Amoklauf Wie rede ich mit meinem Kind darüber?Seite 2/2

Ben Martin betont darüber hinaus, es sei besonders wichtig, den Kindern zuzuhören. Oft wollen sie einfach ihre Ängste ausdrücken. Sie erwarten nicht unbedingt, dass wir ihnen zu allem gültige Antworten liefern oder dass wir die Welt hundertprozentig sicher machen können.

Was tue ich, wenn das Kind Angst hat, aber nicht viel erzählt?

Manchmal bringt direktes Ausforschen nicht viel. Am besten fragt man an der Stelle nach, die von allein erzählt wird. Kiehn-Müller empfiehlt, den Kindern Zeit zu lassen. Und keine Fragen zu stellen, die sich mit ja oder nein beantworten lassen. Gute Fragen könnten zum Beispiel sein: Wie geht es dir mit den anderen Schülern, mit den Lehrern? Wann ist die Angst da? Wer ist nicht da, wenn du dich fürchtest?

Falls Kinder gar nicht mehr in die Schule wollen, viel weinen, verstärkt über Kopf-, Magen- oder Rückenschmerzen klagen, unkonzentriert oder schlaflos sind, sollte man jedoch direkter nachfragen und sich beraten lassen. Manchmal können diese Symptome eines Traumas erst lange nach dem Massaker auftreten.

Dürfen Erwachsene ihre eigene Angst zeigen?

"Ja, auf jeden Fall", sagt Kiehn-Müller, "damit man authentisch bleibt". Nur so, wie man wirklich ist, ist man für die Kinder glaubwürdig. Auch die Lehrer, die selbst stark betroffen sind, sollten offen mit den Schülern sprechen. Die Therapeutin sagt: "Angst kann man nicht wegmachen, man kann sie nur verringern, indem man einen guten Umgang pflegt."

Wie reagiert man auf die Frage: Warum hat er das getan?

Auch hier soll man laut Kiehn-Müller nicht so tun, als wüsste man mehr als man selbst versteht. Fragen Sie das Kind, was für Ideen es selbst dazu hat. Überlegen Sie gemeinsam: "Ich könnte mir vorstellen, dass er unglücklich war." "Er fühlte sich nicht geliebt, allein." "Er wusste keine Lösung." Und vielleicht überlegen Sie mit den Kindern, welcher Wertekanon, an den sich alle Schüler halten, dazu führen könnte, dass die Zahl der Unglücklichen an den Schulen abnimmt.

 
Leser-Kommentare
  1. Es wird immer gesagt, die Computerspiele seien gar nicht so schlimm und sowieso nicht der Auslöser...aber kann es gut für die Psyche sein Menschen virtuell zu zerschießen und zu zersägen?

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    Ein Spiel macht niemandem zum Massenmörder der nicht schon vorbelastet ist. Gewalt ist in Spielen in der Regel nur ein Mittel zum Zweck, um den Realitätsbezug zu einem plausiblen und damit intensiverem Szenario zu gewährleisten. Selbst das Ausleben von sadistischen Gewaltfantasien in entsprechenden Spielen, die zu den scharzen Schafen gehören und nur von Minderheiten gespielt werden, dürfte aus psyschlogischer Sicht nicht unbedignt negativ wirken.

    Jeder Mensch hat einen gewissen Grad an natürlichen Aggressionen, einen Gewalttrieb, der durch verschiedene Unterhaltungsmedien sublimiert wird. Dieser Vorgang ist absolut sinnvoll, da das Aufstauen von Trieben zu Psychosen führen kann, jedenfalls zumindest der geistigen Gesundheit nicht zuträglich sein kann.

    Letztlich lässt sich so eine Tat wohl eher auf einen fehlenden Hemmungsfaktor zurückzuführen, also auf einen elementaren, vielleicht sogar physiologischen Defekt, eine Reduktion der Ursachen auf, in den Augen Konservativer, dubioser Spiele ist eine Simplifizierung.

    Ein Spiel macht niemandem zum Massenmörder der nicht schon vorbelastet ist. Gewalt ist in Spielen in der Regel nur ein Mittel zum Zweck, um den Realitätsbezug zu einem plausiblen und damit intensiverem Szenario zu gewährleisten. Selbst das Ausleben von sadistischen Gewaltfantasien in entsprechenden Spielen, die zu den scharzen Schafen gehören und nur von Minderheiten gespielt werden, dürfte aus psyschlogischer Sicht nicht unbedignt negativ wirken.

    Jeder Mensch hat einen gewissen Grad an natürlichen Aggressionen, einen Gewalttrieb, der durch verschiedene Unterhaltungsmedien sublimiert wird. Dieser Vorgang ist absolut sinnvoll, da das Aufstauen von Trieben zu Psychosen führen kann, jedenfalls zumindest der geistigen Gesundheit nicht zuträglich sein kann.

    Letztlich lässt sich so eine Tat wohl eher auf einen fehlenden Hemmungsfaktor zurückzuführen, also auf einen elementaren, vielleicht sogar physiologischen Defekt, eine Reduktion der Ursachen auf, in den Augen Konservativer, dubioser Spiele ist eine Simplifizierung.

  2. Ein Spiel macht niemandem zum Massenmörder der nicht schon vorbelastet ist. Gewalt ist in Spielen in der Regel nur ein Mittel zum Zweck, um den Realitätsbezug zu einem plausiblen und damit intensiverem Szenario zu gewährleisten. Selbst das Ausleben von sadistischen Gewaltfantasien in entsprechenden Spielen, die zu den scharzen Schafen gehören und nur von Minderheiten gespielt werden, dürfte aus psyschlogischer Sicht nicht unbedignt negativ wirken.

    Jeder Mensch hat einen gewissen Grad an natürlichen Aggressionen, einen Gewalttrieb, der durch verschiedene Unterhaltungsmedien sublimiert wird. Dieser Vorgang ist absolut sinnvoll, da das Aufstauen von Trieben zu Psychosen führen kann, jedenfalls zumindest der geistigen Gesundheit nicht zuträglich sein kann.

    Letztlich lässt sich so eine Tat wohl eher auf einen fehlenden Hemmungsfaktor zurückzuführen, also auf einen elementaren, vielleicht sogar physiologischen Defekt, eine Reduktion der Ursachen auf, in den Augen Konservativer, dubioser Spiele ist eine Simplifizierung.

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