Vatikan Rabbiner hält Fall Williamson für abgeschlossen

Der Papst empfängt führende Rabbiner im Vatikan und räumt in einem Brief Fehler ein. Für die Vertreter des Judentums ist die Sache damit ausgestanden

Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI.

Der Vatikan bemüht sich um eine Beruhigung der Debatte: Am Freitag empfing Papst Benedikt XVI. eine Delegation des israelischen Oberrabbinats im Vatikan. Benedikt sicherte den Rabbinern zu, den jüdisch-christlichen Dialog im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils fortzuführen. Er wolle sein "persönliches Versprechen erneuern, die im Zweiten Vatikanischen Konzil für die kommenden Generationen gezeichnete Vision (Nostra Aetate) zu verwirklichen".

Der Delegationsleiter und Oberrabbiner von Haifa, Shear Yashuv Cohen, lobte das Treffen als "wichtigen Wendepunkt in der Geschichte der Beziehung" zwischen Heiligem Stuhl und Heiligem Land. Dies sei vor allem der "unzweideutigen Verurteilung der Holocaustleugnung vonseiten des Heiligen Stuhls" und dessen "eindeutiger Versicherung, hinter der Politik des Zweiten Vatikanischen Konzils zu stehen" zu verdanken, sagte Cohen.

Das einvernehmliche Treffen fiel mit der offiziellen Veröffentlichung eines persönlichen Papstbriefes an alle Bischöfe zusammen, der bereits am Mittwoch verbreitet wurde. Im Zuge der Rücknahme der Exkommunikation von vier Pius-Brüdern - darunter der Holocaust-Leugner Richard Williamson - räumt Benedikt in dem Brief Pannen ein und erläutert die heftig umstrittene Entscheidung. Cohen erklärte, mit diesem Brief sei das "Kapitel Williamson abgeschlossen". Die Teilrehabilitierung der Traditionalisten-Bischöfe hatte im vergangenen Monat zu weltweiter Empörung vor allem auf jüdischer Seite geführt. Auch die Deutsche Bischofskonferenz war gezwungen, sich intensiv mit dem Thema zu befassen.

Die Delegation wiederholte die Forderung an den Vatikan, von der geplanten Teilnahme an der UN-Nachfolgekonferenz gegen Rassismus Abstand zu nehmen. Die Konferenz, die an den Weltgipfel gegen Rassismus von 2001 in Durban anknüpft - daher auch "Durban II" - soll im kommenden April in Genf stattfinden. Der Jüdische Weltkongress (WJC) hatte die Teilnahme des Heiligen Stuhls bereits in den vergangenen Tagen kritisiert, da es bei der Rassismus-Konferenz im April in Genf nur darum gehe, "Israel als Alleinverantwortlichen auszumachen".

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Leser-Kommentare
  1. "Die Delegation wiederholte die Forderung an den Vatikan, von der geplanten Teilnahme an der UN-Nachfolgekonferenz gegen Rassismus Abstand zu nehmen... Der Jüdische Weltkongress (WJC) hatte die Teilnahme des Heiligen Stuhls bereits in den vergangenen Tagen kritisiert, da es bei der Rassismus-Konferenz im April in Genf nur darum gehe, Israel als Alleinverantwortlichen auszumachen."
    Diese Methode ist gemeinhin unter dem Namen "Erpressung" bekannt, nach dem Motto: "Herr Ratzinger, Sie wollen doch nicht nochmal so einen Skandal am Bein haben, oder?". Überhaupt, weshalb macht der jüdische Weltkongress eigentlich Politik für Israel? Und weshalb kennt man schon die Ergebnisse des UN-Weltkongresses, der im April stattfindet? Übel.

  2. @Kleinempfaenger
    Wenn man sich etwas Mühe macht und nicht Augen und Ohren verschließt, kann man nachlesen, dass bei Durban I nur ein einziger Staat kritisiert wurde, nämlich der Judenstaat. Diese erbärmliche Hetze gegen Israel soll in Genf bei Durban II fortgesetzt werden. Das geht eindeutig aus der vorliegenenden Abschlusserklärung hervor.
    Es ist selbstverständlich, dass sich die Juden und die Anständigen unter den Nichtjuden gegen diesen antijüdisch/antiisraelischen Rassismus unter UNO-Flagge wehren.
    Wer die Abwehr von Judenhaß als "Erpressung" bezeichnet ist ein Fall für den Kampf gegen Rechts.

