Altersversorgung Mehr Geld für die Rentner
Kanzlerin Merkel freut sich PR-trächtig mit den Rentnern. Doch der Aufschlag ist teuer erkauft, wie Kritiker monieren
Die rund 20 Millionen Rentner bekommen deutlich mehr Geld: Wie das Bundesarbeitsministerium bekannt gab, steigen die Renten zum 1. Juli im Westen um 2,41 Prozent, im Osten überraschend sogar um 3,38 Prozent. Es ist die höchste Erhöhung seit 2002. Die Erhöhung gilt automatisch auch für die rund 6,6 Millionen Bezieher von Hartz-IV-Leistungen.
Die Möglichkeit zur Rentenerhöhung beschloss die Bundesregierung bereits 2008 , indem sie den sogenannten Riester-Faktor 2008 und 2009 aussetzte, der den Rentenanstieg dämpft. Dadurch stiegen die Bezüge der Ruheständler im vergangenen Jahr bereits um 1,1 Prozent – fast doppelt so stark, wie ihnen nach der Rentenformel eigentlich zustünde . Dieses Außerkraftsetzen der Rentenformel sorgte für großen Ärger unter den Befürwortern der Generationengerechtigkeit, die die Nachkommen der heutigen Rentner dadurch stark finanziell belastet sehen.
Im Wahljahr 2009 sollten die Rentner auf diese Weise sogar einen außerplanmäßigen Aufschlag um zwei Prozent erhalten. In den Jahren 2007 und davor hatte es lediglich Nullrunden oder Erhöhungen gegeben, die deutlich unter der Inflationsrate lagen.
Die Regierenden hoffen nun auch auf eine stärkere Kaufkraft der Privatkonsumenten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach einer CDU-Vorstandssitzung in Berlin, sie freue sich, dass die Rentner die Erhöhung bekämen. Die Anhebung werde zusammen mit der damit verbundenen Steigerung der Hartz-IV-Zahlungen die Nachfrage stärken. Angesichts der niedrigen Inflationsrate und der im Durchschnitt um 0,6 Prozent gesunkenen Krankenversicherungsbeiträge bleibe ein echter "Netto-Zugewinn". Das hätten sie lange nicht gehabt, sagte die CDU-Vorsitzende am Rande einer Parteiveranstaltung.
Summiere man die Entlastungen, hätten Rentner 2,7 beziehungsweise 3,7 Prozent und damit insgesamt 5,6 Milliarden Euro mehr zur Verfügung. 2007 stieg die Rente um 0,54 Prozent, 2008 um 1,1 Prozent. Von der Erhöhung profitieren laut Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) auch die rund 7,6 Millionen Bürger, die Arbeitslosengeld II und Grundsicherung im Alter beziehungsweise Sozialhilfe erhalten. Der Eckregelsatz steigt von 351 Euro monatlich auf 359 Euro.
- Datum 16.03.2009 - 16:06 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 8
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danke, liebe Regierung für das Wahlgeschenk.
Ich wähle euch trotzdem nicht.
In den nächsten Jahren gibt es dafür wieder nichts zu verteilen!
In den nächsten Jahren gibt es nicht nur nichts zu verteilen, sondern es wird wieder einkassiert. Steht heute schon so im Gesetz. Aber dann sind die Wahlen vorbei und den Wahlkampf haben wie schon zu Kohls Zeiten die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bezahlt.
In Grundgesetz steht Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Praktisch wird daraus gemacht: Sozialversicherungspflichtiges Einkommen verpflichtet zum Zahlen. Die Regierung bestimmt, was mit dem Geld gemacht wird. Dabei haben die Interessen der Regierenden Vorrang vor allem anderen.
In den nächsten Jahren gibt es nicht nur nichts zu verteilen, sondern es wird wieder einkassiert. Steht heute schon so im Gesetz. Aber dann sind die Wahlen vorbei und den Wahlkampf haben wie schon zu Kohls Zeiten die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bezahlt.
In Grundgesetz steht Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Praktisch wird daraus gemacht: Sozialversicherungspflichtiges Einkommen verpflichtet zum Zahlen. Die Regierung bestimmt, was mit dem Geld gemacht wird. Dabei haben die Interessen der Regierenden Vorrang vor allem anderen.
Für wie blöd hält die Regierung die Rentner und Renten-Beitragszahler eigentlich? Mit ein paar, entgegen den eigenen Gesetzen spendierten, Kröten lässt sich hoffentlich keiner seine Kreuzchen abkaufen.
Ausserdem sind da mal wieder ein paar Ungenauigkeiten: Die gesetzliche KK ist für die meisten Beitragszahler ab Januar teurer geworden, die Beitragssenkung ist im Konjunkturpakte II untergebracht -- was immer sie da auch zu suchen hat. Rentenerhöhungen werden soweit ich weiss zu 100% versteuert und nicht mit dem sonst gültigen Anteil. Und ausserdem wollen wir doch mal abwarten, ob es diesmal zu einem Netto-Plus reicht. Die Minusrunden der letzten Jahre überhaupt zu erwähnen, als ob sie in einem guten Zusammenhang stehen, ist gewagt. Dass die an die Arbeitnehmereinkommen gekoppelten Renten immer weniger realen Wert haben, ist kein Grund stolz zu sein.
Alles Gute
Kai Hamann
Das ist entschlossenes Regierungshandeln: der Kampf um die Schlagzeilen im Wahljahr.
Dumm ist nur, dass man an den absoluten Zahlen sofort erkennt, dass man mit diesem Betrag noch nicht einmal eine einzige verrotte Bank oder Landesbank samt ihrer Casino-Vorstände retten könnte, von der Hypo Real Estate ganz zu schweigen.
