automobilhersteller ins europäische Netz der GM-Europe-Werke eingebunden. Zahlreiche Bauteile der Wagen, die in den Opel-Werken in Bochum, Eisenach oder Rüsselsheim gefertigt werden, kommen aus dem Ausland.

Das erschwert die Debatte darüber, ob die deutsche Regierung dem angeschlagenen Unternehmen beispringen soll. Ganz davon abgesehen, dass GM Europe ohne Entscheidungen aus den USA ohnehin nicht zu retten ist. Ein Land alleine kann nichts bewegen. Die Europäer müssen gemeinsam entscheiden, wie sie sich GM Europe und ihren Töchtern gegenüber verhalten.

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An diesem Freitag sollen sie dazu erste Schritte unternehmen. EU-Industriekommissar Günter Verheugen lädt Spitzenvertreter und Anteilseigner von General Motors nach Brüssel, um über Opels Schicksal zu beraten. Man hoffe, dass auch Konzern-Vize Fritz Henderson aus Detroit anreise, sagte ein Sprecher Verheugens. 

Auch die EU-Wirtschaftsminister sind eingeladen. Wer der Einladung folgen wird, ist jedoch unklar. Die Wirtschaftsminister aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Polen, Spanien und Belgien hätten ein Interesse, nach Brüssel zu reisen: In ihren Ländern befinden sich Opel- oder Vauxhall-Werke. Deutschlands Minister Guttenberg jedoch hat bereits abgesagt. Er schickt bloß seinen Staatssekretär.

Dabei wäre es wichtig, dass die Europäer im Streit um Staatshilfen für GM Europe eine einheitliche Linie fänden. Bislang ist die nicht in Sicht. Während etwa Spaniens Regierung dem GM-Werk in Saragossa schon Hilfen zusicherte, streitet die Große Koalition in Deutschland seit Wochen darüber, ob Opel gerettet werden soll. Die belgische Regierung will nur dann Geld geben, wenn das GM-Werk in Antwerpen erhalten bleibt.

GM Europe trägt schwer an hohen Überkapazitäten. Um die abzubauen, wäre es am sinnvollsten, komplette Produktionsstätten ganz zu schließen. Drei europäische Werke seien überflüssig, sagt GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster. Als besonders bedroht gelten die Fabriken in Bochum und Antwerpen. Auch darüber dürften die Politiker am Freitag mit der GM-Spitze sprechen – schließlich stehen europaweit rund 55.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Leser-Kommentare
    • lef
    • 13.03.2009 um 14:38 Uhr

    Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass "Opel" nichts Anderes ist, als eine verlängerte Fertigungsstrecke von GM - alle Rechte auf Patente und somit auch Rechte auf eventuelle Gewinne liegen ausschließlich bei GM.
    Jede Staatshilfe ist also NUR Gewinnversprechen bzw. Verlustminderung für den Mutterkonzern.
    Da hilft nur: Abwarten und demnächst im zu erwartenden Pleitefall von GM den Rest aus der Konkursmasse möglichst billig aufkaufen.
    Die Garantie für die Fortexistenz der Beschäftigten muss Deutschland sowieso tragen (über ALG 1 bzw. 2), dafür haben die Beschäftigten ja auch in D. eingezahlt.

    Ob
    - das Werk dann billig von VW übernommen werden kann,
    - ob dort Solarzellen produziert werden (was ja von "Solarworld" mal angeboten wurde, allerdings unter Stellung unzumutbarer Bedingungen),
    oder
    - ob da (mal von mir vorgeschlagen) ein Staatsbetrieb zur Herstellung von Windkraftanlagen für einen großen Windpark in Westafrika entsteht,
    das ist dann offen.

    Der Niedergang anderer Industrien in der gleichen Gegend zeigte immer, dass dort ein Strukturwandel in relativ schneller Abfolge geschieht - gut ausgebildete Facharbeiter sind branchenübergreifend gut einsetzbar und dann braucht man auch wieder unqualifizierte Arbeitnehmer.

    Eine wirklich neue Idee, die zu einem (vorläufig!) staatlich finanzierten Großbetrieb führt (z. B. die o. g. Produktion von WKWs) wird den Strukturwandel lediglich erheblich beschleunigen,
    aber wichtig ist natürlich, ein Produkt herzustellen, das wirklich Sinn hat und das nicht andere Betrieben Konkurrenz schafft.

    Solche Produkte sind ganz bestimmt zu finden, dort zu produzieren und auch abzusetzen - sie müssten IMHO im Bereich der wirklich "erneuerbaren" Energiemaschinen liegen (also eher nicht Photovoltaik!).

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