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    Kritik an Israel wird immer interpretiert als Kritik an den Juden. Ihr Kommentar würde bedeuten, dass niemand Kritik an Israel üben darf. Das wäre das gleiche, wenn ich Kritik an dem Staat Iran äußere, dass ich damit pauschal Kritik am Islam äußere. Das kann ja wohl nicht richtig sein.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Israel hat ein Problem mit der UN, weil es das Völkerrrecht verletzt und verletzt hat, sich aber systematisch gegen die Aufarbeitung wehrt. Bemerkenswert, dass Israel die Untersuchungen zu Menschenrechtsverletzungen im Gazastreifen seiner eigenen Armee auf den Terminkalender geschrieben hat. Mit Judenhass hat das alles nichts zu tun. Es ist in dieser Frage völlig unwichtig um welche Religionen es geht.
    Deshalb sollte der WJC sich im Gespräch mit dem Papst auf religiöse Fragen beschränken und in Staatsfragen ein israelischer Diplomat anreisen.
    Denn was glauben Sie, weshalb man in der Williamson-Sache sehr schnell zu einer Einigung kam? Richtig, der Papst hat ein ausgesprochen unbelastetes Verhältnis zur Glaubensgemeinschaft der Juden. Weshalb also muss ein politisches Anliegen eines Staates in diesem Zusammenhang auf den Tisch gebracht werden? Ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl ist das, lieber exoccidentelux. Auch als Erpressung bekannt.

    Kritik an Israel wird immer interpretiert als Kritik an den Juden. Ihr Kommentar würde bedeuten, dass niemand Kritik an Israel üben darf. Das wäre das gleiche, wenn ich Kritik an dem Staat Iran äußere, dass ich damit pauschal Kritik am Islam äußere. Das kann ja wohl nicht richtig sein.

    Gruß, Bernd
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    Israel hat ein Problem mit der UN, weil es das Völkerrrecht verletzt und verletzt hat, sich aber systematisch gegen die Aufarbeitung wehrt. Bemerkenswert, dass Israel die Untersuchungen zu Menschenrechtsverletzungen im Gazastreifen seiner eigenen Armee auf den Terminkalender geschrieben hat. Mit Judenhass hat das alles nichts zu tun. Es ist in dieser Frage völlig unwichtig um welche Religionen es geht.
    Deshalb sollte der WJC sich im Gespräch mit dem Papst auf religiöse Fragen beschränken und in Staatsfragen ein israelischer Diplomat anreisen.
    Denn was glauben Sie, weshalb man in der Williamson-Sache sehr schnell zu einer Einigung kam? Richtig, der Papst hat ein ausgesprochen unbelastetes Verhältnis zur Glaubensgemeinschaft der Juden. Weshalb also muss ein politisches Anliegen eines Staates in diesem Zusammenhang auf den Tisch gebracht werden? Ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl ist das, lieber exoccidentelux. Auch als Erpressung bekannt.

  3. Kritik an Israel wird immer interpretiert als Kritik an den Juden. Ihr Kommentar würde bedeuten, dass niemand Kritik an Israel üben darf. Das wäre das gleiche, wenn ich Kritik an dem Staat Iran äußere, dass ich damit pauschal Kritik am Islam äußere. Das kann ja wohl nicht richtig sein.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

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    "Kritik an Israel wird immer interpretiert als Kritik an den Juden."

    und rein in die selbstgestellte pauschalisierungsfalle.
    offenbar haben sie es vorgezogen kommentar 2 _nicht_ zu lesen, sonst wäre ihnen aufgefallen, dass das gerade nicht gesagt wurde.

    "Kritik an Israel wird immer interpretiert als Kritik an den Juden."

    und rein in die selbstgestellte pauschalisierungsfalle.
    offenbar haben sie es vorgezogen kommentar 2 _nicht_ zu lesen, sonst wäre ihnen aufgefallen, dass das gerade nicht gesagt wurde.

  4. "Kritik an Israel wird immer interpretiert als Kritik an den Juden."

    und rein in die selbstgestellte pauschalisierungsfalle.
    offenbar haben sie es vorgezogen kommentar 2 _nicht_ zu lesen, sonst wäre ihnen aufgefallen, dass das gerade nicht gesagt wurde.