Gut ist, dass anhand der Beträge die Verteilungsverhältnisse deutlich werden, sehr deutlich sogar. Jeder Rentner erhält also durchschnittlich 280 EUR mehr, wobei nach den Zahlen im Artikel nicht klar ist, ob dies auf 1, 2 oder 3 Jahre zu beziehen ist.
Der Eckregelsatz für andere Empfänger steigt um 8,00 EUR monatlich, also 96,00 EUR jährlich.
Unerwähnt bleibt, wo das Geld nach der Wahl wieder reingeholt werden soll. Das weiß natürlich noch niemand, aber man ahnt es schon.
Interessant wäre, jetzt noch zu wissen, wievielen Bankvorständen man mit dem Gesamtbetrag wie lange ihre Gehälter und Boni auszahlen könnte.
"Angesichts der niedrigen Inflationsrate und der im Durchschnitt um 0,6 Prozent gesunkenen Krankenversicherungsbeiträge bleibe ein echter "Netto-Zugewinn". Das hätten sie lange nicht gehabt, sagte die CDU-Vorsitzende am Rande einer Parteiveranstaltung."
am rande hat sie das gesagt?
vielleicht auch besser so...
... und das noch wie > was die Inflationsrate betrifft. Ich weiß nicht genau was da ins Körbchen gekauft wird aber das hat mit dem realen Leben nicht viel gemeinsam.
Meine Fixkosten (Nur Gas, Strom, Wasser + Abwasser (kein nennenswerter Mehrverbrauch) und Versicherungsbeiträge) sind vom 1.1.2008 bis 1.1.2009 um 9,2% gestiegen.
Aber vielleicht sehe ich das alles falsch ..... und ich habe netto mehr ..... oder so ....
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
In den nächsten Jahren gibt es nicht nur nichts zu verteilen, sondern es wird wieder einkassiert. Steht heute schon so im Gesetz. Aber dann sind die Wahlen vorbei und den Wahlkampf haben wie schon zu Kohls Zeiten die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bezahlt.
In Grundgesetz steht Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Praktisch wird daraus gemacht: Sozialversicherungspflichtiges Einkommen verpflichtet zum Zahlen. Die Regierung bestimmt, was mit dem Geld gemacht wird. Dabei haben die Interessen der Regierenden Vorrang vor allem anderen.
Wahlgeschenk!
Was mach ich nur mit der Rentenerhöhung.
Im laufenden Jahr sind das bei 1000 Euro Rente mehr Einkommen (rechnet sich leicht für jeden der die Erhöhung kritisiert.):
Also 2% bei 1000 Euro ist ein Mehr von 100 Euro in diesem Jahr. 100,00 €
Dann fangen wir mal an damit die Konjunktur zu beleben und rechnen nach.
1. Ab 1.1. zahlen Rentner der Krankenkasse 0,65% mehr Beitrag - 78,00€
Da bleiben - sieh man einer an, im Jahr 22,00 Euro mehr!
"Freut der sich n´Loch in´ Bauch" denn das sind ja tatsächlich jeden Monat 1 Euro 84 cent mehr.
2. Wie hoch wird die Inflationsrate dieses Jahr sein, wie hoch die Mieterhöhung? Da müssen die Rentner noch ein wenig zusätzlich stricken um das zu bezahlen Die Fahrt zum Wahllokal muß auch noch davon bezahlt werden.
Einen Mehrwert, den die Rentner zusätzlich ausgeben können werden wohl die meisten vergeblich in der Geldbörse suchen .
Wie sagt der Berliner? vascheißan kann ick mir alleene!
Wahlgeschenk?
Ich beziehe Erwerbsunfähigkeitsrente seit 1995. Eben hab ich mir den Spaß gemacht, DM in Euro umgerechnet und herausgefunden, daß ich in diesen 14 Jahren insgesamt eine monatliche Rentenerhöhung um 53 Euro bekommen habe. Schon allein für Heizkosten zahle ich im Jahr mittlerweile über 700 Euro. Dann die enormen Preissteigerungen bei Benzin, Zigaretten, den restlichen Nebenkosten, sowie bei den vielen vielen Produkten, die früher eine DM gekostet haben und heute einen Euro kosten.
Ja, es gab immer mal wieder eine Erhöhung, von der ich nichts gemerkt habe, weil gleichzeitig irgendwelche anderen Steuern oder Abgaben anfielen.
1995 konnte ich von meiner Rente gut leben. Heute bekomme ich zusätzlich familiäre Unterstützung, Gott sei Dank.
Klar sind 2,5 Prozent besser als nichts. Aber so viel, daß es sich lohnen würde, darüber auch nur zwei Worte fallen zu lassen, ist das auch nicht. Vor allem seit die Krankenkassenbeiträge alle angeglichen wurden und es mich nichts mehr nutzt, daß ich günstig versichert war. Wieder ein Abzug.
Das Ganze, was hier in diesem Land im Moment abläuft, fängt an, mich so abzunerven, daß ich womöglich noch politisch werde. Anstatt den Rentnern 2,5 Prozent mehr zu versprechen, die Wirtschaft zu subventionieren und weitere Löcher zu stopfen, wäre es doch endlich mal ein gewagter und doch nötiger Schritt, ernsthaft an das bedingungslose Grundeinkommen zu denken. Es gibt einfach nicht mehr Arbeit für alle und sämtliche Güter werden mit sehr viel weniger Arbeitsplätzen erwirtschaftet. Sie sind da und die Menschen haben kein Geld mehr, um sie zu kaufen. Da läuft doch was falsch. Oder?
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