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    > dass bei Durban I nur ein einziger Staat kritisiert wurde, nämlich der Judenstaat. <

    Hier steht nicht Israel sonder Judenstaat.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    > dass bei Durban I nur ein einziger Staat kritisiert wurde, nämlich der Judenstaat. <

    Hier steht nicht Israel sonder Judenstaat.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  5. Israel hat ein Problem mit der UN, weil es das Völkerrrecht verletzt und verletzt hat, sich aber systematisch gegen die Aufarbeitung wehrt. Bemerkenswert, dass Israel die Untersuchungen zu Menschenrechtsverletzungen im Gazastreifen seiner eigenen Armee auf den Terminkalender geschrieben hat. Mit Judenhass hat das alles nichts zu tun. Es ist in dieser Frage völlig unwichtig um welche Religionen es geht.
    Deshalb sollte der WJC sich im Gespräch mit dem Papst auf religiöse Fragen beschränken und in Staatsfragen ein israelischer Diplomat anreisen.
    Denn was glauben Sie, weshalb man in der Williamson-Sache sehr schnell zu einer Einigung kam? Richtig, der Papst hat ein ausgesprochen unbelastetes Verhältnis zur Glaubensgemeinschaft der Juden. Weshalb also muss ein politisches Anliegen eines Staates in diesem Zusammenhang auf den Tisch gebracht werden? Ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl ist das, lieber exoccidentelux. Auch als Erpressung bekannt.

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    "Israel hat ein Problem mit der UN, weil es das Völkerrrecht verletzt und verletzt hat"

    israel hat ein problem mit den un, weil praktisch ab tag 1 nach der gründung die un-staaten israel als mittel ihrer kämpfe nutzen.
    das fing bei un resolutionen na, die gerade dann, wenn israel gegen seine arabische gegner boden gewann (und nicht etwa, wenn arabische staaten wieder einen krieg gegen israel vom zaun brachen), ging über die einordnungd es zionismus als rassismus bis zur un-resolution zum libabnon-konflikt 2006, die es vorzog, eine entwaffnung der hisbollah _nicht_ zu fordern.

    welcher arabische staat hat sich je bemüssigt gesehen, seine kriegsverbrechen selbst aufzuarbeiten? in welchem arabischen staat gibt es von eigenen staatsbürgern und staatlichen stellen angestrengte gerichtliche untersuchungen wegen vermuteter kriegsverbrechen der eigenen armee?
    was ist mit den verbrechen der palästinenser gegen jordanier und umgekehrt? syriens im libanon? spielt keine rolle, weil innerarabisch -- erwähnung und gerechten zornes wert sind nur tote, die von israel getötet wurden.
    welche gerichte können von hisbollah und hamas verschleppte israelische soldaten anrufen?
    in welchem arabischen staat können bürger gegen staatliche wilkür gerichte anrufen -- und recht bekommen, wie palästinensische gefange in israelischen gefängnissen oder enteignete palästinenser gegen die schutzmauer?

    dass es an israelischer politik genug zu kritisieren gibt, stellt niemand in frage -- aber ihre einseitige, um nicht zu sagen verlogene, und pauschalisierende darstellung ist genau der beleg für die einstellung, die zu haben sie abstreiten.

    "Israel hat ein Problem mit der UN, weil es das Völkerrrecht verletzt und verletzt hat"

    israel hat ein problem mit den un, weil praktisch ab tag 1 nach der gründung die un-staaten israel als mittel ihrer kämpfe nutzen.
    das fing bei un resolutionen na, die gerade dann, wenn israel gegen seine arabische gegner boden gewann (und nicht etwa, wenn arabische staaten wieder einen krieg gegen israel vom zaun brachen), ging über die einordnungd es zionismus als rassismus bis zur un-resolution zum libabnon-konflikt 2006, die es vorzog, eine entwaffnung der hisbollah _nicht_ zu fordern.

    welcher arabische staat hat sich je bemüssigt gesehen, seine kriegsverbrechen selbst aufzuarbeiten? in welchem arabischen staat gibt es von eigenen staatsbürgern und staatlichen stellen angestrengte gerichtliche untersuchungen wegen vermuteter kriegsverbrechen der eigenen armee?
    was ist mit den verbrechen der palästinenser gegen jordanier und umgekehrt? syriens im libanon? spielt keine rolle, weil innerarabisch -- erwähnung und gerechten zornes wert sind nur tote, die von israel getötet wurden.
    welche gerichte können von hisbollah und hamas verschleppte israelische soldaten anrufen?
    in welchem arabischen staat können bürger gegen staatliche wilkür gerichte anrufen -- und recht bekommen, wie palästinensische gefange in israelischen gefängnissen oder enteignete palästinenser gegen die schutzmauer?

    dass es an israelischer politik genug zu kritisieren gibt, stellt niemand in frage -- aber ihre einseitige, um nicht zu sagen verlogene, und pauschalisierende darstellung ist genau der beleg für die einstellung, die zu haben sie abstreiten.

  6. > dass bei Durban I nur ein einziger Staat kritisiert wurde, nämlich der Judenstaat. <

    Hier steht nicht Israel sonder Judenstaat.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  7. "Israel hat ein Problem mit der UN, weil es das Völkerrrecht verletzt und verletzt hat"

    israel hat ein problem mit den un, weil praktisch ab tag 1 nach der gründung die un-staaten israel als mittel ihrer kämpfe nutzen.
    das fing bei un resolutionen na, die gerade dann, wenn israel gegen seine arabische gegner boden gewann (und nicht etwa, wenn arabische staaten wieder einen krieg gegen israel vom zaun brachen), ging über die einordnungd es zionismus als rassismus bis zur un-resolution zum libabnon-konflikt 2006, die es vorzog, eine entwaffnung der hisbollah _nicht_ zu fordern.

    welcher arabische staat hat sich je bemüssigt gesehen, seine kriegsverbrechen selbst aufzuarbeiten? in welchem arabischen staat gibt es von eigenen staatsbürgern und staatlichen stellen angestrengte gerichtliche untersuchungen wegen vermuteter kriegsverbrechen der eigenen armee?
    was ist mit den verbrechen der palästinenser gegen jordanier und umgekehrt? syriens im libanon? spielt keine rolle, weil innerarabisch -- erwähnung und gerechten zornes wert sind nur tote, die von israel getötet wurden.
    welche gerichte können von hisbollah und hamas verschleppte israelische soldaten anrufen?
    in welchem arabischen staat können bürger gegen staatliche wilkür gerichte anrufen -- und recht bekommen, wie palästinensische gefange in israelischen gefängnissen oder enteignete palästinenser gegen die schutzmauer?

    dass es an israelischer politik genug zu kritisieren gibt, stellt niemand in frage -- aber ihre einseitige, um nicht zu sagen verlogene, und pauschalisierende darstellung ist genau der beleg für die einstellung, die zu haben sie abstreiten.

    • star
    • 16.03.2009 um 15:38 Uhr

    Dass der Papst nun per Brief die von ihm zu verantwortenden vatikanischen Pannen einräumt, mag als „historisch“ bewertet werden – dahinter steht jedoch sein Eingeständnis, dass er die nicht enden wollenden Proteste von Bischöfen, katholischen Verbänden und Basischristen – und die bereits unzähligen Kirchenaustritte – nicht wortlos hat „aussitzen“ können.

    Es geht im Konflikt mit der Piusbruderschaft und bei der Kritik am Papst um den rechten, d.h. vom Konzil vorgegebenen Kurs der katholischen Kirche am Beginn des 3. Jahrtausends. Und dafür lohnt es sich zu streiten. Genau wie Jesus sich mit dem jüdischen Establishment und Paulus sich auf dem Apostelkonzil von Jerusalem mit Petrus gestritten haben, so gilt es auch heute um den rechten Weg zu streiten – ein solcher Streit ist aller Ehren wert! Die katholische Welt ist gewiss im Augenblick nicht „wieder in Ordnung“ : Gefordert ist eine offene und faire Gesprächs- und Kommunikationskultur – von allen Seiten! Dialog gehörte zum Wesen des 2. Vatikanischen Konzils . Denn seine Ergebnisse hat es nur auf dem Weg des Dialogs gefunden, der offenen Auseinandersetzung. So wurde der Dialog das Grundprinzip des Konzils und damit auch des Kirchenbildes, das das Konzil zur Geltung bringen wollte. Daran gilt es heute und in der Zukunft immer wieder zu erinnern!

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